mini|Geschäft in der Fraunhoferstraße etwa um 1900 (Bäckerei Rischart)

Die Fraunhoferstraße ist eine Innerortsstraße in München. Sie liegt im Stadtteil Isarvorstadt und grenzt das Gärtnerplatzviertel im Norden vom Glockenbachviertel im Süden ab.

Sie beginnt an der Müllerstraße, endet an der Reichenbachbrücke / Ecke Auenstraße und ist etwa 520 Meter lang. Benannt wurde sie nach dem deutschen Optiker und zweiten Ehrenbürger der Stadt, Joseph von Fraunhofer.

Verkehrsbedeutung Die Fraunhoferstraße ist eine Verkehrsachse von innerörtlicher Bedeutung, die den Altstadtring radial mit dem jenseits der Isar gelegenen Stadtviertel Au verbindet und sich über den Nockherberg bis Giesing fortsetzt. Sie wird aufgrund dieser Verbindungsfunktion stark vom Lieferverkehr genutzt.

Auf der vollen Länge fährt die Trambahn in der Fraunhoferstraße, mit einer Haltestelle an der Kreuzung Baaderstraße und Reichenbachstraße. Unter der Straße verläuft die Stammstrecke 2 der U-Bahn München mit dem U-Bahnhof Fraunhoferstraße mit den Ein- und Ausgängen an der Kreuzung mit der Klenzestraße sowie an der Reichenbachstraße und Baaderstraße. Es verkehren dort Züge der Linien U1, U2 und U7.

Anfänge Die von der Müllerstraße zur Reichenbachbrücke ziehende Fraunhoferstraße, die neben dem Tal und der Zweibrückenstraße die ältesteVergleich, Pläne der königlichen Haupt- und Residenz Stadt München der Jahre 1806 bis 1861. Verkehrsverbindung der inneren Stadtbezirke mit den rechts der Isar sich ausdehnenden Münchner Stadtteilen darstellt, führt seit dem Jahr 1830Rambaldi: Die Münchener Straßennamen und ihre Erklärung (S. 82–82). ihren Namen. Früher Zum Stadtbleichanger genannt, wurde sie zur Erinnerung an den bedeutendsten Optiker seiner Zeit Joseph von Fraunhofer benannt. Die Gegend entlang der heutigen Fraunhoferstraße war als „Stadtbleichanger“ bekannt, weil hier einst die Stadtbleiche angesiedelt war.Rambaldi: Die Münchener Straßennamen und ihre Erklärung (S. 82–82). Wer dort im Jahr der Namensgebung der Straße von der Müllerstraße kommend durch die Gasse Richtung Isar ging, hatte nur unbebautes und freies Land vor sich.Vergleich Pläne der königlichen Haupt- und Residenz Stadt München der Jahre 1806 bis 1861. Die Müllerstraße, die in ihrer ganzen Länge mit Pappeln bepflanzt war, grenzte an die damals noch in weiten Stücken erhaltene Stadtbefestigung mit dem Angertor und zwei vorgelagerten Bastionen als gemauerte Abtrennung. Entlang der Fraunhoferstraße selbst befand sich auf der Höhe des einstigen Colosseums, heute das Areal an der Kolosseumstraße, die Militär-Mahlmühle, am Mahlmühlbach gelegen, die seit dem 14. Jahrhundert als „Mühle in der Sälbenau“ bekannt war.F. Hilble: Die alten Münchener Mühlen und ihre Namen in Oberbayerisches Archiv Band 90. (S. 95–96 Mahlmühle, Kolosseumstraße 1, nach 1872 abgebrochen, an eine Baugesellschaft verkauft. Herleitung der Bedeutung Sälbenau, oder Saelbenau. Zitat Hilble: "Es handelte sich um eine Mühle in einer saelde, habenden oder bringenden, d. h. himmlische Seligkeit bringeden Aue, oder bez. des Flur".) Nördlich an der Müllerstraße sah man das um 1776 erbaute Militärlazarett stehen.B. Müller: Das Allgemeine Krankenhaus zu München im Eröffnungsjahr 1813–1814. München 1984, S. 18, 3 - Ansteckende Krankheiten, das Brechhaus 1703–1776 ab 1777 als Militärlazarett Es machte später dem Luitpold-Gymnasium Platz. Der Weg hinüber zur Isar führte mitten durch Felder und Wiesen an zwei idyllischen Landsitzen vorbei, von denen einer samt dem schönen, mit alten Bäumen bewachsenen Garten erst im Jahr 1929Denkmäler in Bayern, München. 1991, Ensemble Gärtnerplatzviertel, Luftbild mit Text, S. 54–55. dem Bau des Postgebäudes zum Opfer gefallen war. Unweit davon befand sich auch eine Lederfabrik. Südlich dieser Fabrik reihten sich nächst der Isar die untere Pulvermühle, der romantisch gelegene Wollgarten an das alte Brachhaus (Brechhaus). Zwei Bäche, einer von ihnen als BlererbachC. Rädlinger: Die Geschichte der Münchner Stadtbäche. Der Blererbach oder Blärerbach, S. 152. bekannt, die durch Holzstege erreichbar waren, durchflossen das Gelände. Der Bau der ersten Reichenbachbrücke im Jahr 1842 hob die Bautätigkeit an der Fraunhoferstraße nur langsam. Eine im Jahr 1858 von Böttger angefertigte Panoramafotografie vom Petersturm aus zeigt an der Fraunhoferstraße nur wenig neue Bebauung. Nur 15 Jahre späterAdressbücher der Jahre 1835 bis 1869, die Anwohner und Hausnummern. war die Nordseite der Fraunhoferstraße bereits lückenlos bebaut, die Südseite hingegen, an der einst das königliche Heumagazin seinen Platz hatte, zeigte aber noch immer freie Wiesen und Gartenanlagen. In den folgenden Jahrzehnten war aber auch hier rege Bautätigkeit im Gange und ließ auch hier Wohnhäuser und unter anderem die alte Klenzeschule entstehen.Ein im Jahr 1890 aufgenommenes Panoramafoto von der Mariahilf-Kirche in der Au zeigt das komplett bebaute Areal.

Verkehrswende Ende Mai 2019 hat der Münchner Stadtrat mit einer knappen Mehrheit entschieden, dass die Parkplätze entlang der Fraunhoferstraße aufgehoben und durch Radwege ersetzt werden sollen. In der ersten Augustwoche 2019 wurde das Vorhaben durchgeführt und der Straßenzug von allen parkenden Fahrzeugen befreit. Abschließend wurden die Fahrradstreifen mit rotem Belag kenntlich gemacht.

mini|Die Fraunhoferstraße im September 2019.

Baudenkmäler in der Fraunhoferstraße mini|Postgebäude in der Fraunhoferstraße

In der Fraunhoferstraße sind 22 Gebäude der Straße als Einzelbaudenkmäler gelistet. An der Nordseite sind von Hausnummer 3 bis Hausnummer 21 alle Gebäude durchgängig als Baudenkmal ausgewiesen. Hausnummer 9 beheimatet die Gaststätte Fraunhofer mit dem Theater im Fraunhofer und dem Werkstattkino.

Architektonisch beachtenswert ist der Postblock (Fraunhoferstraße 20/22/24/26) mit dem ehemaligen Postamt München 5, 1929 von Robert Vorhoelzer und Walther Schmidt.Hierzu: Florian Aicher, Uwe Drepper (Hrsg.): Robert Vorhoelzer - ein Architektenleben, Die klassische Moderne der Post. Ausstellung Münchner Stadtmuseum, Deutsches Postmuseum. Callwey, Frankfurt am Main / München 1990, ISBN 3-7667-0960-7, S. 50–53.

Siehe auch : Liste der Baudenkmäler in der Isarvorstadt

Literatur Karl Spengler: Wiesengrund und Jagdschlössl an der Fraunhoferstraße. In: Karl Spengler: Münchner Straßenbummel. Verlag F. Bruckmann, München 1960, , S. 271–276.

Weblinks

Einzelnachweise

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