mini|Grenzbrigade 2 im Grunddispositiv von 1992 Die Grenzbrigade 2 (Gz Br 2) () war eine von elf Grenzbrigaden der Schweizer Armee. Sie war dem 1. Armeekorps (seit 1961 Feldarmeekorps 1, FAK 1) unterstellt und bestand von 1938 bis 1994 (Armee 95).
Geschichte Die Grenztruppen wurden in Übereinstimmung mit dem Haager Abkommen Abgeschlossen in Den Haag am 18. Oktober 1907. mit der Truppenordnung 1938 (TO 38) neu organisiert und 11 Grenzbrigaden (Gz Br) geschaffen. Neben den Grenzfüsilierbataillonen verfügten sie über eine Kompanie Radfahrer, motorisierte Mitrailleure und Infanteriekanoniere.
Die praktische Umsetzung der militärischen Neutralität erfolgte im 19. und 20. Jahrhundert durch die sogenannte «Grenzbesetzung» bei militärischen Konflikten nahe dem schweizerischen Staatsgebiet. Während des Ersten Weltkriegs (Grenzbesetzung 1914–1918) bildete die Fortifikation Murten im Raum der Grenzbrigade 2 die wichtigste Armeestellung gegen Westen.
Damit die Grenzverteidigung (Grenzbesetzung) trotz der rasanten Weiterentwicklung der Kriegstechnik glaubwürdig blieb, beschloss der Bundesrat, die Verteidigungslinie mit permanenten in der Tiefe gestaffelten Grenzbefestigungen zu verstärken. 1935 liessen die Bundesbehörden das Büro für Befestigungsbauten (BBB) wieder beleben und ab 1937 wurde vorerst bei der Grenzbefestigung (Festung Sargans usw.) wieder gebaut.
Der Raum der Grenzbrigade (1938–1994) wurde begrenzt durch den Raum vom Col des Etroits (Sainte-Croix) bis Biaufond (Les Bois JU) und in der Tiefe bis an den Neuenburgersee bei Vaumarcus und an den Bielersee bei Erlach . Der Einsatzraum der Grenzbrigade 2 umfasste den Kanton Neuenburg, den Raum Saint-Imier, kleine Gebiete des Kantons Waadt und hatte eine Frontbreite gegen Frankreich mit rund 85 km.
Die Grenzbrigade 2 war für Ausbildung und Einsatzvorbereitung dem 1. Armeekorps zugewiesen. Die Unterstellung während des Einsatzes wurde durch den jeweiligen Operationsplan bestimmt. In allen Verbänden der Grenztruppen wurden Milizsoldaten mit Wohnsitz im Einsatzraum eingeteilt, weil die Grenztruppen im Mobilmachungsfall als erste aufgeboten wurden und sofort einsatzbereit sein mussten, damit die Mobilmachung des Gros der Armee nicht gestört werden konnte.
Am 28. August 1939, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Grenzbrigade 2 mobilisiert. Bis zum 6. September 1939 waren 7.075 Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten mit 264 leichten Maschinengewehren, 99 Maschinengewehren 11, 16 8,1-cm-Minenwerfer 33 und 34 4,7 cm Infanteriekanonen 35 zum Aktivdienst eingerückt. Der Kommandoposten der Brigade wurde im Hôtel du soleil in Neuenburg und später in der Klinik du Chanet eingerichtet.
Die Truppe begann unter grossen Anstrengungen ihre Festungen und Panzerhindernisse zu bauen. Die Festung Valangin wurde 1939 grösstenteils durch die Truppe erstellt. Von September 1939 bis Juni 1940 wurde die Brigade durch die 2. Division verstärkt und befehligt. Die Leichte Brigade 2 besetzte die Freiberge, das Infanterieregiment 13 die Front Les Brenets-Sommartel. Die Aufklärungsgruppe 2 patrouillierte im Vallée des Ponts, das Infanterieregiment 8 installierte sich zwischen der Vue des Alpes und La Tourne und das Infanterieregiment 1 zwischen dem Creux du Van und Vaumarcus.
Mitte Juni 1940, als die deutsche Wehrmacht die Grenze im Jura erreichte, befand sich die 2. Division im Raum der Grenzbrigade 3. Das Füsilierbataillon 18 wurde eilig nach Saignelégier und das Füsilierbataillon 19 nach Les Verrières verlegt.
Vom 16. bis 22. Juni 1940 war die Grenzbrigade 2 teilweise an der Internierung des 45. Korps der Französisch-polnischen Armee beteiligt, die hauptsächlich beim Clos-du-Doubs die Grenze überschritt, während englische und belgische Abteilungen bei Col des Roches in die Schweiz abgedrängt wurden. Ab Juli 1940 zog sich die 2. Division ins Reduit zurück und liess nur das Regiment 8 zurück, um Neuenburg zu halten und dort Barrikaden und Bunker zu bauen.
Während des Aktivdienstes wurde die Brigade durch die Territorialbataillone 166 und 167 als ad hoc Regiment in der Basse Areuse und in Neuenburg verstärkt. Mit der Ankunft der Armée de Lattre in der Franche-Comté im August 1944 wurden wieder Felddivisionen bis November an die Grenze verlegt.
Während des Aktivdienstes wurden der Brigade die Freiwillige Grenzschutzkompanie II (ab April 1942: Festungswachtkorps FWK) zugeteilt und die Territorialbataillone 135, 166, 167, 169 unterstellt (bis Truppenordnung 51). Zudem wurden eine Zerstörungsabteilung aufgestellt (bis Truppenordnung 61) sowie ein Brieftaubendetachement zugeteilt (mit Truppenordnung 61 als Grenzübermittlungskompanie).
1952 verliess das Regiment 43 die Grenzbrigade 2 und wurde der Grenzbrigade 3 unterstellt.
Die Brigade hatte den Auftrag, die Hauptachsen nach Neuenburg und Biel mit dem Raum Murten ab Grenze zu sperren, den Abnützungskampf ab Grenze zu führen und den Neutralitätsschutzdienst (NSD) sicherzustellen. Die Landesgrenze befindet sich hier am nächsten bei der Bundeshauptstadt Bern.
Einheiten (Stand 1938) Grenzregimenter 43 (Bataillone 221, 222, 223), 44 (Bat 224, 225) 45 (Bat 226, 227) Motorisierte Infanteriekanonenkompanie (Mot Ik Kp) 22, Motorisierte Mitrailleurkompanie (Mot Mitr Kp) 2 Radfahrerkompanie (Rdf Kp) 22
Einheiten (Stand 1994) Die Grenzbrigade 2 umfasste: Infanterieregimenter 44, 45 Genieabteilung 42 vier Grenadierkompanien Füsilierbataillon 302 Festungskompanie 102 (12 cm Festungsminenwerfer) Werkkompanien 4, 5
Kommandoposten und Sperrstellen Die Werke und Sperrstellen der Grenzbrigade 2 liegen im Kanton Waadt. 1947 wurde das Grenzregiment 43 neu der Grenzbrigade 3 unterstellt, weshalb etliche Sperrstellen der ursprünglichen Grenzbrigade 2 nun bei der Grenzbrigade 3 sind:
Kommandoposten (KP): KP Grenzbrigade 2 Le Trempley
Sperrstellen (Sperrstellen von nationaler Bedeutung mit *) Silvio Keller, Maurice Lovisa: Militärische Denkmäler in den Kantonen Neuenburg und Jura, VBS 1998: Belleroche, Boinod, Bregot, Brot Dessous, Buttes, Chambrelien, Chanélaz, Chaumont, Corps de Garde, Col des Roches, Combe aux Fies, Combe Biosse, Cortaillod, Cucheroud, Erlach-Jolimont*, Gampelen*, Grand Suvagnier, Haut de la Tour*, La Baume, La Clusette*, La Chaux-de-Fonds, La Combe-Léonard, La Côte aux-Fées, L'Engolieu, La Molta, La Sauge, Le Coeufier, Le Furcil, Les Brenetets, Les Bugnenets, Les Convers, Les Eroges, Mauvaise-Combe, Neuenburg, Noiraigue, Pertuis, Pont de la Roche, Quarteron Provence, Valangin*, Vue des Alpes* Festung Oberland: Sperrstelle Vue des Alpes NE
Sperrstellen im Kanton Neuenburg Die meisten Sperrstellen mit wenigen Ausnahmen befinden sich auf dem Gebiet des Kantons Neuenburg.
Sperrstellen La Chaux-de-Fonds Infanteriebunker «Malakoff» La Chaux-de-Fonds (2021 abgebrochen) Festung Oberland: «Malakoff» Infanteriebunker Corps de Garde A 850 (2017 rückgebaut) Infanteriebunker Corps de Garde A 851:Stützmauer als Tarnung Infanteriebunker Haute Maison West A 852 Mi-Côte, Gros Claude Infanteriebunker Haute Maison Ost A 853 Mi-Côte, Gros Claude Infanteriebunker «Maison Monsieur» Corps de Garde Infanteriebunker Les Brenetets Sud-Ouest A 854 Infanteriebunker Les Brenetets Sud-Est A 855 Infanteriebunker Les Brenetets Nord-Ouest A 856 Infanteriebunker Les Brenetets Nord-Est A 857 Infanteriebunker Les Planchettes 858
Sperrstellen Le Locle Infanteriebunker Les Eroges A 862 Infanteriebunker La Molière A 863 Le Locle Infanteriebunker Belleroche A 864 3Infanteriebunker Belleroche A 865 Infanteriebunker La Baume Ost A 866 Infanteriebunker La Baume West A 867 Bachsperre La Baume Infanteriebunker Les Convers A 872 Infanteriebunker Les Convers A 873 Infanteriebunker Les Convers A 874 Infanteriebunker Les Convers A 875 Infanteriebunker Les Convers A 876 Infanteriebunker Boinod A 877 Infanteriebunker Pre de Suze Ouest A 878 Infanteriebunker Pre de Suze Est A 879
Sperrstelle Vue des Alpes mini|Panzersperre Auf dem Pass wurde während des Zweiten Weltkriegs zur Sicherung der Schweizer Westgrenze eine Sperrstelle der Grenzbrigade 2 errichtet. Die Sperrstelle auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Fontaines besteht aus mehreren Bunkern, Panzersperre und Barrikaden. Sie gilt als Sperrstelle von nationaler Bedeutung.Festung Oberland: Sperrstelle Vue des Alpes NEMilitärische Denkmäler in den Kantonen Neuenburg und Jura
Infanteriebunker Vue des Alpes A 880 Infanteriebunker Vue des Alpes A 881 Beobachter Vue des Alpes A 882 Infanteriebunker Vue des Alpes A 883 Infanteriebunker Vue des Alpes A 884 Panzersperre GPH Vue des Alpes
Sperrstellen Val de Ruz Infanteriebunker Pertuis Süd A 891: Pak Infanteriebunker Pertuis Ost A 892 Infanteriebunker Combe Biosse A 893 Infanteriebunker Combe Biosse A 894 GPH Combe Biosse Infanteriebunker La Molta Est A 895 Infanteriebunker La Molta Ouest A 896 Infanteriebunker Combe aux Fies A 899 Infanteriebunker Les Lapples A 901 Infanteriebunker Combe Leonard A 905 Infanteriebunker Combe Léonard A 906 Infanteriebunker Engolieu A 908 (2008 rückgebaut) Infanteriebunker Engolieu A 909 (2008 rückgebaut) Infanteriebunker Bregot A 910 Infanteriebunker Bregot A 911
Sperrstellen Val de Travers Infanteriebunker Chambrelien A 912 Infanteriebunker Chambrelien A 913 GPH Chambrellien Infanteriebunker La Sauge A 914 Kommandoposten Gz Rgt 45/Kaverne La Sauge A 915 Infanteriewerk «La Cote Aux Fees» A 920 Buttes
Sperrstelle Haut de la Tour mini|Pont de la Roche, Fleurier Die Sperrstelle Haut de la Tour umfasst rund ein Dutzend meist in den Fels gebauten Bunker und Objekte in den Engpässen nördlich von Fleurier, an der Grenze zu Saint-Sulpice, und an der Strasse zwischen Fleurier und Les Verrières. Sie gilt als Sperrstelle von nationaler Bedeutung.Festung Oberland: Sperrstelle Haut de la Tour NE Infanteriewerk A 918 Haut de la Tour Infanteriewerk A 919 Haut de la Tour Infanteriebunker La Robella A 925 Infanteriebunker Pont de la Roche Nord A 926 Infanteriebunker Pont de la Roche Sud A 927 Strassenbarrikade Bois des Rutelins
Sperrstelle Couvet Infanteriebunker Moulin de la Roche A 928 IK-Schild Môtiers A 929 GPH Môtiers Kanonenschild Couvet A 930 Festung Oberland: Sperrstelle Couvet
Sperrstellen La Clusette Die Sperrstellen La Clusette (Armeebezeichnung Nr. 944) befindet sich auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Brot-Dessous. Sie gilt als Sperrstelle von nationaler Bedeutung.Festung Oberland: Sperrstelle Nr. 944 La Clusette NEFestung Oberland: Sperrstelle Le Coeufier NE Infanteriebunker Le Coeufier A 932 Infanteriebunker A 934 Infanteriewerk La Clusette Süd A 935 Infanteriewerk La Clusette Nord A 936 Infanteriebunker Brot Dessous A 941 Infanteriewerk Nord A 944 La Clusette
Sperrstelle Crêt-de-l'Anneau mini|Panzersperre GPH Vers chez Joly Die Sperrstelle Crêt-de-l'Anneau befindet sich auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Noiraigue. Sie gilt als Sperrstelle von nationaler Bedeutung.Festung Oberland: Sperrstelle Noiraigue Infanteriebunker Le Furcil A 937 Infanteriebunker Vers chez Joly A 938 Infanteriebunker Les Oeuillons A 939 Infanteriebunker Les Oeuillons A 940 GPH und Nomadenhaus Vers chez Joly Tankgraben Crêt-de-l’Anneau
Sperrstelle Valangin Die Sperrstelle Valangin (Fenin) befindet sich an der Achse, die von Norden der Stadt Neuenburg durch die Schlucht von Seyon bis in den Süden von Valangin und Fenin reicht. Sie schliesst die heute noch vorhandenen Stadtbefestigungen mit ein und besteht aus rund 20 Objekten. Sie gilt als Sperrstelle von nationaler Bedeutung.Festung Oberland: Sperrstelle Valangin NEMilitärische Denkmäler in den Kantonen Neuenburg und Jura
Infanteriebunker Valangin Est A 950 Infanteriebunker Valangin Ouest A 951 Infanteriebunker Fenin Sud A 952 Infanteriebunker Fenin Nord A 953 Infanteriebunker Neuchâtel «Poudrière 47» A 957 Infanteriebunker «Poudrière 79» A 95X Neuchâtel