Der U-Bahnhof Sesto Marelli (anfangs auch einfach Marelli) ist ein unterirdischer Bahnhof der U-Bahn Mailand. Er befindet sich an der Grenze zwischen Mailand und Sesto San Giovanni und wurde nach den örtlichen Marelli-Werken benannt. Geschichte Erste Pläne für ein U-Bahn-Netz in Mailand gab es bereits im frühen 20. Jahrhundert; ihre Umsetzung scheiterte zunächst an den Weltkriegen und an fehlenden Mitteln. Zur Errichtung und zum Betrieb der Strecken gründete die Stadt 1955 die Gesellschaft Metropolitana Milanese. Die Finanzierung erfolgte zu großen Teilen über eine an die Bürger gerichtete Anleihe.

Ende der 1950er Jahre wurde mit dem Bau des ersten Streckenabschnitts der U-Bahn Mailand begonnen, die vom U-Bahnhof Sesto Marelli zum U-Bahnhof Lotto fahren sollte.Giovanni Alferini, Matteo Cirenei: L’attivazione della linea 1 della metropolitana di Milano. In: „Ingegneria Ferroviaria“, Juli–August 1964, S. 588. Die Arbeiten an der Linie 1 wurden im Mai 1957 in der Viale Monte Rosa aufgenommen; für den Bau kam ein offenes Aushubverfahren zum Einsatz, das als „Mailänder Methode“ bekannt wurde und später auch in anderen Städten angewandt wurde. Die Strecke wurde am 1. November 1964 eröffnet.Giorgio Meregalli: Gli impianti ferroviari della linea 2 della Metropolitana di Milano. In: „Ingegneria Ferroviaria“, Mai 1971, S. 469.

Am 28. September 1986 wurde die Verlängerung nach Sesto FS im Stadtgebiet von Sesto San Giovanni in Betrieb genommen.Giuseppe Severi, Roberto Vasini: Metropolitana a Milano, Azienda Trasporti Milanesi, Mailand 1989, S. 130.Notizie flash. In: „I Treni Oggi“ Nr. 65 (November 1986), S. 7. Architektur und Gestaltung Wie die übrigen Stationen der Linie 1 wurde der Bahnhof Sesto Marelli nach einem einheitlichen Gestaltungskonzept errichtet, das das Architekturbüro von Franco Albini und Franca Helg in Zusammenarbeit mit Antonio Piva entwarf; die Beschriftung und das Leitsystem stammten vom Grafiker Bob Noorda. Das Konzept verband Architektur, Ausstattung, Beleuchtung und Grafik zu einem zusammenhängenden System und verwendete für die damalige Zeit neuartige Materialien wie Silipol, eine Mischung aus Zement und Marmormehl. Charakteristisch sind die rot gestrichenen, gebogenen Handläufe sowie farbige Verkleidungsplatten und Beschriftungsbänder mit den Stationsnamen in einer eigens überarbeiteten Schrift. Für die Gestaltung und Beschriftung der neuen Stationen erhielten Albini, Helg und Noorda 1964 den Designpreis Compasso d’Oro. Lage Wie jeder Bahnhof der Linie 1 hat der Bahnhof Sesto Marelli zwei Gleise mit Seitenbahnsteig. Über dem Gleisniveau befindet sich ein Zwischengeschoss mit Zutrittskontrolle.Giovanni Alferini, Matteo Cirenei: L’attivazione della linea 1 della metropolitana di Milano. In: „Ingegneria Ferroviaria“, Juli–August 1964, S. 589–590. Anbindung Linie Verlauf Siehe auch Liste der U-Bahnhöfe in Mailand Weblinks

Einzelnachweise

Sesto Marelli Sesto Marelli Sesto Marelli Sesto Marelli Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren