James Bond 007 – In tödlicher Mission (Originaltitel: For Your Eyes Only) ist der zwölfte, von Eon Productions Ltd. produzierte James-Bond-Film. Roger Moore agierte darin zum ersten Mal unter der Regie von John Glen. Der Film startete am 7. August 1981 in den bundesdeutschen Kinos. Es ist der erste Film der Reihe, für den kein Roman vom originalen Bond-Autor Ian Fleming als Grundlage zur Verfügung stand. Stattdessen entnahm man den Titel und die Figur der Melina der Kurzgeschichte For Your Eyes Only. Andere Teile der Handlung und die Figuren Columbo und Kristatos stammen aus der Kurzgeschichte Risico. Der Film wurde bereits im Abspann von Der Spion, der mich liebte als Nachfolger angekündigt, aber aufgrund der Produktion von Moonraker – Streng geheim verschoben.Steve Rubin, Siegfried Tesche: Die Hintergrund-Story zu 25 Jahre Bond. Kino Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-89324-026-8, S. 155.
Handlung Vorspann mini|hochkant|links|Grabstein von Teresa Bond
James Bond besucht das Grab seiner Ehefrau Tracy (Teresa Bond, laut Grabinschrift), die am Ende des Filmes Im Geheimdienst Ihrer Majestät von Irma Bunt, einer Gehilfin von Bonds Erzrivalen Blofeld (zu erkennen an seiner Glatze, seiner Katze und den Verletzungen, die er im selben Film erlitten hatte), ermordet worden war. Blofeld lockt Bond durch eine gefälschte Nachricht in einen ferngesteuerten Hubschrauber, um ihn in der Luft zu töten. Bond kann jedoch die Kontrolle über den Hubschrauber erlangen und tötet seinerseits Blofeld, indem er dessen Rollstuhl auf eine Kufe des Hubschraubers aufgabelt und seinen Widersacher in einen Schornstein fallen lässt.
Sein Name wird im Film nicht genannt, es wurde aber später bestätigt, dass es sich um Blofeld handelt. Der britische Schauspieler John Hollis verkörperte im Film Ernst Stavro Blofeld und wird ebenso wie sein Sprecher in der Originalsprache Peter Marinker im Abspann nicht genannt.
Haupthandlung Bond erhält den Auftrag, ein verschwundenes ATAC (Automatic Targeting Attack Communicator), einen Steuercomputer für den Start von Atomraketen, aufzuspüren. Das ATAC befand sich zuletzt an Bord eines Schiffes der britischen Marine, welches im Ionischen Meer nach Kollision mit einer Seemine aus dem Zweiten Weltkrieg gesunken war. Bond soll vor allem den Russen, vertreten durch General Gogol, zuvorkommen, die sich ebenfalls für ATAC interessieren dürften. Im Auftrag des britischen Geheimdienstes hatte der Archäologe Havelock zwar heimlich nach dem ATAC gesucht, doch er und seine Frau wurden dabei von dem Killer Hector Gonzales ermordet. Nur seine Tochter Melina überlebte und sinnt auf Rache. Dass Gonzales der Täter war, weiß man durch Melina, die eine entsprechend gute Täterbeschreibung abgeben konnte.
Bond begibt sich zu Gonzales’ Anwesen in der Nähe von Madrid, um eine Spur zu bekommen. Bevor 007 von dessen Handlangern entdeckt wird, beobachtet er, wie ein Unbekannter Gonzales bezahlt. Überraschend erschießt Melina den Killer mit einer Armbrust und ermöglicht Bond die gemeinsame Flucht. Es schließt sich eine Verfolgungsjagd durch einige spanische Dörfer an, in der Bond den Wagen von Melina, einen gelben Citroën 2CV, fährt. Der Auftraggeber des Killers wird schließlich von Q mittels Personendatenbank als der belgische Gangster Locque identifiziert. Die Spur führt Bond nach Cortina d’Ampezzo, wo er über seinen Kontaktmann Ferrara den griechischen Reeder Ari Kristatos trifft, der beiden weiterzuhelfen verspricht. Nach etlichen Angriffen sowie einer Verfolgungsjagd mit Skiern und Motorrädern begibt sich Bond für weitere Ermittlungen nach Korfu.
Von Kristatos erfährt Bond, dass der bekannte Schmuggler Columbo angeblich hinter dem Mordanschlag an Melinas Eltern steckt. Mit der Zeit erweist sich das jedoch als Fehlinformation, denn der eigentliche Schurke ist Kristatos selbst. Columbo verbündet sich mit Bond, und sie schleichen in Kristatos’ Lager in Albanien, in dem sich Waffen und Drogen befinden. Mit Hilfe von Columbos Leuten kann Bond dieses zerstören und zudem Locque, der für Kristatos arbeitet, liquidieren.
Als Bond den Computer mit Hilfe von Melina aus dem versunkenen Wrack birgt, erwartet ihn Kristatos bereits, um ihm das überaus wertvolle Gerät wieder abzunehmen. Außerdem sollen die beiden unliebsamen Zeugen verschwinden. Letzteres misslingt – Melina und Bond überleben. Columbo, der das Versteck von Kristatos in einem ehemaligen Meteora-Kloster in den Bergen kennt, unterstützt mit seinen Männern Bond und Melina, um den Computer zurückholen. Die Klosterfestung, in der Kristatos den Computer General Gogol vom KGB übergeben will, befindet sich auf einem hohen Felsen, und Bond muss an einer Felswand den Berg hinaufklettern, da der einzige Zugang eine Winde mit einem Lastenkorb ist, die nur von oben bedient werden kann. Als ihm dies nach Hindernissen knapp gelingt, kann er dem Team den Zugang nach oben ermöglichen und verhindern, dass das ATAC an den zwischenzeitlich gelandeten Gogol übergeben wird. Die Handlanger Kristatos’ werden überwältigt und Letzterer von Columbo getötet. Bond wirft den ATAC-Computer in die Tiefe, wobei dieser zerstört wird, was von Gogol positiv aufgenommen wird, da nun keiner der Kontrahenten das Gerät besitzt. Bei einem Satellitentelefonat mit Margaret Thatcher am Ende spricht statt Bond der Papagei von Havelock.
Hintergrund Drehbuch Obwohl Moonraker ein großer kommerzieller Erfolg gewesen war, sollte die James-Bond-Serie mit In tödlicher Mission einen neuen Weg einschlagen. Moonraker war ein mit technischen Spielereien überladenes Spektakel, und die Kritiken waren nicht besonders gut ausgefallen.Production Notes – For Your Eyes Only, www.mi6-hq.com, abgerufen am 2. Dezember 2012 (englisch).
Michael G. Wilson, der bei Moonraker zum ausführenden Produzenten aufgestiegen war und nun als Broccolis rechte Hand galt, bekam größeren Einfluss auf die Filmserie. Er fand, dass James Bond sich wieder auf seine eigenen Stärken als Person verlassen solle und nicht mehr so abhängig von technischen Spielereien sein dürfe.
Die Produzenten hatten erkannt, dass es Christopher Woods Drehbüchern „an Energie und innerer Logik mangelte“.Steve Rubin, Siegfried Tesche: Die Hintergrund-Story zu 25 Jahre Bond. Kino Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-89324-026-8, S. 171. Also wurde der Bond-Veteran Richard Maibaum zurückgeholt, um gemeinsam mit Michael G. Wilson ein Drehbuch zu schreiben.
Man übernahm den Titel und einige Figuren aus Flemings Kurzgeschichte For Your Eyes Only und einige andere Personen sowie Handlungselemente aus der Kurzgeschichte Risico. Die Szene, in der Bond und die junge Frau von einem Boot durch ein haiverseuchtes Korallenriff gezogen werden, stammt aus dem Buch Leben und sterben lassen und war im gleichnamigen Film nicht verwendet worden.
Die Einleitungssequenz wurde geschrieben, um einen potentiell neuen James-Bond-Darsteller einzuführen und ihn in Verbindung mit früheren Elementen der Serie zu bringen. Bond besucht das Grab seiner in Im Geheimdienst Ihrer Majestät ermordeten Frau und kämpft schließlich gegen eine Person, die offensichtlich Blofeld darstellen soll. Aufgrund der undurchsichtigen Rechtslage bezüglich der Figur Blofeld wurde dieser Name jedoch weder im Film noch im Abspann genannt. Zur damaligen Zeit befanden sich die Rechte für Feuerball, die vermutlich auch die Rechte an Blofeld und SPECTRE einschlossen, bei Kevin McClory.
Titel In tödlicher Mission war der erste James-Bond-Film, dessen Originaltitel einer Kurzgeschichte Ian Flemings entnommen wurde und nicht einem Roman. Die wörtliche deutsche Übersetzung des Titels lautet „Nur für Deine Augen“, und während der Dreharbeiten berichteten einige deutsche Zeitungen, dass dies der deutsche Titel des Films sein werde.Erich Kocian: Die James-Bond-Filme. Heyne München, 1982, 7. Auflage, ISBN 3-453-86044-6, S. 276. Sinngemäß übersetzt lautet der Titel jedoch „Streng geheim“, was bereits im Titel zu Moonraker – Streng geheim verwendet wurde.
Im Film taucht der Originaltitel „For Your Eyes Only“ auf der Akte auf, mit der Bond sein Auftrag erteilt wird und im englischen Original noch einmal in der Schlussszene. Melina sagt ihn zu Bond, als er ihr den Bademantel abstreift. In der deutschen Fassung heißt es hier: „Für dich ganz allein.“
Besetzung und Stab Während Maibaum und Wilson bereits am Drehbuch arbeiteten, stand noch nicht fest, ob Roger Moore ein weiteres Mal den Geheimagenten spielen würde. Im Juli 1980 hatte er auf einer Pressekonferenz anlässlich seines Films Die Seewölfe kommen angekündigt, die Rolle des James Bond nicht noch einmal zu spielen. Also begann man mit der Suche nach potentiellen neuen Hauptdarstellern. Im September 1980 konnte man Roger Moore dann jedoch überzeugen, die Hauptrolle in In tödlicher Mission zu übernehmen.
Als weibliche Hauptdarstellerin in der Rolle der Melina Havelock wurde Carole Bouquet verpflichtet, die bereits für die Rolle der Holly Goodhead in Moonraker vorgesprochen hatte. Sie konnte nicht tauchen, weshalb alle Unterwasserszenen über Wasser gedreht wurden. Zuvor hatte Ornella Muti die Rolle abgelehnt.
Für die Nebenrolle der Gräfin Lisl von Schlaf wurde die australische Schauspielerin Cassandra Harris engagiert. Bei einem gemeinsamen Essen während der Dreharbeiten stellte sie dem Produzenten Albert R. Broccoli ihren Verlobten vor, einen damals noch relativ unbekannten Schauspieler namens Pierce Brosnan.
Die Rolle der Bibi Dahl wurde von der ehemaligen professionellen Eiskunstläuferin Lynn-Holly Johnson gespielt, die seit 1978 auch als Schauspielerin tätig war.
Lois Maxwell und Desmond Llewelyn kehrten in ihre gewohnten Rollen als Miss Moneypenny bzw. Q zurück. Als M war ursprünglich wieder Bernard Lee vorgesehen, der jedoch bereits schwer erkrankt war und die Rolle daher nicht mehr spielen konnte. Seine Rolle wurde nicht neu besetzt, sondern der Dialog zwischen den Figuren Q, dem von Geoffrey Keen gespielten Verteidigungsminister und dem Stabschef Bill Tanner, gespielt von James Villiers, aufgeteilt. Noch während der Dreharbeiten zum Film starb Lee am 16. Januar 1981 im Alter von 73 Jahren.
Die Rolle der Margaret Thatcher als Premierministerin, die am Ende des Films versucht, sich bei Bond telefonisch zu bedanken, wurde von Janet Brown gespielt.Roger Moore: My Word is My Bond. Michael O’Mara Publications, London 2008, S. 300 (englisch). Brown war in der Thatcher-Ära die gefragteste Radio- und Fernseh-Parodistin der Eisernen Lady.
John Glen zeigte sich zum ersten Mal für die Regie verantwortlich, er war bereits lange Zeit als Filmeditor und Regisseur des zweiten Teams für die Bond-Serie tätig gewesen.
Julian Glover spielt den Gegner von James Bond, Aristoteles Kristatos. Ein Jahr zuvor (1980) spielte er den General Maximilian Veers in dem Star-Wars-Film Das Imperium schlägt zurück.
Michael Gothard schlug selbst die achteckige Brille für seine Rolle des Locque vor, um die Figur im Film interessanter zu machen.
Peter Lamont war hier erstmals allein als Filmarchitekt tätig und blieb bis zuletzt mit Casino Royale der Reihe erhalten.
Titelsequenz Die Titelsequenz wurde wie in beinahe allen Filmen zuvor von Maurice Binder gestaltet. Erstmals ist die Interpretin des Titelliedes, Sheena Easton, während der Titelsequenz auf der Leinwand zu sehen.James Bond Title Sequences, www.mi6-hq.com, abgerufen am 27. Dezember 2012 (englisch).
Dreharbeiten