mini|250px|Opernhaus (1899)

, auch in der Schreibweise , ist eine Stadt im der Region auf der Nordinsel von Neuseeland. Sie ist Sitz des .

Namensherkunft Die Bedeutung des Namens kann entweder mit für Hafen und für groß oder mit für warten und für lang übersetzt werden. Letzteres wird einem Stammesführer der zugeschrieben, der nach einer langen Reise an dem Fluss lange auf ein Kanu gewartet haben soll. Der Fluss bekam so den Namen .

Mit der Besiedlung der Region durch Europäer begann ein Streit um die Schreibweise des Namens , mit oder ohne „h“. Zunächst setzte sich die Schreibweise der Europäer ohne „h“ durch. 1991 änderte die Regierung den Namen des Flusses wieder in die Schreibweise mit „h“, um so der Aussprache der zu folgen und ihrem Wunsch zu entsprechen. Doch der Streit um den Namen der Stadt blieb.

Im Jahr 2009 entschied der , den Namen der Stadt mit „h“ zu schreiben, und die Regierung stellt es frei, beide Schreibweisen zu nutzen. Vier von fünf Bewohnern der Stadt sprachen sich damals allerdings für die Schreibweise ohne „h“ aus.

Im Dezember 2014 beauftragte der der den Namen des Distrikts in zu ändern. Die Behörde entsprach dem Wunsch am 28. August 2015. Am 22. Oktober 2015 entschied schließlich das , dass die Regierung ihre Kompetenzen mit der Freistellung der Schreibweise überschritten hat, und entschied für die -Schreibweise für den Distrikt. Die Stadt bleibt allerdings weiterhin bei der Schreibweise ohne „h“.

Geographie Die Stadt befindet sich rund 70 km nordwestlich von direkt an der Mündung des in die Tasmansee. Sie liegt in der Bucht, die sich vom der Region bis zum der Region hinzieht.

Geschichte Das Mündungsgebiet des war bereits vor der Ankunft der Europäer ein begehrtes Siedlungsgebiet der . Stammesfehden führten dabei immer wieder zu wechselnden Einflüssen verschiedener Stämme (). Nachdem die die Stadt gegründet hatte, wurde neues Land für die wachsende Zahl von Siedlern () gesucht.

kaufte 1840, von der beauftragt, rund 16.000 ha Land im Mündungsgebiet des Flusses von den . Noch im selben Jahr wurde die Stadt gegründet, aber noch unter dem Namen , benannt nach , einem Direktor der . Doch schnell wurde klar, dass der Landkauf auf Missverständnissen beruhte. Die forderten ihr Land zurück, während Wakefield auf der Gültigkeit des Vertrages bestand. Der Konflikt sowie Rivalitäten zwischen zwei -Stämmen führten zu einer bewaffneten Auseinandersetzung und dazu, dass in dem Ort 1847 eine Garnison eingerichtet wurde. 1848 befriedete der Beauftragte für Landkäufe, , den Disput, indem er 32.000 ha Land und somit einen Teil erneut kaufte und den Handel in einem Vertrag genau festlegte. Danach konnte sich der Ort, der 1854 in umbenannt und 1872 zur Stadt hochgestuft wurde, ohne Hindernisse entwickeln. 1924 wurde die Stadt zur City ernannt.

Das Gebiet am wird von den als angesehen. Bis heute wird die Gegend um als sozialer Brennpunkt angesehen, da weiterhin Konflikte zwischen den und der restlichen Bevölkerung um Landrechte bestehen. Im Jahr 1995 besetzte der -Stamm von wegen der Gebietsansprüche in einem hauptsächlich friedlichen Protest für 79 Tage die , die von den als ihr Eigentum angesehen und genannt werden.

Wanganui war unter anderem einer der Austragungsorte beim Women’s Cricket World Cup 1982.

Bevölkerung Zum Zensus des Jahres 2013 zählte die Stadt 38.091 Einwohner, 2,3 % weniger als zur Volkszählung im Jahr 2006.

Wirtschaft In der Umgebung von sind die Böden sehr fruchtbar, so dass dort viel Landwirtschaft betrieben wird. Zur Wirtschaftskraft s tragen vor allem Hafenanlagen und Baufirmen bei.

Infrastruktur Straßenverkehr Durch führt der , der die Stadt mit der Region von und verbindet. In der Stadt zweigt der nach Nordosten ab und stellt so eine Verbindung mit dem zentralen Bergland her.

Schienenverkehr Wanganui ist mit einer Stichstrecke an die Bahnstrecke Marton–New Plymouth angebunden. Die Stichstrecke führt durch die Stadt bis in den Hafen. Heute findet hier ausschließlich Güterverkehr statt. Nach der Eröffnung eines Binnenhafens in Wanganui 2010 durch Open Dairy besteht eine tägliche Verbindung von und nach Palmerston North.

Ursprünglich verkehrten im Personenverkehr nach Wanganui gemischte Züge. Von 1926 bis zum 31. Oktober 1955 gab es den Taranaki Flyer. Er wurde durch Triebwagen der Baureihe RM mit 88 Sitzplätzen ersetzt.Churchman / Hurst, S. 132. Der Triebwagen, der den Taranaki Flyer ersetzte, verkehrte zum letzten Mal am 7. Februar 1959.Tony Hurst: Farewell to Steam: Four Decades of Change on New Zealand Railways. Harper Collins, Auckland 1995, S. 74. Die Personenbeförderung in gemischten Zügen wurde am 30. Juli 1977 eingestellt.

Schiffsverkehr besitzt im Vorort im Mündungsgebiet des einen kleinen Hafen.

Flugverkehr Vier Kilometer südlich von befindet sich der Flughafen Wanganui (IATA-Code WAG), von hier werden tägliche Verbindungen nach und angeboten.

Sehenswürdigkeiten Sehenswert sind in der Stadt die historischen Gebäude, wie das -Opernhaus, dessen Grundsteinlegung im Jahr 1899 stattfand und welches am 9. Februar 1900 vom Premierminister feierlich eröffnet wurde, sowie der , ein Aufzug aus dem Jahr 1916, oder der , ein Turmdenkmal. Beeindruckend ist auch das Gebäude der , das als Kunstgalerie genutzt wird.

Des Weiteren stellt der Raddampfer , der von einer örtlichen Freiwilligengruppe geborgen und restauriert wurde und von aus Ausflugsfahrten den Fluss aufwärts unternimmt, eine Touristenattraktion dar.

Persönlichkeiten

Edith Collier (1885–1964), Malerin George Giles (1913–1973), Radrennfahrer (1915–2001), Komponist (1921–2012), Politiker Robert Burchfield (1923–2004), Herausgeber des Supplements zum Colin Dickinson (1931–2006), Radrennfahrer Donald Gemmell (1932–2022), Ruderer Alan McIntyre (* 1949), Hockeyspieler Richard Tonks (* 1951), Ruderer und Rudertrainer Leslie Wilson (* 1952), Hockeyspieler Anne Noble (* 1954), Fotografin und Hochschullehrerin (* 1956), Radrennfahrer Glenn Dods (* 1958), Fußballspieler Ross Tong (* 1961), Ruderer Ian Wright (* 1961), Ruderer Andrew Bayly (* 1962), Politiker Marguerite Buist (* 1962), Marathonläuferin (* 1983), Radrennfahrerin Lucy Oliver (* 1988), Mittel- und Langstreckenläuferin (* 1990), Rennfahrer Kerri Gowler (* 1993), Ruderin Tim Seifert (* 1994), Cricketspieler Isaac Becroft (* 2000), Tennisspieler

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Whanganui

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Region Manawatū-Whanganui