Quadri Aruna (* 9. August 1988 in Oyo) ist ein nigerianischer Tischtennisspieler. Er nahm 2012, 2016 sowie 2021 an den Olympischen Spielen teil und ist mehrfacher Afrikameister.

Werdegang mini|links|Weltranglistenplatzierungen von Quadri Aruna und Omar Assar seit 2012 Quadri Aruna ist der Sohn eines Hotelmanagers und einer Lehrerin. Mit sieben Jahren spielte er erstmals Tischtennis.

Seit 2007 ist Quadri Aruna Mitglied der nigerianischen Nationalmannschaft. 2009 und 2014 gewann er den Afrikapokal und nahm jeweils als einziger afrikanischer Spieler am World Cup teil. 2014 in Düsseldorf besiegte er als Weltranglisten-73. nacheinander Kenta Matsudaira (Nr. 27), Alexander Schibajew (Nr. 37) und Tang Peng (Nr. 16), bevor er im Viertelfinale dem amtierenden Weltmeister und Olympiasieger und späteren Gewinner Zhang Jike mit 2:4 unterlag. Für einen Ballwechsel in diesem Spiel erhielt Aruna später den Table Tennis Star Point-Award und wurde zudem als Male Table Tennis Star 2014 ausgezeichnet, nachdem er in Folge des World Cups auf Weltranglistenposition 30 geklettert war, die bis dahin beste von einem afrikanischen Spieler erreichte Platzierung.

2010 übersiedelte Quadri Aruna nach Portugal und spielte hier beim Verein GD Toledos in der obersten Liga. Zur Saison 2015/16 wechselte er nach Morez in die höchste französische Spielklasse, die Pro A. Dort erreichte er eine Gesamtbilanz von 15:13 Spielen. Parallel dazu spielte er weiterhin in Portugal für Sporting Lissabon und gewann mit dem Verein in dieser Saison alle drei portugiesischen Titel. 2016 gewann er durch einen Finalsieg über Omar Assar zum dritten Mal den Africa Top 16 Cup und qualifizierte sich für die Olympischen Spiele, bei denen er mit völlig unerwarteten Siegen über den Weltranglisten-7. Chuang Chih-Yuan und den Weltranglisten-13. Timo Boll als erster afrikanischer Tischtennisspieler in ein olympisches Viertelfinale einzog. Dort schied er gegen den amtierenden Weltmeister Ma Long aus. Im Teamwettbewerb traf er mit der nigerianischen Mannschaft im ersten Spiel auf China, die Partie ging mit 0:3 verloren. Infolge der Olympischen Spiele erreichte er in der Weltrangliste mit Platz 25 eine neue Bestmarke. Im Oktober 2016 schied er beim World Cup sieglos aus und gewann bei der Afrikameisterschaft Gold im Doppel sowie Silber im Einzel und mit dem Team. Nachdem er für Morez 2016/17 eine Bilanz von 19:12 erreicht hatte, verließ er den Verein. In der darauffolgenden Saison spielte er für Sporting Lissabon auch in der Champions League. 2018 wurde er in Abwesenheit von Omar Assar zum ersten Mal Afrikameister und erreichte im August mit Weltranglistenplatz 18 eine neue Bestmarke. Bei der WM 2019 kam er erstmals unter die letzten 32. 2020 wechselte er in die Tischtennis-Bundesliga zum TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell.

Während der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2020 war er gemeinsam mit der Ringerin Odunayo Adekuoroye der Fahnenträger seiner Nation. Als 15. gesetzt, musste er erstmals in der Runde der letzten 32 antreten, verlor aber gegen den Brasilianer Gustavo Tsuboi mit 2:4. Bei der Weltmeisterschaft 2021 konnte er hingegen seine ersten vier Spiele gewinnen und musste sich erst im Viertelfinale dem späteren Vizeweltmeister Truls Möregårdh mit 2:4 geschlagen geben. Mit Fulda erreichte er 2022 die Play-offs, wo das Halbfinale gegen Düsseldorf verloren wurde. Anfang 2023 wechselte er nach Russland zu Gazprom Fakel Orenburg, im Juli 2023 zum TTC Neu-Ulm.

Privat Quadri Aruna ist mit der nigerianischen Tischtennis-Nationalspielerin Ganiyat Olatunde verheiratet. Mit ihr hat er drei Kinder.

Turnierergebnisse (abgerufen am 29. August 2015) Verband Veranstaltung Jahr Ort Land Einzel Doppel Mixed Team NGR Afrikameisterschaft 2024 Addis Abeba ETH Gold NGR Afrikameisterschaft 2023 Tunis TUN Gold Silber NGR Afrikameisterschaft 2022 Algier ALG Gold NGR Afrikameisterschaft 2021 Yaoundé CMR Silber Gold Silber NGR Afrikameisterschaft 2018 Port Louis MRI Gold Halbfinale Gold NGR Afrikameisterschaft 2016 Agadir MAR Silber Gold Silber NGR Afrikameisterschaft 2015 Kairo EGY Viertelfinale Gold Viertelfinale Silber NGR Afrikameisterschaft 2010 Yaoundé CMR Halbfinale Halbfinale Halbfinale Silber NGR Afrikameisterschaft 2008 Kinshasa KEN Viertelfinale Halbfinale Silber Gold NGR Afrikameisterschaft 2007 Brazzaville CGO Viertelfinale Halbfinale Silber NGR African Cup 2026 Bengasi LBY 3. Platz NGR African Cup 2025 Tunis TUN Silber NGR African Cup 2023 Nairobi KEN Silber NGR African Cup 2022 Lagos NGR Silber NGR African Cup 2020 Tunis TUN Silber NGR African Cup 2019 Lagos NGR 3. Platz NGR African Cup 2018 Nairobi KEN Silber NGR African Cup 2017 Agadir MOR Gold NGR African Cup 2016 Khartum SUD Gold NGR African Cup 2015 Yaounde CMR Silber NGR African Cup 2014 Lagos NGR Gold NGR African Cup 2013 Oyo DRC 3. Platz NGR African Cup 2011 Rabat MAR 3. Platz NGR African Cup 2009 Rabat MAR Gold NGR Afrikaspiele 2023 Accra GHA Silber Silber NGR Afrikaspiele 2019 Rabat MAR Silber Viertelfinale Silber NGR Afrikaspiele 2015 Brazzaville CGO Silber letzte 16 Viertelfinale Gold NGR Afrikaspiele 2011 Maputo MOZ 4. Platz Viertelfinale Silber NGR Olympische Spiele 2024 Paris FRA letzte 64 NGR Olympische Spiele 2021 Tokio JPN letzte 32 NGR Olympische Spiele 2016 Rio de Janeiro BRA Viertelfinale letzte 16 NGR Olympische Spiele 2012 London ENG letzte 64 NGR WTT Series (Star Contender) 2025 Doha QAT Halbfinale NGR WTT Series (Star Contender) 2022 Doha QAT Halbfinale NGR WTT Series (Contender) 2021 Tunis TUN Halbfinale NGR ITTF Challenge Series 2019 Lagos NGR Gold NGR ITTF Challenge Series 2018 Lagos NGR Gold NGR ITTF Challenge Series 2017 Częstochowa POL Gold NGR ITTF World Tour 2019 Panagjurischte BUL Halbfinale NGR ITTF World Tour 2017 Panagjurischte BUL Halbfinale Qual. NGR ITTF World Tour 2015 Lagos NGR Silber Gold NGR ITTF World Tour 2014 Lagos NGR Halbfinale NGR WTT Finals 2023 Doha QAT Viertelfinale NGR WTT Cup Finals 2022 Xinxiang CHN letzte 16 NGR WTT Cup Finals 2021 Singapur SGP Viertelfinale NGR ITTF Finals 2020 Zhengzhou CHN letzte 16 NGR Weltmeisterschaft 2026 London ENG 33.–36. Platz NGR Weltmeisterschaft 2025 Doha QAT letzte 16 NGR Weltmeisterschaft 2023 Durban RSA letzte 64 letzte 64 NGR Weltmeisterschaft 2021 Houston USA Viertelfinale NGR Weltmeisterschaft 2019 Budapest HUN letzte 32 letzte 64 NGR Weltmeisterschaft 2018 Halmstad SWE 29 NGR Weltmeisterschaft 2017 Düsseldorf GER letzte 64 letzte 32 letzte 64 NGR Weltmeisterschaft 2016 Kuala Lumpur MAS 29 NGR Weltmeisterschaft 2015 Suzhou CHN letzte 128 letzte 32 NGR Weltmeisterschaft 2014 Tokio JPN 29 NGR Weltmeisterschaft 2013 Paris FRA Qual. Qual. letzte 128 NGR Weltmeisterschaft 2012 Dortmund GER 32 NGR Weltmeisterschaft 2011 Rotterdam NED Qual. Qual. letzte 128 NGR Weltmeisterschaft 2010 Moskau RUS 31 NGR Weltmeisterschaft 2007 Zagreb CRO Qual. letzte 128 NGR World Cup 2026 Macau MAC 33.–48. Platz NGR World Cup 2025 Macau MAC 17.–32. Platz NGR World Cup 2024 Macau MAC 17.–32. Platz NGR World Cup 2020 Weihai CHN 17.–21. Platz NGR World Cup 2019 Chengdu CHN letzte 16 NGR World Cup 2018 Paris FRA 17.–20. Platz NGR World Cup 2017 Lüttich BEL letzte 16 NGR World Cup 2016 Saarbrücken GER 17.–20. Platz NGR World Cup 2014 Düsseldorf GER Viertelfinale NGR World Cup 2009 Moskau RUS 17. Platz NGR WTC-World Team Cup 2019 Tokio JPN 9.–12. Platz NGR WTC-World Team Cup 2010 Dubai UAE 5. Platz

Literatur Susanne Heuing: Der Liebling der Massen, Zeitschrift tischtennis, 2015/11 Seite 16–17 Katja Sturm: Der Botschafter, Zeitschrift tischtennis, 2021/11 Seite 15–17

Weblinks

Spielerprofil auf www.propingpong.ru

Einzelnachweise 2014 Men's World Cup - Shot of Day 2 (abgerufen am 28. August 2015)

ittf.com – Four days to go: Now a very different scenario for Quadri Aruna (abgerufen am 2. August 2016)

Nigeria’s Aruna wins 3rd title in first season with Sporting Lisbon (abgerufen am 15. Juni 2016) Zeitschrift tischtennis, 2015/11 Seite 16–17 Zeitschrift tischtennis, 2020/7 Seite 21 (abgerufen am 29. August 2015) (JS): Aruna über Orenburg-Wechsel: "Mehr Zeit für Turniere", Artikel vom 6. Januar 2023 (abgerufen am 10. Januar 2023) Zeitschrift tischtennis, 2023/8 Seite 12

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