mini|Admiral Lynde D. McCormick Lynde Dupuy McCormick (* 12. August 1895 in Annapolis, Maryland; † 16. August 1956 in Newport, Rhode Island) war ein US-amerikanischer Admiral, der zwischen 1950 und 1951 Vice Chief of Naval Operations sowie von 1951 bis 1954 in Personalunion Oberbefehlshaber der US Atlantic Fleet, Oberbefehlshaber des US Atlantic Command und auch von 1952 bis 1954 Oberster Alliierter Befehlshaber der NATO-Seestreitkräfte für den Atlantikraum SACLANT (Supreme Allied Commander Atlantic) war. Zuletzt war er von 1954 bis zu seinem Tod 1956 Präsident des Naval War College.
Leben Militärische Ausbildung und Erster Weltkrieg McCormick, dessen Vater Konteradmiral Albert Montgomery Dupuy McCormick als Arzt bei der US Navy tätig war,ADMIRAL M'CORMICK DIES IN WASHINGTON; Retired Naval Officer Victim of a Heart Attack at the Age of 66 Years. A FORMER FLEET SURGEON Was Serving as President of Three Boards at Time of Retirement in 1930. In: The New York Times vom 21. April 1932 begann nach dem Besuch des St. John’s Preparatory School and College 1911 seine militärische Ausbildung an der US Naval Academy in Annapolis, die er am 4. Juni 1915 mit Auszeichnung als Zweitbester seines aus 183 Seekadetten bestehenden Jahrgangs als Leutnant zur See abschloss. Im Anschluss folgte zunächst eine Verwendung als Offizier auf dem Schlachtschiff USS Wyoming, das im Karibischen Meer sowie an der Ostküste eingesetzt war.
Nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg im November 1917 wurde die Wyoming zusammen mit den anderen zur 9. Schlachtschiffdivision (Battleship Division 9) gehörenden Schiffen New York, Delaware und Florida als 6. Schlachtgeschwader (Sixth Battle Squadron) der Grand Fleet der Royal Navy zugeordnet. In dieser Verwendung erlebte er als junger Seeoffizier auch die Übergabe der Hochseeflotte der deutschen Kaiserlichen Marine in der Nordsee nach dem Waffenstillstand von Compiègne 1918.
Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde McCormick im April 1919 Adjutant und Flaggleutnant im Stab des Kommandeurs der 4. Schlachtschiffdivision (Battleship Division 4), die zur US-Pazifikflotte (US Pacific Fleet) gehörte. Nachdem er von Juni bis September 1919 Verwendung auf dem Schlachtschiff USS South Carolina gefunden hatte, wurde er im September 1919 Adjutant und Flaggleutnant des Kommandeurs des ebenfalls zur US-Pazifikflotte gehörenden 4. Zerstörergeschwaders (Destroyer Squadron 4) auf dessen Flaggschiff USS Birmingham, ein Leichter Kreuzer der Chester-Klasse. Im Dezember 1920 wurde er an Bord des Zerstörers USS Buchanan versetzt.
Im August 1921 übernahm Korvettenkapitän McCormick als Nachfolger von Korvettenkapitän Charles Jefferson Parrish sein erstes Kommando über ein Schiff, und zwar über den zur Clemson-Klasse gehörenden Zerstörer USS Kennedy. Auf diesem Posten verblieb er bis Oktober 1921, (NavSource Online) ehe er anschließend Instrukteur der Abteilung für Navigation an der US Naval Academy wurde.
U-Boot-Offizier mini|USS Bass (SS-164) McCormick begann im Juni 1923 eine Ausbildung an der U-Boot-Schule der US-Marine in New London und begründete dadurch eine langjährige Verbindung zur U-Boot-Kriegsführung. Nach Abschluss dieser Ausbildung war er zunächst bis Juni 1924 auf dem zur S-Klasse gehörenden U-Boot S-31 eingesetzt, das mit der 16. U-Boot-Division (Submarine Division 16) im Pazifischen Ozean operierte.
Nach kurzen Verwendungen auf dem ebenfalls zur S-Klasse gehörenden U-Boot USS S-37 sowie auf dem U-Boot-Begleitschiff USS Canopus fungierte McCormick von August 1924 bis Juni 1926 als Kommandant des in Honolulu stationierten U-Bootes USS R-10, das als U-Boot der sogenannten R-Klasse speziell für die Küsten- und Hafenverteidigung konzipiert war.
Im Anschluss folgte zwischen Juni 1926 und August 1928 ein Einsatz als Offizier in der Verwaltungsabteilung der US Naval Academy, ehe er im August 1928 Kommandant (Commanding Officer) des U-Bootes USS Bass, ein V-Boot der sogenannten Barracuda-Klasse, das mit der 20. U-Boot-Division (Submarine Division 20) zur Unterstützung der US-Flotte (US Fleet) bei Manövern an der Westküste der USA, vor Hawaii sowie in der Karibischen See operierte.
Die 1930er Jahre Nach Beendigung seiner Verwendung als Kommandant der USS Bass kehrte McCormick im Mai 1931 abermals zur US Naval Academy zurück, wo er Adjutant des neuen Superintendenten dieser Ausbildungsstätte, Konteradmiral Thomas C. Hart wurde. Nach dem Ende von Harts Amtszeit als Superintendent wurde er selbst im Juni 1934 Navigationsoffizier auf der Marblehead, ein Leichter Kreuzer der Omaha-Klasse.
Im April 1936 wurde McCormick als Fregattenkapitän Kommandant des Trossschiffes Neches und verblieb bis Juni 1937 in dieser Funktion.Commanding Officers der USS Neches (AO-5) (NavSource Online) Im Juni 1937 begann er einen Lehrgang für Stabsoffiziere am Naval War College (NWC) in Newport, den er im Mai 1938 abschloss. Daraufhin verblieb er bis Mai 1939 als Offizier im Stab des Naval War College.
Im Anschluss übernahm McCormick im Juni 1939 die Funktion als Operationsoffizier im Stab des Kommandeurs der Schlachtschiffe der Schlachtschiffflotte (US Battle Force), Vizeadmiral Charles P. Snyder, auf dessen Flaggschiff West Virginia. Nachdem Snyder am 6. Januar 1940 als Nachfolger von Admiral James O. Richardson Befehlshaber der US-Schlachtschiffflotte wurde, folgte ihm McCormick nach und wurde Operationsoffizier der US Battle Force auf deren Flaggschiff California.
Im Januar 1941 erbat Admiral Snyder seine vorzeitige Abberufung, nachdem sein Vorgesetzter Admiral Richardson, nunmehriger Oberbefehlshaber der US-Flotte, nach einem Disput über die Flotte durch Admiral Husband E. Kimmel abgelöst wurde, der die neu eingeführte Bezeichnung als Oberbefehlshaber der US-Pazifikflotte (US Pacific Fleet) trug. Nachdem Kimmel sein Amt am 1. Februar 1941 offiziell angetreten hatte, wurde McCormick auf dessen Wunsch hin Assistent des Offiziers für Kriegsplanung im Stab der US-Pazifikflotte und verblieb auf diesem Posten auch nach dem Angriff auf Pearl Harbor durch die Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte am 7. Dezember 1941.
Der Zweite Weltkrieg Pazifikkrieg Nach dem Angriff auf Pearl Harbor und dem damit verbundenen Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg wurde Kimmel als Oberbefehlshaber der US-Pazifikflotte durch Admiral Chester W. Nimitz abgelöst, der jedoch den kompletten Stab Kimmels übernahm. Im April 1942 wurde McCormick Kriegsplanungsoffizier im Stab von Admiral Nimitz und war in dieser Funktion an den Vorbereitungen zur Schlacht im Korallenmeer, zur Schlacht um Midway sowie zur Schlacht um Guadalcanal maßgeblich beteiligt. Am 30. Juni 1942 wurde er bei einem Unfall mit einem Wasserflugzeug verletzt, während er Admiral Nimitz auf einem Flug zur Naval Air Station Alameda begleitete. Obwohl er sich einen Wirbel brach, ließ er sich nicht auf die Krankenliste setzen, sondern setzte seinen aktiven Dienst fort, in dem er drei Monate einen Gipsverband trug.
Am 15. Juli 1942 wurde McCormick in den befristeten Rang (Temporary Rank) zum Konteradmiral befördert und wurde für seine herausragenden Verdienste als Kriegsplanungsoffizier im Stab des Oberbefehlshabers der US-Pazifikflotte und im Pazifikraum während der Zeit vom 1. Februar 1941 bis zum 14. Januar 1943 erstmals mit dem Legion of Merit aufgezeichnet.
Atlantikkrieg mini|Als Kommandant des Schlachtschiffes South Dakota nahm McCormick 1943 am Atlantikkrieg teil Im Anschluss wurde er im Februar 1943 nach Rückversetzung in den Rang eines Kapitäns zur See Kommandant des Schlachtschiffes South Dakota, nachdem dieses seit dem 18. Dezember 1942 im New York Naval Shipyard repariert wurde. Im Anschluss folgte eine Fahrt entlang der Atlantikküste über Portland nach Argentia in Neufundland, um dort zu der von Konteradmiral Olaf M. Hustvedt kommandierten Einsatzgruppe 61 (Task Force 61) zustoßen. Die Task Force 61 bestand neben der South Dakota und dem Schlachtschiff Alabama aus fünf Zerstörern und erreichte im Mai 1943 Scapa Flow auf den schottischen Orkneys. Von dort aus operierten die Verbände zwischen Juni und Juli 1943 zusammen mit der Home Fleet der Royal Navy. Diese Einsätze fanden unter dem Kommando von Admiral Harold R. Stark statt, dem Oberbefehlshaber der US Naval Forces Europe, der am 26. Juni 1943 die South Dakota besuchte. Anschließend kehrte McCormick in die USA zurück und wurde als Kommandant der South Dakota von Kapitän zur See Allan E. Smith abgelöst.South Dakota (BB-57) 1943-44 auf der Homepage des Naval History and Heritage Command (NavSource Online)
Assistant Chief of Naval Operations und Rückkehr in den Pazifikraum mini|McCormick (sitzend, links) als Assistent des CNO für Logistikplanungen auf einer Sitzung der Vereinigten Stabschefs in Malta (31. Juli 1945) Nach seiner Rückkehr in die USA wurde McCormick im Oktober 1943 in den Stab des Chief of Naval Operations, Admiral Ernest J. King, versetzt und war dort bis März 1945 Assistent für Logistikplanung (Assistant Chief of Naval Operations for Logistics Plans). Er war damit der engste Mitarbeiter von Vizeadmiral Frederick J. Horne, der zu dieser Zeit Vice Chief of Naval Operations war. Zusätzlich bekleidete er die Aufgabe als Vorsitzender des Vereinigten Logistikausschusses bei den Vereinigten Stabschefs (Joint Chiefs of Staff) und begleitete King in dieser Funktion zur Zweiten Québec-Konferenz im September 1944 sowie zur Konferenz von Jalta im Februar 1945. Für seine Verdienste in der Kriegslogistik wurde er zum zweiten Mal mit dem Legion of Merit ausgezeichnet, wobei ihm stattdessen ein Goldener Stern zu seinem ersten Legion of Merit verliehen wurde.
Im März 1945 kehrte McCormick abermals in den Pazifikraum zurück, um dort als Befehlshaber der 3. Schlachtschiff-Division (Battleship Division 3) eine Einsatzgruppe in der Schlacht um Okinawa zwischen April und Juni 1945 zu kommandieren. Für die dortigen Verdienste wurde er zum dritten Mal mit dem Legion of Merit ausgezeichnet, wobei ihm stattdessen ein weiterer Goldener Stern zu seinem ersten Legion of Merit verliehen wurde. In der Folgezeit blieb er dort im Einsatz und war nach der Kapitulation Japans am 2. September 1945 an der endgültigen Besetzung des Landes beteiligt.
Nachkriegszeit und Admiral der US Navy Vice Chief of Naval Operations mini|McCormick (vierter von links) als kommissarischer Chief of Naval Operations bei der Ankunft des Leichnams von Admiral Forrest P. Sherman am Washington National Airport (25. Juli 1951) Nach Kriegsende wurde McCormick im November 1945 Chef des Stabes und Adjutant von Admiral Raymond A. Spruance, der zu dieser Zeit Oberbefehlshaber der US-Pazifikflotte war. Im Dezember 1945 wurde er dann Stellvertretender Oberbefehlshaber der US-Pazifikflotte und erhielt am 13. Februar 1946 aufgrund dieser Verwendung auch die Beförderung in den befristeten Rang (Temporary Rank) als Vizeadmiral. Nach Beendigung dieser Verwendung bei Spruance und dessen Nachfolger Admiral John Henry Towers fungierte er zwischen Februar 1947 und November 1948 als Kommandeur der Schlachtschiffe und Kreuzer der US-Atlantikflotte. Als solcher war er im Januar 1948 an Bord des Schweren Kreuzers USS Albany Leiter einer Mission nach Buenos Aires, um dort Beziehungen zu den Streitkräften Argentiniens zu begründen. An Bord des Schiffes empfing er am 23. Januar 1948 den Präsidenten von Argentinien, Juan Perón, dessen Ehefrau Eva Perón, Marineminister, Konteradmiral Fidel Anadón sowie Außenminister Juan Atilio Bramuglia.President Juan D. Peron of Argentine auf der Homepage des Naval History and Heritage Command
Am 8. Dezember 1948 wurde er in den ständigen Rang eines Konteradmirals zurückversetzt und übernahm als Nachfolger von Konteradmiral Donald B. Beary die Funktion als Kommandant des 12. Marinebezirks (Twelfth Naval District) mit dem damaligen Hauptquartier in San Francisco. auf der Homepage des Naval History and Heritage Command