mini|Rideup, 1976, Bern Mario Aldo Volpe (* 19. Oktober 1936 in Barranquilla, Kolumbien; † 21. August 2013 in Bern, Schweiz) war ein kolumbianischer Maler. Sein 50-jähriges künstlerisches Schaffen umfasst um die 3000 abstrakte Werke auf Papier, Karton und Leinwand, hauptsächlich Acryl-, Tinten-, Emaille- und Ölmalereien sowie Wachspastell-, Bleistift- und Farbstiftzeichnungen. Seine Bilder sind geprägt von geometrisch linearen Elementen, organischen Formen, lebendigen Farben und ausgeprägtem Einsatz von Schwarz. Zu Volpes bedeutendsten Einflüssen gehören die New Yorker Malerei der 50er und 60er Jahre, sein Studium der Architektur, und seine Wurzeln in der kolumbianischen Karibik. Sein Nachlass wird von der ART-Nachlassstiftung ART-Nachlassstiftung, Mario Volpe in Bern betreut.

Leben Mario Volpe wurde 1936 in Barranquilla, Kolumbien, als Sohn italienischer Immigranten geboren. Als 12-Jähriger reiste er zum ersten Mal nach New York und Italien. Nach Abschluss der Schuljahre in Barranquilla zog er mit 19 Jahren in die Vereinigten Staaten, um an der Wilbraham Academy (jetzt Wilbraham and Monson Academy) in Massachusetts Englisch zu lernen und sich für die Universität vorzubereiten.

Als 20-Jähriger machte Volpe seine erste direkte Begegnung mit zeitgenössischer Kunst, an der Biennale in Venedig. Ein Jahr später trat er am Carnegie Institute of Technology (jetzt Carnegie Mellon School of Architecture) in Pittsburgh sein Architekturstudium an, das er 1961 abschloss. Ein Stipendium des Carnegie Institute erlaubte ihm, einen Sommer in Frankreich an der American Academy in Fontainebleau zu verbringen, wo er mit abstrakten Zeichnungen zu experimentieren begann und sich mit Malern und Bildhauern befreundete.

Volpe wurde an der Harvard University Graduate School of Design aufgenommen und absolvierte dort ein Jahr des Masters-Studiums in Architektur. 1962 entschloss er sich, Harvard zu verlassen, um sich ganz der Kunst zu widmen. Er trat der Art Students League of New York bei, wo er ein zweijähriges Kunststudium absolvierte.

Ein Reisestipendium der Art Students League führte ihn 1964 auf eine Studienreise durch Europa (London, Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, Sankt Petersburg, Amsterdam, Brüssel, Paris, Madrid und Sevilla). Nach einem Jahr in Rom, wo er seine Frau Brigit Scherz kennenlernte, zog Volpe zurück in die Vereinigten Staaten, um eine Stelle als Assistenzprofessor für Kunst an der University of Minnesota in Minneapolis aufzunehmen.

Nach fünf Jahren des Unterrichtens in Minneapolis zog Volpe 1970 zurück nach Europa. Er verbrachte ein Jahr in Turin und zog 1972 nach Bern, wo er 1973 Brigit Scherz heiratete. Ihre zwei Kinder, Martina und Philippe, wurden 1974 und 1975 geboren. Volpe lebte und arbeitete in Bern bis zu seinem Tod im Alter von 76 Jahren.

Werke 1956–1961: Architekturzeichnungen 1961: Erste Tintenmalereien auf Papier 1962–1969: Abstrakt-expressionistische Ölmalereien auf Leinwand, Karton und Papier 1967–1980: „Hard-edge“ Malereien, mit geometrischem Schwergewicht 1972–1974: Farbstiftzeichnungen 1979–1980: Vertikale Zeichnungen 1980–1981: Poster 1981–1993: Acrylmalerien auf Leinwand, Karton und Papier 1993–1998: „T-Bilder“ (Kombinationen horizontaler und vertikaler Formate) 1996–2002: „Triptychen“ (dreiteilige Bilder) 2002–2008: Lineare ornamentale Werke 2009–2013: Letzte Werke

Einzelausstellungen (Auswahl) 1966: Art Students League of New York, USA 1968: University Gallery Minneapolis, Minnesota, USA; Minnetonka Art Center, Orono, Minnesota, USA; Morningside College, Sioux City, Iowa, USA 1969: Rochester Art Center, Rochester, Minnesota, USA 1970: Hamline University, St. Paul, Minnesota, USA; North Hennepin Jr. College, Minneapolis, Minnesota, USA 1974: Galerie Bettina Katzenstein, Zürich, Schweiz 1977: Galerie Art Shop, Basel, Schweiz 1979: Berner Galerie, Bern, Schweiz 1980: Loeb Galerie, Bern, Schweiz 1981: Galerie Centrale, Hermance, Schweiz 1982: Galerie Van Loo, Brüssel; Galerie 42, Antwerpen, Belgien; Galleria Napoletana delle Arti, Neapel, Italien; Musée cantonal des beaux-arts de Lausanne 1983: Galeria Amics, Alicante, Spanien; Knoll International, Neapel, Italien; Centrum Galerie, Basel, Schweiz 1984: Galleria Paesi Nuovi, Rom, Italien 1985: Hannah Feldmann Galerie, Bern, Schweiz 1986: Centrum Galerie, Basel, Schweiz; Salόn Cultural de Avianca, Barranquilla, Kolumbien 1987: Galerie DeI Mese-Fischer, Meisterschwanden, Schweiz; Museo de Arte Moderno, Cartagena, Kolumbien 1988: Galerie Susanne Kulli, Bern, Schweiz 1989: Salon Parterre, Bern, Schweiz 1991: Galeria Elida Lara, Barranquilla, Kolumbien; Galerie Susanne Kulli, Bern, Schweiz 1994: Galerie Susanne Kulli, Bern, Schweiz 1996: Galerie Susanne Kulli, Bern, Schweiz 1998: Galeria de la Aduana, Barranquilla, Kolumbien 1999: ATAG, Ernst and Young, Bern, Schweiz 2003: Universidad deI Norte, Barranquilla, Kolumbien; Kunstreich AG, Bern, Schweiz 2004: Galerie Wandelbar, Gstaad, Schweiz 2009: Johannes-Kirche, Bern, Schweiz 2016–17: Zetcom AG, Bern, Schweiz 2018: Galerie Reflector,Galerie Reflector: Mario Volpe, "Minneapolis", 16. August - 15. September 2018 Bern, Schweiz 2020: Galerie Il Rivellino,Il Rivellino: Mario Volpe, "Abstractions", 4.–9. Oktober 2020 Locarno, Schweiz 2022: Galerie Reflector,Galerie Reflector: Mario Volpe, "Toys", 14.–29. Januar 2022 Bern, Schweiz

Zudem nahm Volpe an ca. 60 Gruppenausstellungen teil, unter anderem an der Art Students League in New York, Art Expo in New York, Art Basel, Expo 2000 in Hanover und an verschiedenen Ausstellungen in der Schweiz und Kolumbien.

Literatur Mario Volpe: Colour Black Till Schaap Edition, Bern 2014, ISBN 978-3-03828-025-5. Nachruf: Lebensbild von Mario Aldo Volpe. In: Anzeiger von Saanen, 6. September 2013. Deborah Cullen, Elvis Fuentes: Caribbean: Art at the Crossroads of the World. Ausstellungskatalog. Yale University Press, New York 2012, ISBN 978-0-300-17854-8. Mario Volpe, mit Beiträgen von Oswaldo Benavides C., Viana Conti: Abstractions: Obras – Works – Werke 1962–2002. Mueller Marketing und Druck, Gstaad 2003.

Weblinks ART-Nachlassstiftung – Nachlass von Mario Volpe Galerie Reflector – Ausstellung Mario Volpe „Minneapolis“ 2018 Kolumbianische Botschaft in der Schweiz – Nachruf Publikationen von und über Mario Volpe im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Kolumbien) Kategorie:Zeichner (Kolumbien) Kategorie:Maler (Schweiz) Kategorie:Zeichner (Schweiz) Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Kolumbianer Kategorie:Mann