mini|Daniel Richter (2017)

Daniel Richter (* 18. Dezember 1962 in Eutin) ist ein deutscher Künstler. Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Künstler der abstrakten Malerei der Gegenwart. Seit 2005 ist er Inhaber des Plattenlabels Buback. Seit 2006 ist er Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Leben Daniel Richters Mutter führte Ende der 1970er Jahre ein Café. Sein Vater war Lkw-Fahrer, in den 1970er Jahren Angestellter und arbeitete später für eine Versicherung. Aufgewachsen in Lütjenburg, Kreis Plön, lebte Daniel Richter in Hamburg vor der deutschen Wiedervereinigung als Punk und war in der Antifa aktiv. Er studierte von 1991 bis 1995 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Werner Büttner.Zitiert nach Weblink IFA-Datenbank Er arbeitete als Assistent bei Albert Oehlen. Ende der 1990er Jahre war er Redakteur der Zeitschrift Die Beute.

Daniel Richter gestaltet Plattencover für das Hamburger Plattenlabel Buback, dessen alleiniger Eigentümer er seit 2005 ist,Heimat-Label von Jan Delay feiert 30-jähriges Bestehen abendblatt.de, abgerufen am 1. Juni 2018Buback Tonträger & Konzerte – Mehr als eine Holding buback.de, abgerufen am 1. Juni 2018 und Chicks on Speed Records, darunter vor allem die Alben der befreundeten Band Die Goldenen Zitronen. Außerdem machte er Gebrauchsgrafik für Plakate und T-Shirts. Richters Werk ist von der Hamburger Schule inspiriert.

1995 fand die Gruppenausstellung Scharfer Blick: Der deutsche Künstlerbund in der Bundeskunsthalle Bonn statt, die Solo-Ausstellung seiner Werke in der Galerie Jürgen Becker in Hamburg. Von 2004 bis 2006 war er Professor für Malerei an der Universität der Künste Berlin. Nachdem er sein Amt vorzeitig niedergelegt hatte („Ich habe noch nie an so einer Scheißhochschule gearbeitet.“), übernahm er im Oktober 2006 die Professur für Erweiterten malerischen Raum an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Richter lebt und arbeitet in Berlin, Hamburg und Wien. Er heiratete die Theaterregisseurin Angela Richter. Nach seiner Scheidung ist er seit 2020 mit der österreichischen Fotografin Hanna Putz verheiratet. 2018 gründeten Hanna Putz und Daniel Richter den Kunstbuch-Verlag Pampam publishing.

Daniel Richter ist Mitglied der Partei Democracy in Europe Movement 2025.

Werk Daniel Richter malte bis 2000 ausschließlich abstrakt. In seinen frühen Werken setzt er sich in erster Linie mit rein formalen Problemstellungen der Malerei auseinander. Er betrachtet sie, im Kontext ihrer eigenen Geschichte, als das trägste Medium überhaupt (siehe Zitat) und lotet ihre Möglichkeiten in seinen Bildern aus.

Ab 2000 schleichen sich figurative Momente in seine Bilder ein (Fool on a hill, 1999), die schließlich zu vollends erzählerischen, gegenständlichen Bildmotiven, jedoch mit halluzinativ-surrealistischen Elementen, werden.

Die psychologisch intellektuellen Inhalte können mitunter autobiographisch gedeutet werden, lassen sich aber in einem erweiterten Sinne als ein Spiegel eines subjektiv wahrgenommenen Zustandes der Welt lesen und behandeln politische Themen.

Daniel Richters Werke erzielen auf Auktionen bis zu 1,4 Millionen Euro, damit gehört er zu den teuersten Künstlern seiner Generation. Im August 2007 führte er jedoch vor den Türen des Centre Georges-Pompidou in Paris ein künstlerisches Experiment durch, indem er inkognito als Straßenmaler für fünf Euro Touristen porträtierte.Martin Schieder: Mein Fünf-Euro-Portrait ist ein Vermögen wert! Der Straßenmaler Daniel Richter, in: Seismographen und Orientierungsspiegel. Bilder der Welt in kurzen Kunstgeschichten, hrsg. von Leena Crasemann, Benjamin Fellmann und Yannis Hadjinicolaou, Berlin/Boston 2022, S. 250–256.

Richters Bilder haben Bezüge zur dokumentarischen Fotografie, zur Kunstgeschichte und zum aktuellen Zeitgeschehen. Sie sind meist sehr bunt, großformatig und von Schlieren und Verkrustungen überzogen. Dazu befragt, sagte er in einem Interview:

Auszeichnungen 1998: Otto-Dix-Preis, Gera 2002: Förderpreis für Junge Kunst in Schleswig-Holstein auf schleswig-holstein.de 2003: Edwin-Scharff-Preis, Hamburg 2009 erhielt Daniel Richter den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis Finkenwerder, der zu den höchstdotierten Kunstpreisen Europas zählt. In der Begründung der Jury heißt es, Richter habe die Fähigkeit, „Malereitraditionen einen zeitgenössischen Spiegel vorzuhalten und dieses Spiegelbild künstlerisch eigenständig zu durchdringen.“ 2025: Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft

Ausstellungen (Auswahl) 2000: Für Immer, Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen (mit Tal R) 2001: Billard um halb Zehn, Kunsthalle zu Kiel; Museum der bildenden Künste Leipzig 2002: Grünspan, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2003: Hirn, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 2004: Volkspalast, Palast der Republik, BerlinIngeborg Ruthe: In: Berliner Zeitung, 26. August 2004 2004: White Horse Pink Flag, The Power Plant, Toronto, Kanada 2006: Huntergrund, Museum für Gegenwartskunst, Basel 2006: Die Peitsche der Erinnerung, Stade; mit Jonathan Meese 2007: Daniel Richter, Hamburger Kunsthalle 2007: Passion for Art, Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien 2007–2008: Daniel Richter, GEM, Den Haag 2008–2009: Daniel Richter: A Major Survey, Denver Art Museum 2009: Daniel Richter, Kunsthaus Hamburg Juli/August 2010: Daniel Richter-Spagotzen. Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg 2010: Daniel Richter. The Black Saint and the Sinner Lady, Museum der Moderne Salzburg, Rupertinum 2011: Daniel Richter. „10001nacht“, Kestnergesellschaft, Hannover 2014: Daniel Richter – Chromos goo bugly, Galerie im Taxispalais, Innsbruck 2015/16: Daniel Richter. Hello I love you, Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main 2016: Daniel Richter: Lonely Old Slogans, Retrospektive Schau im Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk 2017: Daniel Richter: Lonely Old Slogans, Retrospektive im 21er Haus, Wien auf der Website des 21er Hauses 2023: Farbe interessiert mich nicht, Kunsthalle Tübingen, Tübingen, vom 5. Mai – 3. Oktober 2025/26: Daniel Richter: TORF. Schloss GottorfWebsite des Museums Schloss Gottorf

Öffentliche Sammlungen Museum of Modern Art, New York City Hamburger Kunsthalle, Hamburg Städelmuseum, Frankfurt am Main Vanhaerents Art Collection, Brüssel Sammlung Boros, Berlin Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg, Frankreich ehemaliges Trevi Flash Art Museum of Contemporary Art, 2007 aufgelöst und in den Zeitgenössischen Kulturverein im Palast Lucarini überführt; Trevi, ItalienWebsite des Palazzo Lucarini in Trevi (italienisch) Gemeentemuseum Den Haag, Niederlande Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien, Österreich The Saatchi Gallery, London

Bühnenbild 2010: Salzburger Festspiele, Lulu von Alban Berg nach Frank Wedekind

Dokumentarfilm 2022: Daniel Richter von Regisseur Pepe Danquart (ab August 2024 auf Arte unter dem Titel: Daniel Richter – Game of Colors, verfügbar bis 28. November 2024)

Weblinks

Website von Daniel Richter (leitet weiter auf seinen Galeristen) Biografie zu Daniel Richter, Essl Museum

Einzelnachweise

Kategorie:Zeitgenössischer Künstler Kategorie:Maler (Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Universität der Künste Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der bildenden Künste Wien) Kategorie:Verleger (21. Jahrhundert) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Labelbetreiber Kategorie:Maler (Hamburg) Kategorie:Hamburger Schule (Musik) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Mann