mini|Ein Damenrennen über 400 Meter Hürden. Die Läuferinnen befinden sich auf der Gegengeraden Der 400-Meter-Hürdenlauf ist eine olympische Leichtathletikdisziplin, bei der eine Stadionrunde zu laufen ist, auf der in gleichmäßigen Abständen zehn Hürden aufgestellt sind. Jeder Sportler läuft während der gesamten Runde in seiner eigenen Bahn. Der Start erfolgt im Tiefstart von Startblöcken, die zum Ausgleich der unterschiedlichen Kurvenlängen versetzt aufgestellt sind. Die Hürden sind so aufgestellt, dass sie beim Anstoßen nach vorn umfallen können, was für die Läufer nicht als Fehler gewertet wird.
Die besten Männer erzielen im 400-Meter-Hürdenlauf Zeiten um 46 Sekunden (Weltrekord: 45,80 s durch Alison dos Santoshttps://www.srf.ch/sport/leichtathletik/brasilianer-glaenzt-in-zuerich-dos-santos-verbluefft-mit-neuem-weltrekord-ueber-400-m-huerden), das entspricht 8,71 m/s oder 31,34 km/h. Die besten Frauen erreichen ca. 52 Sekunden (Weltrekord: 50,37 s), das entspricht 7,77 m/s oder 27,98 km/h. Im Vergleich zum 400-Meter-Lauf benötigen 400-Meter-Hürdenläufer bei den Männern und Frauen jeweils etwa drei Sekunden länger für die Stadionrunde.
Bei den Olympischen Spielen steht der 400-Meter-Hürdenlauf seit 1900 in Paris für Männer und seit 1984 in Los Angeles für Frauen im Programm.
mini| 220x124px |rechts| alt= 2018 DM Leichtathletik Männer 400 Meter
Geschichte Die ersten Aufzeichnungen des 400-Meter-Hürdenlaufs stammen aus dem Jahr 1860. Im englischen Oxford wird von einem Wettbewerb berichtet, der einen Wettlauf über 440 Yards darstellte. Auf diesen 440 Yards, umgerechnet ca. 402 Meter, mussten zwölf massive, über einen Meter hohe, Holz-„Hürden“ überwunden werden, die in gleichmäßigen Abständen auf der Laufstrecke verteilt waren.
Um die Verletzungsgefahr zu mindern, wurden ab 1895 leichtere Konstruktionen eingeführt, die sich umstoßen ließen. Bis 1935 wurden jedoch alle Läufer disqualifiziert, die mehr als drei Hürden umstießen. Rekorde wurden nur anerkannt, wenn alle Hürden stehenblieben.
Im Jahr 1900 wurde die Distanz olympisch. Um den Wettbewerb unter jeweils gleichen Bedingungen durchführen zu können, wurde die Streckenlänge auf 400 Meter, also eine Stadionrunde, genormt und die Anzahl der Hürden auf zehn reduziert. Die offizielle Hürdenhöhe ist seitdem auf 91,44 Zentimeter (3 Fuß) bei den Männern und seit 1974 auf 76,20 Zentimeter (2 Fuß, 6 Zoll) bei den Frauen festgelegt. Die Hürden sind in einem Abstand von 35 Metern aufgestellt, wobei der Anlauf zur ersten Hürde 45 Meter und der Auslauf von der letzten Hürde bis ins Ziel 40 Meter beträgt.
Das erste dokumentierte 400-Meter-Frauenrennen über Hürden fand 1971 statt. Der Leichtathletikweltverband (IAAF) führte den Wettbewerb 1974 offiziell als Disziplin ein, wobei es noch bis 1983 dauerte, bis die Strecke zum ersten Mal bei Weltmeisterschaften mit auf dem Zeitplan stand und die erste Weltmeisterin über die 400 Meter Hürden ermittelt wurde.
Meilensteine Männer erster offiziell von der IAAF anerkannter Weltrekord: 55,0 s, , 1908 Erster unter 54 Sekunden: 53,8 s, , 1925 Erster unter 53 Sekunden: 52,6 s, , 1927 Erster unter 52 Sekunden: 51,7 s, , 1932 Erster unter 51 Sekunden: 50,6 s, , 1934 Erster unter 50 Sekunden: 49,5 s, , 1956 Erster unter 49 Sekunden: 48,8 s, , 1968 Erster unter 48 Sekunden: 47,82 s, , 1972 Erster unter 47 Sekunden: 46,78 s, , 1992 Erster unter 46 Sekunden: 45,94 s, , 2021
Frauen erster offizieller Weltrekord: 56,51 s, , 1974 Erste unter 56 Sekunden: 55,74 s, , 1977 Erste unter 55 Sekunden: 54,89 s, , 1978 Erste unter 54 Sekunden: 53,58 s, , 1984 Erste unter 53 Sekunden: 52,94 s, , 1986 Erste unter 52 Sekunden: 51,90 s, , 2021 Erste unter 51 Sekunden: 50,68 s, USA Sydney McLaughlin, 2022
Erfolgreichste Sportler zwei Olympiasiege: , 1956 und 1960 , 1976 und 1984, sowie Olympiadritter 1988 , 2004 und 2012 , 2000 und 2008 , 2020 und 2024
drei Weltmeistertitel , 2017, 2019 und 2023 zwei Weltmeistertitel: , 1983 und 1987 , 2001 und 2003 , 1997 und 2001, sowie Weltmeisterschaftszweite 1999 erfolgreichste Deutsche: , Olympiasieger 1980 , Weltmeisterin 1980 , Weltmeisterin 1987
Der erstaunlichste Aufsteiger ist Glenn Davis, der im April 1956 mit mageren 54,4 s sein erstes 400-Meter-Hürdenrennen lief. Zwei Monate später holte er mit 49,5 s den Weltrekord. Im selben Jahr wurde er Olympiasieger, und er schaffte als erster die Wiederholung des Titels (1960).
Geschichte über diese Disziplin bei den Männern schrieb der Amerikaner Edwin Moses. Zwischen 1977 und 1987 gewann er 122 Rennen in Folge und zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen 1976 und 1984. Der Boykott der USA bei den Spielen 1980 verhinderte seinen Gold-Hattrick. Trotzdem gilt seine Karriere als einzigartig. Er war durchgehend Weltrekordhalter von den Olympischen Spielen 1976 an bis zum Jahre 1992. Am 6. August 1992 musste er seinen Weltrekord von 47,02 s dann an Kevin Young abgeben, der die 400-Meter-Hürdendistanz in 46,78 s absolvierte.
Schnellster Deutscher über 400 Meter Hürden war über 40 Jahre lang Harald Schmid, der auch drei Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gewinnen konnte. Erst im Juli 2026 wurde seine Bestzeit von Emil Agyekum unterboten, der diese im September 2026 nochmals unterbieten konnte und mit 47,10 s eine der zehn besten je gelaufenen Zeiten erzielte (deutscher Rekord, Stand: September 2026). Deutschlands einziger Olympiasieger über die Disziplin wurde 1980 Volker Beck, der vom erwähnten Boykott der USA und anderer Staaten (u. a. BRD) profitierte und die Goldmedaille aus Moskau mit in die DDR nehmen konnte.
Statistik Medaillengewinner der Olympischen Spiele Männer JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1900 1904 1908 1920 1924 1928 1932 1936 1948 1952 1956 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016 2021 2024
Frauen JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016 2021 2024
Medaillengewinner der Weltmeisterschaften Männer JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille 1983 1987 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2022 2023 2025
Frauen JahrGoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille1980 1983 1987 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2022 2023 2025
Siehe auch Medaillengewinner bei Olympischen Spielen Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften Medaillengewinnerinnen bei Olympischen Spielen Medaillengewinnerinnen bei Weltmeisterschaften
Weltrekordentwicklung Männer Anmerkungen: In Klammern: Elektronisch gestoppte Zeit, der Weltrekord wurde aber mit der handgestoppten Zeit registriert. y: 440-Yards-Weltrekord (402,336 m), hier genannt, da besser als die 400-Meter-Leistung Zeit (s) Name Datum Ort 55,0 22. Juli 1908 London 54 2/5 y 26. Juni 1920 Pasadena 54,0 16. August 1920 Antwerpen 53,8 4. Oktober 1925 Paris 52 2/5 2. Juli 1927 Lincoln 52,0 4. Juli 1928 Philadelphia 52,0 1. August 1932 Los Angeles 51,8 30. Juni 1934 Milwaukee 50,6 26. Juli 1934 Stockholm 50,4 20. September 1953 Budapest 49,5 29. Juni 1956 Los Angeles 49,2 6. August 1958 Budapest 49,2 14. September 1962 Belgrad 49,1 13. September 1964 Los Angeles 48,8 (48,94) 11. September 1968 Echo Summit 48,1 (48,12) 15. Oktober 1968 Mexiko-Stadt 47,8/47,82 2. September 1972 München 47,64 25. Juli 1976 Montreal 47,45 11. Juni 1977 Westwood 47,13 3. Juli 1980 Mailand 47,02 31. August 1983 Koblenz 46,78 6. August 1992 Barcelona 46,70 1. Juli 2021 Oslo 45,94 3. August 2021 Tokio 45,80 27. August 2026 Zürich
Frauen Zeit (s) Name Datum Ort 56,51 13. Juli 1974 Augsburg 55,74 26. Juni 1977 Karl-Marx-Stadt 55,63 13. August 1977 Helsinki 55,44 18. August 1978 Berlin 55,31 19. August 1978 Podolsk 54,89 2. September 1978 Prag 54,78 27. Juli 1979 Moskau 54,28 17. Mai 1980 Jena 54,02 11. Juni 1983 Moskau 53,58 22. Juni 1984 Kiew 53,55 22. September 1985 Berlin 53,32 30. August 1986 Stuttgart 52,94 17. September 1986 Taschkent 52,74 19. August 1993 Stuttgart 52,61 11. August 1995 Göteborg 52,34 8. August 2003 Tula 52,20 28. Juli 2019 Des Moines 52,16 4. Oktober 2019 Doha 51,90 27. Juni 2021 Eugene 51,46 4. August 2021 Tokio 51,41 25. Juni 2022 Eugene 50,68 22. Juli 2022 Eugene50,65 30. Juni 2024 Eugene50,37 8. August 2024 Paris
Weltbestenliste Männer Alle Läufer mit einer Zeit von 47,81 s oder schneller. A = Zeit unter Höhenbedingungen erzielt. Letzte Veränderung: 13. September 2026 45,80 s , Zürich, 27. August 2026 45,94 s , Tokio, 3. August 2021 (Europarekord) 46,17 s , Tokio, 3. August 2021 46,78 s , Barcelona, 6. August 1992 46,98 s , Paris, 30. Juni 2018 47,02 s , Koblenz, 31. August 1983 47,03 s , New Orleans, 21. Juni 1998 47,08 s , Tokio, 3. August 2021 47,10 s , Zürich, 7. August 1991 47,10 s , Budapest, 13. September 2026 (deutscher Rekord) 47,11 s , Tokio, 19. September 2025 47,19 s , Seoul, 25. September 1988 47,23 s , Seoul, 25. September 1988 47,23 s , Eugene, 7. Juni 2024 47,24 s , Carson, 26. Juni 2005 47,25 s , Paris, 29. August 2003 47,25 s , Peking, 18. August 2008 47,26 s , Chorzów , 23. August 2026 47,30 s , Helsinki, 9. August 2005 47,34 s , Budapest, 21. August 2023 47,37 s , Lausanne, 5. Juli 1995 47,37 s , College Station, 6. Juni 2026 47,38 s , Lausanne, 10. Juli 1991 47,41 s , Eugene, 19. Juli 2022 47,42 s , Kingston, 28. Juni 2024 47,42 s , Chorzów, 25. August 2024 47,43 s , Helsinki, 9. August 2005 47,48 s , Athen, 8. September 1982 47,50 s , Rom, 11. Juni 2024 47,53 s , Sydney, 27. September 2000 47,54 s , Lausanne, 5. Juli 1995 47,54 s , Edmonton, 10. August 2001 47,56 s , Bellinzona, 30. August 2026 47,58 s , Oslo, 15. Juni 2023 47,59 s , Freeport, 21. August 2022 47,60 s , Zürich, 4. August 1993 47,61 s , Tokio, 17. September 2025 47,61 s , New York City, 26. Juli 2026 47,63 s , Des Moines, 26. Juni 2010 47,66 s A , Pretoria, 25. Februar 2011 47,67 s , Sacramento, 11. Juni 2004 47,69 s , Moskau, 15. August 2013 47,70 s , Moskau, 15. August 2013 47,72 s , Ponce, 8. Mai 2010 47,75 s , Indianapolis, 17. Juli 1988 47,77 s , Madrid, 16. Juli 2026 47,78 s , Rio de Janeiro, 18. August 2016 47,79 s , Peking, 25. August 2015 47,80 s , Zürich, 27. August 2026 47,81 s , Sydney, 27. September 2000 47,81 s , Berlin, 9. August 2018 47,81 s , Birmingham, 12. August 2026
Schweizer Rekord: Marcel Schelbert – 48,13 s am 27. August 1999 in Sevilla Österreichischer Rekord: Thomas Futterknecht – 49,33 s am 30. August 1985 in Kōbe
Frauen Alle Läuferinnen mit einer Zeit von 53,36 s oder schneller. A = Zeit wurde unter Höhenbedingungen erzielt.
Letzte Veränderung: 4. September 2026 50,37 s , Paris, 8. August 2024 50,95 s , La Chaux-de-Fonds, 14. Juli 2024 (Europarekord) 51,58 s , Tokio, 4. August 2021 51,87 s , Paris, 8. August 2024 52,08 s , Tokio, 19. September 2025 52,30 s , Doha, 19. Juni 2026 52,34 s , Tula, 8. August 2003 52,39 s , Stockholm, 4. Juli 2021 52,42 s , Berlin, 20. August 2009 52,46 s , Eugene, 14. Juni 2025 52,47 s , Daegu, 1. September 2011 52,51 s , Kingston, 28. Juni 2024 52,61 s , Göteborg, 11. August 1995 52,62 s , Göteborg, 11. August 1995 52,66 s , Tokio, 17. September 2025 52,74 s , Stuttgart, 19. August 1993 52,77 s , Athen, 22. August 2004 52,79 s , Stuttgart, 19. August 1993 52,79 s , London, 5. August 2011 52,82 s , Atlanta, 31. Juli 1996 52,83 s , Moskau, 15. August 2013 52,89 s , Sevilla, 25. August 1999 52,90 s , Sevilla, 25. August 1999 52,92 s , Barcelona, 30. Juli 2010Antjuch lief am 8. August 2012 an den Olympischen Spielen in London eine neue persönliche Bestzeit von 52,70 s, doch wurde dieses Resultat wegen Dopings nachträglich annulliert. 52,94 s , Taschkent, 17. September 1986 52,95 s , Sacramento, 11. Juli 2004 52,96 s , Sacramento, 25. Juni 2017 52,96 s , Stockholm, 4. Juli 2021 52,97 s , Zürich, 5. September 2024 53,02 s , Sydney, 27. September 2000 53,08 s , Tokio, 4. August 2021