mini|hochkant=2| Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 16. und 17. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 22 Athleten nahmen teil.
Olympiasieger wurde der Ungar Gyula Zsivótzky. Er gewann vor Romuald Klim aus der Sowjetunion und Lázár Lovász, wie Zsivótzky aus Ungarn.
Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – traten Hans Fahsl, Lutz Caspers und Uwe Beyer an. Caspers und Beyer scheiterten in der Qualifikation, Fahsl erreichte das Finale und wurde dort Elfter. Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde durch Helmuth Baumann und Reinhard Theimer vertreten, die beide das Finale erreichten. Theimer wurde Siebter, Baumann Achter. Der Schweizer Ernst Ammann schied in der Qualifikation aus. Athleten aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord73,76 mGyula Zsivótzky ()Budapest, Ungarn14. September 1968, sport-record.de (englisch)Olympischer Rekord69,74 mRomuald Klim ()Finale OS Tokio, Japan18. Oktober 1964 Rekordverbesserungen Der bestehende olympische Rekord wurde viermal verbessert: 72,60 m – Gyula Zsivótzky (Ungarn), Qualifikation am 16. Oktober, erster Durchgang 72,82 m – Romuald Klim (Sowjetunion), Finale am 17. Oktober, dritter Durchgang 73,28 m – Romuald Klim (Sowjetunion), Finale am 17. Oktober, vierter Durchgang 73,36 m – Gyula Zsivótzky (Ungarn), Finale am 17. Oktober, fünfter Durchgang
Durchführung des Wettbewerbs 22 Athleten traten am 16. Oktober zu einer Qualifikationsrunde an, die in zwei Gruppen absolviert wurde. Dreizehn von ihnen – hellblau unterlegt – erreichten die direkte Finalqualifikationsweite von 66,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern übertroffen. Die dreizehn qualifizierten Wettbewerber bestritten das Finale am 17. Oktober. Dort hatte jeder Werfer zunächst drei Versuche. Erstmals konnten die acht besten – und nicht wie bis 1964 sechs besten – Athleten dann drei weitere Versuche absolvieren.
Zeitplan 16. Oktober, 10:00 Uhr: Qualifikation 17. Oktober, 15:00 Uhr: FinaleThe Games, Produced by the Organizing Committee of the Games Mexico 68, Vol. 30 digital.la84.org, engl./französ. (PDF; 36.300 KB), S. 10, digital.la84.org, abgerufen am 21. September 2021
Anmerkung: Alle Zeiten sind in Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6) angegeben.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig
Qualifikation
Datum: 16. Oktober 1968, ab 10:00 UhrThe Games, Produced by the Organizing Committee of the Games Mexico 68, Vol. 30 digital.la84.org, engl./französ. (PDF; 36.300 KB), S. 530, digital.la84.org, abgerufen am 21. September 2021
Gruppe A Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Gyula Zsivótzky 72,60 m OR – – 72,60 m OR 2 Lázár Lovász 68,96 m – – 68,96 m 3 Helmuth Baumann 68,24 m – – 68,24 m 4 Reinhard Theimer 65,78 m 68,12 m – 68,12 m 5 Hans Fahsl 65,80 m 67,90 m – 67,90 m 6 Takeo Sugawara 67,76 m – – 67,76 m 7 Gennadi Kondraschow 67,56 m – – 67,56 m 8 Ed Burke 67,36 m – – 67,36 m 9 Romuald Klim 66,82 m – – 66,82 m 10 Anatoli Schtschupljakow 64,78 m 66,56 m – 66,56 m 11 Uwe Beyer 65,02 m 64,88 m 65,44 m 65,44 m
Gruppe B
Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Sándor Eckschmiedt 68,60 m – – 68,60 m 2 Howard Payne 65,52 m 64,80 m 68,06 m 68,06 m 3 Yoshihisa Ishida 67,16 m – – 67,16 m 4 Albert Hall x 65,70 m 58,28 m 65,70 m 5 Lutz Caspers x 65,54 m 64,70 m 65,54 m 6 Hal Connolly x x 65,00 m 65,00 m 7 José Luis Martínez 60,60 m 63,40 m 62,84 m 63,40 m 8 Ernst Ammann x 61,48 m 62,40 m 62,40 m 9 Praveen Kumar x 59,80 m 60,84 m 60,84 m 10 Gustavo Morales x 43,88 m 45,76 m 45,76 m 11 Carlos Hasbún x 37,02 m 37,46 m 37,46 m DNS Frangiskos Politis
Finale mini|hochkant=0.8| Datum: 16. Oktober 1968, 15:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat 1 Gyula Zsivótzky 72,26 m 72,46 m 72,54 m x 73,36 m OR 72,22 m 73,36 m OR 2 Romuald Klim 72,24 m 68,96 m 72,82 m OR 73,28 m OR 71,16 m 71,64 m 73,28 m 3 Lázár Lovász 64,76 m x 69,78 m x 69,38 m x 69,78 m 4 Takeo Sugawara 67,24 m 68,12 m x 69,06 m 69,78 m 61,40 m 69,78 m 5 Sándor Eckschmiedt 67,84 m 68,50 m 69,46 m x 67,64 m 68,08 m 69,46 m 6 Gennadi Kondraschow 69,08 m 67,00 m 68,64 m 67,10 m 67,98 m 67,70 m 69,08 m 7 Reinhard Theimer 68,82 m x 66,16 m 68,84 m 67,86 m 63,54 m 68,84 m 8 Helmuth Baumann 65,94 m 66,98 m 68,26 m x 63,76 m x 68,26 m 9 Anatoli Schtschupljakow 67,58 m 67,74 m 66,90 m nicht im Finale derbesten acht Werfer 67,74 m 10 Howard Payne 65,98 m 67,62 m 66,58 m 67,62 m 11 Hans Fahsl x 64,00 m 66,36 m 66,36 m 12 Ed Burke x 65,72 m 65,46 m 65,72 m 13 Yoshihisa Ishida 65,04 m 63,72 m x 65,04 m Topfavoriten waren die Gold- und Silbermedaillengewinner von 1964 Romuald Klim aus der UdSSR und der Ungar Gyula Zsivótzky. Als Mitfavorit reiste der bundesdeutsche Werfer Uwe Beyer an, der 1964 hinter Klim und Zsivótzky Bronze gewonnen hatte und im Olympiajahr die 70-Meter-Marke bereits deutlich übertroffen hatte. Dass die Entwicklung im Hammerwurf weitergegangen war, zeigte Weltrekordler Zsivótzky: schon in der Qualifikation warf er einen neuen Olympiarekord, während Klim die notwendige Weite von 66,00 m gerade mal um 82 cm übertroffen hatte. Ganz schlecht ging der Ausscheidungswettkampf für Beyer aus. Er konnte sich nicht für das Finale qualifizieren und blieb mehr als fünf Meter hinter seiner Jahresbestleistung zurück.
Im ersten Finaldurchgang übernahm der Zsivótzky mit zwei Zentimetern Vorsprung die Führung vor Klim. Im zweiten Versuch konnte der Ungar sich zwar noch einmal leicht verbessern, doch in Runde drei übernahm Klim mit neuem Olympiarekord die Spitzenposition und baute diese im vierten Versuch noch weiter aus. Gleich mit seinem folgenden fünften Wurf konterte Zsivótzky mit einem weiteren Olympiarekord, dem vierten in diesem Wettkampf. Damit war der Kampf um Gold und Silber entschieden. Bronze ging an Zsivótzkys Landsmann Lovász, der die gleiche Weite wie der Japaner Sugawara erzielt hatte. Zur Entscheidung wurde die zweitbeste Weite herangezogen. Hier lag Lovász mit 69,38 m um 32 Zentimeter vor Sugawara mit 69,06 m.Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 368f
Video Olympics (1968), Bereich: 1:23 min bis 1:32 min, youtube.com, abgerufen am 21. September 2021
Literatur Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 368 bis 370
Weblinks Athletics at the 1968 Ciudad de Mexico Summer: Men's hammer throw, web.archive.org, sports-reference.com, abgerufen am 21. September 2021 Seite des IOC: Mexico City 1968, Athletics hammer throw men Results, olympics.com (englisch), abgerufen am 21. September 2021 Olympedia, Athletics at the 1968 Summer Olympics, Hammer Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 21. September 2021 The Games, Produced by the Organizing Committee of the Games Mexico 68, Vol. 3, Überblick mit Fotos digital.la84.org, engl./französ. (PDF; 36.300 KB), S. 108f, digital.la84.org, abgerufen am 21. September 2021 The Games, Produced by the Organizing Committee of the Games Mexico 68, Vol. 3, hammer throw, komplette Resultate digital.la84.org, engl./französ. (PDF; 36.300 KB), S. 530, digital.la84.org, abgerufen am 21. September 2021
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1968