Das Amt Peine im heutigen Niedersachsen war ein historisches Verwaltungsgebiet des Hochstifts Hildesheim, später des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover. Übergeordnete Verwaltungsebene war seit 1823 die Landdrostei Hildesheim.
Geschichte Die Burg Peine war seit 1260 im Besitz des Hochstifts Hildesheim und entwickelte sich zum Mittelpunkt eines fürstbischöflichen Amtes, dessen Amtssprengel bis ins 18. Jahrhundert weitgehend unverändert blieb. Die Verwaltung war in vier Vogteien unterteilt. Der Verwaltungssitz befand sich auf dem Schlossberg in Peine, der heutigen Kreisstadt des Landkreises Peine.
1802 kam das Amt mit dem Hochstift an Preußen, dann an das Königreich Westphalen. Nach dem Ende der französisch-westphälischen Herrschaft wurde es 1815 im Königreich Hannover wiederhergestellt, 1852 jedoch aufgeteilt in das Amt Peine und das Amt Hohenhameln zu Peine. Groß und Klein Lafferde sowie Lengede kamen zum Amt Steinbrück. 1859 wurde die Reform revidiert, die beiden Ämter wurden wiedervereinigt und die drei an Steinbrück abgegebenen Gemeinden zurückgegeben. Zusätzlich kam die Gemeinde Eixe vom Amt Meinersen nach Peine.
1885 wurde das Amt Peine aufgehoben und in die Kreisverfassung überführt.
Gemeinden Die folgende Tabelle listet alle Gemeinden auf, die dem Amt Peine bis 1807 angehört haben und ihre Gemeindezugehörigkeit heute. Dazu zählten eine Stadt, Marktflecken, Dörfer und Weiler, sowie Einzelhäuser und ähnliche Liegenschaften, wenn sie im zu Grunde liegenden Verzeichnis genannt sind. In Spalte 2 ist die Anzahl aller Haushalte im Jahre 1760 verzeichnet, und zwar Freie Häuser, Vollhöfe, Halbspännerhöfe, Viertelspännerhöfe, Großköthnerhöfe, Kleinköthnerhöfe und Brinksitzer zusammengenommen (im Original jeweils einzeln aufgeführt). In Spalte 3 ist die Einwohnerzahl im Jahr 1910 verzeichnet, in Spalte 4 die heutige Gemeindezugehörigkeit, in Spalte 5 Anmerkungen, die zumeist auf den Anmerkungen im Original 1760 bei Büsche beruhen.Häuser-, Vorspann- und Schatzungs-Castratum vom Stift Hildesheim, geschrieben um 1760. In: Anton Friedrich Büsching (Hrsg.): Magazin für die neue Historie und Geographie. Halle 1783, S. 475–525; .
Altgemeinde Haushalte 1910 heute Anmerkung (Original 1760 in kursiv) Adenstedt 99 1.503 Ilsede Dorf Bekum 25 173 Hohenhameln Beckum, Dorf und Windmühle, 1960 zu Stedum Berkum 13 103 Peine Dorf Bierbergen 92 624 Hohenhameln Dorf, dabei 2 Windmühlen, 1 Wassermühle Bründeln 8 52 Hohenhameln Bründelum, Dorf Clauen 72 770 Hohenhameln Dorf, darin 2 Windmühlen Damm vor Peine 73 - Peine Dorf, darin das Schloß, die Vorburg, 1 Kloster, 3 Mühlen; bis 1852 eigenständige Gemeinde, nach Volksabstimmung zu Peine Dungelbeck 42 895 Peine Düngelbeck, Dorf Equord 42 496 Hohenhameln Dorf, darin 1 adeliges Haus, 1 Windmühle, 1 Schäferhof Eulenburg 1 - Peine ein freies Wirtshaus, liegt vor dem Schloßthor zu Damm Gadenstedt 148 1.826 Ilsede Dorf, darin 3 adelige Häuser, 2 Mühlen Groß Bülten 47 1.298 Ilsede Dorf Groß Ilsede 49 1.847 Ilsede Dorf, darin ein adeliges Haus Groß Lafferde 144 1.952 Ilsede Großen Lafferd, Dorf Groß Solschen 51 589 Ilsede Dorf Handorf 34 500 Peine Dorf Hofschwicheldt 3 120 Peine Hof Schwigeld, Vorwerk und Windmühle Hohenhameln 125 1.388 Hohenhameln Dorf, dabei eine Windmühle Horst vor Peine 3 - Peine 1 Frauenhospital und 2 kleine Häuser, vor 1910 zu Peine Klein Bülten 26 292 Ilsede Dorf Klein Ilsede 38 609 Ilsede Dorf, darin eine Erbzinsmühle Klein Lafferde 91 590 Lengede Kleinen Lafferd, Dorf, nebst einer Windmühle Klein Solschen 26 322 Ilsede Dorf Lauenthal 2 - Ilsede freyer Hof und 1 Wassermühle Lengede 74 758 Lengede Dorf, nebst einer Wassermühle Mehrum 59 466 Hohenhameln Dorf Münstedt 79 463 Ilsede Dorf Oberg 68 1.524 Ilsede Ohbergen, Dorf, ein adliges Haus, ein Conduct. Hof Ohlum 38 241 Hohenhameln Dorf Peine 329 16.667 Peine Stadt mit 5 freien Höfen: davor ein freier Hof und der Obergsche Hof, darin der Latoursche Hof, der Neumannhof und das Callis.Haus Rötzum 14 76 Hohenhameln Dorf Rosenthal 75 777 Peine Dorf, darin ein adliges Haus und eine Windmühle Rüper 14 126 Wendeburg Ruper, Dorf, nördlich gelegene Exklave Schmedenstedt 76 900 Peine Dorf Schwicheldt 84 661 Peine Schwigeld, darinnen ein adeliges Haus und eine Windmühle Soßmar 73 661 Hohenhameln Sosmar, Dorf und Windmühle Stedum 41 287 Hohenhameln Dorf, darin ein freier Hof und eine Wassermühle Telcht bei Damm 1 94 Peine Vorwerk, später Telgte Vöhrum 72 1.246 Peine Dorf Wense 11 212 Wendeburg Dorf, mit Rüper nördlich gelegene Exklave Woltorf 49 599 Peine Dorf
Das Amt setzte sich aus der Hausvogtei und drei Amtsvogteien zusammen. Die Stadt Peine war von 1814 bis 1885 als amtsfrei ausgegliedert. Die Untervogteien umfassten laut Wilhelm Ubbelohde im Jahr 1823 folgende Gemeinden und Wohnplätze:W. Ubbelohde: Statistisches Repertorium über das Königreich Hannover. Hannover 1823, S. 10 Hausvogtei: mit der Vorstadt Damm vor Peine (nebst dem Hospitale Horst, der Neustadt- und Hollandsmühle und den einzelnen Häusern Eulenburg und Umkäufer), den Dörfern Berkum, Handorf, Rosenthal, Rüper, Schwicheldt, Vöhre, Wensum und Woltorf und dem Vorwerke Telgte. Erste Amtsvogtei mit den Dörfern Dungelbeck, Groß und Klein Lafferde, Lengede, Münstedt und Schmedenstedt. Zweite Amtsvogtei mit den Dörfern Adenstedt (nebst der Lauenthaler Mühle), Groß und Klein Bülten, Mehrum, Groß und Klein Solschen und Redum und dem Vorwerke Hofschwicheldt. Dritte Amtsvogtei mit den Dörfern Bekum, Bierbergen, Bründeln, Clauen, Hohenhameln, Ohlum, Rötzum und Soßmar (nebst der Prüssenmühle).
Bei seiner Aufhebung im Jahr 1885 umfasste das Amt folgende Gemeinden:
Drosten und Amtmänner Drosten
Amtmänner
Literatur Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen. Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981. Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 378–380. Thomas Klingebiel: Ein Stand für sich? Lokale Amtsträger in der frühen Neuzeit: Untersuchungen zur Staatsbildung und Gesellschaftsentwicklung im Hochstift Hildesheim und im älteren Fürstentum Wolfenbüttel. Hannover 2002, S. 670–683. E. F. J. Koch: Geschichte der Dynastie, des Amtes, der Stadt, Burg und Festung Peina in Niedersachsen. Peine 1850.
Einzelnachweise
Peine Kategorie:Peine Peine Kategorie:Geschichte (Landkreis Peine) Kategorie:Aufgelöst 1885 Peine