mini|hochkant=1.3|Das Futurium in Berlin, 2021
Das Futurium ist ein 2019 eröffnetes Museum in Berlin. Es startete als Projektinitiative wissenschaftlicher Einrichtungen und Netzwerke mehrerer Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen sowie der deutschen Bundesregierung in Berlin und dient als „Ort für Präsentation und Dialog zu Wissenschaft, Forschung und Entwicklung“. Der Bau öffnete am 5. September 2019 mit einem Festakt.Eröffnung des Futurium – 05. bis 08. September 2019: „Am 5. September 2019 öffnet das Futurium offiziell sein Pforten. Der Festakt zur Eröffnung findet mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und geladenen Gästen statt.“ Es soll „Museum, Bühne und Forum für offene Fragen der Zukunft“ sein.Berliner "Futurium": Museum, Bühne, Forum für offene Fragen
Das Ausstellungsgebäude steht am Alexanderufer im Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks und wurde mit einer Nutzfläche von rund 8154 m²siehe: Projektdaten auf drei Etagen konzipiert, davon stehen 2600 m² für Dauerausstellungen und 600 m² im Untergeschoss für Sonderausstellungen zur Verfügung.Haus der Zukünfte: Architektur Direktor der Einrichtung ist seit dem 1. Juni 2017 Stefan Brandt.Pressemitteilungen zum Futurium.
Lage und Träger mini|Blick aus dem Innenraum des Futuriums nach Süden zum Bundeskanzleramt, 2019
Das Gebäude hat die Adresse Alexanderufer 2Die Bebauung der umgebenden vormals im Grenzstreifen der Berliner Mauer liegenden Grundstück erfolgte nach 2010. Dazu der Artikel Alexanderufer: Straße ins Nirgendwo. In: Der Tagesspiegel, 14. Januar 2008. Es wurde 1998 ein Bebauungsplan beschlossen und die Straße für 1,75 Millionen Euro nach der Öffentlichkeitsbeteiligung im Jahr 2007 angelegt. und besitzt den Südeingang vom Kapelle-Ufer und den Nordeingang von der Margarete-Steffin-Straße 15, wo nach Nordost auch der Technikzugang liegt. Das Futurium befindet sich auf einem GrundstückDiese Flächen westlich der Charité waren vormals Standort der Berliner Mauer mit dem ersten Maueropfer Günter Litfin. zwischen der Spree, einem Bürogebäude am Alexanderufer,Design Offices Berlin Humboldthafen: Das direkt am Kanal (Schifffahrtskanal) zum Humboldthafen liegende Bürogebäude von PricewaterhouseCoopers, Spiegel-Verlag und anderen auf insgesamt 5500 m² (120 m lang und 25 m hoch) ist mit den Adressen Kapelle-Ufer 4/5, dazu Alexanderstraße 1, 3/5, 6/7 versehen, wurde seit 2012 gebaut und 2015 fertiggestellt. Dazu auch: Dirk Jericho: Büropalast direkt am Hafen. In: Berliner Woche, 18. Juni 2015. einem Viadukt der Stadtbahn und dem östlich angrenzenden Bundesministerium für Bildung und Forschung. Auf dem trapezförmigen Grundstück wurde ein (unregelmäßiges) Fünfeck als Grundriss gewählt ().
Das Futurium ist am Spreebogen zentral zwischen Hauptbahnhof (Kreuzungsbahnhof Nord-Süd- und Stadtbahn) und Reichstagsgebäude angeordnet.Karte von Berlin 1:5000: Futurium Über die Bahntrasse hinweg befindet sich nordöstlich das Gelände der Charité. Das Grundstück umfasst 6700 m² und die überbaute Gebäudegrundfläche beträgt 4000 m², die für die Einrichtung auf drei Etagen bestehende Nutzfläche ist mit 3200 m² benannt.
Der öffentliche Bereich des Baus ist für alle von 10 bis 18 Uhr (donnerstags bis 20 Uhr) zugänglich, am Dienstag ist das Gebäude geschlossen. Der Eintritt ist für Besucher frei.Tickets: „Der Eintritt ist kostenfrei. Bei Workshops, Führungen und Veranstaltungen gelten Ermäßigungen für Schülerinnen und Schüler, Personen in Ausbildung, Empfängerinnen und Empfänger von Transferleistungen, Inhaberinnen und Inhaber des Berlin-Passes, Bundesfreiwillige, Studierende sowie Menschen mit Schwerbehinderung (ab 50 Prozent). Begleitpersonen zahlen nichts.“
Der Träger ist die gemeinnützige Einrichtung Futurium gGmbH, die am 15. Juli 2014 zunächst als Haus der Zukunft gGmbH gegründet wurde.Website futurium.de Deren Aufgabe als gemeinnützige Gesellschaft ist es diesen „Ort für Präsentation und Dialog zu wissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen von nationaler und internationaler Bedeutung zu betreiben“. Deklariert ist das Futurium als „eine unabhängige Plattform für Dialog und Vernetzung zwischen Staat, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft“.die Futurium gGmbH mit Darstellung von Ausbau und Struktur
Konzept mini|Das programmatische Konzept „Wie wollen wir leben?“ am Südeingang zum Eröffnungsfest 2019
Das Konzept des Gründungsdirektors Reinhold Leinfelder war von der Diskussion um die Benennung einer neuen geochronologischen irdischen Epoche, des Anthropozäns, beeinflusst. Diese umfasst den Zeitabschnitt, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Das Konzept besagt: Alles hängt mit allem zusammen – Mensch, Technik und Natur müssen zusammengedacht werden. Es gibt nicht nur eine Zukunft, sondern unterschiedliche „Zukünfte“. Es kommt darauf an, sich vieles besser vorstellen und möglichst auch ausprobieren zu können, wodurch bewusst werden soll, dass Zukunft gestaltbar und nicht unbeeinflussbar ist. Es soll Wissen generiert und verhandelt werden, wie eine wünschbare Zukunft aussehen könnte und wie diese zu gestalten wäre.
In einer zentralen, sich ständig erneuernden Ausstellung werden aktuelle gesellschaftliche Themen mit möglichen Szenarien in der Zukunft entwickelt. Im Veranstaltungsbereich des Hauses finden Diskussionen zwischen Wissenschaft, Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft – also Bürgern – mit unterschiedlichen partizipativen Methoden statt. Im Reallabor im Untergeschoss des Hauses sollen Technologien, Verfahren und Methoden von Besuchern konkret getestet und kritischer Überprüfung unterzogen werden.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist federführender Gesellschafter des Hauses der Zukunft. Daneben beteiligen sich die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz.
Die Wirtschaft war durch BASF, Bayer, Boehringer Ingelheim, Siemens und Infineon sowie die Deutsche Telekom Stiftung vertreten. Im Jahr 2025 waren nur noch drei Wirtschaftsunternehmen Gesellschafter. Die Gesellschafterversammlung bestellt den Aufsichtsrat, in dem Bund, Wissenschaft, Wirtschaft und Stiftungen vertreten sind. Der Aufsichtsrat bestellt und überwacht die Geschäftsführung. Die Geschäftsführung besteht aus dem Direktor und einer kaufmännischen Geschäftsführerin. Auf Vorschlag des Aufsichtsrates wählt die Gesellschafterversammlung den Programmrat, der sich aus bis zu zwölf Wissenschaftlern sowie Kommunikationsexperten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammensetzt und die Organe, insbesondere den Direktor, fachlich berät.
Der Jahresetat beträgt fast 19 Millionen Euro.Zukunftsmuseum Futurium eröffnet Im Dezember 2025 kritisierte der Bundesrechnungshof in dessen Bemerkungen zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes, dass das „Finanzierungskonzept für das Futurium gescheitert“ sei. Der Bund habe im Jahr 2023 89 % der Kosten getragen. Ursprünglich seien 22 Gesellschafter geplant gewesen, vorhanden seien allerdings nur zwölf.
Architektur und Bau mini|Das Futurium bei Nacht
Das Gebäude wurde in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) erstellt, bei der öffentliche Hand und private Unternehmen zusammenarbeiteten. Das Vergabeverfahren startete mit einem europaweiten Vergabewettbewerb im April 2013. Den daran anschließenden internationalen Architekturwettbewerb gewann ein Entwurf der Berliner Architekten Richter und MusikowskiWebsite Richter Musikowski zum Futurium: „Wir freuen uns über den Materialpreis 2019 für das FUTURIUM, der uns am 26. Juni 2019 im Hospitalhof Stuttgart verliehen wurde.“ in Zusammenarbeit mit JUCA landschaftsarchitektur.
Der Bau wurde 2015 begonnen. Die Gebäudeautomatisierung verwendet den KNX-Standard. Die Grundsteinlegung erfolgte am 15. Juni 2015 durch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.Haus der Zukunft heißt „Futurium“: „Der Begriff lasse auch Menschen, die kein Deutsch sprechen, erkennen, worum es in diesem Haus geht, nämlich um die Zukunft, so Wanka.“Ralf Nestler: Ein teurer Klotz Zukunft. In: Der Tagesspiegel, 27. August 2019 Noch während der Vorbereitungsphase – Ankauf eines Baugrundstücks, Bauplanungen – änderte der Bauherr den Namen in das international besser verständliche Wort Futurium.Philip Aubreville: Das gläserne ‚Futurium‘ als idealer Ort für alle, die die Zukunft mitgestalten wollen. In: Berliner Zeitung, 27./28. April 2019, Beilage Immobilienwelten. Dem neu gewählten Namen entsprechend handelt es sich um ein fünfseitiges Bauwerk aus Beton, Glas und Stahl mit einem modernen Äußeren auf einem [fünf]eckigen Grundriss. Der Museumsleiter lobte die Juryentscheidung für das zukunftsweisende Raumkonzept, das Futurium soll „ab September Ort für visionäre Ideen sein. […] Gleichzeitig soll es ästhetisch unverwechselbar und innovativ sein und auf die Umgebung und die Geschichte des Ortes eingehen.“ Es kamen nachhaltige Baumaterialien ebenso zur Anwendung wie die Berücksichtigung der Barrierefreiheit und die Einbindung der Anwohner. Das Gebäude entspricht dem Standard eines Niedrigst-Energiehauses. Das Energiekonzept sieht die Nutzung regenerativer Energie vor, um den Einsatz fossiler Energieträger zu minimieren. Einen wesentlichen Bestandteil des innovativen Konzepts bildet die Energiespeicherung mit Hilfe eines Paraffin-Latentwärmespeichers. Der Rohbau des Hauses konnte am 16. September 2017 besichtigt werden.Aktuelle Nachrichten zum Futurium; abgerufen im Sommer 2017. Am 13. September 2017 fand die Schlüsselübergabe für das Futurium statt.Christoph Berger: Das Futurium in Berlin. Anschließend erfolgten bis zum Spätsommer 2019 die Innengestaltung und Ausstellungspräsentationen.
mini|hochkant=1.3|links|Das Futurium, 2017
Das „Denk“-Gebäude für 58 Millionen Euro nach den Plänen des Berliner Architekten-Büros Richter-MusikowskiRichter Musikowski, Architekten PartGmbB, 10969 Berlin wurde von den Gesellschaftern finanziert. Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wurde die Partnerschaft Deutschland im November 2014 mit Planung und Bau sowie dem Betrieb für 30 Jahre beauftragt.Die PD ist privatrechtlich als GmbH organisiert und liegt zu 100 % in öffentlicher Hand. Futurium in Berlin
Der Bau stand mit Verzögerungen der Ausführung in der Kritik. Dass das Haus nicht energieautark errichtet wurde und erst recht kein Plus-Energie-Haus ist, wurde angemerkt.Ulf Meyer: Im Restaurant werden Insekten serviert. In: Frankfurter Allgemeine, 29. August 2019. Weitere Punkte sind fehlende Fahrradstellplätze, Elemente aus energieintensiven Materialien wie Stahlbeton, Stahl und Hochleistungsglas statt begrünter Fassaden oder Holz als Baustoff werden bemängelt.Das Futurium in Berlin vor der EröffnungBau flop, Schau top. Nikolaus Bernau im Gespräch mit Britta Bürger, 2. September 2019 Dazu wird gegengestellt, dass es den Vorgaben der Auftraggeber aus der Bundesregierung und der vielen beteiligten Förderer aus der Industrie geschuldet ist, denen offenbar jedes Experiment als „untragbares Wagnis“ erschien.
Das Architekturbüro gestaltete „ein markantes Objekt, das sich vor allem zwischen all den umliegenden Verwaltungsgebäuden behauptet. […] ein mehrgeschossiges Gebäude mit schmetterlingsförmig auskragenden Flügeln geplant […] sollen von Künstlern bespielt werden, so wie auch die transparente Fassade aus Gussglas, die man keramisch bedrucken, aber auch mit Licht inszenieren will.“ Das Futurium „erfüllt als ganzheitlich ökonomisch, sozio-kulturell und ökologisch optimiertes Gebäude den BNB Gold-Standard – mit der höchsten bislang jemals bei einer BNB-Zertifizierung erzielten Punktzahl“.Futurium. Auf Unternehmen Werner Sobek
Freiraum mini|Nordeingang des Futuriums am Eröffnungsfest