Die Herrschaft Alt-LandsbergDa es sich um ein historisches Gebiet handelt, wird hier die alte, in der Literatur gebräuchliche Schreibweise beibehalten, obwohl der Name des Ortes heute zusammen geschrieben wird. war eine kleine Adelsherrschaft um Altlandsberg (Landkreis Barnim, Brandenburg), deren Anfänge sich bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts zurückverfolgen lassen. 1409 verlieh Markgraf Jobst von Mähren Schloss und Stadt Alt-Landsberg an mehrere Brüder von Krummensee. 1654 erwarb der spätere „Erste Minister“ Otto von Schwerin das Gut derer von Krummensee, das nun den Status einer Herrschaft erhielt. Durch Zukäufe vergrößerte er die Herrschaft substanziell. Auch sein Sohn Otto II. von Schwerin tätigte noch einige Zukäufe. 1708 erwarb der brandenburgische Kurfürst und König in Preußen Friedrich I. die Herrschaft Alt-Landsberg vom Enkel des obigen Otto I. und Sohn des Otto II., Friedrich Wilhelm von Schwerin und wandelte sie in ein landesherrliches Amt um, das Amt Alt-Landsberg. mini|Otto Freiherr von Schwerin (1616–1679)
Geschichte Die Anfänge der Herrschaft Alt Landsberg gehen bis in das Jahr 1409 zurück, als Markgraf Jobst die markgräfliche Stadt Altlandsberg mit dem Schloss Ebel, Henning, Arnd, Hasse, Kune und Kerstian v. Krummensee zu einem erblichen Lehen überließ. Die markgräfliche Stadt war zwar zwischen 1371 und 1375 dem Hofmeister Claus von Bismarck verpfändet, jedoch nach Einlösung des Pfandes wieder an den Landesherr gekommen. 1416 belehnte Markgraf Friedrich I. die Brüder Ebel, Henning, Arnd, Hasse, Kune und Kerstian von Krummensee mit ihren ingehabten Lehengütern. 1444 musste Markgraf Friedrich II. einen Streit zwischen Arnd und Cuno von Krummensee mit Margarethe, der Witwe ihres verstorbenen Bruders Kerstian entscheiden.
Das Lehengut der v. Krummensee 1472 1472 wurden Heinrich, Ebel, Hans, Matthias und Henning von Krummensee, Brüder und Vettern, von Markgraf Albrecht mit Stadt und Schloss Altlandsberg und ihren Besitzungen belehnt. In dieser Urkunde wird erstmals der Umfang der Krummenseeschen Besitzungen genauer beschrieben. Dazu gehörten neben Altlandsberg, Krummensee, Wegendorf (ohne die Zinsen, die den v. Bredow und Claus Wins zustanden), Hohenstein (ohne die Zinsen, die an Schum gingen), Schönfließ (ohne die Zinsen, die an die Hoppenrade gingen), in Beiersdorf ein Schock Groschen von vier Hufen und fünfeinhalb Schock und zehn Groschen von der Gemeinde Beiersdorf, aus Zinndorf zehn Schock Groschen, aus Rehfelde sieben Schock Groschen, in Rüdersdorf, Hennickendorf und Altenau drei Schock Groschen, zu Seefeld zwölf Hufen, in Werneuchen (Wernow) sechzehn Wispel Hafer, sechs Scheffel und einen Wispel und 15 Scheffel Hartkorn. In Löhme stand ihnen ein Wispel Roggen und ein Wispel Gerste zu. In Wesendahl hatten sie aus der dortigen Wassermühle (Wesendahler Mühle) einen Zins von einem Wispel Roggen. Die Hasselbergsche Mühle zinste ihnen 18 Scheffel Mehl. In Gielsdorf standen ihnen Zinsen in Höhe von zweieinhalb Schock an Geld und Korn zu. Zum Lehen gehörte auch die (damals) wüste Feldmark Hellersdorf. Das Dorf Buchholz gehörte ihnen zur Hälfte, ebenso eine Hälfte von dem schon im Lande Lebus gelegenen Schönfelde (bei Müncheberg). Dagegen waren sie im Vollbesitz von Tasdorf und Rosenthal. Weiter gehörten ihnen etliche nicht weiter bezeichnete Güter in hogen schonenfelde (verschrieben für Hohenstein). Die zwei Wassermühlen, Neue Mühle und Bruchmühle (bei Altlandsberg) waren in Vollbesitz (gantz unde gar). Am Rande des Oderbruchs gehörten ihnen fünf Sechstel der Dörfer Altwustrow und Großbarnim. Weiter gehörte ihnen das Dorf Rehfelde (Herfelde) mit allen Rechten, in Garzin dagegen nur ein Drittel. Insgesamt hatten die v. Krummensee damit einen recht beachtlichen Besitz im Barnim und Land Lebus. mini|Denkmal des Otto von Schwerin in Altlandsberg
Otto Freiherr von Schwerin Otto Freiherr von Schwerin wurde am 18. März 1616 als Sohn des Otto von Schwerin in Pommern geboren. 1637/8 trat er in brandenburgische Dienste. Er heiratete am 22. April 1642 in Königsberg Elisabeth Sophie von Schlabrendorf, die Tochter des Manasse von Schlabrendorf und der Melusine von Thümen. Sein Schwiegervater war Erbherr auf Drewitz, Waßmannsdorf und Klein Glienicke.
Die ersten Erwerbungen von Otto von Schwerin in der Mark Brandenburg waren 1649 die Dörfer Drewitz (Vollbesitz) und Anteile von Nudow (nicht Rudow wie bei Hein) im damaligen Teltowischen Kreis (oder auch schon Kreis Teltow genannt), die er für 6.500 Taler von seinem Schwiegervater Manasse von Schlabrendorf (1585–1668) kaufte. 1658 gab er weitere 375 Taler für Zukäufe aus. 1659 kaufte er ebenfalls von seinem Schwiegervater Manasse von Schlabrendorf das Dorf Bergholz in der Zauche (bzw. im Zauchischen Kreis). 1662 verkaufte er Bergholz, Drewitz und Nudow mit großen Gewinnen an den Landesherrn, Kurfürst Friedrich Wilhelm. Allein für Drewitz erhielt er 12.000 Taler. Der Kurfürst wies die drei Dörfer dem Amt Potsdam zu.
1654 erwarb Freiherr Otto von Schwerin (1616–1679) das Gut Alt-Landsberg von der Familie v. Krummensee. Der Besitz wurde noch in diesem Jahr zur Herrschaft erhoben. Er brachte nach und nach weitere Güter aus adligen Besitz, z. T. unter Umgehung des damals gültigen Lehenrechts in seinen Besitz und schuf so eine größere Adelsherrschaft bestehend aus 13 Dörfern, großen Anteilen am Flecken Werneuchen sowie Schloss und Stadt Alt-Landsberg. Bis 1708 gehörten, z. T. auch nur vorübergehend, folgende Orte zur Herrschaft Alt-Landsberg: Alt-Landsberg. 1654 erwarb Otto von Schwerin vom damaligen Kammergerichtsrat Blechschmidt 23 Hufen für 10.364 Taler und von den Gläubiger des Hilmar Ernst von Krummensee das Schloss und 21 Hufen für 9.444 Taler. 1655 brannten 50 von insgesamt 50 Häusern des Städtchens Altlandsberg nieder. Er kaufte 22 Hausparzellen auf und errichtete die abgebrannten Häuser auf seine Kosten oder gab den Bauherren Kredit, allerdings nur an Bürger reformierten Glaubens. Er legte den Kreditnehmer außerdem die Verpflichtung auf, nur an Altwustrow. Seit 1421 besaßen die v. Krummensee zu Altlandsberg fünf Sechstel des Dorfes Altwustrow. 1614 gingen diese fünf Sechstel auf die von der Marwitz über. 1689 gehörten sie dem Kurfürsten, ab 1693 zur Herrschaft Alt-Landsberg. Ein Sechstel gehörte schon vor 1472 den von Barfuß auf Prädikow. Bis 1670 konnte Otto I. von Schwerin diesen Anteil erwerben. 1706 wurde Gut Prädikow sowohl den von Barfuß als auch dem Otto II. von Schwerin abgesprochen und dem Paul Anton von Kameke verliehen. Buchholz. Eine Hälfte des Dorfes war schon vor 1416 in den Besitz der Familie v. Krummensee gekommen. 1444 belieh Friedrich II. die Brüder Arnd, Cuno und Kersten (Christian) sowie deren Vetter Heinrich von Krummensee mit dem halben Dorf Buchholz. 1482 konnten die v. Krummensee auch die andere Hälfte des Dorfes erwerben konnte. 1671 kaufte Otto von Schwerin Buchholz von denen v. Krummensee für 4.300 Taler. Um 1680 entstand ein Vorwerk mit 13 Hufen. Bruchmühle. Die Bruchmühle war eine von drei Wassermühlen in der Nähe bei Stadt Altlandsberg und existierte bereits 1428, wie aus Urkunden hervorgeht. Sie gehörte zusammen mit der Neuen Mühle den v. Krummensee, während die Blumenbergsche Mühle der Stadt Altlandsberg gehörte. Eggersdorf. Seit 1333 sind die v. Trebus als Besitzer des Dorfes nachgewiesen. Das Dorf zerfiel seit 1483 in zwei Besitzanteile (zwei Hälften). Eine Hälfte verblieb im Besitz der v. Trebus, die ihre Hälfte 1658 für 3.000 Taler an Otto von Schwerin verkaufte. Die andere Hälfte war 1483 in den Besitz der v. Röbel gekommen, die ihre Hälfte 1620 an die v. Pfuhl verkauften. Von den v. Pfuhl erwarb es Otto von Schwerin im Jahr 1660. Danach verpachtete er Eggersdorf gegen zwei Wispel Getreide und eine langsam von 70 auf 80 Taler steigende jährliche Pacht. Freudenberg gehörte 1375 dem Reinbold von Greiffenberg, der es zunächst 1412 dem Gericke von Holzendorf verpfändete. Nach 1414 muss das Pfand wieder eingelöst worden sein, denn 1420 verkaufte er Freudenberg an die Brüder Claus, Wilke und Otto von Arnim auf Biesenthal. bis 1577 den v. Arnim auf Biesenthal. In diesem Jahr kaufte Kurfürst Johann Georg den Besitz der v. Arnim auf Biesenthal und machte daraus ein landesherrliches Amt (Amt Biesenthal). Doch schon 1606 wurde es vom Amt Biesenthal abgetrennt und an Caspar v. Lindstädt gegeben. 1640 war es in den Besitz des Conrad v. Holzendorf gekommen. 1652 wurde Freudenberg von Freiherr Joachim Friedrich von Blumenthal erworben. 1649 hatte dieser schon das Rittergut Pretschen gekauft. 1672 ging Freudenberg für 900 Taler von dessen Witwe Elisabeth von Holzendorf in den Besitz von Otto von Schwerin über. Aus zehn Hufen, die 1682 als Ritterhufen anerkannt wurden, bildete er ein Vorwerk, das von einem Verwalter bewirtschaftet wurde. Dieser wohnte zunächst auf einem Bauernhof, später wurde ein eigenes Verwalterhaus errichtet. Nach dem Übergang an den Landesherrn wurde das Gutshaus Unterförsterei. Großbarnim (Ortsteil der Gemeinde Neutrebbin, Landkreis Märkisch-Oderland). Seit 1421 besaßen die v. Krummensee zu Altlandsberg fünf Sechstel des Dorfes Großbarnim. 1614 gingen diese fünf Sechstel auf die von der Marwitz über. 1689 gehörten sie dem Kurfürsten, ab 1693 zur Herrschaft Alt-Landsberg. Ein Sechstel gehörte schon vor 1472 den von Barfuß auf Prädikow. Otto I. von Schwerin erwarb diesen Anteil bis 1670. 1706 wurde das Gut Prädikow sowohl den von Barfuß wie auch dem Otto II. von Schwerin auf Altlandsberg entzogen und dem Paul Anto von Kameke geschenkt. Grunow (Ortsteil der Gemeinde Oberbarnim). Der Ort gehörte zum Gut Prädikow und kam 1667 zur Herrschaft Alt-Landsberg. 1706 wurde das Gut Prädikow von König Friedrich I. eingezogen und dem Paul Anto von Kameke verliehen. Hennickendorf (Ortsteil der Gemeinde Rüdersdorf). Der Ort kam schon im 13. Jahrhundert an das Kloster Zinna. Mit dessen Auflösung 1553 kam der Ort an das Amt Rüdersdorf. 1656 schenkte der Große Kurfürst seinem Staatsminister Otto von Schwerin zwei Amtskossäten aus Hennickendorf bzw. deren Dienste und Abgaben. Sie kamen 1686 an das Amt Rüdersdorf zurück. Hönow (Ortsteil der Gemeinde Hoppegarten). Seit 1268/79 bezog das Kloster Zinna Abgaben aus Hönow. 1375 besaß es zwei Drittel und Pacht und Zins, ein Drittel war im Besitz des Bürgers Krähenfuß in Berlin. Dieser Anteil war bis 1553 ebenfalls an das Kloster gekommen. Mit der Säkularisation des Klosters Zinna 1553 kam Hönow zum Amt Rüdersdorf. Ausgenommen waren Wagendienste und Bede, die die v. Arnim auf Biesenthal schon vor 1412 erworben hatten und bis 1577 behaupteten. Dieser Teil kam mit dem Gut Biesenthal an den brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg; er verblieb bis 1656 beim Amt Biesenthal. 1656 bekam Otto von Schwerin diese Teile von Hönow vom Kurfürsten in Anerkennung seiner Verdienste als Geschenk. Einen weiteren Anteil an Hönow hatte Otto von Schwerin 1655 von der Familie von Burgsdorf für 3675 Taler erworben. Hohenstein. Das Dorf war schon vor 1375 im Besitz der v. Krummensee zu Krummensee. Allerdings hatten auch noch andere Adlige und der Markgraf Rechte und Abgaben im Dorf. Später wurde das Dorf geteilt. Eine Hälfte war 1646 zunächst pfandweise, 1658 lehenweise an die v. Trotha gekommen, die ihre Hälfte 1660 an Otto von Schwerin verkauften. Für Ruhlsdorf und halb Hohenstein bezahlte er 2.800 Taler. Die andere Hälfte war im Besitz der v. Krummensee geblieben. Erst 1676 verkaufte Hilmar Ernst von Krummensee auf Neuenhagen seine Hälfte an Otto von Schwerin.