mini|Amt Bleckede um 1600 im Ämteratlas des Fürstentums Lüneburg von Johannes Mellinger Das Amt Bleckede war ein historisches Verwaltungsgebiet des Fürstentums Lüneburg, später des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover. Übergeordnete Verwaltungsebene war die Landdrostei Lüneburg. Der Amtssitz war Bleckede.

Geschichte Das Amt entstand um die seit 1271 nachweisbare Grenzfeste Bleckede und ihrer Elbzollstätte. Im ausgehenden Mittelalter wechselte der Besitz von Berg und Vogtei häufiger zwischen Welfen und Askaniern. Ab Ende des 14. Jahrhunderts waren sie im Pfandbesitz der Stadt Lüneburg. Herzog Ernst II. konnte das Amt erst nach langen Auseinandersetzungen 1600 wieder in Besitz nehmen.

1742 wurde das Amt Garze mit Bleckede vereinigt. Weitere Gebietsveränderungen folgten ab 1795 im Austausch mit den Ämtern Lüne, Scharnebeck und Winsen (Luhe). Die rechtselbischen Gemeinden Krusendorf und Sumte kamen 1820 an das Amt Neuhaus. 1852 wurde das Amt Bleckede um die Dörfer Neetze und Süttorf (aus dem aufgehobenen Amt Scharnebeck), Breetze (vom Amt Lüne), Bresse (vom Amt Dannenberg) und das ursprünglich sachsen-lauenburgische geschlossene Gericht Lüdersburg (mit Jürgenstorf) vergrößert. 1885 wurde das Amt Bleckede mit dem Amt Neuhaus zum neuen Kreis Bleckede zusammengeschlossen und 1932 in den Kreis Lüneburg eingegliedert.

Gemeinden Das Amt umfasste bei seiner Aufhebung (1885) folgende Gemeinden: Ahndorf Barskamp Bleckede Bockelkathen Boitze Brackede Breese am Seißelberge Breetze Bruchdorf Buendorf Carrenzien Dahlem Dahlenburg Dübbekold Eichdorf Eimstorf Ellringen Garge Garlstorf Garze Gienau Göddingen Harmstorf Jürgenstorf Karze Katemin Kleinburg Köhlingen Köstorf Kovahl Lemgrabe Lüben Lüdersburg Moislingen Mücklingen Nahrendorf Neetze Neetzendorf Nieperfitz Nindorf Oldendorf Pommoissel Quickborn Radegast Reeßeln Rosenthal Seedorf Stiepelse Süttorf Tosterglope Ventschau Viehle Vindorf Vogelsang von Estorff’scher Acker Vorbleckede Walmsburg Wendewisch Wendisch Bleckede Wendischthun

Amtmänner 1550–1623: Fritz von dem Berge 1754–1758: Johann Justus Friedrich Tormin, Amtsauditor 1818–1820: Friedrich Johann Heinrich Wilhelm von der Wense, Oberhauptmann 1820–1836: Heinrich August Meyer, Amtmann, Vater von Auguste von der Decken 1837–1846: Friedrich Heinrich Justus Böse, Amtmann 1847–1866: Ernst Wilhelm Ferdinand Wendt, Amtmann, ab 1850 Oberamtmann 1867: vakant 1868–1875: Alexander Otto Jacob Heise, Amtmann 1876–1877: Barth, Amtmann (kommissarisch) 1877–1885: August von Harling, Amtmann, 1885–1886 Landrat des Kreises Bleckede

Literatur Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen. Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981. Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 201–205.

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