mini|Aung San Suu Kyi (2013)rahmenlos|zentriert|klasse=skin-invert-image Aung San Suu Kyi (; []; * 19. Juni 1945 in Rangun, Britisch-Birma) ist eine birmanische Politikerin. Sie setzte sich seit den späten 1980er Jahren für eine gewaltlose Demokratisierung ihres Heimatlandes ein und wurde als herausragende Vertreterin im Freiheitskampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit gewürdigt.Große Menschenrechtler – Geschichte der Menschenrechte; in: ARD, TV-Reihe „Planet Wissen“ 1991 erhielt sie hierfür den Friedensnobelpreis.

Am 13. November 2010 entließ die Militärregierung Myanmars Aung San Suu Kyi aus ihrem insgesamt 15 Jahre währenden Hausarrest. Aung San Suu Kyi war von 1988 bis 2011 Generalsekretärin der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) und ist seit 2011 Vorsitzende der Partei.

Bei den Nachwahlen zum birmanischen Unterhaus Pyithu Hluttaw vom 1. April 2012 gewann sie die Abgeordnetenwahl im Wahlkreis Kawhmu.Thomas Fuller: From Prisoner to Parliament in Myanmar, The New York Times, 1. April 2012. Ihre Partei gewann 43 der 45 neu zu besetzenden Parlamentssitze.Behörden bestätigen Erdrutschsieg der Opposition. Spiegel online, 3. April 2012, abgerufen am 27. November 2012. Am 2. Mai 2012 legte sie ihren Eid als Parlamentsabgeordnete ab. Am 8. November 2015 gewann die NLD unter ihrer Führung bei den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit der Sitze und wählte im März 2016 Aung San Suu Kyis engen Parteifreund Htin Kyaw mithilfe einiger Kleinparteien mit einer Zweidrittelmehrheit zum Präsidenten. Aung San Suu Kyi wurde unter ihm als Staatsberaterin Regierungschefin, Ministerin des Büros des Präsidenten und Außenministerin von Myanmar. Nach einem Militärputsch im Februar 2021 steht sie erneut unter Hausarrest. Im Dezember 2021 wurde sie von einem Sondergericht der Militärregierung wegen Gewaltaufruf und Verstoß gegen COVID-19-Pandemie-Auflagen zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt, wenige Stunden nach dem Urteil wurde das Strafmaß auf zwei Jahre Hausarrest herabgesetzt. Menschenrechtler stufen die Verfahren als einen Schauprozess ein.

Der Internationale Strafgerichtshof und der Internationale Gerichtshof begannen mit Ermittlungen zu Vorwürfen eines Völkermords an den Rohingya, der während ihrer Regierungszeit in Myanmar geschehen sein soll.

Im Dezember 2022 wurde Aung San Suu Kyi zu weiteren sieben Jahren Haft verurteilt. Sie hatte die Vorwürfe, etwa wegen Korruption, als politisch motiviert zurückgewiesen.Kreise: Suu Kyi zu weiteren sieben Jahren Haft verurteilt orf.at, 30. Dezember 2022, abgerufen am 30. Dezember 2022.

Leben Familie und Ausbildung Aung San Suu Kyi ist die Tochter von Aung San, Kommandeur der Burma Independence Army (BIA) und Präsident der Anti-Fascist People’s Freedom League (AFPFL) sowie Vorkämpfer für die Unabhängigkeit des damaligen Birmas vom Vereinigten Königreich, und Ma Khin Kyi, erste weibliche Botschafterin Birmas in Indien. 1947 wurde ihr Vater während einer Kabinettssitzung ermordet. Daw Khin Kyi – „Daw“ ist die ehrenvolle Anrede einer Frau in der birmanischen Sprache – wurde eine bekannte Figur des politischen Lebens in Birma, wo sie vor allem in der Sozialpolitik tätig war.

Aung San Suu Kyi wuchs in Indien auf, wo ihre Mutter ab 1960 Birma als Botschafterin vertrat. Nach dem Highschool-Abschluss in Neu-Delhi ging sie nach England und studierte von 1964 bis 1967 am St Hugh’s College an der University of Oxford. Dort schloss sie ihr Studium 1967 mit dem Bachelor in Philosophie, Politik und Wirtschaft ab. Von 1969 bis 1971 arbeitete sie im UN-Sekretariat in New York (Verwaltungs- und Finanzabteilung), in ihrer Freizeit war sie ehrenamtlich in einem Krankenhaus tätig. 1972 heiratete sie den britischen Tibetologen Michael Aris, mit dem sie zwei Söhne hat.

Oxford und Kyōto 1974 zogen Aung San Suu Kyi und Michael Aris nach Oxford, wo Aris an der Universität angestellt war. Aung San Suu Kyi begann zu schreiben und recherchierte bezüglich des Lebens ihres Vaters, über den sie 1984 ein Buch veröffentlichte. Von 1985 bis 1986 bezog sie ein Stipendium in Kyōto, Japan, und recherchierte weiter über den Aufenthalt ihres Vaters in diesem Land. In der Folge entstanden weitere Veröffentlichungen über Birma.

Parteivorsitzende der NLD 1988 kehrte sie wegen einer Krankheit ihrer Mutter in ihre Heimat zurück. Dadurch erlebte sie den Sturz des Militärdiktators Ne Win und die folgenden blutigen Aufstände mit. Am 26. August desselben Jahres hielt sie ihre erste Rede, in der sie sich für eine „demokratische Entwicklung in Birma“ einsetzte. Drei Wochen später folgte die nächste Militärregierung, die jegliche demokratische Bestrebungen verbot. Am 27. September wurde die Nationale Liga für Demokratie (NLD) mit Aung San Suu Kyi als Parteivorsitzender gegründet. Die politischen Ziele sollen mit zivilem Ungehorsam und gewaltfrei erreicht werden. Trotz aller Drohungen und Gewalt gegen ihre Anhänger setzte sie ihren Wahlkampf fort. Ihre Aufstellung zu den Wahlen wurde im Februar 1989 verboten. Sie selbst wurde ab Juli 1989 zum ersten Mal unter Hausarrest gestellt mit der Begründung, sie gefährde die staatliche Sicherheit., Xinhua vom 13. November 2010. Studenten, die bei ihr waren, wurden verhaftet, worauf sie so lange in einen Hungerstreik ging, bis ihr deren gute Behandlung zugesichert wurde. 1990 gewann ihre Partei die Wahlen, das Ergebnis wurde aber von den Militärs nicht anerkannt.

Am 14. Oktober 1991 wurde Aung San Suu Kyi „für ihren gewaltlosen Kampf für Demokratie und Menschenrechte“ der Friedensnobelpreis zuerkannt.Pressemitteilung des Norwegischen Nobelkomitees vom 14. Oktober 1991 (englisch). Ihr Ehemann und ihre beiden Söhne nahmen ihn am 10. Dezember in ihrem Namen entgegen, da Aung San Suu Kyi befürchtete, dass ihr die Wiedereinreise nach Myanmar verweigert würde, falls sie selbst zur Preisverleihung nach Oslo reiste. Im Jahre 2012 konnte sie in Oslo bei einer nachgeholten Festveranstaltung des Nobelpreiskomitees eine Dankesrede halten.

Erst am 10. Juli 1995, nach rund sechs Jahren, wurde Aung San Suu Kyis Hausarrest aufgehoben. Jedoch blieb ihr Bewegungsspielraum für mindestens weitere vier Jahre sehr eingeschränkt und man war immer wieder besorgt um ihr Überleben – trotz oder gerade wegen ihrer Popularität im Lande. Andererseits wurde es Journalisten und UN-Mitgliedern mehrfach erlaubt, sie zu besuchen, nicht so allerdings ihrem Mann, den sie von 1995 bis zu seinem Tod am 27. März 1999 nicht mehr wiedersah.

Am 6. Dezember 2000 verlieh US-Präsident Bill Clinton ihr die Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“), die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Die irische Rockband U2 setzte ihr 2001 mit dem Lied Walk on aus dem Album All that you can’t leave behind ein musikalisches Denkmal.

Weitere Festnahmen und Hausarrest Zum zweiten Mal wurde sie unter Hausarrest gestellt, nachdem sie gegen das Reiseverbot verstoßen und sich nach Mandalay begeben hatte. Der Arrest dauerte vom 22. September 2000 bis zum 6. Mai 2002.

Nach einem der Regierung zugeschriebenen Überfall auf ihre Wagenkolonne am 31. Mai 2003 in Dabayin, in der Sagaing-Division, nahm die Militärführung Aung San Suu Kyi erneut fest. Nachdem sie eine Zeit lang im Gefängnis war und operiert wurde, stand sie seither erneut unter Hausarrest in Rangun. Am 24. Oktober 2005 hatte sie insgesamt zehn Jahre unter Hausarrest verbracht: 1989 bis 1995, 2000 bis 2002 und von Mai 2003 bis einschließlich 24. Oktober 2005. Am 28. November 2005 wurde er offiziell um ein halbes Jahr verlängert.

Am 20. Mai 2006 kam es zu einem Treffen zwischen Aung San Suu Kyi und dem UN-Gesandten Ibrahim Gambari in Rangun. Es war ihr erstes Treffen mit einem ausländischen Vertreter seit über drei Jahren und fand im Rahmen einer neuen diplomatischen UN-Mission statt, in der mit der birmanischen Regierung über die Achtung der Menschenrechte und die Wiedereinführung der Demokratie gesprochen wurde. Allen Hoffnungen auf eine Freilassung zum Trotz verfügte das Regime am 26. Mai die erneute Verlängerung des Hausarrests um ein Jahr. Nach Ablauf dieser Periode wurde er ungeachtet aller Appelle der Weltöffentlichkeit am 25. Mai 2007 erneut um ein Jahr verlängert.

Während der Proteste der Mönche („Mönchsmärsche“) gelang es einer Gruppe von etwa 1000 Mönchen, am 22. September 2007 zu ihrem Anwesen in der University Avenue 54 vorzudringen, worauf sie für etwa 15 Minuten vor das Haus trat. Es war ihr erstes Erscheinen in der Öffentlichkeit seit über vier Jahren.http://www.arabnews.com/node/303696 Gerüchte über ihre angebliche Verhaftung wurden von einem asiatischen Diplomaten dementiert. Nach zwei Treffen mit dem UN-Sondergesandten Ibrahim Gambari am 30. September und 2. Oktober 2007 machte die Junta angesichts des öffentlichen Drucks ein Gesprächsangebot. Sofern Aung San Suu Kyi von ihrem „Kurs der Konfrontation, Verwüstung und Sanktionen“ ablasse, werde sich Machthaber Than Shwe persönlich mit ihr treffen. Als sie am 8. November „im Interesse der Nation“ auf das Angebot einging, markierte dies den Beginn einer Kampagne, in der das Regime ihr ihren angeblichen Vertretungsanspruch für alle Nationalitäten Myanmars absprach. UN-Unterhändler Gambari hatte ihre Erklärung nach Rückkehr von seiner zweiten Krisenmission in Singapur verlesen.Democratic Voice of Burma: (9. November 2007).

Am 25. Oktober 2007 begann das Regime, eine Reihe von Treffen mit dem neu ernannten ‚Verbindungsminister‘ Aung Kyi zu arrangieren. Im Rahmen dieser medienwirksam inszenierten Gespräche durfte Aung San Suu Kyi am 9. November 2007 erstmals seit Mai 2003 auch Mitglieder der Nationalen Liga für Demokratie treffen.Democratic Voice of Burma: (12. November 2007). Obwohl es geheißen hatte, man wolle sich im wöchentlichen Rhythmus austauschen,Michael Heath: Myanmar Junta Avoids Suu Kyi Talks, BBC Says, Citing Opposition bei Bloomberg.com (18. Dezember 2007). kam es lediglich zu fünf Terminen. Das Treffen mit dem Verbindungsminister am 19. November 2007The New Light of Myanmar (PDF; 1 MB), Ausgabe vom 20. November 2007. fand zu einem Zeitpunkt statt, zu dem gerade das 13. Gipfeltreffen der ASEAN-Staaten in Singapur abgehalten wurde.Jochen Buchsteiner: bei faz.net, 20. November 2007 (abgerufen am 27. November 2012). Nach dem letzten Treffen am 30. Januar 2008 berichteten Mitglieder ihrer Partei von ihrer Unzufriedenheit über den schleppenden Fortgang der Diskussionen.Wai Moe: . In: The Irrawaddy (31. Januar 2008). Abgerufen am 27. November 2012. Mit der Ankündigung eines Referendums über die neuerarbeitete VerfassungBurma sets date for referendum and general election. In: Mizzima News (22. April 2008). Abgerufen am 27. November 2012. und den folgenden Verlautbarungen hat das Regime zu erkennen gegeben, dass es an einem weiteren „Dialog“ mit Aung San Suu Kyi kein Interesse mehr hat.

Der US-Kongress versah sie nach einstimmigem Votum am 17. Dezember 2007 mit der „Kongress-Medaille in Gold“.. In: Mizzima News (3. Februar 2008). Abgerufen am 27. November 2012. Ihre kanadische Ehrenbürgerschaft (seit 2007) wurde Ende September 2018 vom Parlament einstimmig widerrufen, da die Trägerin sich weigert, den Völkermord an den Rohingya zu verurteilen.Mps vote to revoke aung san suu-kyis honorary Canadian citizenship/, Ottawa Citizen, 27. September 2018

Gerichtsverfahren 2009 Im Mai 2009 wurde Aung San Suu Kyi wenige Tage vor Auslaufen ihres Hausarrestes verhaftet und wegen Missachtung der Hausarrest-Bestimmungen in das Insein-Gefängnis in Rangun gebracht. Dort wurde gegen sie ein Prozess mit dem Vorwurf eröffnet, sie habe vom 3. bis zum 5. Mai einen US-Amerikaner in ihrem Haus beherbergt.. In: Xinhua (28. Juli 2009). Abgerufen am 27. November 2012.