Das Gardaland Resort, meist nur als Gardaland bezeichnet, ist ein am Gardasee gelegener Themen- und Freizeitpark-Komplex in der Gemeinde Castelnuovo del Garda in der Region Venetien. Der Freizeitpark wurde am 19. Juli 1975 eröffnet und ist mit rund 3 Millionen Besuchern im Jahr 2024 der größte Freizeitpark in Italien und der siebtgrößte Freizeitpark in Europa. Seit Oktober 2006 ist der Park im Eigentum der Merlin Entertainments Group.

Das Resort umfasst neben dem Freizeitpark Gardaland auch den Legoland-Wasserpark, das Gardaland Sea Life Aquarium und drei Hotels.

Geschichte Gründerjahre Gardaland wurde 1975 nach einer Idee von Livio Furini im Ortsteil Ronchi eröffnet. Angeregt durch einen Besuch des 1965 in Betrieb genommenen Freizeitparks „Edenlandia“ in Neapel erwarb Furini 1971 ein 60.000 m² großes weitgehend brachliegendes Grundstück zwischen den Gemeinden Lazise und Castelnuovo del Garda an der Mündung des Torrente Dugale in den Gardasee. Zusammen mit anderen Investoren gründete er die S.r.l. „Gardaland“. Im Oktober 1974 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft mit 40 Teilhabern umgewandelt, in der Furini als Vorstandsvorsitzender agierte. Nachdem auch die Gemeinde Castelnuovo del Garda dem Projekt zugestimmt hatte, begannen noch im Oktober die ersten kleineren Arbeiten. Eine Beschleunigung erfuhren die Bauarbeiten dann Anfang 1975.Marco Bressan: Gardaland degli inizi: Intervista a Giorgio Tauber. S. 57. Furini kümmerte sich nicht nur um die Baugenehmigungen, sondern achtete auch darauf, dass der im Entstehen begriffene Park sich an die natürliche Gegebenheiten anpasste.

Wegen fehlender Fachkräfte, Baufehlern und finanzieller Schwierigkeiten verzögerten sich nicht nur die Arbeiten, sondern auch einzelne Attraktionen mussten in verkleinerter Form fertiggestellt werden. So sollte die von Walt Disney inspirierte einstöckige Burg am Parkeingang ursprünglich mehrstöckig errichtet werden. Als der Park am 19. Juli 1975 eröffnet wurde, waren die Arbeiten immer noch nicht ganz abgeschlossen. Zu den ersten Attraktionen gehörten unter anderem die noch bestehende Schmalspurbahn „TransGardalandExpress“, eine Bootssafari, die später in „Tunga“ umbenannt wurde und bis 2009 bestand und ein Delphinarium.

Erster Direktor des Parks war Giorgio Tauber, der den Park bis 1995 leitete. Bei seiner Eröffnung besaß Gardaland 21 Attraktionen, darunter auch Kurioses, wie einen Angelteich für Sportfischer.Marco Bressan: Gardaland degli inizi: Intervista a Giorgio Tauber. S. 59. Die Umsetzung des Projektes hatte 200 Millionen Lire gekostet. Im ersten Betriebsjahr besuchten 100.000 Personen den Park. Bei einem Eintrittspreis von 1750 Lire wurde im ersten Jahr 140 Millionen Lire umgesetzt.

Furini legte nach Differenzen mit den anderen Vorstandsmitgliedern über die weitere Zukunft seiner Schöpfung sein Amt als Vorstandsvorsitzender noch im Jahr der Eröffnung nieder. 1977 wurde Febo Conti als künstlerischer Leiter des Parks engagiert. Der ehemalige Anhänger der faschistischen Italienischen Sozialrepublik hatte zuvor bei der RAI als Radio- und Fernsehmoderator Karriere gemacht, war aber aufgrund seiner von ihm stets bestrittenen Verwicklung in den von Junio Valerio Borghese 1970 geplanten Staatsstreich vom staatlichen Sender entfernt worden.Enrico Deaglio: C’era una volta in Italia: 1970–1979. S. 321.

1978 konnte durch den Erwerb weiterer Grundstücke die Parkfläche bis zum Uferbereich des Gardasees ausgeweitet werden.Marco Bressan: Gardaland degli inizi: Intervista a Giorgio Tauber. S. 58. Bis 1982 blieben die Aufbauten und Kulissen unverändert, ausgebaut wurde das Angebot durch neue Fahrgeschäfte oder durch Verbesserungen der bereits bestehenden Attraktionen. Im Laufe der Zeit nahm auch die Automatisierung und Mechanisierung der Fahrgeschäfte zu. So waren beispielsweise für den Betrieb der Bootssafari „Safari Africano“ bis zur vollständigen Automatisierung noch sieben Angestellte nötig.Marco Bressan: Gardaland degli inizi: Intervista a Giorgio Tauber. S. 62.

Die 1980er und 1990er Jahre Die 1980er Jahre waren durch einen rasanten Wachstum gekennzeichnet. Gefördert vor allem durch die Zusammenarbeit mit der Berlusconi Holding Fininvest, zunächst durch Werbespots auf den Berlusconi-Kanälen, ab 1984 durch eine in Gardaland aufgezeichnete und von Paolo Bonolis moderierte Unterhaltungsshow, die bis 1992 bestand. 1985 wurde auf der erweiterten Parkfläche mit der von Mack Rides gefertigten Wildwasserbahn „Colorado Boat“ und der Achterbahn „Magic Mountain“ weitere Fahrgeschäfte in Betrieb genommen. Letztere war auch die erste Stahlachterbahn, die in Italien überhaupt den Betrieb aufnahm. Mitte der 1980er entstand auch das von Valerio Mazzola entworfene Maskottchen „Prezzemolo“ (italienisch für Petersilie) . Der mit seinem Bruder Bruno seit Anfang der 1980er Jahre in Gardaland als Bühnenbildner tätige Mazzola hatte sich bei seiner Kreation von bekannten Disneyfiguren inspirieren lassen. 1986 wurde die Kinderachterbahn „Prezzemolo-Tour“ in Betrieb genommen. Die später in „Ortobruco Tour“ umbenannte Anlage, war bei ihrer Eröffnung und weit darüber hinaus die größte Kinderachterbahn der Welt.

Infolge der Ausweitung der Sommeröffnungszeiten bis 24:00 Uhr und dem Anstieg der Besucherzahlen auf 1,27 Millionen Besucher wurde zwischen 1985 und 1986 das erste große Selbstbedienungsrestaurant „Aladin“ mit 1000 Plätzen errichtet. Der 1986 eröffnete Bau war der erste mit einer Doppelfunktion im Park, da über dem Restaurant der sogenannte arabische Suq eingerichtet wurde, mit Kiosken, Eisdiele, Souvenirgeschäft und einer Ersten-Hilfe-Station. 1988 wurde die Dark-Ride-Attraktion „Valle dei Re“ (italienisch für „Tal der Könige“) eröffnet, die von den Besuchern begeistert aufgenommen wurde. Der Eingangsbereich war eine Nachbildung im Maßstab 1:2 des Tempels von Abu Simbel. Der Bau besitzt eine Fläche von 4200 m² und hat zwei Stockwerke. 50 vollautomatisierte Wagons führten die Besucher spielerisch durch das alte Ägypten. Die Baukosten betrugen 12 Milliarden Lire. Zwischen 1988 und 1989 wurde weitere acht Fahrgeschäfte in Betrieb genommen. Die Hälfte waren auf Familien mit Kindern ausgerichtet. Als Publikumsmagnet erwies sich allerdings der 1989 eröffnete Condor „Ikarus“.

Zu Beginn der 1990er Jahre wurde die Parkfläche erneut erweitert. Nach fünfjährigen Kaufverhandlungen konnten am nördlichen Parkrand angrenzende Grundstücke in Richtung der Ortschaft Pacengo erworben werden.Marco Bressan: Gardaland degli inizi: Intervista a Giorgio Tauber. S. 64. Zwischen 1991 und 1992 kam der Themenbereich Piraten mit einem englischen Dorf und der spektakulären Dark-Ride-Attraktion „I Corsari“ hinzu. Allein das Projekt „I Corsari“ verschlang 60 Milliarden Lire und war eine der teuersten Investitionen des Parks. Das Fahrgeschäft wurde in vier Jahren Bauzeit vollständig unterirdisch auf drei Stockwerken und einer Fläche von 6000 m² angelegt. 1997 wurde das alte Delphinarium durch den 1500 Sitzplätze bietenden Neubau „Palablù“ ersetzt. Bei der Einweihung war es das größte Delphinarium in Italien. 1998 kam die Achterbahn Blue Tornado und der Freefalltower „Space Vertigo“ hinzu und 1999 wurde die Rapid River Attraktion „Jungle Rapids“ eröffnet.

Die 2000er und 2010er Jahre Im Jahr 2000 wurde ein neuer Eingangsbereich geschaffen und der alte Eingang mit der Burg nur noch für Abonnenten freigegeben. In der Burg selber wurde eine Informationsstelle eingerichtet. Durch die Verlegung des Personalparkplatzes wurde 2001 Platz für den Familien-Themenbereich „Fantasy Kingdom“ geschaffen, in dem auch das Maskottchen „Prezzemolo“ sein Zuhause fand. 2003 wurde die Wasserachterbahn „Fuga da Antlantide“ zusammen mit dem Themenbereich „Il Regno perduto“ (italienisch für das verlorene Reich) eröffnet. Bei ihrer Eröffnung war sie nicht nur die größte Wasserachterbahn Europas, sondern besaß auch das größte Wasserbecken auf dem alten Kontinent.

Durch das Vier-Sterne-Hotel „Gardaland Hotel Resort“ wurde 2004 eine erste Übernachtungsmöglichkeit mit 236 Zimmern, 5 Junior Suiten und 3 Suiten in direkter Nachbarschaft des Parks geschaffen. 2005 wurde mit „Sequoia Adventure“ die erste Screaming-Squirrel-Achterbahn der Welt eröffnet, die allerdings wegen technischer Probleme des Öfteren ausfiel. Im gleichen Jahr wurde Gardaland in einer vom Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlichten Studie weltweit auf den 5. Platz der erfolgreichsten Vergnügungsparks gesetzt.

2006 wurde das „Gardaland Theater“ mit 1300 Sitzplätzen eingeweiht. Es bietet einen Zusammenschnitt der großen amerikanischen Musicals. Im Oktober 2006 erwarb die Blackstone Group 90,8 % des Gardalands für ca. 500 Millionen Euro von den Vorbesitzern Investindustrial und Aletti Merchant (Banco Popolare di Verona e Novara) und integrierte es in die Merlin Entertainments Group. Der Eröffnung des „Gardaland Theaters“ folgte im Jahr darauf die Einweihung des mit Spezialeffekten ausgestatteten Lichtspieltheaters „Time Voyagers“. 2008 eröffnete das Gardaland-Sea-Life mit 3500 m² und 35 Becken. In der Saison 2008 nahm auch eine neue Achterbahn im Park den Betrieb auf, eine 1030 Meter lange Minenachterbahn von Vekoma mit Namen Mammut mit dem Thema „Gletscher“, die sich zu einer der populärsten Attraktionen des Parks entwickeln sollte. Im gleichen Jahr schloss mit dem Dark-Ride „Valle del Re“ eine der bis dahin beliebtesten Attraktionen, die nach einem Restyling erst 2019 als „Ramses, il risveglio“ (italienisch für Ramses, die Wiedererweckung) als erste interaktive Dark-Ride-Attraktion des Parks wieder eröffnet werden sollte.

Weniger erfolgreich war das 2010 in Betrieb genommene Geisterhaus „Infernis“, das bereits nach einer Saison geschlossen wurde. 2011 eröffnete eine weitere neue Achterbahn im Park von B&M mit dem Namen Raptor. Die Bahn ersetzte die Wasserbahn „Tunga“, die als „Safari Africano“ bereits seit der Parkeröffnung 1975 bestand. Zwischen 2012 und 2013 wurden keine neuen Fahrgeschäfte in Betrieb genommen und man konzentrierte sich auf die Produktion von neuen Shows und Filmen mit Spezialeffekten. 2014 wurde der Kinder-Themenbereich „Prezzemolo Land“ eingeweiht. Zum 40. Jahrestag des Parkes wurde 2015 mit dem Dive Coaster „Oblivion – The Black Hole“ nach vier Jahren wieder ein neues Fahrgeschäft in Betrieb genommen. 2016 eröffnete in Zusammenarbeit mit DreamWorks der Themenbereich „Kung Fu Panda“ sowie mit dem „Gardaland Adventure Hotel“ das zweite Themenhotel mit 100 Zimmer, die den vier Themen Arktis, Western, Dschungel und Arabien zugeordnet sind. Der Versuch im Jahr darauf die Achterbahn „Shaman“ mit Head-Mounted Displays virtuell zu bereichern, war aufgrund der langen Ladezeiten der Software und der damit verbundenen Wartezeiten vor Fahrtbeginn ein Flop. Bereits nach einer Saison nahm man Abstand davon und Betrieb die Achterbahn wieder im Normalbetrieb. Von den Fans ebenfalls nicht positiv aufgenommen wurde das 2018 eröffnete Restyling der Dark-Ride-Attraktion „I Corsari: la vendetta del fantasma“ (italienisch für die Korsaren: die Rache des Gespensts). Vom Publikum besser angenommen wurde der im selben Jahr eröffnete Themenbereich Peppa Pig Land, mit Kindereisenbahn, Heißluftballon und Pirateninsel, der bei Kindern beliebten Zeichentrickfigur Peppa Wutz.Gardaland: Drei neue fantastische Attraktionen 2018 gardasee.de, abgerufen am 26. Mai 2025 2019 eröffnete mit dem „Gardaland Magic Hotel“ das dritte Hotel des Parkes. Die ebenfalls 2019 eröffnete Attraktion „Foresta Incantata“ (italienisch für Zauberwald) konnte die Erwartungen der Besucher ebenfalls nicht erfüllen und wurde wegen der langen Wartezeiten heftig kritisiert. Im Juni 2019 wurde die Übernahme der Merlin Entertainments Group durch die Lego-Holding Kirkbi für 6,6 Milliarden Euro publik, die damit auch die Kontrolle über Gardaland übernahm.

Die 2020er Jahre