Larry Towell (* 1953 in Chatham-Kent, Ontario) ist ein kanadischer Fotograf, Volksmusiker, Geschichtenerzähler und Mitglied der Fotoagentur Magnum.

Leben Larry Towell, Sohn eines Autoschlossers, entstammt einer Familie mit mexikanischen Wurzeln. Er wuchs im ländlichen Ontario auf und besuchte zunächst regionale Schulen. Danach studierte er Bildende Kunst an der York University in Toronto. Das Studium weckte sein Interesse an der Fotografie. 1976 ging Towell als Freiwilliger nach Kalkutta, Indien und begann nebenbei zu fotografieren. Die offensichtlichen Gegensätze von Arm und Reich, besonders die Situation der notleidenden Landbevölkerung ohne Grundbesitz, der Landlosen, beschäftigten ihn.Towell Biografie bei Magnum Nach seiner Rückkehr nach Kanada lehrte er zunächst Volksmusik und Dichtkunst, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. 1984 entschloss er sich, ganz als freischaffender Fotograf zu arbeiten.

Seine ersten Fotoreportagen machte Towell über die Konterrevolutionäre in Nicaragua, den Bürgerkrieg in El Salvador, den Protesten der Verschwundenen in Guatemala und um amerikanische Vietnam-Veteranen, die daran arbeiteten, Vietnam wieder aufzubauen. Seine erste Fotoreportage beleuchtete die ökologischen Schäden, die das Leck des Tankers Exxon Valdez verursacht hatte.

Nachdem unter anderem die Zeitschriften The New York Times, Life, und Rolling Stone Fotoreportagen von Larry Towell veröffentlicht hatten, wurde er im Jahr 1988 als erstes kanadisches Mitglied in die Fotoagentur Magnum aufgenommen. Er hatte den Konflikt zwischen Israel und Palästina dokumentiert und mennonitische Einwanderer auf ihren Arbeitsstellen in Mexiko fotografiert. Eine sehr persönlichen Arbeit von ihm zeigte das Leben auf der Farm seiner Familie im südlichen Ontario.Towell-Porträt der Galerie Bulger Aufmerksamkeit weckten auch seine Reportagen von den kriegerischen Ereignissen in Afghanistan.

Er verwendet stets traditionellen Negativ-Film und hält nichts von digitalen Möglichkeiten: Schwarz-Weiß ist immer noch die poetische Form der Fotografie, wird er zitiert, Digital ist gut für den Schnellschuss. Schwarz-Weiß dagegen bedingt ein Engagement von Zeit und Liebe des Fotografen. Zur eindrucksvollen Darstellung der Befindnis einzelner Menschen in zerstörter Landschaft greift Towell gern zu einer Panoramakamera.

Seine Arbeiten insgesamt umfassen Fotobücher, Gedichte und mündlich Überliefertes traditioneller Geschichtenerzähler. Auf Audio-CDs hat er Geschichten und Lieder seiner Begegnungen in verschiedenen Ländern aufgenommen. Towell lebt mit seiner Frau Ann und ihren vier Kindern auf einer Farm in Lambton County Ontario.

Auszeichnungen (Auswahl) 2007: Achievement In Filmmaking Award, New York Independent Film And Video Festival 2005: Prix Nadar für No Man's Land 2003: Prix Henri Cartier-Bresson 2000: Society for News Design Award, La Nacion 1999: Hasselblad Foundation Award 1998: 1. Preis Alfred Eisenstaedt Award 1998: Pictoral Prize, Pictures of the Year Foundation, University of Missouri 1998: Overseas Press Club, New York, Citation of Excellence 1998: Society of Publication Designers, Magazine of the Year,The New York Times 1998: Society of Publication Designers, Merit Award, The New York Times Magazine 1997: Golden Light (Best Monograph Award) 1996: Leica Oskar Barnack Award 1996: El Mundo Award 1995: Ernst Haas Foundation Award 1994/95: Goldmedaille, Canadian National Awards 1994: Foto des Jahres, Canon Photo Essay Award 1994: World Press Photo, Erster Preis in der Kategorie Daily Life Stories und Erster Preis in der Kategorie: General News Stories 1994: Bestes Foto des Jahres, World Press Photo 1993: Erster Preis in der Kategorie: Daily Life Stories, Pressefoto des Jahres 1991/93: Goldmedaille, Western Canada Magazine Awards 1991: W. Eugene Smith Foundation Award 1991: Silbermedaille, Canadian National Awards

Ausstellungen (Auswahl) 2012: Royal Ontario Museum, Toronto, KanadaLarry Towell and Donovan Wylie: Afghanistan 2006: FOAM, Amsterdam 2005: No Man's Land - Fondation Henri Cartier-Bresson, Paris, France 2001: National Portrait Gallery, Edinburgh, UK 2001: Canadian Museum of Contemporary Photography, Ottawa, Kanada 1997: Noorderlicht Photo Festival, Groningen, Niederlande 1997: Circulo de Bellas Artes, Madrid, Spanien 1994: Carnets de Voyage – Canadian Museum of Contemporary Photography 1991: Le Mois de la Photo – Maison de la Culture Plateau, Montreal, Kanada

Schriften Ruins: Afghanistan (2009) The Cardboard House. MSF Peru – Action on Aids|Verlag Trolley Books 2008. ISBN 978-1-904563-71-6 The World From My Front Porch (2008) In the Wake of Katrina (2006) No Man's Land (2005) ISBN 978-2-84597-144-8 The Mennonites (2000) Then Palestine (1999) El Salvador (1997) House on Ninth Street (1994) The Prison Poems of Ho Chi Minh (1992) Somosa's Last Stand (1990) Gifts of War (1988) Burning Cadillacs (1983)

Einzelnachweise

Weblinks Larry Towell In: magnumphotos.com (englisch)

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