Karl Theodor von Thurn und Taxis (* 17. Juli 1797 in Prag; † 21. Juni 1868 in München) war ein bayerischer General der Kavallerie aus der böhmischen Linie des Hauses Thurn und Taxis.

Leben Herkunft Er war der vierte Sohn von Prinz Maximilian Joseph von Thurn und Taxis und der Maria Eleonore Prinzessin von Lobkowitz (1770–1834). Einjährig erhielt er durch seinen Taufpaten, dem Kurfürsten Karl Theodor von Bayern, am 3. Juni 1798 die Inhaberschaft über das familieneigene Dragonerregiment „Taxis“ übertragen.

Militärkarriere Prinz Karl Theodor trat am 8. September 1814 beim 4. Chevauxlegers-Regiment „König“ in Augsburg in die Bayerische Armee ein. Zu Beginn des Feldzuges von 1815 trat er als Adjutant im Hauptquartier des Fürsten von Wrede ein. 1830 stieg er zum Generalmajor auf, erhielt am 16. Juli 1837 das Großkreuz des Hausordens vom Weißen FalkenStaatshandbuch des Großherzogtums Sachsen Weimar-Eisenach für das Jahr 1840. Weimar 1840, S. 10. und avancierte 1838 zum Generalleutnant. Am 31. März 1848 übernahm er die 4. Division, welche den Aufstand in der Pfalz auf der Grundlage der preußischen Kämpfe niederschlug. Es gelang Karl Theodor durch energisches Auftreten die Ruhe und Ordnung wiederherzustellen.

Am 20. November 1848 wurde er zum Kommandanten des II. Armee-Korps ernannt. Das westfränkische Korps unter seinem Oberkommando hatte am 18. Juni 1849 mit 9.500 Mann die Grenze der Rheinpfalz bei Oppenheim vollständig überschritten, nachdem sie den Einmarsch am 16. Juni begonnen hatte. Während des Gefechts von Ludwigshafen am 19. Juni rückten bayerische Truppen in das zerstörte Ludwigshafen ein. Er erhielt am 6. August 1850 von König Maximilian II. die Beförderung zum General der Kavallerie.

Im Spätherbst 1850 marschierte er an der Spitze der Bundestruppen aufgrund des Verfassungskonfliktes in das Kurfürstentum Hessen ein und bemühte sich um den Erhalt des Friedens. Am 9. Februar 1851 wurde er vom König wegen seiner Verdienste zum königlichen Reichsrat auf Lebenszeit berufen. Anfang 1851 übergab er das II. Armee-Korps an Generalleutnant von Gumpenberg und übernahm selbst bis 1855 das Kommando über das I. Armee-Korps. Obwohl bereits kränklich wurde der Siebzigjährige beim Ausbruch des Deutschen Krieges im Juni 1866 mit einem Kommando im Verband des VII. Bundeskorps unter Prinz Karl von Bayern ernannt. Während der Schlacht bei Kissingen befehligte er 3.900 Bayern mit 13 Geschützen im Abschnitt bei Hammelburg. Es gelang ihm die angreifende preußische Division von Beyer (11.000 Mann mit 30 Geschütze) fünf Stunden lang aufzuhalten, bevor er seine Truppen nach dem Zusammenbruch der Division Zoller bei Kissingen zurückziehen musste. Er wurde daraufhin am 21. Juli 1866 bis auf weitere „allerhöchste“ Verfügung zur Disposition gestellt. Karl Theodor starb 1868 in München, wo er auch beigesetzt wurde.

Familie Aus seiner Ehe mit Juliane Caroline Gräfin von Einsiedel, Tochter des Diplomaten Karl von Einsiedel, wurde ihm vier Kinder geboren. Neben drei Töchtern, ging aus der Ehe Prinz Maximilian Friedrich (1831–1890) hervor, der mit Amélie Eugénie de Tascher de la Pagerie (1839–1905) verheiratet war und sieben Kinder hatte.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:General der Kavallerie (Bayern) Kategorie:Mitglied des Bayerischen Reichsrates Karl Theodor Karl Theodor Kategorie:Träger des Hubertusordens Kategorie:Träger des Bayerischen Georgsordens Kategorie:Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Großkreuz) Kategorie:Großkreuz des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:Träger des Ludwigsordens (Bayern) Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Großkreuz) Kategorie:Großkreuz des Hausordens vom Goldenen Löwen Kategorie:Träger des k.u. Sankt Stephans-Ordens (Großkreuz) Kategorie:Träger des ö.k. Leopold-Ordens (Großkreuz) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse Kategorie:Träger des Alexander-Newski-Ordens (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Bayern) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1797 Kategorie:Gestorben 1868 Kategorie:Mann