Das Land Salzburg ist ein Bundesland der Republik Österreich. Landeshauptstadt ist die gleichnamige Stadt Salzburg.
Das Land Salzburg ging aus dem von 1328 bis 1803 bestehenden Erzstift Salzburg hervor, einem selbständigen kirchlichen Territorialfürstentum im Heiligen Römischen Reich (in der Gliederung der Reichsverwaltung in dessen Bayerischem Reichskreis gelegen) unter der Herrschaft des Salzburger Fürsterzbischofs. Die folgende Säkularisation brachte die Umwandlung in das Kurfürstentum Salzburg, welches erstmals unter habsburgischer Herrschaft stand. Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches fiel das Gebiet von 1805 bis 1809 an das Kaisertum Österreich, von 1810 bis Ende 1815 als Salzachkreis an das Königreich Bayern, und ab 1816 schließlich als Salzburgkreis Österreichs ob der Enns wieder an das Kaisertum Österreich, in welchem es 1849 zum Herzogtum Salzburg erhoben wurde. Mit dem Ende der Habsburgermonarchie 1918 ist Salzburg ein Bundesland der österreichischen Republik geworden.
Die fast 500 Jahre währende selbständige Geschichte unterscheidet Salzburg von allen anderen österreichischen Ländern.
Geographie Das Land Salzburg umfasst eine Fläche von km². Die höchste Erhebung in Salzburg ist der Großvenediger, der mit einer Höhe von der vierthöchste Berg Österreichs ist. Von der Landesgrenze sind 174 km zugleich österreichische Staatsgrenze, zum allergrößten Teil im Nordwesten zu Bayern/Deutschland und zu einem kleinen Teil im Südwesten zu Südtirol/Italien. Ansonsten grenzt Salzburg im Westen und Südwesten an Tirol, im Nordosten an Oberösterreich, im Osten an die Steiermark und im Süden an Kärnten.
Landschaften mini|Für Salzburg typische von Alpen geprägte Landschaft, nähe St. Koloman, Blick aufs Hagengebirge Landschaftlich wird das Land Salzburg in fünf Gaue geteilt, deren Grenzen identisch sind mit den politischen Bezirken des Landes (siehe Verwaltung).
Der nördliche Teil des Landes teilt sich in zwei Gaue: Der Flachgau ist das nördlichste Gebiet des Landes, zu dem auch die allernächste Umgebung im Süden der Stadt Salzburg gehört. Sein Name ist in Anlehnung an die Bezeichnungen der anderen Gaue „im Gebirge“ erst spät geschaffen worden und drückt die geografische Beschaffenheit des Gebietes aus. Dieses besteht aus dem Salzburger Voralpenland und kleinen Teilen der zu den nördlichen Kalkalpen gehörenden Osterhorngruppe. Der Tennengau schließt sich südlich an den Flachgau an und umfasst großräumig das Gebiet um die Stadt Hallein und die südlich davon befindlichen Gemeinden. Sein Name leitet sich vom Tennengebirge her, dessen erster Namensteil auf das Wort Tanne zurückgeht. Er umfasst im Wesentlichen das hier breite Salzachtal sowie die beiderseits davon befindlichen Berge der nördlichen Kalkalpen.
Der südliche Teil des Landes Salzburg wird in drei Gaue gegliedert: Der Pinzgau nimmt den westlichen Teil davon ein. Sein Name leitet sich möglicherweise vom keltischen Stamm der Ambisonten ab. Eine gängige Erklärung ist auch, dass es sich bei dem Gebiet um den Binsen-Gau handelt, da dieses Gewächs früher hier häufig anzutreffen gewesen sein dürfte. Der Pongau bildet den mittleren der drei südlichen Gaue. Die Bezeichnung leitet sich von Pongo, dem früheren Namen für das heutige Bischofshofen, her. Pongo selbst geht vermutlich auf ein keltisches bona (Grenze; (begrenzte) Fläche, Ebene) zurück; möglich ist auch ein Zusammenhang mit Bohne; gemeint ist dabei die Pferdebohne, die dort zu finden war. Der Lungau befindet sich im Südosten des Landes Salzburg. Die Herkunft des Namens ist nicht geklärt, geht aber recht sicher auf ein slawisches oder auf ein keltisches Wort zurück. Möglich ist ein Zusammenhang mit Lonka, dem auf das gleichlautende slawische Wort für Moor, Sumpf zurückgehenden Namen für einen Bach im Norden des Lungaus. Diese drei südlichen Gaue haben Anteil an den Hohen Tauern sowie im Lungau an den Niederen Tauern, die beide zu den Zentralalpen gehören. Gemeinsam werden sie – besonders aus der Sicht der weniger gebirgigen Gegenden des Landes Salzburg – als Innergebirg bezeichnet.
Verwaltungsgliederung Politische Bezirke Das Land Salzburg ist in fünf politische Bezirke und eine Statutarstadt, die Stadt Salzburg, gegliedert. Die Bezirke werden landesüblich noch immer Gaue (als Landschaftsräume) genannt. Kfz Bezirk Gau Flächein km² Einwohner S Salzburg-StadtSalzburg ist als Stadt mit eigenem Statut sowohl Gemeinde als auch Bezirk gleichzeitig. Landeshauptstadt HA Hallein Tennengau SL Salzburg-Umgebung* Flachgau JO St. Johann im Pongau Pongau TA Tamsweg Lungau ZE Zell am See Pinzgau * Verwaltungssitz Seekirchen am Wallersee
Gemeinden mit Stadtrecht Im Land Salzburg gibt es elf Gemeinden mit Stadtrecht (Einwohnerzahlen vom ). Im Lungau gibt es keine Stadtgemeinde. Stadt Kfz Einwohner Salzburg S Hallein HA Saalfelden am Steinernen Meer ZE Seekirchen am Wallersee SL St. Johann im Pongau JO Bischofshofen JO Zell am See ZE Neumarkt am Wallersee SL Oberndorf bei Salzburg SL Mittersill ZE Radstadt JO
Geschichte
Die Siedlungsgeschichte Salzburgs reicht bis in die älteste Jungsteinzeit. Von den Kelten stammt der älteste Name der Stadt: Iuvavum. Unter den Römern war Iuvavum ein Verwaltungsbezirk innerhalb der Provinz Noricum bzw. Noricum Ripense. Seit der Landnahme durch die Baiern im 6. Jahrhundert gehörte das Gebiet des späteren Landes Salzburg zum Herzogtum der Baiern. Durch Gründung oder Erneuerung des Stifts St. Peter 696 und die Gründung des Frauenklosters auf dem Nonnberg 713 auf den Ruinen des römischen Iuvavum schuf der hl. Rupert die Grundlage für ein Bistum (739), das 798 Erzbistum Salzburg und damit zum Mittelpunkt der baierischen Kirchenprovinz wurde. Diese umfasste nahezu den gesamten altbaierischen Raum. Nach diesem Heiligen ist auch der angrenzende Rupertiwinkel benannt.
Erzbischof Eberhard II., einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es 1200 bis 1246 aus Grafschaften, Gerichten und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet aufzubauen. Mit der Anerkennung der Grenzen dieses – vorerst noch bayrischen – Landes Salzburg durch den Herzog Heinrich XIII. von Landshut im Jahr 1275 begann die Ablösung Salzburgs vom Herzogtum Bayern. 1328 wurde Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend selbstständigen Staat innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Als Erzstift Salzburg entwickelte es sich zu einem Pufferstaat zwischen Bayern und den Habsburger-Ländern. Es galt aber bis zum Ende des alten Reiches als Teil Bayerns im landschaftlichen Sinn (so war es Bestandteil des bayerischen Reichskreises; Abraham a Sancta Clara spricht von „Salzburg in Bayern“).
Wirtschaftlich war im 15. und 16. Jahrhundert nicht nur der Salzhandel von großer Bedeutung, sondern auch der Goldabbau im Rauriser und im Gasteiner Tal. Die Abbaumengen an Gold waren kurzzeitig die größten in Mitteleuropa. Der Reichtum des Landes Salzburgs nahm zu, damit aber auch die sozialen Spannungen zwischen reichen Bürgern und Adeligen sowie der armen Landbevölkerung. Verbunden mit einem autokratischen Machtanspruch der Fürsterzbischöfe führten die Spannungen 1462/63 und 1525 ausgehend von den Gebirgsgauen zu Bauernaufständen. Der Bauernaufstand 1525 war auch vom aufkommenden Protestantismus geprägt. In der Folge kam es mehrfach zu Protestantenvertreibungen. Die größte Vertreibungswelle fand unter Fürsterzbischof Leopold Anton Graf von Firmian statt, der 1731/32 rund 20.000 Salzburger Protestanten („Salzburger Exulanten“) des Landes verwies.
1803 kam das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum Salzburg an den habsburgischen Großherzog Ferdinand III. von Toskana, 1805 gemeinsam mit der Fürstpropstei Berchtesgaden zum 1804 gegründeten österreichischen Kaisertum. 1810 wurde Salzburg infolge des Pariser Vertrags als Salzachkreis bayerische Provinz. Nach dem Wiener Kongress 1814/15 wurde Salzburg 1816 mit dem Vertrag von München endgültig in das Kaisertum Österreich eingegliedert. 1829 wurde dann mit Bayern noch die Salinenkonvention abgeschlossen. Bis 1850 blieb das Salzburger Land als Salzburgkreis nur ein Teil von Österreich ob der Enns (Oberösterreich). Die bis dahin immer zu Salzburg gehörenden westlichen Teile Salzburgs und die ehemalige Fürstpropstei Berchtesgaden blieben bei Bayern, das Zillertal und Windischmatrei (Matrei in Osttirol) wurden an Tirol angegliedert. mini|hochkant|Schuldverschreibung des Landes Salzburg vom 1. Oktober 1920 zur Förderung der Elektrizitätswirtschaft im Land Salzburg
1850 wurde Salzburg auf Entscheid von Kaiser Franz Joseph I. eigenes österreichisches Kronland, das seit 1861 auf Grund der Februarpatent genannten Verfassung einen eigenen Landtag als Legislative und einen Landesausschuss als Exekutive besaß, Vorform der späteren Landesregierung (mit dem Namen Landesregierung wurde damals die Statthalterei bezeichnet). Das Land wählte nun auch Mandatare ins Abgeordnetenhaus des Reichsrats.
Ende Oktober 1918 wurde das Land Salzburg Teil Deutschösterreichs, seit 12. November 1918 Republik und seit 25. Oktober 1919 Republik Österreich genannt. In der nichtamtlichen Volksabstimmung vom 29. Mai 1921 stimmten 99,07 % der Abstimmenden für den Anschluss Salzburgs an das Deutsche Reich. Eine Abspaltung von Österreich widersprach jedoch der Verfassung Österreichs wie auch der Anschluss an das Deutsche Reich dem Vertrag von Saint-Germain, so dass das Plebiszit keine entsprechenden politischen Folgen hatte.
Wie ganz Österreich wurde Salzburg von 1934 bis 1938 diktatorisch regiert. In der Zeit der NS-Diktatur (1938–1945) war Salzburg unter den Gauleitern und Landeshauptmännern Anton Wintersteiger, Friedrich Rainer und Gustav Adolf Scheel das einzige ehemals österreichische Land mit unveränderten Landesgrenzen; siehe auch: Reichsgau Salzburg. Die Eugen Grill Werke in Hallein waren der größte Rüstungsbetrieb im Land während der NS-Zeit. Nun widmet sich das Salzburger Personenkomitee für Stolpersteine den nationalsozialistischen Tätern und veröffentlichte eine erstmalige Liste von Salzburger NS-Mördern.
Im besetzten Nachkriegsösterreich (1945–1955) waren das Land Salzburg und Oberösterreich südlich der Donau Teil der US-amerikanischen Besatzungszone.
Bevölkerungsentwicklung
Religion Mit 61,2 % bildete die römisch-katholische Kirche im Jahr 2018 die größte Glaubensgemeinschaft im Land Salzburg, weitere 2,9 % waren evangelischen Glaubens. Gemäß Schätzungen gehörten 3,7 % der Bevölkerung einer orthodoxen Kirche an, 5,6 % waren muslimischen Glaubens und 0,01 % bekannten sich zum Judentum (alle Zahlen: Stand Anfang 2018). Mit Stand Jahresende 2024 hatte die Katholische Kirche im Bundesland Salzburg noch rund 305.000 Gläubige (53 % der Gesamtbevölkerung), und hatte einen Rückgang von fast sieben Prozent in den vorangegangenen fünf Jahren.Zahl der Kirchenaustritte im Vorjahr gesunken, abgerufen am 22. September 2025
Über die religiöse Zusammensetzung der restlichen Bevölkerung liegen seit 2001 keine aktuelleren Zahlen vor.
Politik Landesverfassung Die gegenwärtige Salzburger Landesverfassung datiert von 1999 und wurde seither mehrfach geändert.Landes-Verfassungsgesetz im Rechtsinformationssystem des Bundes. Mit der in einer Volksabstimmung angenommenen Reform der Landesverfassung wurde unter anderem der seit 1921 geltende Regierungsproporz (die Vertretung aller Parteien gemäß ihrer Stärke im Landtag) abgeschafft und durch das Mehrheitssystem ersetzt. Im Gegenzug wurden die Minderheitsrechte im Landtag (Untersuchungsausschüsse, Volksbefragungen, Anfragerechte, Kontrollrechte usw.) ausgebaut.Franz Schausberger (Hg.): Vom Regierungsproporz zur Konkurrenz. Die Reform der Salzburger Landesverfassung 1998. MANZ Verlag, Wien 1999, ISBN 3-214-05953-X. Mit der Revision von 2005 wurde das aktive Wahlalter auf 16 Jahre abgesenkt.Landesverfassung 1921–2021 auf der Website des Landes Salzburg.