Fischbachtal ist eine Gemeinde im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.
Geografie mini|links|Logo der Gemeinde Fischbachtal
Geografische Lage Fischbachtal liegt im vorderen (nördlichen) Odenwald. Durch die Gemeinde fließt der namensgebende Bach Fischbach, der über die Gersprenz bei Stockstadt in den Main mündet. Die Entfernung zum Main ist ungefähr gleich mit der zum Rhein bei Gernsheim. Den Rhein erreicht man über die L 3102 Richtung Lautertal und die Bundesstraße 47 im Tal der Lauter. Die höchste Erhebung ist der Rimdidim mit .
Nachbargemeinden Fischbachtal grenzt im Nordosten an die Stadt Groß-Bieberau an der Bundesstraße 38, die über die Landesstraße 3106 erreicht wird, im Südosten an die Gemeinde Fränkisch-Crumbach (Odenwaldkreis) und an die Stadt Lindenfels (Landkreis Bergstraße) (sehr kurze Grenze), sowie im Westen an die Gemeinde Modautal.
Gemeindegliederung mini|Einwohner der Gemeinde Fischbachtal nach Ortsteilen aufgegliedert (Stand 2008)
Die Gemeinde Fischbachtal besteht aus den Ortsteilen Billings, Lichtenberg, Meßbach, Niedernhausen (Sitz der Gemeindeverwaltung), Nonrod und Steinau, außerdem den Ortsteilen der früheren Gemeinde Lichtenberg: Obernhausen, Hottenbacher Hof und Hütte Kernbach.
Geschichte Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde zum 11. Dezember 1971 mit der Unterzeichnung des Grenzänderungsvertrages in der Kapelle von Schloss Lichtenberg die neue Gemeinde Fischbachtal aus der Taufe gehoben. Sie ist am 31. Dezember 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der sechs Gemeinden Steinau, Billings, Meßbach, Nonrod, Lichtenberg und Niedernhausen gebildet worden. Diese Ortsteile waren schon lange geografisch, wirtschaftlich und kulturell eng miteinander verbunden. Durch den neuen Namen wurde keiner der traditionellen Ortsteile bevorzugt. Für das Gebiet jeder der früheren Gemeinden wurde ein Ortsbezirk eingerichtet. Die Gemeindeverwaltung erhielt ihren Sitz im Ortsteil Niedernhausen.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011/2022 Nach den Erhebungen des Zensus 2011/Zensus 2022 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 / 15. Mai 2022, in Fischbachtal 2650/2674 Einwohner. Darunter waren 108/192 (4,1 % / 8,2 %) Ausländer, von denen 57/89 aus dem EU-Ausland, 41/64 aus anderen europäischen Ländern und 9/34 aus anderen Staaten kamen. Nach dem Lebensalter waren 458/460 Einwohner unter 18 Jahren, 1119/908 zwischen 18 und 49, 556/711 zwischen 50 und 64 und 518/591 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1072/819 Haushalten. Davon waren 239/? Singlehaushalte, 303/402 Paare ohne Kinder und 409/322 Paare mit Kindern, sowie 100/93 Alleinerziehende und 21/? Wohngemeinschaften. In 186/132 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 714/550 Haushaltungen leben keine Senioren. 1638/1283 Einwohner gehörten der evangelischen (61,8 % / 48 %) und 293/294 Einwohner der katholischen (11,1 % / 11,0 %) Konfession an.
Einwohnerentwicklung Stand 31.12.2023 2793 Einwohner, ca. 1430 Haushalte Im Jahr 1970 zählten die in der Gemeinde Fischbach zusammengeschlossenen Gemeinden 2163 Einwohner. 1973 bis 2020 nach dem Hessisches Statistisches InformationssystemHessisches Statistisches Informationssystem (Hesis) In: Statistik.Hessen. Archiviert auf archiv.org Beim Zensus 2011 wurden 2650 Einwohner gezählt. Beim Zensus 2022 wurden 2674 Einwohner gezählt.
Erwerbstätigkeit Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen: Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk HessenSozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 256 74.525 1.695.567 2.524.156 Veränderung zu 2000 −6,9 % +21,1 % +16,1 % +16,0 % davon Vollzeit 2017 65,6 % 68,3 % 72,8 % 71,8 % davon Teilzeit 2017 34,4 % 31,7 % 27,2 % 28,2 % Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 98 15.305 224.267 372.991 Veränderung zu 2000 −47,0 % +14,4 % +9,0 % +8,8 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk HessenProduzierendes Gewerbe 2000 69,8 % 41,1 % 27,0 % 30,6 % 2017 *) 31,3 % 20,4 % 24,3 %Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 11,3 % 26,1 % 26,4 % 25,1 % 2017 9,0 % 26,8 % 24,7 % 23,8 %Unternehmensdienstleistungen 2000 3,6 % 11,6 % 25,1 % 20,2 % 2017 *) 17,1 % 31,6 % 26,1 %Sonstige Dienstleistungen 2000 *) 18,8 % 20,1 % 22,5 % 2017 *) 23,6 % 23,0 % 25,4 %Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 15,3 % 2,4 % 1,4 % 1,5 % 2017 91,0 % 1,1 % 0,3 % 0,4 % *) anonymisiert
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Fischbachtal erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 39,3640,5638,6643,2640,6638,56 24,2323,4423,3324,0425,2425,94 19,9321,6325,6420,1329,2429,34 PrimaKlima Prima Klima 11,22—————————— 5,4114,4212,5212,825,016,31 Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 Wahlbeteiligung in % 67,9 67,9 66,8 75,3 65,6 71,2
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Fischbachtal neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 2. Oktober 2017 Philipp Thoma (SPD). Er wurde als Nachfolger von Wilfried Speckhardt (SPD), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 21. Mai 2017 im ersten Wahlgang bei 74,9 Prozent Wahlbeteiligung mit 52,3 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl im Juni 2023.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Fischbachtal 2023
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu ladenGemeinde Fischbachtal: Bürgermeister in Niedernhausen und Fischbachtal 2017–2029 Philipp Thoma (SPD)SPD Fischbachtal, 17. Juli 2017: Geschlossenheit steht an erster Stelle; über Philipp Thoma: „Sein Amtsantritt ist am 02. Oktober 2017, zuvor wird er am 22. September 2017 in sein neues Amt eingeführt und Bürgermeister Wilfried Speckhardt verabschiedet.“ 2005–2017 Wilfried Speckhardt (SPD) (1961–2022)Wilfried Speckhardt wurde am 12.06.2005 zum Bürgermeister in Fischbachtal gewählt: „Die Amtseinführung ist am 23.09.2005 und die Amtszeit beginnt am 02.10.2005.“ – VRM, Juni 2022: Traueranzeigen von Wilfried Speckhardt 1987–2005 Ludwig Vierheller (SPD) (* 1943) 1972–1987 Georg Röder (FWF) (1922–1992)Aus der Historie der Kirche und Kirchengemeinde im Fischbachtal: „Urgroßvater des ersten Bürgermeisters der Gemeinde Fischbachtal, Georg Röder (1922–1992)“ … war Turmuhrmacher
Ortsbezirke Folgende Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gibt es im Gemeindegebiet: Ortsbezirk Niedernhausen (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Niedernhausen). Der Ortsbeirat besteht aus 5 Mitgliedern. Ortsbezirk Lichtenberg (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Lichtenberg). Der Ortsbeirat besteht aus 5 Mitgliedern. Ortsbezirk Billings (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Billings). Der Ortsbeirat besteht aus 5 Mitgliedern. Ortsbezirk Steinau (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Steinau). Der Ortsbeirat besteht aus 5 Mitgliedern. Ortsbezirk Nonrod (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nonrod). Der Ortsbeirat besteht aus 3 Mitgliedern. Ortsbezirk Meßbach (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Meßbach). Der Ortsbeirat besteht aus 3 Mitgliedern. Für Details siehe die jeweiligen Ortsartikel.
Wappen und Flagge mini|100px
Wappen
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Blasonierung: „In Blau ein silberner, rotbedachter Torturm mit goldenem Fallgatter, silberner Zinnenmauer und zwei silbernen, rotbedachten Seitentürmen, alle Türme mit goldenen Knäufen bzw. Wetterfahnen.“
Das Wappen wurde der Gemeinde Fischbachtal im damaligen Landkreis Dieburg am 26. Januar 1976 durch den Hessischen Innenminister genehmigt.
Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Es leitet sich von dem alten Wappen des Ortsteiles Lichtenberg ab und versinnbildlicht das Schloss Lichtenberg, das Wahrzeichen der Gemeinde.
Flagge
Die Flagge wurde der Gemeinde am 20. Dezember 1988 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf einem von einem blauen und einem roten Randstreifen begleiteten weißen Mittelstreifen in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
mini|Von der Heuneburg sind Wälle und Gräben noch gut sichtbar Am südlichen Ende des Höhenrückens, auf dem Lichtenberg und sein Schloss liegen, befinden sich Überreste der Heuneburg (in der Ersterwähnung im Salbuch des Amtes Lichtenberg 1589 noch als „Quirnburg“ erwähnt),Georg Spalt: Die Gemeinde Fischbachtal und ihre Ortsteile. Selbstverlag der Gemeinde Fischbachtal, 1972; auch online: Keltischer Ringwall auf www.fischbachtal.de ein keltischer Ringwall aus der jüngeren Eisenzeit (500 bis 50 v. Chr.), der La-Tène-Zeit. Sie ist nicht mit der als Museum wiedererrichteten Höhensiedlung gleichen Namens an der Donau bei Hundersingen zu verwechseln.
Es wird allgemein angenommen, dass die Grafen von Katzenelnbogen Katzenelnbogen um das Jahr 1200 eine Burg erbauten; aus dem Jahr 1228 wird von Graf Diether IV. von Katzenelnbogen berichtet, der sich Comes de Lichtenberg nannte. Auf den Grundmauern der Burg ließ Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt zwischen 1570 und 1581 das Schloss Lichtenberg errichten, das seit dieser Zeit Wahrzeichen und kultureller Mittelpunkt des Tales ist.
Das Renaissance-Bauwerk beherbergt das Odenwälder Landschaftsmuseum in drei Etagen. Dort sind auch Werke von Johannes Lippmann (1858–1935) zu sehen, „dem Maler des Odenwaldes und seiner Menschen“, der ab 1908 in Lichtenberg lebte.
Das dem Schloss vorgelagerte, als Geschützturm 1503 errichtete Bollwerk, „Krautbütt“ genannt (die Einheimischen sagen jedoch Bollwerk) – erhebt sich auf einer alleinstehenden Granitkuppe als dreigeschossiger Rundbau inmitten Lichtenbergs. Es war als Reaktion auf veränderte Formen der Kriegsführung im Mittelalter entstanden. Der Turm mit einem Durchmesser von fast 19 Metern ist 15 Meter hoch und hat im Erdgeschoss eine Mauerstärke von fast sechs Metern. Der Turm kann besichtigt werden und bietet von seiner Aussichtsplattform einen guten Rundblick über die Region.
Die 1967 eingeweihte evangelische Schneckenkapelle im Ortsteil Billings ist ein Betonbau in schneckenhausähnlicher Form.
Hottenbacher Hof Der Hottenbacher Hof () ist ein historisches Hofgut bei Klein-Bieberau, dessen urkundliche Ersterwähnung bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht und der bis heute (mit Ausnahme einer Zeit im Dreißigjährigen Krieg) genutzt wird.Hans Ulrich Colmar: Aus der Geschichte des ehemals Rodensteinischen Hofes Hottenbach bei Klein-Bieberau. In: Der Odenwald – Zeitschrift des Breuberg-Bundes. 48. Jahrgang 2001, Heft 3, S. 87 ff.
Der Hottenbacher Hof ist eine Besonderheit im Fischbachtal. Zwar gehört er als Ortsteil zur Gemarkung von Lichtenberg, ist jedoch postalisch Modautal zugeordnet, wo er auch verkehrsmäßig angebunden ist.
Natur und Schutzgebiete In der Talaue von Fischbach und Messbach steht das Natura2000-Gebiet „Herrensee von Niedernhausen“ unter Schutz (FFH-Gebiet 6218-305).Maßnahmenplan FFH-Gebiet „Herrensee von Niedernhausen“ (PDF; 495 kB). Regierungspräsidium Darmstadt, 8. April 2010, abgerufen am 30. Juli 2020.