Stacze () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Landgemeinde Kowale Oleckie (Kowahlen, 1938 bis 1945 Reimannswalde) im Powiat Olecki (Kreis Oletzko, 1933 bis 1945 Kreis Treuburg).
Geographische Lage Stacze liegt im Nordosten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 18 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Olecko (Marggrabowa, 1928 bis 1945 Treuburg).
Geschichte Der 12. Mai 1565 gilt als Gründungsdatum des Ortes StatzenDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Statzen, der vor 1776 Natzen hießOrtsinformationen Statzen. Damals verschrieb Herzog Albrecht von Preußen dem Kammerrat von Nostiz 110 Hufen, aus denen Statzen, Gollubien (1934 bis 1945: Friedberg, ) und Rdzawen (1938 bis 1945: Rostau, , heute nicht mehr existent) entstanden.
Am 27. Mai 1874 wurde Statzen Amtssitz und damit namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Statzen, der bis 1945 bestand und zum Kreis Oletzko – zwischen 1933 und 1945 „Landkreis Treuburg“ genannt – im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Im Jahre 1910 waren in Statzen 173 Einwohner gemeldet. Am 4. April 1925 schloss sich der damalige Gutsbezirk Statzen mit der Landgemeinde Neu Satzen (, nicht mehr existent) zur neuen Landgemeinde Satzen zusammen. Die Gesamteinwohnerzahl belief sich 1933 auf 204 und betrug 1939 noch 200.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Statzen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Statzen stimmten 135 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 66
In Kriegsfolge kam Statzen 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und trägt seitdem die polnische Namensform „Stacze“. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes () und ein Ortsteil der Landgemeinde Kowale Oleckie im Powiat Olecki, vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Amtsbezirk Statzen (1874–1945) In den Amtsbezirk Statzen waren anfangs acht, am Ende noch sechs Dörfer eingegliedert:
Name Änderungsname1938 bis 1945 Polnischer Name Bemerkungen Gollubien (Dorf) (ab 1934:)Friedberg Golubie Wężewskie Gollubien (Gut) 1913 in die Landgemeinde Gollubien eingegliedert Neuendorf Jabłonowo Neu Statzen Nowe Stacze ab 1925 zur Landgemeinde Statzen zugehörig Rdzawen (Dorf) (ab 1928:)Rostau Rdzwawe Rdzawen (Gut) 1928 in die Landgemeinde Rdzawen eingegliedert Sokolken Halldorf Sokółki Statzen Stacze ab 1914: Wensöwen Eibenau Wężewo
Am 1. Januar 1945 bildeten den Amtsbezirk Statzen die Gemeinden: Eibenau, Friedberg, Halldorf, Neuendorf, Rostau und Statzen.
Kirche Die mehrheitlich evangelische Bevölkerung Statzens war vor 1945 in das Kirchspiel der Kirche in CzychenWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 484 (1938 bis 1945: Bolken, ) eingepfarrt und gehörte zum Kirchenkreis Oletzko/Treuburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. In dieser Zeit waren die katholischen Kirchenglieder nach Marggrabowa (1928 bis 1945: Treuburg, ) im Bistum Ermland orientiert.
Die mehrheitlich katholische Einwohnerschaft Staczes gehört heute zur Kirche in Sokółki, einer Filialkirche der Pfarrei in Cichy, die zu einem der beiden Dekanate in Olecko im Bistum Ełk (Lyck) der Katholischen Kirche in Polen gehört. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören zur Kirchengemeinde in Gołdap (Goldap), einer Filialgemeinde der Pfarrei in Suwałki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr Stacze liegt westlich der polnischen Landesstraße DK 65 (einstige deutsche Reichsstraße 132) an einer Nebenstraße, die von Sokółki (Sokolken, 1928 bis 1945 Halldorf) über Jabłonowo (Neuendorf) bis nach Czerwony Dwór (Rothebude) im Borkener Forst (auch: Borker Heide, ) führt. Einen Bahnanschluss hat Stacze nicht.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Kowale Oleckie