mini|Handfurchen bei einem Erwachsenen|alternativtext=Handfurchen bei einem Erwachsenen Eine Handlinie (auch: Handfurche) ist eine gröbere Furche der Handfläche. Sie ist eine angeborene, dauernd vorhandene Bildungsfurche, die bereits im Fötusstadium entsteht und sich im Laufe des Lebens kaum verändert.
Anatomie Die menschliche Hand sowie der distale (körperferne) Unterarm weisen charakteristische Furchen auf, die genetisch vorbestimmt und daher von der Gelenkfunktion unabhängig angelegt sind.
Distaler Unterarm Am distalen Unterarm finden sich folgende Beugefurchen: Linea carpi palmaris proximalis Linea restricta (Restricta), Verbindungslinie zwischen den Processus styloidei von Elle und SpeicheDetlef Kießling, Sabine Stannat: Anatomie am Lebenden (= Exa-Med. Band 4b). Verlag Jungjohann, Heidelberg 1981, ISBN 3-88454-104-8, S. 70–71. Linea carpi palmaris distalis (Rascetta), Querfurche vom Kleinfingerballen zum DaumenballenDetlef Kießling, Sabine Stannat: Anatomie am Lebenden (= Exa-Med. Band 4b). Verlag Jungjohann, Heidelberg 1981, ISBN 3-88454-104-8, S. 70–17.
Hohlhand Für die Hohlhand werden in der Anatomie folgende Furchen unterschieden:Detlef Kießling, Sabine Stannat: Anatomie am Lebenden (= Exa-Med. Band 4b). Verlag Jungjohann, Heidelberg 1981, ISBN 3-88454-104-8, S. 70–71. Linea vitalis (Thenarfurche): Trennt den Daumenballen (Thenar) vom Kleinfingerwulst Linea stomachica (Mittelfurche): Läuft fast senkrecht von der Handwurzel zum Mittelfinger Linea cephalica (proximale Hohlhandfurche): Verläuft quer zur Längsachse der Finger vom Zeigefinger bis zum Kleinfingerballen, ohne dabei die Handkante zu erreichen Linea mensalis (distale Hohlhandfurche): Verläuft quer zur Längsachse der Finger vom Kleinfinger bis zwischen Zeige- und Mittelfinger
Finger An den Fingern werden folgende Furchen unterschieden: Proximale Fingerbeugefurche (Grundgliedfurche) Mittlere Fingerbeugefurche (Mittelgelenkfurche): Fehlt am Daumen Distale Fingerbeugefurche (Endgelenkfurche)
mini|Vierfingerfurche beim Menschen|alternativtext=Vierfingerfurche beim Menschen
Vierfingerfurche Eine Vierfingerfurche bezeichnet eine durchgehende Beugefurche in der Hohlhand, die senkrecht zu den Fingerachsen verläuft und von Klein- bis Zeigefinger reicht. Sie wird aus der Linea cephalica und der Linea mensalis gebildet.
Handlesen mini|Handlinien In der wissenschaftlichen Literatur wird das Handlesen weitgehend als Pseudowissenschaft angesehen. Die Anhänger der Chirologie glauben anhand der Form der Linien die Veranlagung und das Schicksal eines Menschen erkennen zu können. Insbesondere in der Renaissance erfreute sich die Chiromantie großer Beliebtheit. Das sehr umfangreiche und damals vielgelesene Werk Chiromancia von 1596 schrieb der Bernburger Arzt Johannes Rothmann.Manfred Magg: Traditionelles Handlesen. Die Chiromantie und Astrologie von Johannes Rothmann. Chiron Verlag, Tübingen 2020, ISBN 978-3-89997-275-7. Ab der Neuzeit wurde das Handlesen jedoch vorwiegend auf Jahrmärkten praktiziert. Die beschriebenen Handlinien umfassen die folgenden Haupt- und Nebenlinien. Die Interpretation basiert dabei auf keinem wissenschaftlichen Hintergrund. Lebenslinie Die Lebenslinie (Nummer 1 im Bild) beginnt zwischen Daumen und Zeigefinger und verläuft in einem Bogen Richtung Handgelenk. Handleser beurteilen mit ihr die Lebendigkeit einer Person.
Kopflinie Die Kopflinie (Nummer 2 im Bild) beginnt zwischen Daumen und Zeigefinger und verläuft quer über die Hand. Sie soll für intellektuelle Fähigkeiten wie Lernfähigkeit und Gedächtnis stehen.
Herzlinie Die Herzlinie (Nummer 3 im Bild) befindet sich über der Kopflinie und verläuft ihr entgegengesetzt. Sie beginnt an der Handkante und endet unterhalb des Mittel- oder Zeigefingers. Sie soll für spirituelles Denken und Gefühle stehen.
Venuslinie Die Venuslinie (Nummer 4 im Bild), auch als Venusring bekannt, zieht sich in einem Bogen zwischen Zeigefinger und Ringfinger und soll Einblicke in Partnerschaften, Ehen und das Sexleben geben.
Sonnenlinie Die Sonnenlinie (Nummer 5 im Bild) verläuft in Richtung des Handgelenks und hat ihren Beginn zwischen dem Ringfinger und dem kleinen Finger. Der Besitz dieser Linie wird als ein Zeichen des Glücks gedeutet und soll für Erfolg, Glück, Anziehungskraft, Wärme und Beliebtheit stehen.
Merkurlinie Die Merkurlinie (Nummer 6 im Bild) verläuft aus dem Handteller zum kleinen Finger. Sie soll Aufschluss über die intellektuelle Gewandtheit eines Menschen sowie über seine Fähigkeit zur Einsicht geben.
Schicksalslinie Die Schicksalslinie (Nummer 7 im Bild) beginnt an der Handwurzel und verläuft senkrecht nach oben zum Mittelfinger. Bei einigen Menschen ist sie weniger stark oder gar nicht ausgeprägt. Sie soll aufzeigen, wie stark äußere Umstände das Leben einer Person beeinflussen.
Daneben werden noch weitere Linien wie Liebeslinien, Kinderlinien und Raszetten beschrieben.
Einzelnachweise
Kategorie:Anatomie Kategorie:Hand Kategorie:Mantik