mini|hochkant=1.2|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2014 Bertschikon ist eine Ortschaft in der Zürcher Gemeinde Wiesendangen. Bis zum 31. Dezember 2013 bildete sie eine eigenständige politische Gemeinde.

Wappen Blasonierung: In Rot ein silberner Balken, belegt mit zwei roten und begleitet von fünf silbernen Sternen (3, 2)

Das Wappen Bertschikons wurde 1930 festgelegt. Die sieben Sterne weisen auf die sieben ursprünglichen Zivilgemeinden hin.Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Hrsg. von der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich. Berichthaus, Zürich 1977 (doi:10.5169/seals-378952), S. 35. Zwei rote Sterne im weissen Balken stehen für die ehemaligen Zivilgemeinden Zünikon und Gündlikon, die nach Elgg kirchengenössigBedeutungserklärung von kirchengenössig in Wiktionary. waren, weitere fünf Sterne auf rotem Grund bedeuten die übrigen fünf (Bertschikon, Gundetswil, Kefikon ZH, Liebensberg und Stegen), die nach dem thurgauischen Gachnang kirchengenössig waren.Geschichte der ehemaligen Gemeinde Bertschikon. Website der Gemeinde Wiesendangen.

Geographie Bertschikon liegt innerhalb der Gemeinde Wiesendangen östlich vom Hauptort und grenzt an den Kanton Thurgau. Die flachhüglige Landschaft dient mit 70 % vor allem der Landwirtschaft. Die kleine Waldfläche von 20 % ist nicht zusammenhängend und stark zerstückelt.

Bevölkerung

Politik Gemeindepräsidentin vor der Fusion Ende 2013 war zuletzt Brigitte Boller Schürch (parteilos).Andreas Schürer: Gemeinden unter Fusionsdruck. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. September 2013.

Wirtschaft Die Landwirtschaft stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar, doch entwickelt sich Bertschikon allmählich zu einer halbagrarischen Ortschaft.

Verkehr Die Autobahnen A1 Winterthur–St. Gallen und A7 Attikon–Frauenfeld und die Eisenbahnlinie Winterthur–Frauenfeld der Schweizerischen Bundesbahnen durchqueren das Ortsgebiet. Es besteht aber auf Grund der kleinen Einwohnerzahlen weder ein Vollanschluss an die Autobahnen noch eine Eisenbahnstation. An der A1 besteht eine Ein-/Ausfahrt Richtung St. Gallen, an der A7 eine Ein-/Ausfahrt Richtung Frauenfeld; der nächste Vollanschluss an die A1 ist Oberwinterthur. Bertschikon und Gundetswil sind mit Autobus erreichbar, die übrigen Ortsteile haben keinen Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

Geschichte mini|Ehemalige Mühle mini|Ehemaliges Schulhaus

Im Ziegelacker sind Spuren römischer Besiedelung gefunden worden. Unweit der römischen Fernstrasse Vitudurum–Ad Fines wurden 1995 durch Luftbilder erste Anhaltspunkte für den Standort eines römischen Gutshofes nach geophysikalischen Messungen bestätigt, ebenso ein mit dem Gutshof in Zusammenhang stehender Weg. Eine Notgrabung im Jahr 2000 brachte einen Töpferofen und zahlreiches keramisches Material von Bechern, Krügen und Reibschüsseln zutage, was den Ort in den Zusammenhang einer belebten Siedlung zur Römerzeit stellte.

Bertschikon wird 1255 als Bersinkon erstmals urkundlich erwähnt. Für Gündlikon ist die Erwähnung als Gundilinchova im Jahr 1162 gesichert.

Von den mittelalterlichen Grundherren, den Habsburgern, Kyburgern und den Klöstern St. Gallen und Reichenau, ging Bertschikon im Jahr 1471 in die Zürcher Herrschaft über.

Die einstige Gemeinde Bertschikon bestand im 19. und teilweise noch 20. Jahrhundert aus den Zivilgemeinden Bertschikon, Gundetswil, Gündlikon, Zünikon, Liebensberg, Stegen und dem zürcherischen Teil von Kefikon. Daher rühren die sieben Sterne im ehemaligen Gemeindewappen. Auf den 1. Januar 2014 schloss sie sich dem benachbarten Wiesendangen an.Florian Sorg: Erste Zürcher Gemeindefusion seit 1934 steht. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. Dezember 2013.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) führte Bertschikon bis zur Fusion mit Wiesendangen unter der BFS-Nummer 0212.

Sehenswürdigkeiten

Literatur Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VIII: Der Bezirk Winterthur. Nördlicher Teil. Bertschikon (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 79). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1986, ISBN 3-7643-1812-0, S. 272–286 (Digitalisat).

Weblinks

Geschichte der ehemaligen Gemeinde Bertschikon. Website der Gemeinde Wiesendangen

Einzelnachweise

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