300px|mini|Osterbrock, Sankt Isidorkirche Geeste ist eine an der Ems gelegene Gemeinde im zentralen westlichen Teil des Landkreises Emsland im westlichen Niedersachsen.

Geographie Geographische Lage Geeste liegt im Emsland zwischen Meppen im Norden und Lingen im Süden. Unmittelbar südöstlich der Gemeinde liegt das Speicherbecken Geeste, und etwas weiter in dieser Richtung liegt die Lingener Höhe.

Nachbargemeinden Im Nordwesten grenzt die Gemeinde Geeste an die Gemeinde Twist, im Norden an die Stadt Meppen, im Osten an die Stadt Haselünne und die Samtgemeinde Lengerich. Im Süden an die Stadt Lingen, sowie an die Gemeinde Wietmarschen in der Grafschaft Bentheim.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Geeste gehören die Ortsteile Geeste, Groß- und Klein Hesepe, Osterbrock, Bramhar, Varloh und Dalum mit der Siedlung Großer Sand. links|220px Bramhar Dalum Geeste (Kernort) Groß Hesepe Klein Hesepe Osterbrock Varloh

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Gemeindegebiet von Geeste liegt hydrologisch im Flusssystem der Ems.

Die Gemeinde Geeste wird naturräumlich vor allem durch die Ems, den Dortmund-Ems-Kanal sowie den künstlich angelegten Geester See (Speicherbecken Geeste) geprägt.

Die Ems bildet im westlichen Gemeindegebiet einen bedeutenden natürlichen Fließgewässerraum und ist zugleich landschaftsprägend für weite Teile des südlichen Emslandes.

Der Dortmund-Ems-Kanal, durchzieht das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung. Er besitzt sowohl verkehrliche als auch wasserwirtschaftliche Bedeutung und steht in enger funktionaler Verbindung zur Ems.

Das Speicherbecken Geeste ist ein künstlich geschaffener See mit einer Wasserfläche von rund 230 Hektar südlich des Ortsteils Groß Hesepe. Er wurde in den 1980er Jahren als Kühlwasserbecken für das Kernkraftwerk Emsland angelegt.

Daneben existieren im Gemeindegebiet zahlreiche Entwässerungsgräben, Moorgewässer und kleinere Stillgewässer, die insbesondere mit den Hochmoor- und Renaturierungsflächen. Diese Gewässer sind vor allem für den Landschaftswasserhaushalt und den Naturschutz relevant.

Das Gemeindegebiet liegt innerhalb der großräumigen Moorlandschaft des Bourtanger Moores, das einst zu den größten zusammenhängenden Hochmoorkomplexen Mitteleuropas zählte. Teile dieses historischen Hochmoorgebietes prägen bis heute die Landschaft, insbesondere im Bereich von Groß Hesepe, Dalum und im westlichen Gemeindegebiet. Die Gemeinde ist Teil des Internationalen Naturparks Bourtanger Moor-Bargerveen.

Ein bedeutendes Feuchtgebiet ist das Naturschutzgebiet Geestmoor (NSG WE 269). Das rund 260 Hektar große Schutzgebiet gehört zum Internationalen Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen und schützt ein Hochmoor mit naturnahen Restflächen, Wiedervernässungsbereichen und feuchten Heiden. Teile des Gebietes wurden zuvor industriell abgetorft; seit der Unterschutzstellung dient es vor allem der Regeneration und Erhaltung typischer Hochmoorlebensräume. Die Entwässerung erfolgt über Gräben zur Ems.

Südlich angrenzend erstreckt sich das Naturschutzgebiet Dalum-Wietmarscher Moor (NSG WE 265), dessen nordwestliche Randbereiche ebenfalls das Gemeindegebiet berühren. Es handelt sich um ein großflächiges Hochmoor- und Vogelschutzgebiet, das zusammen mit dem Geestmoor einen wichtigen Bestandteil des verbliebenen Bourtanger-Moor-Komplexes bildet. Die Schutzgebiete sind für den regionalen Biotopverbund sowie für den Moor- und Wiesenvogelschutz von erheblicher Bedeutung.

Ein weiteres bedeutendes Feuchtgebiet ist das Naturschutzgebiet Biotop am Speicherbecken Geeste nördlich des Geester Sees (NSG WE 182). Das etwa 50 Hektar große Gebiet wurde in den 1980er Jahren als Ausgleichsmaßnahme für den Bau des Speicherbeckens Geeste geschaffen. Es umfasst ehemalige Fischteiche, Sumpfzonen, ein künstlich angelegtes buchtenreiches Gewässer mit Inseln, Flachwasserbereichen und Steilufern sowie Feuchtwiesen, Röhrichte und Erlenbruchwald. Es dient heute insbesondere als Lebensraum für wassergebundene Vogelarten und andere Feuchtgebietsspezialisten.

An der Gemeindegrenze von Geeste und Twist liegt das Naturschutzgebiet Meerkolk (NSG WE 050). Es ist 34 Hektar groß und liegt im Internationalen Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen. Es stellt einen wiedervernässten Rest eines Hochmoores als Bestandteil des Bourtanger Moores dar.

Darüber hinaus bestehen im Gemeindegebiet zahlreiche kleinere Moorgewässer, Entwässerungsgräben und vernässte Renaturierungsflächen, die insbesondere im Umfeld des Emsland Moormuseums und entlang der Wege des Naturparks Moor-Veenland erlebbar sind. Diese Flächen dokumentieren den Wandel vom industriell genutzten Torfabbaugebiet hin zu einer zunehmend auf Wiedervernässung und Naturschutz ausgerichteten Moorlandschaft.

Geschichte Ansiedlungen in urgeschichtlicher Zeit im Bereich der heutigen Gemeinde Geeste beschränken sich auf den hohen Geestrücken in Hesepe, Dalum und Geeste. Diese Siedlungen entwickelten sich aus Einzelhöfen hin zu kleinen Zusammenschlüssen in der Form von Haufendörfern. Über die Ur- und Frühgeschichte menschlichen Lebens und menschlicher Tätigkeit auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Geeste und im weiteren Emsland geben eine Anzahl von Grabungen und Funden Auskunft. Hier sind besonders die Großsteingräber aus der Steinzeit (3300 – 2500/2200 v. Chr.) auf dem Hümmling sowie Geester Bodenfunde aus der Bronzezeit, der vorrömischen Eisenzeit und der römischen Kaiserzeit (2500/2200 v. Chr. – ca. 375 n. Chr.) zu nennen. Interessante Erkenntnisse ergaben die jüngsten Ausgrabungen im Bau-/Wohngebiet Geeste-Kottbree und im Ferienhausgebiet Emspark Auenwald: Scherben, wie sie in den Großsteingräbern auf dem Hümmling zentnerweise gefunden wurden, tauchten ebenso auf wie Standspuren nicht sehr großer, fester ebenerdiger Häuser. Bereits in den 1930er Jahren war in Osterbrock ein jungsteinzeitliches Einzelgrab der Zeit zwischen 2800 und 2500/2200 v. Chr. nachgewiesen worden. Bei den aktuellen Ausgrabungen im Feriengebiet Emspark Auenwald wurden gleich drei solcher Grabanlagen geborgen. Die Verstorbenen lagen seitlich mit angezogenen Beinen und angewinkelten Armen im Grab. Man hatte ihnen Tonbecher und Feuersteinklingen als Beigabe mit ins Grab gelegt.

Auch aus der auf die Steinzeit folgenden Bronze- und vorrömischen Eisenzeit gibt es aus dem Raum Dalum – Geeste einzelne Fundstücke. Im Baugebiet Kottbree wurde in einer Urne als Beigabe eine kleine Bronzenadel entdeckt. Bereits in den 1950er Jahren wurde ein ausgedehnter Urnenfriedhof südöstlich von Dalum in der Flur „Dalen“ entdeckt. Auf der Kottheide wurde zudem ein Bronzebeil gefunden. Besonders interessant ist in Geeste die römische Kaiserzeit: Im Baugebiet Geeste-Kottbree fanden sich neben den Grundrissen der Häuser auch gebrannte Eicheln für die Schweinemast, Glasperlen und eine römische Münze des Kaisers Constantin I. Den Hauptteil der Funde stellten Scherben verschiedenster Gefäße dar, darunter mit geometrischen Mustern verzierte Schüsseln. Bei den aktuellen Ausgrabungen im Ferienhausgebiet Emspark Auenwald wurden erstmals auch Brennöfen für Keramik nachgewiesen. Die Geländekuppe war offensichtlich über längere Zeit dicht bewohnt. Zu den Funden gehören grobe große Vorratsgefäße, aber auch dünnwandige Schalen und Teller.

In einem Abgabenregister des Klosters Werden im heutigen Essen an der Ruhr findet sich die erste Erwähnung Geestes: Das um 890 entstandene Schriftstück erwähnt die Niederbrennung Geestes durch die Normannen – und belegt damit die Existenz Geestes seit mindestens 890 nach Christus. Um das Jahr 1000 nach Christus tauchen die Namen Dalum und Hesepe in historischen Einkünfteverzeichnissen des Klosters Corvey bei Höxter auf, die – obwohl in ihrer Datierung oft ungenau und zum Teil Abschriften aus späterer Zeit – dennoch einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde markieren. 1379 ist am Ostufer der Ems die Burg Vredevort durch die Herren von Langen errichtet worden, die aber schon vor 1400 wieder zerstört wurde.

Nationalsozialismus und Emslandlager Zwischen 1933 und 1945 unterhielt der NS-Staat im Emsland und der Grafschaft Bentheim 15 Gefangenenlager. Als Teil des Systems von SS, Justiz und Wehrmacht waren sie alle Orte des NS-Terrors. Bis in den Zweiten Weltkrieg hinein mussten die Gefangenen schwere Zwangsarbeit u. a. in der Moorkultivierung, ab Mitte 1942 in der Torf- und Rüstungsindustrie und in Bombenräumkommandos, leisten. Zwei dieser Emslandlager befanden sich auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Geeste (Emslandlager XII Dalum, Emslandlager XI Hesepe). An die Historie dieser und weiterer benachbarter Lager erinnert seit 2023 der Erinnerungsort Lager XII Dalum. Im heutigen Ortsteil Varloh befand sich von 1939 bis 1945 ein Scheinflugplatz, der durch den Krupp’schen Schießplatz Meppen betrieben wurde.

Eingemeindungen Bereits vor dem Gutachten zur Gebiets- und Verwaltungsreform der „Weber-Kommission“ von 1969 hatte es eigene Anstrengungen einiger Gemeinden gegeben, sich zu größeren Einheiten zu verbinden. So schlossen sich am 22. Mai 1968 Groß Hesepe und Klein Hesepe zur Gemeinde „Groß Hesepe“ zusammen; am 25. Januar 1971 verbanden sich auf freiwilliger Basis Dalum, Geeste und Osterbrock zur Gemeinde „Geeste“. Mit Wirkung zum 1. März 1974 gliederten sich auch Groß Hesepe, Bramhar und Varloh sowie zum 1. April 1974 Bienerfeld-Nord in die neue Gemeinde Geeste ein.

Ortsnamen Bramhar (bei Meppen) Erstmals eindeutig erwähnt 1480 (Holthing, Meppen). Braom, Bram-har, Bram-haar: Besenginster auf einer Anhöhe, Sanddüne = Ginsterhügel /-höhe. Das Bestimmungswort bram = Dorn, Stachel; aus indogerm. bhrom/bhrem = eine Spitze bilden; es beschreibt die Einhegung eines Ortes. Das Grundwort har/her = Frauenhaar, Göttin Ertha, Hera; aus germ. hera, vgl. althochdtsch./altsächs./altnord. har benennt einen Ort der Verehrung der (Erd-)Göttin. Es handelte sich also vermutlich um einen ringsum mit Dornen umgebenen Kultplatz, an dem die Erdgöttin verehrt wurde.

Dalum Gegründet in sächsischer Zeit, vor 700 n. Chr., erstmals eindeutig erwähnt um das Jahr 1000 n. Chr. (Corvey). Dalamum, Dal-ham, Dalem: Heim (um, em) im Tal (Dal) oder niedriger Weideplatz oder Bachniederung („Bääke“), ham = Winkel. Zwischen Dalum und Geeste lag die Burg Vredevort an der Ems.

Geeste Gegründet in sächsischer Zeit, vor 700 n. Chr., erstmals eindeutig erwähnt 890–900 (Werden). gest, geest: trockener, unfruchtbarer Sandrücken, mageres Land. Geczi (890), Gehse (1350), Geiße (1649).

Hesepe Gegründet in sächsischer Zeit, vor 700 n. Chr.; beinhaltet zwei Wortstämme von hohem Alter. Der Name kommt erstmals in den Corveyer Registern um 1000 als Hasba vor, 1181 erscheint der Ortsname bereits in der jetzigen Form Hesepe. Das Grundwort epe, alte Form apa, findet sich in ganz Deutschland, am meisten im Sauerland, und bezeichnet überall einen kleinen Wasserlauf. Man glaubt darin das sanskr. Ambhas (Wasser), lat. amnis, alt ambnis, sowie auch das griech. ombros, lat. imber (Platzregen) und ebenfalls das keltisch-irische abh (Fluss) zu finden, also kurzum ein indogerm. Urstammwort. Schwieriger zu deuten ist das Bestimmungswort has oder häs (stets lang gesprochen: Häsepe). Die alte Form Hasba (wohl richtiger Hasapa) kann für Hesepe das has nicht vom Fluss Hase herleiten, da dann eine den alten Ortsnamen fremde Doppelung vorläge. Has und Haas findet sich in Ortsnamen häufig, ohne einen einheitlichen Schluss zuzulassen. Am ehesten ist an die Bedeutung has = dunkel, Nebel, zu denken, was auch auf das Wasser der Hase bzw. Ems gut passt.

Osterbrock Gegründet 1907 als Gut Geeste. 1932 Privatisierung und Umwandlung zur Gemeinde Osterbrock. Ossenbruch – Ochsenbruch – Osterbrock.

Varloh (bei Meppen) Erstmals eindeutig erwähnt 1146 (Corvey, Werden). far (Schaf, vgl. Färöer, Schafinseln) und lo, loh auch la (Buschwerk, Wald, lichter Eichenbestand), also eine mit Buschwerk bestandene Schafweide. Varnla (1146).

Moor-Mitte (bei Twist)