mini|Luftaufnahme der Inseln mini|Fahrt durch den Steinsund Solund ist eine norwegische Kommune in der Provinz Vestland.
Geografie Solund ist die westlichste Inselgemeinde Norwegens. In der Provinz Sogn og Fjordane, die zum 1. Januar 2020 zusammen mit Hordaland zu Vestland zusammengeschlossen wurde, war Solund die einzige Gemeinde, die nur aus Inseln bestand.
Die beiden größten Inseln sind Sula und Ytre Sula. Weitere Inseln sind Losna, Steinsundøy, Nesøy, Ospa, Rånøy, Færøy, Lågøy und Hågøyna. Der westlichste Punkt Norwegens ist Holmebåen auf den winzigen Utvær-Inseln, die fast unbewohnt sind. Auf einer dieser Felsklippen liegt der Leuchtturm Utvær fyr.
Im Norden grenzt Solund an die Gemeinde Askvoll, im Osten an Fjaler und Hyllestad, im Süden an Gulen und die Öffnung des Sognefjords und im Westen an die offene Nordsee.
Geschichte 1858 entstand die Kommune Utvær aus den zwei Untergemeinden von Solund and Husøy, die aus der Pfarrgemeinde von Gulen herausgelöst wurden. Die Bevölkerung belief sich damals auf 1.384 Personen. Zum Jahresbeginn 1888 kam das Gehöft Krakken im äußersten Nordosten Sulas aus der Gemeinde Hyllestad mit 17 Köpfen hinzu sowie im Norden acht Bauernhöfe aus der Gemeinde Hersvikbygda mit insgesamt 317 Personen. Am 1. Juli 1890 änderte die Gemeinde ihren Namen in Sulen. Per königlichen Erlass wurde die Schreibweise am 16. November 1923 in Solund geändert.
Der altnorwegische Name Sólund bezeichnete ursprünglich die Insel Sula. Die Bedeutung dieses Namens ist unbekannt. In altnorwegischer Zeit wurde das Meer zwischen Norwegen und Schottland Sólundirhaf genannt, das bedeutet Meer von Solund.
Zum Jahresbeginn 1964 wechselte die Insel Losna von Gulen zu Solund.
Das Wappen stammt aus moderner Zeit und wurde am 16. Februar 1990 verliehen. Es entstand in Anlehnung an das Wappen der mittelalterlichen Adelsfamilie von Losna.
Einwohner Mit Einwohnern ist Solund eine der bevölkerungsärmsten Gemeinden Norwegens. Die meisten dieser Menschen leben auf den Hauptinseln Sula und Ytre Sula, verstreut über Dörfer und kleine Ansiedlungen:
+ Bevölkerung nach Ansiedlungen Gemeinde Einwohnerzahl Hardbakke 246 Einwohner Storøy/Dalesund 139 EinwohnerNesefjord89 EinwohnerKolgrov/Trovåg62 EinwohnerHjønnevåg59 EinwohnerStrand/Oddekalv53 EinwohnerFærøy/Leknessund52 EinwohnerHersvikbygda42 EinwohnerAustrefjord/Dumbefjord26 EinwohnerIndrevær/Utvær11 EinwohnerKrakhella6 EinwohnerLosnegard4 Einwohner
mini|Der Ospa-Sund
+ BevölkerungsentwicklungNorwegische Bevölkerungsstatistiken, abgerufen am 10. Juni 2015 Jahr Anzahl1769 8551951 1.8021960 1.6951970 1.3761980 1.2111990 1.1442000 9592010 878
Verwaltung und Politik mini|Hardbakke, der Verwaltungssitz Verwaltungszentrum ist das Dorf Hardbakke auf Sula.
Solunds Gemeinderat, die Kommunestyre, besteht aus 15 Abgeordneten, die für vier Jahre gewählt werden. Für die Periode 2011–2015 erzielten: Arbeiderpartiet 2 Mandate Fremskrittspartiet 2 Mandate Høyre 5 Mandate Senterpartiet 4 Mandate Örtliche Listen 2 Mandate
Der Bürgermeister für 2011–2015 ist Ole Gunnar Krakhellen; er gehört der Høyre-Partei an.
Religion Die norwegische Kirche unterhält eine Pfarrgemeinde in Solund. Die Gemeinde verfügt über drei Kirchen. Sie gehört zum Dekanat Nordhordland der Diözese Bjørgvin.
+ Kirchen in SolundNameOrtBaujahrHersvik kirkeHersvikbygda1892Husøy kirkeKolgrov1896Solund kirkeHardbakke1869
Wirtschaft mini|Felsformation im Norden der Gemeinde Die Fischerei ist das wichtigste Gewerbe in Solund. In der Schiffswerft Solund VerftWebsite der Solund Verft, abgerufen am 13. Juni 2015 arbeiten 21 Beschäftigte. Die Inselwelt von Solund ist ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber, Bootstouristen und Sportfischer.
Sehenswürdigkeiten mini|Utvær mini|Der Leuchtturm von Utvær Gåsvær Gåsvær ist eine der äußersten Inseln im Norden Solunds. Es liegt weit im Westen ausgesetzt im Meer zwischen dem Lågøyfjord und der Mündung des Bachs Gåsværosen. Unmittelbar vor der Insel liegen Fischbänke. Vermutlich kann Gåsvær auf eine lange Handelstradition zurückblicken. 1767 hatte die Insel ein eigenes Gasthaus. Der ältere Teil des charakteristischen Haupthauses datiert aus dem 18. Jahrhundert. Ein anderer Teil wurde aus dem Holz eines gescheiterten Segelschiffs gebaut.
Utvær Utvær ist der westlichste feste Punkt Norwegens. Die Insel hat keine festen Bewohner mehr, aber im Leuchtturm tun zwei Personen Dienst. Man erreicht die Insel per Boot. Ein Fahrdienst auf Abruf ist das ganze Jahr über von Kolgrov aus verfügbar. Im Sommer wird Betrieb nach Fahrplan ab Hardbakke, Eivindvik und Korssund angeboten.
Die Provinzregierung bestimmte die Inselgruppe und die See um Utvær als Naturschutzgebiet. Davon ausgenommen sind Utvær selbst und die unmittelbar umgebenden Gewässer. Die Denkmalschutzbehörde Riksantikvaren schlug vor, den Leuchtturm als Denkmal einzustufen.
Im Mittelalter stand eine Kapelle im Süden der Siedlung. Das erste schriftliche Zeugnis davon erschien in einem Werk von Bjørgynar Kalveskinn aus dem Jahr 1320. Die Kapelle hatte Einkünfte aus Spenden und Fischerei-Abgaben. Im 17. Jahrhundert besaß die Kapelle 15 Kühe und 27 Schafe, die verliehen wurden. Im späteren 17. Jahrhundert wurde sie von schottischen Piraten ausgeraubt.
Die Kapelle war aus Holz erbaut und hatte eine Grundfläche von etwa 7,5 m × 6,3 m. Rund 120 Gemeindemitglieder fanden darin Platz. Die Glocke von 1641 befindet sich in der Heibergske Samlingar in Kaupanger. Pro Jahr fanden vier Gottesdienste statt. Die Priester setzte per Boot von Eivindvik aus über. Bei schlechtem Wetter strandete er oft auf Inseln, die näher am Festland lagen. 1718 wurde die Kapelle auf die Insel Husøy verlegt. Als Ende des 19. Jahrhunderts die Straumen kirke eingeweiht war, wurde die Kapelle abgerissen.
Der Leuchtturm brannte infolge eines Luftangriffs der Alliierten im Februar 1945 ab. 1948–1952 wurde er neu erbaut. Der Neubau hat eine andere Gestalt als sein Vorgänger. Der Balkon oben war zuvor ein Stockwerk tiefer gelegen.
Arboretum Im Küsten-Arboretum in Hardbakke werden hauptsächlich einheimische Bäume und Pflanzen vorgestellt. Die Sammlung von Rhododendren ist im Sommer sehenswert. Vom Arboretum aus bietet ein 5 km langer Fußpfad über abwechslungsreiches Gelände mannigfaltige Aussicht über den äußeren Sognefjord. Ein anderer markierter Wanderpfad führt hinauf auf den Berg Ravnenipa.
Einzelnachweise
Weblinks
Solund im Store norske leksikon (norwegisch) Website der Gemeinde NRK: Fylkesleksikon – Solund Kommune