Ossingen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen, dem Weinland des Kantons Zürich in der Schweiz. mini|Historisches Luftbild von Walter Mittelholzer (1923)
Wappen Blasonierung: In Silber ein hängendes rotes Weidenblatt
Geographie Lage Die Gemeinde liegt vier Kilometer ostnordöstlich von Kleinandelfingen, Richtung Unterstammheim.
Burghof Der Burghof ist ein teilweise unter Heimatschutz stehender kleiner Weiler, 3 km östlich von Ossingen (zwischen Ossingen und Gütighausen) gelegen. Der Weiler besteht aus acht bewohnten Häusern.
Die erste Eintragung eines Jucker-Hauses stammt aus dem Jahre 1741: «Es waren da die beiden Brüder, Hans und Peter Jucker, die das Grenzland Burghof für 211.50 Geldeinheiten am 4. Mai 1741 erwarben.»
Heute wird hier Wein-/Obstbau (Burghofer) und Kälbermast betrieben. Einige Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Gisenhard Die Siedlung Gisenhard wurde als «Gisinhard» (Weidewald des Giso) erstmals im Jahre 831 urkundlich erwähnt. Ursprüngliche Geschlechter sind Graf (Lehnsbauer um 1380), Sigg und Kübler (Güterbesitzer um 1550).
Politisch gehört Gisenhard nunmehr – geschichtlich vermerkt sind die Zugehörigkeit zum Kloster St. Gallen (ab 831) und dem Kloster St. Peter in Konstanz (ab 1359) – zur Gemeinde Ossingen. Die geographische Lage des Weilers macht ihn zum Schnittpunkt der Strecken Frauenfeld–Schaffhausen und Winterthur–Stein am Rhein.
Langenmoos Das Langenmoos ist ein Weiler nordwestlich von Ossingen mit rund 20 Einwohnern.
Husemersee Der Husemersee gehört zur sogenannten Andelfinger Seenplatte. Die Naturseen, die den Husemersee bilden, liegen zwischen Trüllikon und Ossingen und werden vom Wattbach gespeist. Der in einem Naturschutzgebiet gelegene Kleinsee wurde 1994 in die Liste der Flachmoore von nationaler Bedeutung aufgenommen. Vom Bahnhof Ossingen erreicht man den Husemersee in einer halben Stunde zu Fuss.
Geschichte Neolithische Sumpfrandsiedlungen am Husemersee und hallstattzeitliche Grabhügel im Speck und im Hattlebuck weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Aus der römischen Zeit gab es Funde im Goldbuck (Kalkbrennofen) und bei Burghof (Brandgrab). Im Goldbuck stiess man auf ein frühmittelalterliches Gräberfeld.
Wie in anderen Riedzonen des Kantons Zürich existierten im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit auch in Ossingen zahlreiche Weiher, die der Fischzucht dienten: kommerzielle Fischteichbewirtschaftung als Haupt- und Nebenerwerb in natürlichen oder künstlich angelegten Weihern.
Ossingen wurde urkundlich erstmals 1230 als de Ozzingin erwähnt. Im Hochmittelalter bildete ein Kelnhof das grund- und gerichtsherrliche Verwaltungszentrum des Klosters Reichenau. Es ging später als Reichenauer Lehen an die Kyburger und nach deren Aussterben 1264 an die Habsburger. 1377 wurde es als Teil des ehemaligen habsburgischen Amtes Andelfingen an die Hohenlandenberger verpfändet, bis es dann 1434 mit diesem zu Zürich kam.
Am Ausgang des Lattenbachtobels steht das Schloss Wyden.
Bevölkerung + BevölkerungsentwicklungQuellen: 1850–1960: Eidgenössische Volkszählungen (XLS; 927 kB), danach: Gemeindeporträts. Ossingen. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 1962–2022. Jahr 1682 1850 1900 1950 2000 2005 2010 2015 2020 2022 Einwohner 974 1198 930 805 1282 1296 1341 1422 1726 1710
Politik Gemeindepräsident ist Martin Widmer (FDP, Stand 2025).Behörden. Gemeindevorstand. Website der Gemeinde Ossingen.
Bei der Nationalratswahl 2019 erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 40,56 %, FDP 12,16 %, glp 11,60 %, SP 10,45 %, Grüne 9,79 %, EVP 5,86 %, CVP 3,13 %, BDP 2,61 %, EDU 1,51 % und andere (8) 2,33 %.
Die Wähleranteile bei der Nationalratswahl 2023: SVP 37,74 % (−2,82 %), SP 14,15 % (+3,69 %), FDP 11,33 % (−0,83 %), glp 10,76 % (−0,83 %), Die Mitte 10,7 % (+4,96 %), Grüne 7,89 % (−1,91 %), EVP 3,74 % (−2,12 %), Aufrecht Zürich 1,24 %, andere (12) 2,45 %.Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023.
Sehenswürdigkeiten
Galerie
Literatur Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Ossingen (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1938, , S. 212–224 (Digitalisat).
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Ossingen
Statistische Daten der Gemeinde Ossingen Otto Sigg: Die drei Pestzüge in Ossingen, 1611/12,1629/30 und 1636. In: Zürcher Taschenbuch 1979. S. 106–113 (PDF; 129 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Zürich
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