Jean-Louis Paul Schlesser (* 12. September 1948 in Nancy) ist ein französischer Allround-Automobilrennfahrer, zweifacher Gewinner der Sportwagen-Weltmeisterschaft (1989 und 1990) und zweifacher Gewinner der Rallye Dakar (1999 und 2000) sowie Veranstalter und bis 2014 sechsfacher Gewinner des Africa Eco Race.Africa Eco Race Press Kit 2017, Seite 6
Karriere 1978 gewann Schlesser die Französische Formel-3-Meisterschaft.
In der Formel 1 war Schlesser weniger erfolgreich. 1983 kaufte er sich für zwei Rennen bei dem britischen Team RAM Racing ein.Biografie Jean-Louis Schlessers auf der Internetseite (abgerufen am 5. Mai 2014). Im April bestritt er im RAM 01 das Race of Champions, ein Formel-1-Rennen ohne Weltmeisterschaftsstatus. Ohne im Qualifikationstraining eine gezeitete Runde absolviert zu haben, wurde Schlesser als 13. und letzter Pilot zum Rennen zugelassen. Er beendete das Rennen in Brands Hatch auf Rang sechs. Zuvor waren sechs vorplatzierte Fahrer ausgefallen.Statistik des Race of Champions 1983 auf der Internetseite www.silhouet.com (abgerufen am 5. Mai 2014). Eine Woche später meldete RAM ihn neben Eliseo Salazar zum Großen Preis von Frankreich. Schlesser verpasste hier die Qualifikation. Er war 0,7 Sekunden langsamer als sein Teamkollege, der sich ebenfalls nicht qualifizierte, und lag 9,1 Sekunden über der Pole-Zeit von Alain Prost (Renault). Schlesser gab daraufhin zunächst die Formel 1 auf, da er die von RAM geforderten Mittel für weitere Renneinsätze nicht aufbringen konnte. Fünf Jahre später kehrte Schlesser in die Formel 1 zurück. Am Großen Preis von Italien 1988 in Monza nahm er im Williams für den erkrankten Nigel Mansell teil und fuhr vom 22. Startplatz bis auf Rang 11 vor. Dabei blieb vor allem seine Kollision mit Ayrton Senna in Erinnerung.
Von 1988 bis 1991 fuhr Schlesser auf Sauber-Mercedes in der Sportwagen-Weltmeisterschaft und wurde 1988 Vize-Weltmeister sowie 1989 und 1990 zusammen mit Mauro Baldi auf den Gruppe-C-Silberpfeilen von Mercedes Sportwagen-Weltmeister. Schlesser startete siebenmal bei den 24 Stunden von Le Mans, dabei zweimal von der Pole-Position.
Er siegte 1999 und 2000 bei der Rallye Dakar mit eigenentwickelten Schlesser Buggys. Zuletzt nahm er in einem von einem GM-Motor angetriebenen Schlesser Original X.223Übersicht über die von Schlesser entwickelten und eingesetzten Fahrzeuge an verschiedenen Rallye-Raid-Veranstaltungen wie dem Africa Eco Race teil, welches er 2012 zum vierten Mal in Folge gewann.Africa Eco Race Klassement Sein letzter Kopilot war der Russe Konstantin Zhilstov.
Sonstiges Schlesser ist der Neffe des 1968 beim Grand Prix von Frankreich tödlich verunglückten Jo Schlesser. In den ersten drei Teilen der französischen Filmreihe „Taxi“ wirkte Schlesser als Stuntfahrer mit. Schlesser hat einen 1990 geborenen Sohn, Anthony, mit der ehemaligen Tennisspielerin Mariana SimionescuÜber Schlesser und Mariana SimionescuWeitere Informationen darüber und war von 1992 bis 1998 in einer Beziehung mit Jutta Kleinschmidt.Jutta Kleinschmidt gewann die härteste Rallye der Welt – und schrieb Geschichte
Statistik Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1981 Jean Rondeau Rondeau M379 Jacky Haran Philippe Streiff Rang 2 und Klassensieg 1982 BMW Cassetten Team GS Sport Sauber SHS C6 Dieter Quester Hans-Joachim Stuck Ausfall Motorlager 1983 Preston Henn T-Bird Swap Shop Porsche 956 Claude Ballot-Léna Preston Henn Rang 10 1984 New-Man Joest Racing Porsche 956 Stefan Johansson Mauricio de Narváez Ausfall Zylinder überhitzt 1986 Silk Cut Jaguar Jaguar XJR-6 Eddie Cheever Derek Warwick Ausfall Aufhängung 1989 Team Sauber Mercedes Sauber C9 Alain Cudini Jean-Pierre Jabouille Rang 5 1991 Team Sauber Mercedes Mercedes-Benz C11 Alain Ferté Jochen Mass Ausfall Motorschaden
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft
Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 1977 KWS Racing Ford Escort DNF 1979 Jacques GuérinSmadja Racing Porsche 911BMW 530 15 7 DNF 13 1980 Jacques Guérin Porsche 934 16 9 1981 Jean RondeauKWS Motorsport Rondeau M379Ford Capri 2 DNF 1982 Sauber Sauber SHS C6 DNF 1983 Preston Henn Porsche 956 10 1984 Joest Racing Porsche 956 DNF 1985 TWR Jaguar Jaguar XJR-6 3 DNF DNF 1986 Jaguar Jaguar XJR-6 DNF 7 DNF 17 4 DNF DNF 5 17 1987 Sauber Sauber C9 7 1988 Sauber Sauber C9 1 2 2 2 1 3 1 3 5 1 1989 Sauber Sauber C9 1 2 1 3 1 1 DNF 1 1990 Sauber Sauber C9Mercedes-Benz C11 1 1 DNF 8 1 1 1 1 DNF 1991 Sauber Mercedes-Benz C11Mercedes-Benz C291 2 3 4 DNF DNF DNF DNF 5
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Einzelnachweise
Kategorie:Rallye Raid Kategorie:Formel-1-Rennfahrer (Frankreich) Kategorie:Rennfahrer des 24-Stunden-Rennens von Le Mans Kategorie:Sportwagen-WM-Rennfahrer Kategorie:Weltmeister (Sportwagen) Kategorie:DTM-Rennfahrer Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Mann