Buch am Irchel ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Kantons Zürich in der Schweiz. Auf den 1. Januar 2013 wurde der Weiler Oberhueb (auch Obere Hueb) von Buch am Irchel abgetrennt und der Gemeinde Neftenbach zugeschlagen. Dadurch verringerte sich die Landfläche Buchs um 4,6 Hektaren.

Wappen Blasonierung: In Silber auf grünem Boden eine rote Buche

Das Wappen stellt die seit 1680 dokumentierte Blutbuche auf dem Stammberg dar, einer kleinen bewaldeten Erhebung. Es soll sich dabei um eine der ältesten bekannten Blutbuchen in Europa handeln. 2007 wurde sie durch einen Sturm stark beschädigt.

Es geht die Sage um, wonach das bei einem Brudermord geflossene Blut die Blätter des Baumes jeweils vom Auffahrtstag an rot färben soll.

Der Name Buch am Irchel rührt mit grosser Wahrscheinlichkeit von ehemals vorhandenen beachtlichen Beständen gewöhnlicher Buchen in dieser Gegend her.

Geographie Buch am Irchel liegt im Zürcher Weinland und am Fuss des Irchels. Auf dem Irchel steht ein Aussichtsturm. Der ganze Bergrücken ist stark bewaldet. Die Waldfläche beträgt 38,1 %, die Landwirtschaftsfläche 54,3 %, die Siedlungsfläche 3,9 % und die Verkehrsfläche 3,6 % der Gemeindefläche (Stand 2018).Gemeindeporträts. Buch am Irchel. Flächen. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2018.

Die Gemeinde Buch am Irchel besteht aus den Dorfteilen und Weilern Oberbuch, Unterbuch, Wiler, Bebikon und Desibach.

Sie grenzt im Nordwesten an Berg am Irchel, im Norden an Volken, im Nordosten an Dorf, im Südosten an Neftenbach, im Süden an Dättlikon und im Westen an Freienstein-Teufen.

Bevölkerung Zahlen bis/mit 1850 inkl. Gräslikon (1855 der Gemeinde Berg am Irchel zugeschlagen)

Politik Gemeindepräsident ist seit Juli 2026 Rafael Keller (parteilos).

Gemeinderäte für die Legislaturperiode 2026–2030 sind Stefan Bosshard, Solvej Schiantarelli, Andreas Seifert und Markus Stolz.Gemeinderat. Website der Gemeinde Buch am Irchel.

Die Wähleranteile bei der Nationalratswahl 2023 (in Klammern Veränderung zu 2019): SVP 44,62 % (−4,01 %), glp 11,12 % (−1,08 %), FDP 10,87 % (−2,28 %), Grüne 7,25 % (+0,84 %), Die Mitte 6,82 % (+1,20 %), SP 6,67 % (+1,80 %), EDU 4,57 % (+1,07 %), Aufrecht Zürich 3,49 %, EVP 3,15 % (−1,09 %), andere (11) 1,45 %.Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023.

Geschichte Bei Bauarbeiten an der Kirche kamen römische Mauerreste zum Vorschein. Im Zieglen oberhalb des Ortsteils Wiler werden weitere Bauwerke aus derselben Zeit vermutet, sie wurden bisher nicht wissenschaftlich untersucht.

Buch am Irchel wurde im Jahre 1089 erstmals in einer Chronik erwähnt. Graf Kuno von Achalm-Wülflingen verschenkte einen Teil des Dorfes und die Kirche dem Kloster Zwiefalten in Württemberg. Buch am Irchel gelangte im 13. Jahrhundert in habsburgischen Besitz.

Zürich übernahm 1760 die Herrschaft in Buch am Irchel und gliederte es der Landvogtei Andelfingen ein. 1855 wurde Buch am Irchel eine selbständige politische Gemeinde.

Gräslikon wurde 1798, nach der helvetischen Revolution, der Gemeinde Buch am Irchel einverleibt. Doch damit war man in Gräslikon nicht einverstanden und man kämpfte für einen Anschluss an Berg am Irchel. 1845 wurde Gräslikon eine Zivilgemeinde und 1855 wurde sie, nachdem die Gemeinde Berg am Irchel vorerst abgelehnt hatte, ebendieser zugeschlagen.

Kultur Seit 1989 wird in Buch am Irchel in unregelmässigen Abständen ein Freilichtspiel aufgeführt. Den Auftakt bildete D’Rotlaubbuech, das zum 900-jährigen Jubiläum der Gemeinde entstand und die mit dem Wappenmotiv verbundene Sage aufgreift. Das Stück wurde 1991 und 2018 erneut aufgeführt. 2004 folgte Oberst Hirzel, ein Stück über den Niedergang der lokalen Gerichtsherrschaft im 18. Jahrhundert. 2010 wurde Die schwarze Spinne nach der gleichnamigen Novelle von Jeremias Gotthelf inszeniert. Die Aufführungen werden von regionalen Laiendarstellern und Statisten umgesetzt. 2025 kam mit 1799 – Zwischen den Fronten ein neues Stück zur Aufführung, das die Umbrüche in der Region zur Zeit der Helvetik darstellt.

Sehenswürdigkeiten

Bilder

Literatur Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Buch a. I. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1938, , 168–172 (Digitalisat). Jacob Jäggi: Die Blutbuche zu Buch am Irchel. In: Neujahrsblatt 1894. Kessinger Publishing, Zürich 1893, Neuauflage 2010, ISBN 978-1-162-48628-4.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Buch am Irchel Statistische Daten der Gemeinde Buch am Irchel

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde

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