mini|Ortsansicht von Westen mini|Ortsteil Kreuz mini|Ortsteil Erlach
Velden (standarddeutsch ; bairisch Voin []) ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Landshut und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Velden.
Geographie Geographische Lage Der Ort Velden liegt an der Großen Vils und ist rund 70 Kilometer von München und etwa 30 Kilometer von Landshut entfernt.
Gemeindegliederung
Es gibt 130 Gemeindeteile:
Nachbargemeinden Bodenkirchen Buchbach Dorfen Geisenhausen Neufraunhofen Taufkirchen (Vils) Vilsbiburg Wurmsham
Geschichte mini|Der Marktplatz mit dem Rathaus von 1862
Bis zum 18. Jahrhundert Velden wurde erstmals 773 als Herzogshof „Feldin“ erwähnt. Vermutlich existierte Velden bereits vor 773, doch dies ist durch keine Archäologische Funde belegt. Die geografische Lage spricht dafür, dass die Gegend um Velden wahrscheinlich schon zu der Zeit bevölkert war, als das Vilstal noch von Urwald bedeckt war. Um das 8. Jahrhundert gehörte Velden zum Besitz des Herzogs Tassilo vom Geschlecht der Agilolfinger. Im Jahr 788 setzte Frankenkaiser Karl der Große den letzten agilofingischen Bayernherzog Tassilo ab und machte das bis dahin selbstständige Herzogtum Bayern zu einer Provinz des mächtigen Frankenreiches. 818 ließ der adlige Ellanmar neben der Vils eine Kapelle erbauen. Somit besaß das Verwaltungsgebiet Velden auch ein Kirchenzentrum.
Um 890 schenkte Aspert, der Kanzler des Frankenkönigs Arnulf, die Kapelle von Velden an das Kloster Sankt Emmeram in Regensburg. Daraus folgte ein gewichtiges Mitspracherecht des Bischofs von Regensburg in der Region. Velden gehörte zwar noch zum Bistum Freising, verlor aber seine Stellung als Königshof. Eine Urkunde vom 12. August 903 bestätigt, dass der Sohn des Kaisers Arnulf, Ludwig das Kind, den Königshof Velden mitsamt Leibeigenen, Gebäuden, Brücken, Wäldern und Wassern dem Bischof von Regensburg geschenkt hat.
mini|Michael Wening: Schloss Eberspoint und Markt Velden, Anfang 18. Jahrhundert
Die seit 1180 regierenden Wittelsbacher versuchten, ihr Territorium und ihre Macht auch in Velden auszuweiten. 1224 erwarben die Wittelsbacher die Vogtei in Eberspoint. 1295 wurde Velden erstmals als Hofmark erwähnt. Seit 1300 saß in Velden auch ein herzoglicher Amtmann, der im Auftrag des Landrichters zu Vilsbiburg die Verwaltung und das Hofmarksgericht im Orte leitete. Wann Velden zum Markt erhoben wurde, ist bis heute ungewiss, da keine Marktgründungsurkunde existiert.
In einer Gerichtsurkunde von 1394 werden die ersten Bürger von Velden genannt. Hierin wird ein Indiz dafür gesehen, dass Velden um diese Zeit bereits das Marktrecht besaß. Von einer bürgerlichen Selbstverwaltung kann man erst seit 1484 sprechen. 1498 war das Jahr des Baus des ersten Rathauses in Velden. Um 1450 wurde die stattliche Pfarrkirche errichtet, die seitdem als Wahrzeichen des Ortes im Vilstal weithin sichtbar ist. Herzog Ludwig X. (Bayern) verlieh 1516 dem Ort das Marktwappen.
Im 14. und 15. Jahrhundert brachten Pestepidemien, der Landshuter Erbfolgekrieg (1503–1505) sowie der Dreißigjährige Krieg Not und Elend. Vom 19. bis 22. Juni 1633 wüteten, plünderten und verwüsteten schwedische Truppen den Markt. Viele Verwundete und Tote waren zu beklagen. Velden wurde zu dieser Zeit so sehr beschädigt und gebrandschatzt, dass der Ort noch im 19. Jahrhundert in einem miserablen Zustand war.
mini|hochkant|Die Pfarrkirche St. Peter
19. Jahrhundert Im Jahr 1830 standen in Velden 167 Häuser sowie die Pfarrkirche, das Rathaus, ein Benefiziatenhaus, das Schulhaus, das Armenhaus, sechs Brauereien, sechs Branntweinbrennereien, ein Weinhaus, zwei Bierwirtshäuser, eine Ziegelhütte und eine Getreidemühle.
1865 wurde Velden von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht. Die meisten Holzhäuser wurden zu Schutt und Asche. Nach zweijähriger Bauzeit wurde Heiligabend 1898 die Bahnlinie mit Zustimmung des Prinzregenten Luitpold von Bayern ihrer Bestimmung übergeben.
20. und 21. Jahrhundert Während der beiden Weltkriege: Unheil und Nationalsozialismus „kontrollieren“ den Markt. Nach mühsamen Nachkriegsjahren, in denen viele Flüchtlinge und Vertriebene unterzubringen waren, folgte in den 1960er Jahren der Aufschwung.
1957: Das erste Volksfest wird abgehalten 1968: Wegen Unrentabilität wird der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Dorfen–Velden eingestellt
Am 1. Mai 1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Velden (Vils) mit den Mitgliedsgemeinden Velden, Wurmsham und Neufraunhofen gebildet.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Babing mit Baueröd, Eberlsöd, Eggersgrub, Eichten, Erlach, Futteröd, Giglberg, Haid, Hinteröd, Irreck, Lahn, Nehaid, Oberbabing, Putzenberg, Rimberg, Schlegelsreit, Schöllamühle, Spindlhäusl, Spitzlbach, Stietenöd, Vils, Walding und Willgrub freiwillig eingegliedert.
Am 1. Januar 1976 kam der größere Teil der aufgelösten Gemeinde Ruprechtsberg (Ruprechtsberg, Asching, Biedenbach, Burg, Erzmannsdorf, Geratsfurth, Glocksberg, Grünzing, Gumpersberg, Hackenkam, Haid, Holzen, Kühloh, Mariaberg, Rothenwald, Rundthal, Schafhausen, See, Straß, Strohhof, Walln) ebenfalls freiwillig hinzu.
Am 1. Mai 1978 folgten die Gemeinde Eberspoint mit Alteberspoint, Asenreit, Bachmühle, Birnkam, Elling, Forsthof, Haselbach, Lug, Martinsberg, Raffelberg und Reit sowie Teile der Gemeinden Vilslern (Untervilslern, Aichelsberg, Bach, Brandholzen (mit Holzen verbunden), Burghab, Giglberg, Hofbruck, Holzhäuseln, Hub, Marsberg, Mölling, Obervilslern, Ofen, Pfenningsöd, Sattelstatt, Schapfthal, Stockham, Vilssöhl, Zeil), Holzhausen (Schweibach, Weiher), Neufraunhofen (Aign, Atzmannsdorf, Biedersdorf, Bruck, Einäuglmühle, Hackelsberg, Haid, Haideck, Hintelsberg, Kleinvelden, Koralden, Kreuz, Kronwinkel, Viehweid) und Felizenzell (Brandstätt, Eglso, Exenberg, Feuchten, Fischbach, Guntersberg, Herrneck (teilweise), Hinterkobl, Hirschhof, Höhenberg, Irrthal, Kothlehen, Kremshub, Lehen, Leiten, Maierhof, Maiersdorf, Miethal, Moosing, Neunehaid, Oberensbach (Bax), Paulusberg, Pretzkobl, Rothweg, Schmitten, Schurfsöd, Schwarzeck, Schwarzmoos, Seidlthal, Unterensbach (Fang), Wagensberg, Zweifurth).
Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner 1960 4324 1970 4259 1980 4404 1990 5117 1995 5797 2000 6375 2001 6468 2002 6471 Jahr Einwohner 2003 6479 2004 6506 2005 6501 2006 6524 2007 6566 2008 6586 2009 6510 2010 6572 Jahr Einwohner 2011 6589 2012 6534 2013 6535 2014 6581 2015 6603 2016 6548 2017 6590 2018 6576 Jahr Einwohner 2019 6605 2020 6607 2021 6677 2022 6693 2023 6647 Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 2610 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 60,80 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 5,81 (4,77) Prozent.
+ Altersstruktur der Bevölkerung Veldens gemäß Zensus 2011. Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Velden (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 26. April 2014. jünger als 18 18,5 % 18 bis 29 14,3 % 30 bis 49 31,2 % 50 bis 64 18,5 % älter als 65 17,5 %
Politik
Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006
Der Markt Velden ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:Bayerischer Behördenwegweiser – Markt Velden: Mitgliedschaften in Zweckverbänden, online im BayernPortal des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales, abgerufen am 3. November 2019. Regionaler Planungsverband Landshut Schulverband -Mittelschule- Buchbach Schulverband Pauluszell Schulverband Velden Zweckverband zur Wasserversorgung der Binatal-Gruppe
Velden gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Velden.
+ Verwaltungsgemeinschaft Velden Gemeinde Wappen Flächekm² Einwohner EW-DichteEW je km² Höheüber NHN Neufraunhofen 30px 17,94 495 Velden 30px 49,4 477 Wurmsham 30px 28,14 480
Die Verwaltungsgemeinschaft Velden erbringt 304 verschiedene behördliche Leistungen.Bayerischer Behördenwegweiser – Verwaltungsgemeinschaft Velden: Verwaltungsgemeinschaft Velden – Landkreis Landshut, online im BayernPortal des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales, abgerufen am 3. November 2019.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus dem ersten Bürgermeister und 20 Marktgemeinderatsmitgliedern.
Die Sitzverteilung seit 1. Mai 2026 ist wie folgt: CSU 6 Sitze (im Vgl. 2020: 7 Sitze) Freie Wähler 6 Sitze (im Vgl. 2020: 5 Sitze) Unabhängige Liste 5 Sitze (im Vgl. 2020: 4 Sitze) SPD 3 Sitze (im Vgl. 2020: 3 Sitze) FDP in der Zusammensetzung des Marktgemeinderates nicht mehr vertreten (im Vergleich 2020: 1 Sitz)
Durch die Gemeinderatswahl 2026 verminderte sich der Frauenanteil im Gremium von acht auf sechs Bürgerinnen. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,5 %.Kommunal- und Kreistagswahlen 2020 – Wahlergebnisse
Bürgermeister Bis zum Jahr 1806 wurde die Marktgemeinde von einem Kämmerer, einem Vizekämmerer, einem Marktschreiber, vier Ratsfreunden, sowie neun Ausschussmitgliedern verwaltet. Danach bestand die Verwaltung aus einem ehrenamtlichen Bürgermeister, vier Ratsfreunden und vier Ausschussmitgliedern. Seit dem 1. Juli 1972 ist das Amt des Bürgermeisters eine hauptamtliche Tätigkeit. Somit ist Josef Kerscher (CSU) der erste Amtsbürgermeister Veldens. Von 1996 bis 2014 war Gerhard Babl (SPD) Bürgermeister des Marktes Velden. Bei den Kommunalwahlen 2008 wurde er im Amt bestätigt.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Erste Bürgermeister/Oberbürgermeister in den kreisangehörigen Gemeinden zum Stand 1. Mai 2008 mit und ohne Wechsel des Amtsinhabers. Online auf wahlen.bayern.de. Abgerufen am 2. Mai 2014. Die erste Runde der Kommunalwahl 2014 ergab keine absolute Mehrheit für einen der drei Kandidaten.Markt Velden (VG Velden): Bürgermeisterwahl 2014 – Vorläufiges Endergebnis. Online auf vg-velden.info. Abgerufen am 1. Juni 2014. Am 30. März 2014 wurde Ludwig Greimel (Freie Wähler) in einer Stichwahl zum Bürgermeister des Marktes Velden gewählt. Nach 12 Jahren im Amt trat Ludwig Greimel nicht erneut zur Wiederwahl an. In einer Stichwahl am 22. März 2026 wurde Marcel Zviedris (CSU) mit 52,7 Prozent zum ersten Bürgermeister gewählt.
Ehemalige Bürgermeister
Amtszeit Bürgermeister Beruf 1807–??? Joseph Stierzlhammer ???–1818 Johann Nepomuck Hamberger 1818–??? Michael Götschl ???–1830 Johann Nepomuck Hamberger 1830–1833 Michael Hutter 1833–1839 Joseph Thaller 1842–1848 Joachim Wacker 1848–1859 Zacharias Diringer 1860 Joseph Schweller 1860–1866 Mathias Orelli 1867–1881 Mathias Barth Lebzeltermeister 1882–1887 Bernhard Grandauer Glasermeister 1888–1893 Ludwig Angstl Konditormeister 1894–1919 Joseph Schweller Gold- und Silberschmied 1920–1933 Max Waxenberger Wagnermeister 1933–1937 Wilhelm Fischer Eisenwarenkaufmann 1937–1942 Joseph Maurer Kaufmann 1942 Georg Ehrenthaler Landwirt 1942–1945 Georg Beckenbauer Bäckermeister 1945–1948 Gabriel Fruhmann Kaufmann 1948–1952 Georg Schmittner Getreidehändler 1952–1966 Joseph Böckl Kaufmann 1966–1971 Johann Reiter Steuerbevollmächtigter 1971–1996 Josef Kerscher Amtsbürgermeister 1996–2014 Gerhard Babl, SPD Amtsbürgermeister 2014–2026 Ludwig Greimel, FW Amtsbürgermeisterseit 2026Marcel Zviedris, CSUAmtsbürgermeister
Wappen
Gemeindepartnerschaften Seit dem Jahr 1976 besteht eine Partnerschaft mit der norditalienischen Gemeinde Roana in der Provinz Venetien.Unsere Partnergemeinden.. Roana – Robaan. Online auf markt-velden.de. Abgerufen am 10. August 2026.