300px|mini|Blick über das Ries mit der Burg Niederhaus im Hintergrund 300px|mini|Das Ries vom Goldberg aus 300px|mini|Landratsamt Donau-Ries in Donauwörth Der Landkreis Donau-Ries ist der nördlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben und liegt östlich an der Grenze zu Baden-Württemberg und südlich an der Grenze zum bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken sowie westlich am Regierungsbezirk Oberbayern.

Geografie Lage Der Landkreis Donau-Ries umfasst im Nordwesten das Nördlinger Ries, eine nahezu kreisrunde, in den Mittelgebirgszug des Schwäbisch-Fränkischen Jura eingesenkte Beckenlandschaft, deren Durchmesser etwa 22 Kilometer beträgt. Seine Existenz verdankt das Ries einem Meteoriteneinschlag, dem sogenannten Ries-Ereignis.

Dem Ries schließt sich im Osten die Fränkische Alb an. Im Süden fällt diese zum Donau-Lech-Gebiet ab, welches geologisch zur Riesalb zählt. Die Donau streift das südliche Kreisgebiet von Westen nach Osten. Dort liegt die Große Kreisstadt Donauwörth, in deren Stadtgebiet die von Süden kommenden Zusam und Schmutter und die von Norden einmündende Wörnitz münden. Die Wörnitz durchfließt den Landkreis von Norden nach Süden und nimmt bei Heroldingen (Stadt Harburg) die von Westen einmündende Eger auf. Im Südosten des Kreisgebietes bei Marxheim mündet der von Süden heranfließende Lech in die Donau.

Der tiefste Punkt im Landkreis liegt mit 388 m ü. NHN südöstlich von Marxheim unweit der Donau, der höchste ist der 644 m hohe Blankenstein auf der Schwäbischen Alb bei Ederheim.

Nachbarkreise Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Ansbach und der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, im Nordosten der Landkreis Eichstätt, im Osten der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, im Süden die Landkreise Aichach-Friedberg, Augsburg und Dillingen an der Donau und im Westen die baden-württembergischen Landkreise Heidenheim und Ostalbkreis.

Geschichte Landgerichte Das heutige Kreisgebiet Donau-Ries gehörte vor 1800 großteils zum Fürstentum Oettingen und zur Reichsstadt Nördlingen. 1803 bzw. 1806 kam das Gebiet zu Bayern. 1803 wurde das Landgericht Monheim, 1805 das Landgericht Nördlingen und das Herrschaftsgericht Oettingen sowie 1807 das Landgericht Donauwörth eingerichtet. Sie gehörten ab 1808 zum Altmühlkreis bzw. Oberdonaukreis und ab 1810 zum Oberdonaukreis. 1809 wurde Nördlingen eine kreisunmittelbare Stadt. Ab 1838 gehörten alle Land- bzw. Herrschaftsgerichte zum Kreis Schwaben und Neuburg, dem heutigen Regierungsbezirk Schwaben. 1850 wurde auch Donauwörth eine kreisunmittelbare Stadt. 1852 wurde aus dem Herrschaftsgericht Oettingen das gleichnamige Landgericht gebildet. Die 1972 aus dem ehemaligen Landkreis Neuburg an der Donau eingegliederten Gemeinden südlich der Donau und östlich des Lech gehörten von 1803 bis 1879 zum Landgericht Rain.

Bezirksämter Im Jahr 1862 entstand aus den Landgerichtsbezirken Donauwörth und Monheim der Bezirk Donauwörth, aus dem Landgericht Donauwörth das Stadt- und Landgericht Donauwörth und aus den Landgerichtsbezirken Nördlingen und Oettingen der Bezirk Nördlingen. 1879/80 wurde der Bezirk Donauwörth geringfügig verändert, indem sieben Gemeinden dem Bezirk Neuburg an der Donau angegliedert wurden. Der 1972 in den neuen Landkreis eingegliederte Bereich südlich der Donau und östlich des Lech gehörte von 1862 bis 1879 zum Bezirk Aichach und ab 1880 zum Bezirk beziehungsweise Landkreis Neuburg an der Donau.

Landkreise Donauwörth und Nördlingen Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Donauwörth und Nördlingen.

1940 wurden die kreisunmittelbaren Städte Donauwörth und Nördlingen in die Landkreise eingegliedert, doch wurde dies im Falle Nördlingens 1949 wieder rückgängig gemacht.

Landkreis Donau-Ries Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 aus den folgenden Bestandteilen der neue Landkreis Nördlingen-Donauwörth gebildet:Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Die bis dahin kreisfreie Stadt Nördlingen, die nach dem Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt erhielt Alle Gemeinden des Landkreises Nördlingen Alle Gemeinden des Landkreises Donauwörth mit Ausnahme der Gemeinden Ellgau und Nordendorf, die zum Landkreis Augsburg kamen sowie der Gemeinden Gundelsheim und Möhren, die zum Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen im Regierungsbezirk Mittelfranken kamen Die Stadt Rain sowie die Gemeinden Bayerdilling, Bergendorf, Etting, Feldheim, Gempfing, Holzheim, Mittelstetten, Münster, Niederschönenfeld, Oberpeiching, Pessenburgheim, Riedheim, Sallach, Stadel, Staudheim, Unterpeiching, Wächtering und Wallerdorf aus dem Landkreis Neuburg an der Donau Die Gemeinde Tapfheim aus dem Landkreis Dillingen an der Donau Die Gemeinde Steinhart aus dem mittelfränkischen Landkreis Gunzenhausen

Am 1. Mai 1973 wurde der neue Landkreis in Landkreis Donau-Ries umbenannt. Vorläufiger Kreissitz war Nördlingen, aber 1973 wurde Donauwörth als Kreissitz festgelegt.

Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Ensfeld aus dem Landkreis Donau-Ries in den Landkreis Eichstätt und wurde dort nach Mörnsheim eingemeindet. Am gleichen Tag wechselten die Gemeinden Ammerfeld und Emskeim in den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und wurden dort in die Marktgemeinde Rennertshofen eingegliedert.

Am 1. Januar 1998 wurde auch Donauwörth zur Großen Kreisstadt erklärt, da auch diese Stadt bis 1940 kreisfrei war.

Einwohnerentwicklung rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Donau-Ries (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Donau-Ries, Alter und Geschlecht.)

Der Landkreis Donau-Ries gewann von 1988 bis 2008 rund 12.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 10 %. Ab 2006 war die Entwicklung rückläufig, seit 2010 steigt sie wieder leicht an. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 117.804 auf 133.496 um 15.692 Einwohner bzw. um 13,3 % (Bayern: 18,4 %; Regierungsbezirk Schwaben: 20,6 %).Quelle: BayLfStat

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 Einwohner 77.032 78.953 82.217 122.161 111.949 116.709 117.483 122.867 127.632 129.865 Jahr 2005 2010 2015 2018 2019 2020 Einwohner 130.969 128.867 131.345 133.496Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Donau-Ries 133.783Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Donau-Ries 134.324

Politik Kreistag Sitzverteilung im Kreistag des Landkreises Donau-Ries nach der Kommunalwahl am 8. März 2026Kommunalwahl 2026 im Internet-Angebot des Landratsamtes Donau-Ries. Abgerufen am 25. April 2026 (mit Vergleichszahlen zur Wahl 2020):

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SitzeCSUChristlich-Soziale Union in Bayern30,21836,22137,92342,22646,92841,727AfDAfD Bayern12,984,73––––––––FWFreie Wähler Bayern12,679,365,33––––––PWGParteifreie Wählergruppe PWG e. V.12,6710,6612,47––––––SPDSPD Bayern9,8611,9717,01016,51021,11322,614GrüneGrüne Bayern8,1512,888,255,644,527,44AL/JBAktive Liste/Junge Bürger e. V.5,946,648,75––––––FrauenlisteDonau-Rieser Frauenliste e. V.2,922,313,024,023,32––LinkeDie Linke Bayern2,011,412,413,72––––ÖDPÖkologisch–Demokratische Partei2,013,022,822,61––––FDPFDP Bayern0,911,211,11––––––50plus50plus aktiv––––1,211,51––––PWG/FWParteifreie Wählergruppe/Freie Wähler e. V.––––––15,1910,6712,27JBJunge Bürger e. V.––––––8,858,157,64MUT/ÖDPWählergemeinschaft MUT/Ökologisch–Demokratische Partei––––––––3,12––FDP/FBFDP/Freie Bürger––––––––2,512,31MUTWählergemeinschaft MUT––––––––––6,23gesamt100,060100,060100,060100,060100,160100,060Wahlbeteiligung69,5 %67,1 %63,9 %67,8 %73,4 %76,2 %

Landrat 1. Juli 1972 bis 30. April 1984 Andreas Popp (PWG), war zuvor von 1. Mai 1958 bis 30. Juni 1972 Landrat des Landkreises Donauwörth 1. Mai 1984 bis 30. April 2002 Alfons Braun (SPD) 1. Mai 2002 bis 30. April 2026 Stefan Rößle (CSU) Seit dem 1. Mai 2026 Michael Dinkelmeier (FW)

Schuldenfreier Landkreis Seit Ende Oktober 2017 ist der Landkreis Donau-Ries als einziger in Bayern komplett frei von Krediten, Wertpapierschulden oder Verpflichtungen aus kreditähnlichen Rechtsgeschäften.Süddeutsche Zeitung vom 16. November 2017, abgerufen am 18. März 2020 Die Kreisumlage wurde schrittweise gesenkt, jedoch 2023 und nochmals 2025 auf 50 Prozentpunkte (Stand Dezember 2025) erhöht.

Beteiligungen Der Landkreis ist an folgenden Körperschaften beziehungsweise Anstalten beteiligt: Abfallwirtschaftsverband NordschwabenHomepage Abfallwirtschaftsverband Sparkasse Nordschwaben (Träger-Anteil am Zweckverband: 17,04 %)Zweckverband Sparkasse Dillingen-Nördlingen – Änderung und Neufassung der Verbandssatzung, Amtsblatt der Regierung von Schwaben Nr. 17/2024, abgerufen am 25. April 2026 Gemeinsames Kommunalunternehmen (gKU) Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime des Landkreises Donau-Ries und der Stadt Nördlingen, Anstalt des öffentlichen RechtsDie Unternehmen des gKU, abgerufen am 29. Oktober 2020 Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Augsburg Regionaler Planungsverband AugsburgRegionaler Planungsverband

Er ist ferner Mitglied beziehungsweise Förderer folgender Einrichtungen: Technologie Centrum WestbayernTechnologie Centrum Westbayern Wirtschaftsförderverband Donauries e. V.Wirtschaftsförderverband Ferienland Donau-Ries e. V. Geopark Ries e. V. Lebensraum Lechtal e. V.Verein Lebensraum Lechtal Kreisjugendring Donau-RiesKreisjugendring Donau-Ries, Gliederung des Bayerischen Jugendringes

Wappen und Flaggen

Blasonierung: „Geteilt: oben in Gold ein wachsender rot bewehrter schwarzer Adler, unten gespalten, vorne in Rot ein goldenes Andreaskreuz, hinten die bayerischen Rauten.“

Zusätzlich zum amtlichen Wappen werden auch noch eine Hissflagge und eine Bannerflagge verwendet. Beide beinhalten das Wappen.

Wirtschaft und Verkehr Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Donau-Ries Platz 150 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.

Im Oktober 2018 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis bei 1,5 %. Im Dezember 2019 wies der Landkreis nach Eichstätt (1,4 %) und Pfaffenhofen (1,5 %) mit 1,6 % die drittniedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland auf.

Straßen Der Landkreis hat keinen Anteil an Autobahnen. Wichtigste Verkehrsachsen sind die Bundesstraßen.

In Nord-Süd-Richtung durchquert die B 2 den Kreis, die aus Nürnberg kommend (Anschluss zur A 6) nördlich von Monheim das Kreisgebiet erreicht und es vorbei an Buchdorf, Kaisheim, Donauwörth und Asbach-Bäumenheim südlich von Mertingen in Richtung Augsburg wieder verlässt (Anschluss zur A 8).

Wichtigste West-Ost-Verbindung ist die B 16. Sie erreicht von Westen aus Günzburg (Anschluss zur A 8) bei Tapfheim den Landkreis und führt an Donauwörth, Asbach-Bäumenheim und Genderkingen vorbei, ehe sie östlich von Rain in Richtung Ingolstadt weiterführt (Anschluss zur A 9).

Nördlich von Donauwörth zweigt von der B 2 die B 25 ab. Sie verläuft zunächst in nordwestlicher Richtung vorbei an Harburg durch Möttingen und dann weiter über Nördlingen, Wallerstein, Marktoffingen und Fremdingen nach Norden in Richtung Dinkelsbühl (Anschluss zur A 7).

Von Südwesten (aus Heidenheim an der Brenz) nach Nordosten (Richtung Ansbach) führt die B 466 durch den Landkreis und berührt Ederheim, Nördlingen, Oettingen und Hainsfarth.

Die B 29 verläuft von Nördlingen aus in westlicher Richtung über Aalen (Anschluss zur A 7) bis Waiblingen.

Bahn Die vom bayerischen Staat erbaute Nord-Süd-Bahnlinie Augsburg–Gunzenhausen–Nürnberg erreichte 1844 Donauwörth und wurde 1849 über Nördlingen bis Gunzenhausen verlängert.

Die württembergische Bahnstrecke Stuttgart-Bad Cannstatt–Nördlingen und die Bahnstrecke Nördlingen–Dombühl wurden 1876 eröffnet.