Ergun Öztuna (* 16. August 1937 in Uşak; † 24. Mai 2023 in Fenerbahçe, Kadıköy, Istanbul) war ein türkischer Fußballspieler und -trainer. Durch seine langjährige Tätigkeit für Fenerbahçe Istanbul wird er sehr stark mit diesem Verein assoziiert und sowohl von Fan-, als auch von Vereinsseite als einer der legendärsten Spieler angesehen.mujdatyetkiner.com: (abgerufen am 18. Mai 2015) Er galt im türkischen Fußball als einer der größten Talente seiner Zeit, konnte seine Karriere aufgrund zahlreicher Verletzungen aber nicht entfalten.11. Februar 1969, Milliyet – Spor İlavesi, S. 1: „Ergun bir yıl oynuyor, ertesi yıl gene sakatlanıyor...“ Aufgrund seiner physischen Ähnlichkeit zum berühmten ungarischen Fußballstar Ferenc Puskás erhielt er zu Spielerzeiten den Spitznamen „Puskás Ergun“.14. Juli 1974, Milliyet – Magazin, S. 18: „Ergun'un jübilesini sanatçılar yapıyor“ Nach anderen Quellen wurde er während einer Begegnung von Puskás lobend erwähnt und erhielt deswegen diesen Namen. Er erzielte das erste Tor Fenerbahçes in der Süper Lig, der höchsten türkischen Spielklasse. Öztuna starb 85-jährig im Mai 2023.ntv.com.tr: Fenerbahçe'nin eski futbolcusu Ergun Öztuna (Puşkaş Ergun) hayatını kaybetti (24. Mai 2023), abgerufen am 25. Mai 2023
Karriere Verein Entgegen vielen Quellen kam Öztuna nicht in Akhisar auf die Welt, sondern als Sohn eines Försters und einer Hausfrau in Uşak als viertes der insgesamt fünf Kinder auf Welt. Als Zweijähriger wurde sein Vater nach Akhisar versetzt, wodurch die Familie ihren Wohnsitz zu dieser Stadt verlagerte. Öztunas Vater erkrankte Mitte der 1940er Jahre an Leukämie und verstarb wenig später an dieser Krankheit. Nach dem Tod des Vaters sorgte der älteste Sohn, der als Schulinspektor arbeitete, für die Familie. Der ältere Bruder wurde in die westtürkische Hafenstadt Izmir versetzt, wodurch die gesamte Familie dorthin zog und fortan im Bezirk Karşıyaka wohnte. Bereits in Akhisar begann Öztuna in der Grundschule mit dem Fußballspielen. Seine älteren Brüder und Cousins spielten hier beim Amateurverein Akhisar Güneşspor, einem der Vorgängervereine des späteren türkischen Erstligisten Akhisar Belediyespor, Fußball, sodass Öztuna in einem fußballbegeisterten Umfeld aufwuchs und selber bei Güneşspor mit dem Vereinsfußball begann. Nach dem Umzug der Familie nach Karşıyaka, fand Öztuna dank seiner fußballerischen Fähigkeit schnell Anschluss an seine neue Umgebung und war schnell ein wichtiges Mitglied seiner Straßenmannschaft. Später besuchte er das Karşıyaka-Gymnasium und spielte auch für die zugehörige Schulmannschaft. Dieses Gymnasium diente damals Karşıyaka SK, dem Sportverein des Viertels, als wichtigster Spielerlieferant. So wurde auch Öztuna zur Saison 1953/54 in die erste Mannschaft dieses Vereins aufgenommen und spielte mit diesem in der İzmir Futbol Ligi (dt. Fußballliga Izmir), der regionalen Fußballliga der westtürkischen Hafenstadt Izmir. Da damals in der Türkei keine landesübergreifende Profiliga bestand, existierten stattdessen in den Ballungszentren wie Istanbul, Ankara und Izmir regionale Ligen, von denen die İstanbul Profesyonel Ligi (dt. Istanbuler Profiliga) als die renommierteste galt. Etwa zu dieser Zeit er in die Jugendauswahlmannschaft der Stadt gewählt und wurde hier von Sait Altınordu, einer ehemaligen Fußballlegende der Stadt trainiert. Auf diese Auswahl folgte 1955 eine Nominierung in die türkische U-18-Nationalmannschaft.
Nach seinen Einsätzen für die türkische U-18-Nationalmannschaft wurden die Istanbuler Vereine Galatasaray Istanbul und Fenerbahçe Istanbul auf ihn aufmerksam.2. März 1956, Milliyet, S. 6: „Ergun transfere niyetli değil...“ Bei Galatasaray bemühte sich der Cheftrainer Gündüz Kılıç um eine Verpflichtung Öztunas. Da aber Öztunas Familie und er selbst Anhänger von Fenerbahçe waren, lehnte er das Angebot Galatasarays ab und wechselten stattdessen im Sommer 1956 gegen eine Ablösesumme von 15.000 Türkische Lira zu Fenerbahçe und. Zum Zeitpunkt seines Wechsels bei Fenerbahçe spielte dieser Verein in der İstanbul Profesyonel Ligi (dt.: Istanbuler Profiliga). In diesem Umfeld gab Öztuna am 12. September 1956 in der Ligapartie gegen Beyoğluspor sein Profidebüt. Er etablierte sich schnell zum Stammspieler und absolvierte in seines ersten Saison für Fenerbahçe 15 von 18 möglichen Ligaspielen. Er bildete zusammen mit Can Bartu und Lefter Küçükandonyadis den Dreiersturm seiner Mannschaft und war mit acht Saisontoren hinter den genannten Spielern der dritterfolgreichste Spieler seiner Mannschaft. Sein Verein beendete die Saison als Meister, wodurch Öztuna seinen ersten Titel auf Vereinsebene holen konnte. In der nächsten Saison verletzte sich Öztuna in der Ligapartie vom zweiten Spieltag gegen den Erzrivalen Galatasaray, welches auch als Interkontinentales Derby bezeichnet wird, am Meniskus und fiel den Rest der Spielzeit aus. Anders als vielfach behauptet wurde er nach eigenen Aussagen nicht durch seinen Gegenspieler Kadri Aytaç verletzt, sondern verletzte sich selber, nachdem Aytaç ihn mit einer Körpertäuschung ausspielte und Öztuna sich nach einer spontanen Reaktion das Knie verdrehte.10. September 1957, Milliyet, S. 6: „F.Bahçe Ergun, Menüsküs oldu“ Seine Mannschaft verfehlte in dieser Saison die Meisterschaft. Öztuna konnte erst nach Saisonende an einigen Spielen der nach-saisonalen Pokalbegegnungen teilnehmen. In der Saison kehrte er 1958/59 wieder genesen in den Mannschaftskader zurück und eroberte sich schnell einen Stammplatz. Sein Verein beendete die Saison als Istanbuler Meisterschaft und sicherte sich damit die letzte Meisterschaft dieser Istanbuler Profiliga. Öztuna absolvierte in dieser Saison 13 von möglichen 18 Ligaspielen und erzielte sechs Tore.
Ab Frühjahr 1959 nahm Öztuna dann mit Fenerbahçe an der neugegründeten und landesweit ausgelegten Millî Lig (der heutigen Süper Lig) teil. Diese Liga wurde im Frühjahr 1959 als die erste landesweit ausgelegte Nationalliga der Türkei gegründet und löste die regionalen Ligen in den größeren Ballungszentren, wie z. B. die İstanbul Profesyonel Ligi, als höchste und einzige türkische Spielklasse ab. Die erste Spielzeit der Millî Lig wurde von Februar 1959 bis Juni 1959 ausgespielt und endete mit einem Sieg von Fenerbahçe Istanbul. Öztuna erzielte in der Partie vom ersten Spieltag dieser neuen Liga gegen MKE Ankaragücü das Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 und ging damit als Schütze des ersten Erstligatores in die Vereinsannalen ein. Insgesamt absolvierte er in dieser Spielzeit zehn der möglichen 16 Ligaspiele und wurde mit seinem Team erster türkischer Fußballmeister. Die letzten drei Ligaspiele dieser Saison fiel er verletzungsbedingt aus. Nachdem er zur neuen Saison seine Verletzung überstanden hatte, verletzte er sich in der Partie des Europapokals der Landesmeister 1959/60 vom 3. September 1959 gegen den ungarischen Vertreter Csepel SC und fiel den Rest der Spielzeit aus.26. September 1959, Milliyet, S. 6: „an-Lâciveıtliîeıi büyük biı taıaftaı kitlesi Yeşilköy Alanında karşıladı“ In dieser Spielzeit misslang seiner Mannschaft die Titelverteidigung in der Meisterschaft. Stattdessen gewann die Mannschaft den Cemal-Gürsel-Pokal. Öztuna konnte erst nach Saisonende an diesem nachsaisonalen Pokalwettbewerb wieder spielen. In seiner dritten Saison für die Blau-Gelben absolvierte er zehn Ligaspiele, erzielte dabei sechs Tore und wurde er mit seiner Mannschaft wieder türkischer Meister.
Am Anfang der neuen Saison, der Saison 1961/62, spielte Öztuna in drei Begegnungen und fiel anschließend aufgrund einer erneuten Meniskusverletzung nahezu den gesamten Rest der Saison aus.20. Februar 1962, Milliyet, S. 6: „Naci ve Ergun çalışıyor“ Er verletzte sich in der Partie der Europapokal der Landesmeister gegen den deutschen Vertreter 1. FC Nürnberg. Sein Verein verfehlte in dieser Saison die Titelverteidigung in der nationalen Meisterschaft und beendete die Saison mit einem 4-Punkterückstand auf den Erzrivalen Galatasaray als Vizemeister. Dieser Umstand führte dazu, dass die Vereinsführung eine Kaderrevision beschloss und Öztuna eingeschlossen viele Spieler zum Verkauf ausstellte.16. Juli 1962, Milliyet, S. 7: „Kulüplerin temdit hakkı bugün bitiyor“ Trotz dieser Entwicklungen blieb Öztuna auch in der neuen Saison bei Fenerbahçe und wurde im September 1962 für eine Meniskusoperation nach Rom geschickt.10. September 1962, Milliyet, S. 8: „Kısa Haberler“ Seine Verletzung und die Erholung davon führten erneut dazu, dass Öztuna auch in der Spielzeit 1962/63 nahezu vollständig nicht zur Verfügung stand. Erst ab Ende Mai 1963 konnte er eingesetzt werden und absolvierte bis zum Saisonende sieben Ligaspiele und erzielte dabei zwei Tore. Sein Klub blieb auch in dieser Spielzeit ohne Titelgewinn.
Nach dieser zweiten Saison ohne Titel entschied der Verein seinen Kader umzustrukturieren. So wurde von Karşıyaka SK mit Ogün Altıparmak einer der verheißungsvollsten Offensivtalente verpflichtet. Karşıyaka SK wiederum nutzte diesen Wechsel dazu, seinen früheren Spieler Öztuna zu verpflichten.1. Oktober 1963, Milliyet, S. 8: „K.Yaka Ergun ve Garbis'i istiyor“ Da Öztuna in dieser Saison keinen Pflichtspieleinsatz hatte, ergab sich die Möglichkeit ihn aus der Reihe im Saisonverlauf zu verpflichten.1. November 1963, Milliyet, S. 8: „Ara transferi bugün başlıyor.“ Fenerbahçe stimmte diesem Wechsel unter der Bindung bei, dass Öztuna nicht in den Spielen gegen Fenerbahçe eingesetzt werden dürfe. So wechselte Öztuna Mitte November 1963 wieder zu Karşıyaka.18. November 1963, Milliyet, S. 8: „Tantanalı g sessiz gidiyorum“ Bei seinem neuen Verein absolvierte er bis zum Saisonende 14 Ligaspiele und erzielte dabei ein Tor. Da der Klub aber den Klassenerhalt verfehlte, verließ Öztuna diesen bereits nach einem Jahr wieder und kehrte zu Fenerbahçe zurück. Er konnte mit seinem Team auch in der Spielzeit 1964/65 die türkische Meisterschaft holen. Dadurch gelang seinem Team die Titelverteidigung in der Meisterschaft, die erste der Vereinsgeschichte. Öztuna fristete in dieser Meisterschaftssaison verletzungsbedingt erneut eher ein Reservistendasein und wurde in acht Ligaspielen eingesetzt. Dieser Umstand führte dazu, dass Öztuna zum Saisonende auf die Verkaufsliste genommen wurde.9. Juni 1964, Milliyet, S. 8: „F.Bahçe Naci, Basri ve Ergun'u almıyor“25. Juni 1964, Milliyet, S. 8: „Fenerbahçe,Ergun'u 40 bin liraya satışa çıkardı“ Obwohl Öztuna auch von einigen türkischen Erstligisten Angebot hatte, wechselte er im Juli 1965 zum österreichischen Zweitligisten Klagenfurter AC.28. Juli 1965, Milliyet, S. 8: „Ergun gitti“
Öztuna spielte bei den Klagenfurtern eine Spielzeit und wechselte im Sommer 1966 zu dem wieder in die 1. türkische Liga aufgestiegenen Verein Karşıyaka SK.17. November 1966, Milliyet, S. 8: „Karşıyaka Ergun'u aldı“ Bei diesem Verein etablierte er sich dieses Mal besser und kam auf 20 Ligaeinsätze mit vier Toren. Da sein Verein aber erneut den Klassenerhalt verfehlt, verließ Öztuna den Klub ein weiteres Mal. Öztuna wechselte zur neuen Saison zum neuen Erstligisten Bursaspor. Dieser Wechsel kam auf Wunsch des Bursaspor-Trainer Sabri Kiraz zustande. Hier bildete er mit den anderen Offensivspielern Ersel Altıparmak, Mesut Şen und Haluk Erdemoğlu ein erfolgreiches Gespann und steuerte zum sechsten Tabellenplatz seiner Mannschaft vier Tore und mehrere Vorlagen bei. Nachdem im Saisonverlauf aber Kiraz durch Muhtar Tucaltan als Cheftrainer ersetzt wurde, bekam Öztuna immer weniger Spieleinsätze und wurde am Saisonende auf die Verkaufsliste gesetzt.23. Juli 1968, Spor İlavesi, S. 4: „Bursaspor sezona ümitli girdi“