Bo-Kaap (Afrikaans; deutsch etwa: „Über dem Kap“), auch Malay QuarterBeschreibung bei kapstadt.de, abgerufen am 17. Mai 2015 („Malaienviertel“) oder Slamsebuurt (englisch), abgerufen am 17. Mai 2015 („Islamviertel“), hieß bis 2017 Schotschekloof und ist ein Stadtteil von Kapstadt in der südafrikanischen Provinz Westkap. Er entstand als Siedlung von Kapmalaien, die bis heute die Mehrheit der Bewohner stellen.
Geographie Der Stadtteil liegt zwischen dem Stadtzentrum und dem Hang des Signal Hill im Westen des Kapstädter Zentrums, etwa einen Kilometer vom Bahnhof Kapstadt entfernt. Nördlich liegt der Stadtteil De Waterkant.
Bo-Kaap ist – historisch bedingt – etwa einen Quadratkilometer groß;Bo-Kaap bei kapstadt-entdecken.de, abgerufen am 17. Mai 2015 über 6000 Menschen leben dort. Über 90 Prozent von ihnen sind Muslime, darunter wiederum 90 Prozent Schāfiʿiten. (englisch), abgerufen am 17. Mai 2015 Insgesamt gibt es zehn Moscheen im Bo-Kaap. Der Stadtteil zeichnet sich durch enge, steile Gassen und in unterschiedlichen grellen Farben gestrichene Fassaden aus. Der Baustil ist eine Synthese aus kapholländischer und Edwardianischer Architektur.
Offiziell wurde der Stadtteil bis Mitte 2017 als Sub Place Schotschekloof geführt und liegt zwischen Signal Hill und Buitengracht Street, dem Motorway M62. 2011 hatte er 3203 Bewohner.Volkszählung 2011, abgerufen am 17. Mai 2015 Heute lautet die Bezeichnung offiziell Bo-Kaap.
Geschichte mini|hochkant|Berg Lane in Bo-Kaap, Kapstadt (2023). Bo-Kaap wurde im 18. Jahrhundert von Kapmalaien besiedelt, nachdem sie aus der Sklaverei entlassen worden waren. Ältestes erhaltenes Haus im Originalzustand ist das heutige Bo-Kaap Museum aus den 1760er Jahren. Tuan Guru gab von hier aus der Islamisierung der Sklaven und freigelassenen schwarzen Bevölkerung wichtige Impulse. In der Folge wurden mehrere Moscheen errichtet, 1794 die Auwal-Moschee in der Dorp Street – die erste Moschee SüdafrikasAuwal-Moschee, Internetseite (englisch), entnommen am 14. Juli 2016 –, ab 1811 die Palm Tree Mosque in der Long Street, die historisch zu Bo-Kaap gehört, und 1844 die Nural Islam Mosque. In den 1820er Jahren wurden laut einer Forschungsarbeit durch muslimische Geistliche des Bo-Kaap erstmals schriftliche Dokumente auf Afrikaans verfasst; sie wurden in arabischer Schrift notiert.Yazeed Kamaldien: Arabic roots of Afrikaans laid bare in new book. iol.co.za vom 28. Dezember 2018 (englisch), abgerufen am 13. September 2019 1886 sollte auf Anordnung der Behörden die 1805 eingerichtete muslimische Begräbnisstätte Tana Baru Cemetery geschlossen werden; der – letztlich erfolglose – Widerstand tausender Bewohner gilt als bedeutendste Aktion der Kapmalaien gegen die Obrigkeit.Tana Baru Cemetery uprising bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 17. Mai 2015
Nach dem Ende der Apartheid und der Aufhebung des Group Areas Act wurden viele Häuser instand gesetzt. Es setzte aber auch mit dem Zuzug wohlhabender Bewohner und der Kündigung bestehender Mietverträge eine weitreichende Gentrifizierung ein.Ronnie Donaldson, Nico Kotze, Gustav Visser, JinHee Park, Nermine Wally, Janaina Zen, Olola Vieyra: An Uneasy Match: Neoliberalism, Gentrification and Heritage Conservation in Bo-Kaap, Cape Town, South Africa. In: Urban Forum. Vol. 24/2, Juni 2013, S. 173–188 (Abstract), abgerufen am 17. Mai 2015 2016 wurden Planungen für ein 17-stöckiges Hochhaus mit Luxusapartments bekannt.Schauplatz Kapstadt – Der Fluch der bunten Häuschen. sueddeutsche.de vom 20. September 2016, abgerufen am 21. März 2017
Wirtschaft und Verkehr mini|hochkant|Dorp Straße in Bo-Kaap mit Auwal-Moschee – die älteste Moschee in Südafrika mini|Häuser in Bo-Kaap
Bo-Kaap gilt mit seinen grellbunt gestrichenen Häusern, den Moscheen, dem Bo-Kaap Museum und Straßen mit Kopfsteinpflaster als touristische Sehenswürdigkeit. Die Straße M62 führt durch Bo-Kaap.
Literatur Robyn Wilkinson, Astrid Kragolsen-Kille: Bo-Kaap: inside Cape Town’s Malay Quarter. Struik, Cape Town 2006, ISBN 978-1770072817, Auszüge bei books.google.de.
Weblinks
Johannes Köring et al.: Bo Kaap / Malay Quarter. Kurzbeschreibung, auf www.kapstadt.de South African History Online: Bo-Kaap, Cape Town. auf www.sahistory.org.za (englisch). Iziko Museums of South Africa: Bo-Kaap Museum. Webpräsenz des Museums, auf www.iziko.org.za (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Kapstadt Kategorie:Ort in Afrika Kategorie:Islam in Südafrika Kategorie:National Heritage Site