mini|Flughafendiagramm mini|Blick von Nordosten auf das Flughafengebäude und seine Umgebung (Airport City) mini|Blick vom DFS-Kontrollturm auf das Flughafengebäude

Flughafen Düsseldorf (Eigenbezeichnung Düsseldorf Airport, ) ist ein internationaler Verkehrsflughafen und der größte Flughafen Nordrhein-Westfalens. Gemessen am Passagieraufkommen war der Flughafen Düsseldorf 2025 mit 21.031.429 Fluggästen der viertgrößte Flughafen Deutschlands. Der Flughafen wurde am 19. April 1927 eröffnet.

Im Jahr 2019 nutzten über 25 Millionen Passagiere den Flughafen, der von 60 Fluggesellschaften mit 165 Zielen in 50 Ländern verbunden wird. Nach einem pandemiebedingten Einbruch erholte sich das Verkehrsaufkommen schrittweise; im Jahr 2025 wurden rund 21,0 Millionen Passagiere gezählt. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Flughafen Düsseldorf GmbH einen Umsatz von rund 474,8 Millionen Euro sowie ein operatives Ergebnis (EBIT) von etwa 58,7 Millionen Euro. Das Jahresergebnis war positiv und lag bei rund 12,9 Millionen Euro.

Geschichte

Erste Jahre Der erste Flughafen wurde auf dem Gelände der Golzheimer Heide im Ortsteil Stockum gebaut. Die Heide lag auf Sandanwehungen aus der letzten Eiszeit. Das Gebiet war zuvor als Übungsgelände für Ulanen und Husaren aus Derendorf und Golzheim genutzt worden. Am späteren Ort der LTU-Wartungshalle stand ein Kartäuser-Kloster. Die Luftschiffbegeisterung des Oberbürgermeisters Wilhelm Marx führte 1909 zum Bau der ersten städtischen Luftschiffhalle südlich des heutigen Flughafengewerbeparks. im Bereich Düsseldorf-Stockum: Unten ist der Siedlungsansatz Stockumer Kirchweg/Kaiserswerther Straße zu sehen. Diese Halle wurde von der ersten Fluggesellschaft der Welt, der Deutschen Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft (DELAG), an der auch die Stadt Düsseldorf beteiligt war, genutzt. Hier konstruierte Albert Paul Veeh ab 1911 das Luftschiff Veeh 1. Am 22. Juni 1911 besuchte Graf Zeppelin die Anlagen, nachdem das ab dem 11. April 1911 hier stationierte LZ 8 „Deutschland“ unter dem Kommando von Hugo EckenerAirships: Hugo Eckener. Artikel im Blog airships.net (2008) mit Bild des Unfalls am 16. Mai 1911, abgerufen am 16. Februar 2026 am 16. Mai 1911 bei der Ausfahrt aus der Luftschiffhalle von einer Windböe gegen dieselbe gedrückt und dabei zerstört worden war., abgerufen im Portal earlyaeroplanes.com am 30. Dezember 2013 Am 28. Juni 1912 verunglückte das LZ 10 „Schwaben“ der DELAG auf dem Flugfeld.Siehe auch Artikel in der englischsprachigen Wikipedia LZ 10 Schwaben 1913 erfolgte der Bau der ersten militärischen Luftschiffhalle südlich von Zeppenheim, also im nordwestlichen Gebiet des heutigen Flughafengeländes. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges erfolgte durch Lieutenant Reginald Marix (1889–1966), der ein Flugzeug vom Typ Sopwith Tabloid steuerte, am 8. Oktober 1914 ein Angriff des Royal Flying Corps auf diese Halle, das erste Luftkriegsereignis im Rheinland, bei dem das in der Halle befindliche LZ 25 (Z IX), das ab August 1914 zu Aufklärungs- und Bombenangriffseinsätzen über Nordfrankreich und Belgien eingesetzt gewesen war, zerstört wurde. Nach dem Weltkrieg waren französische Truppen in der Golzheimer Heide stationiert. Nach deren Abzug 1925 setzte Düsseldorf dort seinen Flughafen durch, gegen die preußische Regierung in Berlin, die Essen und Köln bevorzugte. Am 5. Oktober 1925 startete das erste Verkehrsflugzeug im Linienverkehr, damals mit Platz für vier Passagiere, auf dem Flugfeld Golzheimer Heide.

Der Flughafen Düsseldorf wurde offiziell am 19. April 1927 durch den damaligen Oberbürgermeister Robert Lehr eröffnet, eine Einweihungsfeier folgte am 15. Mai 1927. Am 5. Oktober 1927 starteten vom Flugfeld Golzheimer Heide aus die ersten Propeller-Maschinen der Luftverkehrsgesellschaft Ruhrgebiet in Richtung Berlin, München und Malmö. Die behördliche Abnahme des Flughafens erfolgte am 31. Oktober 1927. Der Flughafen diente bald auch als Testgelände für Raketenflugzeuge des Flugzeugkonstrukteurs Gottlob Espenlaub. 1933 wurden Lagerräume und Werkstätten für die Lufthansa errichtet. Ein befestigtes Hallenvorfeld erweiterte das Abfertigungszentrum um 2200 Quadratmeter. 1936 errichtete die deutsche Luftwaffe auf dem Flughafengelände einen Fliegerhorst. Am 3. September 1939 wurde der zivile Luftverkehr eingestellt, und die Luftwaffe übernahm den gesamten Flughafen, um dem Jagdgeschwader 132 bzw. 26 Schlageter unter dem Kommando von Eduard von Schleich dort maximale Entfaltungsmöglichkeiten zu verschaffen. Ab 1943 war der Flughafen Ziel von Fliegerangriffen der Alliierten. Am 23. Dezember 1944 wurden durch die Angriffe alle Hallen des Flughafens zerstört.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe die hier zwischen 1936 und 1945 stationiert waren.Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945 Germany (1937 Borders), S. 147–148, abgerufen am 13. September 2014

Von Bis Einheit AusrüstungNovember 1938April 1939Stab, II./JG 132 (Stab und II. Gruppe des Jagdgeschwaders 132)Messerschmitt Bf 109D/EMai 1939August 1939Stab, II./JG 26Messerschmitt Bf 109EOktober 1939Juni 1940Stab, II., III./KG 77 (Stab, II. und III. Gruppe des Kampfgeschwaders 77)Dornier Do 17ZDezember 1939Dezember 1939I./ZG 2 (I. Gruppe des Zerstörergeschwaders 2)Messerschmitt Bf 109DDezember 1939Januar 1940I./ZG 52Messerschmitt Bf 109DFebruar 1940Mai 19407.(F)/LG 2 (7. Fernaufklärerstaffel des Lehrgeschwaders 2)Mai 1940Juni 1940Stab, I., II., III./LG 1Heinkel He 111H, Junkers Ju 88AJuli 1940September 1940II./NJG 1 (II. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 1)Junkers Ju 88CJuli 1940Dezember 1940III./NJG 1Messerschmitt Bf 110Dezember 1942Dezember 1942II./JG 27Messerschmitt Bf 109F-4 tropAugust 1944September 1944III./NJG 3Junkers Ju 88G-1Dezember 1944Januar 1945III./JG 77Messerschmitt Bf 109K-4

mini|Sicht von der Besucherterrasse (nach Osten) Terminal A

Am 18. April 1945 wurden der Flughafen von US-Truppen besetzt und die nicht zerstörten Gebäude als Unterkünfte genutzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mini|Flughäfen in Nordrhein-Westfalen Im März 1949 wurde die zivile Luftfahrt nach Reparaturarbeiten an Gebäuden und Startbahnen wieder aufgenommen. Am 1. Dezember 1950 übergaben die britischen Streitkräfte die Verwaltung des Flughafens an die Deutschen zurück. 1952 wurde die Hauptstartbahn auf 2.475 Meter verlängert.

Der bis dahin folgenschwerste Flugunfall ereignete sich am 3. November 1957, als eine Douglas DC-4 der Fluggesellschaft Karl Herfurtner Düsseldorf kurz nach dem Start in ein Kleingartengelände in Düsseldorf-Derendorf abstürzte. Sieben von zehn Insassen und eine Person am Boden starben.

1969 wurde mit den Bauarbeiten für die neue Abfertigungsanlage begonnen, die Hauptstartbahn wurde auf 3.000 Meter verlängert. Das Terminal II (heute: Terminal B) wurde 1973 seiner Bestimmung übergeben.Paul Ernst Wentz: Architekturführer Düsseldorf, Droste Verlag, Düsseldorf 1975, Objektnr. 90 Im Oktober 1975 wurde eine S-Bahn-Strecke (S 7) von Düsseldorf Hauptbahnhof zum Flughafen („Düsseldorf Flughafen Terminal“) eröffnet (heute als S 11 über Köln bis Bergisch Gladbach). Im Jahr 1988 erlebte der Flughafen Düsseldorf einen regen Zuwachs an Passagieren, was aufgrund einer einzigen Start- und Landebahn zu Kapazitätsproblemen führte.

Angerlandvergleich 1965 wurde zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den umliegenden Kommunen vor dem Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen der sogenannte Angerlandvergleich geschlossen. Er ist bis heute gültig und legte unter anderem die Kapazität des Flughafens (Einbahnkapazität, Endausbaukapazität) und das geltende Nachtstartverbot fest.

Am 24. Juni 1986 verkündete das Verwaltungsgericht Düsseldorf das erstinstanzliche Urteil gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bau und Betrieb einer parallelen Start- und Landebahn. Dieses Urteil führte zu der Billigung einer reinen Ersatzbahn, die nur in Spitzenzeiten zu einer schnelleren Abfertigung des Luftverkehrs genutzt werden darf.

Der Flughafen Düsseldorf behauptete 1998, dass der Vergleich allmählich ungültig geworden wäre und erklärte einseitig am 31. August 1998 die Kündigung. Daraufhin reichte die Stadt Ratingen Klage ein.

Am 6. September 2002 entschied der 20. Senat des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen in zwei Urteilen vom 5. September 2002, dass der Angerlandvergleich über den Ausbau und Betrieb des Flughafens Düsseldorf weiterhin rechtsgültig ist. Bei veränderten Verhältnissen könne eine gerichtliche Anpassung im Einzelfall zulässig sein.

Nach diesen juristischen Auseinandersetzungen durfte der Flughafen begrenzt expandieren, vor allem der Interkontinental- und Tourismusbetrieb, nachdem etwa die Lufthansa und Air Berlin ihre Angebote ausgebaut haben.

Brandkatastrophe 1996 mini|Flughafen Düsseldorf International, Aufnahme von 1993

Am 11. April 1996 kam es zu einem schweren Brandunglück im Terminal A, bei dem 17 Menschen starben und 88 weitere verletzt wurden. Während Schweißarbeiten an einer Dehnungsfuge der Fahrbahn oberhalb des Blumenladens der Ankunftsebene wurde unter Missachtung von Sicherheitsvorschriften durch Schweißperlen die Zwischendecke in Brand gesetzt. Diese enthielt vorschriftswidrig installierte Dämmungsplatten aus Polystyrol, die unter sehr starker, pechschwarzer Rauchentwicklung durchzündeten. Alle Todesopfer der Katastrophe fanden aufgrund der dichten Rauchentwicklung im Terminalgebäude den Erstickungstod. Die Air-France-Lounge in der Galerieebene wurde zur Todesfalle, und zwei Fahrstühle brachten weitere Menschen direkt auf die Ankunftsebene, die bereits im Vollbrand stand.

Die Terminals A und B wurden durch den Brand sehr schwer beschädigt und mussten aufgrund starker Kontaminierung mit gefährlichen Schadstoffen im Anschluss vollständig kernsaniert (Terminal A) bzw. abgerissen (Terminal B) werden. Das Terminal C hingegen konnte nach Reinigungs- und Renovierungsarbeiten einige Monate nach dem Brand im Jahr 1996 wieder in Betrieb gehen. Mit der Eröffnung des Terminals B im Jahr 2001 fand die Brandsanierung ihren Abschluss.

Projekt airport 2000 plus mini|hochkant|Kontrollturm und Skytrain Nach dem Flughafenbrand im April 1996 wurde von der Geschäftsleitung ein Umbau des Flughafens beschlossen.

Das Projekt „airport 2000 plus“ umfasste eine Neugestaltung des Flugsteiges A, welche 1997 und 1998 vorgenommen wurde, einen neuen Flugsteig B, der zwischen 1999 und 2001 errichtet wurde, den Anschluss des Flughafens an das Schienennetz der Deutschen Bahn durch die Errichtung der Hängebahn Skytrain 2000 und 2001, den Bau einer neuen Tiefgarage unter dem Zentralgebäude 2001, den Ausbau des Zentralgebäudes Ost 2001/2002 sowie die Erweiterung des Flugsteiges C 2001 bis 2003.

Das bisher größte Investitionsprojekt des Düsseldorfer Flughafens hatte ein Volumen von 378 Millionen Euro und wurde am 7. Mai 2003 offiziell fertiggestellt. Die Brandkatastrophe des Flughafens hatte dabei weitreichende Folgen für Brandschutzverordnungen und Vorschriften für öffentliche Gebäude. Die Analyse des Unglücks führte unter anderem zu strengeren Anforderungen an Baustoffe, Klima- und Lüftungsanlagen sowie zu verstärkten Einführung von Entrauchungssystemen; zahlreiche daraus abgeleitete Maßnahmen fanden später Einfang in landes- und bundesrechtliche Bauvorschriften.

Ein konfessionsneutraler Gedenkraum befindet sich auf der Ebene 3 im öffentlichen Bereich des Terminals und ist täglich fast rund um die Uhr geöffnet.skydaddy.wordpress.com zum Gedenkraum Dort finden sich auch Inschriften im Gedenken an die Opfer der Brandkatastrophe von 1996 und des Absturzes des Germanwings-Fluges 9525 von 2015, dessen Zielflughafen Düsseldorf war.

Städtebauliches Projekt Düsseldorf Airport City

mini|Visualisierung des Gesamtprojekts Düsseldorf Airport City mini|LTU-Maschinen vom Typ A330 in Düsseldorf mini|2010 nur zu Besuch: Typ A380 in Düsseldorf