Karl (Charles) Mienes (* 3. Februar 1905; † 23. April 1990)Todesanzeige. In: Die Wachenburg, Nachrichten für Weinheimer Corpsstudenten, 38. Jahrgang, 2, 1990, S. 47. war ein deutscher Kunststoffchemiker und -techniker.
Leben Karl Mienes Eltern waren Gregor Mienes, Eigentümer der Eisenwaren-Handlung Josef Mienes in Aachen, und Andréa, geb. de Duve. Karl Mienes studierte Chemie an der RWTH Aachen. 1923 wurde er Mitglied des Corps Montania Aachen.Franz Ludwig Neher: Das Corps Montania zu Aachen, 1872-1957, 1957, S. 128. Nach Abschluss des Studiums und Promotion zum Dr.-Ing. arbeitete er ab Ende der 20er Jahre in Arthur Eichengrüns Cellon-Werken in Berlin.Ulrich Chaussy: Arthur Eichengrün. Der Mann, der alles erfinden konnte, nur nicht sich selbst. Freiburg i. Br. 2023, S. 236–237, ISBN 978-3-451-39216-0 Ende der 30er Jahre wurde er bei der Dynamit AG in Troisdorf tätig, die ihn ab 1938 zum Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe abordnete. 1944 rettete er seinen Verwandten, Daniel de Duve, indem er ihn aus dem Zwangsarbeiter-Lager „Dechenschule“ in Köln unter einem Vorwand anforderte.Daniel de Duve: Une enfance au bord du Rhin. 1930–1945, Bruxelles, éd. Racine, 2010, S. 122–140 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er 1946 Geschäftsführer der Isoplast GmbH in Godesberg.Helmut Maier: Chemiker im "Dritten Reich": Die Deutsche Chemische Gesellschaft und der Verein deutscher Chemiker im NS-Herrschaftsapparat, 2015, S. 313 (Digitalisat). Später war er als freiberuflicher Forscher und Experte für Kunststoffchemie tätig. An der RWTH Aachen erhielt er eine Professur für Kunststofftechnik. Mienes verfasste zahlreiche Schriften zur Technologie der Kunststoffe und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung.
Karl Mienes fand seine letzte Ruhestätte in einem Familiengrab auf dem Aachener Waldfriedhof.
Auszeichnungen Rudolf-Diesel-Medaille, 1966 Großes Bundesverdienstkreuz, 1971Zur Person. In: Landtag intern, 2. Jahrgang, Ausgabe 20 vom 2. September 1971, S. 14 (Digitalisat).
Schriften Zur Technologie der Cellulosederivate, 1933 Celluloseester und Celluloseäther unter besonderer Berücksichtigung der Benzylcellulose, 1934 Zur Technologie der Kunststoffe aus Zelluloseabkömmlingen und Polymerisationsprodukten, 1938 Neuere Fortschritte in der Verarbeitung und Anwendung von Kunststoffen, 1942 Vom Celluloid bis zum Polyaddukt, 1953 Kunststoffe in Amerika, 1954 Kunststoff-Verarbeitung, 1955 Kunststoff und Metall im Wettbewerb?, 1955 Die Kunststoffdekade 1960/1970, 1961 Kunststoffe in Europa, 1963 Das Plasticaeum, 1965 Zur Technologie der Kunststoffe, 1968 Plasticaeum 1970, 1970
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (RWTH Aachen) Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1990 Kategorie:Mann