Eine Medizin-Enzyklopädie oder ein medizinisches Nachschlagewerk ist eine Enzyklopädie zu medizinischen Fragestellungen. Ein solches Nachschlagewerk enthält üblicherweise umfangreiche alphabetische Informationen über Krankheiten sowie über ihre Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Prävention. Medizin-Enzyklopädien informieren oftmals auch über Grundlagen der Medizin – wie etwa über Anatomie, Physiologie, Pathologie – oder über die Medizingeschichte und die Entwicklung medizinischer Technologien.Stefan Mey: Medizin in Wikipedia: Online-Enzyklopädie als Patientenbegleiter. In: Deutsches Ärzteblatt. 112, Nr. 15, 2015, S. A-687/B-585.(aerzteblatt.de).
Medizin-Enzyklopädien enthalten häufig umfangreiches Bildmaterial sowie Animationen und Videos, wenn es sich um ein Internetangebot handelt.
Daneben gibt es zahlreiche Lexika medizinischer Abkürzungen, zum Beispiel von Rolf Heister im Schattauer Verlag, von der Firma Sandoz AG mit 8 Auflagen von 1978Firma Sandoz AG: Lexikon medizinischer Abkürzungen, Nürnberg 1978, 52 Seiten. bis 1991, von Marc Deschka im Kohlhammer Verlag und von Herbert Dräger im Thieme-Verlag. Außerdem gibt es viele andere Nachschlagewerke ohne alphabetische Gliederung, zum Beispiel das Merck Manual (MSD-Manual der Diagnostik und Therapie), in gedruckter Auflage zuletzt 2018 als 20. Auflage bei Merck & Co. mit Online-Versionen in zehn Sprachen.
Ausgewählte Medizin-Enzyklopädien im Internet NEL (Norwegen), Lægehåndbogen (Dänemark), Medibas (Schweden), Deximed (Deutschland) Lægehåndbogen (“Ärzte-Handbuch”) und Patienthåndbogen ("Patienten-Handbuch) sind zwei dänische, aufeinander inhaltlich abgestimmte Medizin-Enzyklopädien, die von den dänischen Regionen kostenfrei für jedermann im Internet zur Verfügung gestellt werden. Lægehåndbogen enthält Fachinformationen primär für Allgemeinmediziner, aber auch für andere Gesundheitsberufe. Patienthåndbogen richtet sich an Patienten und die allgemeine Öffentlichkeit. Die Informationen beider Angebote berücksichtigen die Grundsätze der evidenzbasierten Medizin.Dänische Medizin-Enzyklopädien Lægehåndbogen und Patienthåndbogen Grundlage der dänischen Nachschlagewerke ist die norwegische Medizin-Enzyklopädie Norsk Elektronisk Legehåndbok NEL ("Norwegisches elektronisches Ärzte-Handbuch"), die als kostenpflichtiges Abonnement verfügbar ist.Norwegische Medizin-Enzyklopädie NEL NEL wird in Schweden in einer adaptierten Version unter der Bezeichnung Medibas vertrieben.Schwedische Medizin-Enzyklopädie MEDIBAS Eine deutschsprachige Ausgabe unter der Bezeichnung Deximed ("Deutsche Experteninformation Medizin") in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) wurde am 3. März 2016 veröffentlicht.Deutschsprachige Medizin-Enzyklopädie Deximed
MedlinePlus (USA) MedlinePlus ist eine der umfangreichsten englischsprachigen Medizin-Enzyklopädien. Es handelt sich um ein nicht-kommerzielles, kostenfreies Internetportal der National Library of Medicine der USA, das Gesundheitsinformationen für Patienten, Angehörige der Gesundheitsberufe und die allgemeine Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Auch bekannt als A.D.A.M (Animated Dissection of Anatomy for Medicine) Medical Encyclopedia.
Weitere Altmeyers Enzyklopädie (28.000 Fachartikel aus der Dermatologie, Online) WebMD, amerikanischer Online-Dienst MedicineNet, seit 2004 zu WebMD gehörig
Gedruckte Fachwörterbücher der Medizin in deutscher Sprache Die Sortierung erfolgt chronologisch nach der Erstausgabe.
Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. Erstausgabe 1821. 3. Auflage. Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844 (). Dietrich Wilhelm Heinrich Busch, Johann Friedrich Dieffenbach, Ernst Horn, Johann Christian Jüngken, Heinrich Friedrich Link, Johannes Müller, Emil Osann (Hrsg.): Encyclopädisches Wörterbuch der medicinischen Wissenschaften. 37 Bände, Verlag von Veit et Comp., Berlin 1832–1945. Zahlreiche Reprints. Otto Roth: Klinische Terminologie. Zusammenstellung der zur Zeit in der klinischen Medizin gebräuchlichen technischen Ausdrücke mit Erklärung ihrer Bedeutung und Ableitung 1. Auflage, Klinische Terminologie (Terminologia clinica), von Otto Roth, Verlag Eduard Besold, Erlangen 1878, 370 Seiten, Nachdruck ISBN 978-0-543-81651-1. 2. Auflage, Klinische Terminologie, von Hermann Gessler, Verlag Eduard Besold, Erlangen 1884, 421 Seiten, Nachdruck ISBN 978-3-7446-0568-7. 3. Auflage, Klinische Terminologie, von Hermann Gessler und Roderich Stintzing, Verlag Eduard Besold, Erlangen 1889, 500 Seiten, Nachdruck ISBN 978-3-7434-5488-0. 4. Auflage, Klinische Terminologie, von Hermann Gessler und Roderich Stintzing, Verlag Eduard Besold, Leipzig 1893, 522 Seiten, Nachdruck ISBN 978-3-7446-0558-8. 5. Auflage, Klinische Terminologie, von Hermann Gessler, Verlag von Arthur Georgi, Leipzig 1897, 556 Seiten 6. Auflage, Klinische Terminologie, von Hermann Vierordt, Verlag von Arthur Georgi, Berlin 1902, 590 Seiten 7. Auflage, Klinische Terminologie, von Hermann Vierordt, Georg Thieme Verlag, Leipzig 1908, 673 Seiten, Nachdruck ISBN 978-3-7501-6507-6. 8. Auflage, Klinische Terminologie, von Ernst Oberndörffer, Georg Thieme Verlag, Leipzig 1914, 484 Seiten 9. Auflage, Klinische Terminologie, von Franz Dörbeck, Georg Thieme Verlag, Leipzig 1919 10. Auflage, Klinische Terminologie, von Karl Doll und Hermann Doll, Georg Thieme Verlag, Leipzig 1925, 576 Seiten Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde (Untertitel: Medizinisch-chirurgisches Handwörterbuch für praktische Ärzte) von Albert Eulenburg, vier Auflagen von 1880 bis 1938, Verlag Urban & Schwarzenberg, insgesamt 118 Bände. Albert Villaret (Hrsg.): Handwörterbuch der gesamten Medizin, 2 Bände, Stuttgart: Ferdinand Enke, Band 1, 1888, Band 2, 1891, 2. Auflage 1899, 1900 Anton Bum (Hrsg.): Therapeutisches Lexikon für praktische Ärzte, Urban & Schwarzenberg, Wien, 1891 (1. Auflage, 1814 Spalten), 1893, 3. Auflage 1899, 1900 (2 Bände) Anton Bum, Albert Adamkiewicz, Moritz Tobias Schnirer u. a. (Hrsgl): Diagnostisches Lexikon für praktische Ärzte, Urban & Schwarzenberg 1893 Zusammen erschienen als: K. Bruhns, A. Bum, S. Gottschalk, W. Kausch, F. Klemperer, A. Straßer (Hrsg.): Diagnostisch-Therapeutisches Lexikon für praktische Ärzte. 3 Bände, Urban & Schwarzenberg, 1907 Willibald Pschyrembel: Klinische Wörterbücher (vorher seit 1894 von Otto Dornblüth): aktuell 269. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2023, ISBN 978-3-11-078334-6, 30.000 Stichwörter. Heinrich Bechhold: Bechhold's Handlexikon der Naturwissenschaften und Medizin, Frankfurt: Bechhold 1894 (in einem Band, bearbeitet von A. Velde, W. Schauf, G. Pulvermacher, L. Mehler, V. Löwenthal, C. Eckstein, J. Bechhold und G. Arends, 1127 Seiten), 2 Bände, Frankfurt 1919, 1923 Walter Guttmann: Medizinische Terminologie. 35 Auflagen von 1902 bis 1952, Verlag Urban & Schwarzenberg. 35. Auflage, München / Berlin 1951. Der Name des jüdischen Autors Guttmann, der das Werk zudem ab 1930 unter dem Pseudonym Walter Marle bearbeitete, wurde ab 1941 unterdrückt und durch den Bearbeiter Herbert Volkmann ersetzt. Die drei letzten Auflagen wurden von Kurt Hoffmann bearbeitet. Emil Laurent: Terminologie medicale en huit langues: lexicum medicum polyglottum, Terminologie medicale en huit langues : Francais, latinum, deutsch, English, italiano, espanol, portuguez, russkii. Verlag Maloine, Paris 1906. Wilhelm Kühn: Neues medizinisches Fremdwörterbuch. 3. Auflage. Verlag von Krüger & Co., Leipzig 1913. In Blindenschrift (2 Bände): Blindenstudienanstalt, Marburg 1936. Julius Mahler: Kurzes Repetitorium der medizinischen Terminologie (medizinisches Taschenwörterbuch). 4. Auflage. Verlag von Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1922, „unter Benützung der einschlägigen Literatur nach Bechhold, Dornblüth, Eulenburg, Guttmann, Kraus, Laurent, Michaelis, Roth-Oberndörffer,Otto Roth: Klinische Terminologie. Zusammenstellung der in der Medizin gebräuchlichen technischen Ausdrücke mit Erklärung ihrer Bedeutung und Ableitung. Von Hermann Gessler, 5. Auflage, Verlag von Arthur Georgi, Leipzig 1897, 556 Seiten; von Ernst Oberndörffer, 9. Auflage, Georg Thieme Verlag, Leipzig 1919. Schreiber, Thomas, Villaret u. A.“. Josef Löbel (Hrsg.): Knaurs Gesundheits-Lexikon. Ein Handbuch der Medizin, Hygiene, Körperkultur und Schönheitspflege. Knaur, Berlin 1930. Ab 1939 Herbert Volkmann als Herausgeber, danach stand Löbel nicht mehr im Titel, sondern Volkmann. Populärwissenschaftlich. Eduard Strauß: Medizinische Fachsprache ... verständlich gemacht! 22. Auflage. 5000 Stichwörter, Alwin Fröhlich Verlag, Hamburg 1954. Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Wörterbuch der Medizin. Verlag Volk und Gesundheit, Erstausgabe Berlin 1956; 14. Auflage ebenda 1990. 2 Bände (Band 1, A–K. ISBN 3-333-00588-3; Band 2, L–Z. ISBN 3-333-00594-8); 15. Auflage: Ullstein Mosby, Berlin 1992, ISBN 3-86126-015-8, 16. Auflage unter dem Titel Lexikon der Medizin. Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 3-86126-126-X, 49.000 Stichwörter; 16. Auflage Lexikon der Medizin als Sonderausgabe. Elsevier, München, Fackelträger Verlag, ISBN 3-7716-4326-0, Köln ohne Jahr (2005). − Die ersten 13 (oder 14; die DDR wurde am 3. Oktober 1990 aufgelöst) Auflagen waren DDR-Ausgaben. Zusätzlich gab es Ausgaben in der Bundesrepublik Deutschland mit den Auflagenbezeichnungen 5 (1974), 6 (1980) und 7 (1990) als ein-, zwei- oder dreibändige Taschenbuch-Gemeinschaftsausgaben der Verlage Thieme in blau und dtv in rot mit teilweise abweichenden Erscheinungsjahren. Die bundesdeutsche Auflagennummerierung stimmt mit der DDR-Nummerierung nur für die fünfte Auflage überein. Karl Bogner: Medizinisches Wörterbuch (= Medizin von heute. Band 25). Tropon-Werke, Köln-Mülheim 1964, 120 Seiten. Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete, herausgegeben von Günter Thiele und Heinz Walter, Verlag Urban & Schwarzenberg, 1966–1977, Loseblattsammlung in sechs Plastikordnern, auch gebundene Ausgabe in fünf Bänden. 250.000 Stichwörter. Duden – Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe. 1. Auflage. 1968; 9. Auflage. Mannheim 2011, ISBN 978-3-411-04619-5, 35.000 Stichwörter. Die 10. Auflage 2021, ISBN 978-3-411-04837-3, umfasst ebenfalls 35.000 Stichwörter. Dagobert Tutsch (Hrsg.): Lexikon der Medizin. Verlag Urban & Schwarzenberg, ISBN 3-541-07081-1, München/Berlin/Wien 1975, 22.000 Stichwörter. Nachdrucke: Das große Wörterbuch der Medizin. Vehling Verlag, Köln/Luzern/Wien ohne Jahr. 22.000 Stichwörter. Inhaltlich identisch mit dem Wörterbuch vom Verlag Manfred Pawlak. Fachwörterbuch der Medizin. Verlag Manfred Pawlak, Herrsching 1984, ISBN 3-88199-163-8, 22.000 Stichwörter. Inhaltlich identisch mit dem Wörterbuch vom Vehling Verlag. Handlexikon der Medizin. Herausgegeben von Günter Thiele, vier Bände (A–E, F–K, L–R, S–Z), 1200 Abbildungen, Urban & Schwarzenberg, München/Wien/Baltimore ohne Jahr ; Fortführung des Reallexikons der Medizin vom selben Verlag. Weitere Fortführung wohl als Roche Lexikon Medizin. Josef Hammerschmid-Gollwitzer: Wörterbuch der medizinischen Fachausdrücke. 300 Abbildungen, ISBN 3-88102-061-6, Wilhelm Goldmann Verlag, München 1981. Roche Lexikon Medizin. Herausgegeben von der Hoffmann-La Roche AG und Urban & Schwarzenberg. Auflage, Bearbeitung von der Lexikon-Redaktion des Verlages Urban & Schwarzenberg, Leitung: Norbert Boss. München/Wien/Baltimore 1984, ISBN 3-541-11211-5, 1896 Seiten; , neu bearbeitete Auflage, Bearbeitung von der Lexikon-Redaktion des Verlages Urban & Schwarzenberg, Leitung: Norbert Boss, Mitarbeiter Dagobert Tutsch et al., München/Wien/Baltimore 1987, ISBN 3-541-11212-3, 2025 Seiten , neu bearbeitete Auflage, München [u. a.] 1993, Urban & Schwarzenberg, ISBN 3-541-11213-1, 1850 Seiten, 62.000 Begriffe, Buch, CD-Rom, (online); , neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Urban & Schwarzenberg, ISBN 978-3-541-17134-7, 1880 Seiten, 60.000 Stichwörter, 2000 Abbildungen, Buch CD-ROM