Der Verein für Leibesübungen Wolfsburg e. V., allgemein bekannt als VfL Wolfsburg, ist (Stand 2020) mit rund 4500 Mitgliedern in 29 Abteilungen einer der größten und am breitesten aufgestellten Sportvereine Niedersachsens.
Über Jahrzehnte konnte sich der VfL Wolfsburg in diversen Sportarten auf nationaler Ebene behaupten und errang zahlreiche deutsche Meistertitel; auch für seine erfolgreiche Nachwuchsarbeit ist der Verein bekannt. Eine breitere nationale und auch internationale Bekanntheit erlangte der Verein jedoch vor allem durch seine professionelle Fußballabteilung, die 2001 in die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH ausgegliedert wurde und seit 2007 eine vom Verein unabhängige, hundertprozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG ist.
Geschichte mini|120px|Logo 1953–1998 mini|120px|Logo 1998–2002 mini|120px|Logo 2002–2026 Verein Der Verein wurde am 12. September 1945, wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs, unter dem Namen Volkssport- und Kulturverein (VSK) Wolfsburg gegründet. Schon kurze Zeit später wurde der VSK in Verein für Leibesübungen Volkswagenwerk umbenannt und danach in den Verein für Leibesübungen Wolfsburg überführt. Zu den ersten Abteilungen des VfL Wolfsburg zählten Fußball, Handball, Turnen, Tennis, Radsport, Boxen und Schach. Viele dieser Abteilungen konnten sportliche Erfolge aufweisen.Historie auf vfl-wob.de
Vereinsfarben Der damalige Kreisjugendpfleger Bernward Elberskirch hatte noch zehn Fußballtrikots zur Hand, sie waren grün. Die Hosen wurden von den Frauen der Spieler aus privat gespendeten Bettlaken genäht. Als 1955 die Stadtflagge von Wolfsburg eingeführt wurde, wählte man die Farben Grün und Weiß. Diese sind auch die offiziellen Wolfsburger Stadtfarben geworden. Website des VfL Wolfsburg. Website der Stadt Wolfsburg.
GmbH
Die gewinnorientiert arbeitende Profifußball-GmbH wurde am 16. Januar 2001 gegründet. Das Amtsgericht Wolfsburg vollzog am 23. Mai 2001 die Ausgründung der Lizenzspielerabteilung des Vereins in die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH.Chronik des VfL Wolfsburg (Fußball) – siehe Eckdaten der Historie Da die Volkswagen AG den Verein zuvor mehr als 20 Jahre lang gefördert hatte, durfte sie – entgegen der 50+1-Regel – durch eine Sonderregelung 90 Prozent der Anteile an der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH übernehmen. Der Verein hielt 10 Prozent der Anteile. Seit der Befürwortung von 93 der 94 Vereinsdelegierten auf der Delegierten-Versammlung des Vereins am 28. November 2007 ist die GmbH eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG.Volkswagen AG ab sofort alleiniger Gesellschafter der Fußball GmbH
Vereinsstruktur Der Verein VfL Wolfsburg e. V. besteht aus folgenden 29 Abteilungen:
Die etwa 17.000 Mitgliedersiehe Angaben im Artikel des WölfeClubs und des WölfiClubs der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH sind keine ordentlichen Mitglieder des Vereins.Allgemeine Geschäftsbedingungen WölfeClub
Bis 2021 wurde der Verein durch ein Präsidium geleitet. 2022 ging die Führung an einen Vorstand über. Aktueller Vorstandsvorsitzender ist Stephan Ehlers (Stand Januar 2022).
Badminton Im Badminton zeichneten besonders Willi Braun, Harald Klauer, Volker Renzelmann, Elke Weber, Cathrin Hoppe und Ingrid Thaler-Morsch für Wolfsburger Erfolge verantwortlich. Willi Braun war international einer der erfolgreichsten deutschen Badmintonspieler in den 70er Jahren. Er gewann gemeinsam mit Roland Maywald 1972 und 1974 den Europameistertitel im Herrendoppel, nachdem er in der gleichen Disziplin schon 1968 Bronzemedaillengewinner mit Franz Beinvogl geworden war. 1976 verabschiedete er sich erneut mit Bronze bei der EM von der internationalen Bühne.
Deutsche Meistertitel Veranstaltung Saison Disziplin Meister Deutsche Einzelmeisterschaft 1967/68 Herrendoppel Franz Beinvogl / Willi Braun (MTV 79 München / VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1971/72 Herrendoppel Michael Schnaase / Rolf Würfel (SC Union 08 Lüdinghausen / VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1973/74 Herrendoppel Willi Braun / Roland Maywald (VfL Wolfsburg / 1. BC Beuel) Deutsche Einzelmeisterschaft 1974/75 Herrendoppel Willi Braun / Roland Maywald (VfL Wolfsburg / 1. BC Beuel) Deutsche Einzelmeisterschaft 1975/76 Herrendoppel Willi Braun / Roland Maywald (VfL Wolfsburg / 1. BC Beuel) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1975/76 Dameneinzel Elke Weber (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1976/77 Herrendoppel Willi Braun / Roland Maywald (VfL Wolfsburg / 1. BC Beuel) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1976/77 Damendoppel Elke Weber / Jutta Vogel (VfL Wolfsburg / PSV Grün Weiß Wiesbaden) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1977/78 Dameneinzel Elke Weber (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1977/78 Damendoppel Elke Weber / Jutta Vogel (VfL Wolfsburg / TV Mainz-Zahlbach) Deutsche Einzelmeisterschaft 1978/79 Mixed Michael Schnaase / Ingrid Thaler (1. BV Mülheim / VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1978/79 Herrendoppel Harald Klauer / Gerhard Treitinger (VfL Wolfsburg / SV Fortuna Regensburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1978/79 Mixed Harald Klauer / Dorett Hökel (VfL Wolfsburg / TV Pforzheim) Deutsche Einzelmeisterschaft 1979/80 Damendoppel Brigitte Steden / Elke Weber (TSV Glinde / VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1979/80 Herrendoppel Harald Klauer / Gerhard Treitinger (VfL Wolfsburg / SV Fortuna Regensburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1980/81 Damendoppel Brigitte Steden / Elke Weber (TSV Glinde / VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1984/85 Damendoppel Mechtild Hagemann / Cathrin Hoppe-Hofmann (TV Mainz-Zahlbach / VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1984/85 Mixed Volker Renzelmann / Cathrin Hoppe-Hofmann (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1984/85 Damendoppel Birgit Schilling / Cathrin Hoppe-Hofmann (SV Fortuna Regensburg / VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft O32 1988/89 Herreneinzel Hans Werner Niesner (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft O45 1992/93 Herreneinzel Joachim Schimpke (VfL Wolfsburg)
Deutsche Vizemeistertitel Veranstaltung Saison Disziplin Vizemeister Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1960/61 Herrendoppel Willi Braun / Dietrich Franke (VfL Wolfsburg / TSV Ehmen) Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1960/61 Herreneinzel Willi Braun (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1965/66 Herrendoppel Willi Braun / Peter Kretschmer (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1966/67 Herrendoppel Willi Braun / Detlev Würfel (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1966/67 Herreneinzel Willi Braun (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1969/70 Mixed Hans Werner Niesner / Ilse Brigitte Riekhoff (VfL Wolfsburg / VfB Lübeck) Deutsche Einzelmeisterschaft 1970/71 Herrendoppel Willi Braun / Roland Maywald (VfL Wolfsburg / 1. BC Beuel) Deutsche Einzelmeisterschaft 1971/72 Herrendoppel Willi Braun / Roland Maywald (VfL Wolfsburg / 1. BC Beuel) Deutsche Einzelmeisterschaft U14 1973/74 Mixed Sbrisny / Angelika Gose (TuS Wunstorf / VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1976/77 Dameneinzel Elke Weber (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1977/78 Damendoppel Jutta Vogel-Rosenow (G. W. Wiesbaden) / Elke Weber (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1977/78 Herrendoppel Harald Klauer / Gerhard Treitinger (VfL Wolfsburg / SV Fortuna Regensburg) Deutsche Einzelmeisterschaft 1978/79 Damendoppel Ingrid Morsch (VfL Wolfsburg) / Marie Luise Schulta-Jansen (1. BV Mülheim) Deutsche Einzelmeisterschaft 1979/80 Damendoppel Marie Luise Schulta-Jansen (1. BV Mülheim) / Ingrid Morsch (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1981/82 Herreneinzel Volker Renzelmann (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1982/83 Herreneinzel Volker Renzelmann (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U18 1982/83 Mixed Volker Renzelmann (VfL Wolfsburg) / Katrin Schmidt (1. PBC Neustadt) Deutsche Einzelmeisterschaft 1983/84 Mixed Volker Renzelmann (VfL Wolfsburg) / Cathrin Hoppe (VfL Wolfsburg) Deutsche Einzelmeisterschaft U22 1983/84 Mixed Volker Renzelmann / Cathrin Hoppe (VfL Wolfsburg)
Handball Hallenhandball Die Männermannschaft des VfL Wolfsburg erreichte die Endrunden 1957, 1958, 1959 und 1961 um die deutsche Meisterschaft im Hallenhandball, die letzten drei Male jeweils als Norddeutscher Meister. 1961 erreichten die „Wölfe“ das Endspiel gegen Frisch Auf Göppingen, das allerdings mit 3:5 verloren ging. 1958 und 1959 scheiterte man jeweils im Halbfinale, 1957 wurde der VfL Dritter der Vorrundengruppe.
Die Frauenmannschaft des VfL Wolfsburg spielte in der Saison 2006/07 in der 2. Bundesliga, stieg jedoch am Ende der Saison wieder in die Regionalliga Nord ab. Im Jahr 2010 gelang der Mannschaft die Rückkehr in die zweite Liga. Die Mannschaft nennt sich auch „Hurricanes“. Zum Ende der Saison 2011/12 zog sich der VfL freiwillig aus der 2. Bundesliga zurück und startete in der folgenden Saison in der Oberliga.handball-world.news: Wolfsburg zieht sich aus Liga zwei zurück, abgerufen am 8. Oktober 2022 Für die Drittliga-Saison 2021/22 qualifizierte man sich, da nur der VfL und SV Werder Bremen II für den Drittligaaufstieg meldeten.sportbuzzer.de: Wolfsburgs Handballerinnen steigen in die 3 Liga auf, abgerufen am 8. Oktober Die Klasse konnte nicht gehalten werden, wobei sie dabei freiwillig auf die Chance auf den Klassenerhalt durch die Abstiegsrunde verzichteten.
Feldhandball Der größte Erfolg der Handballabteilung wurde auf dem Großfeld errungen, wo der VfL Wolfsburg im Jahr 1963 deutscher Meister wurde. Im Endspiel in Wuppertal wurde am 27. Oktober des Jahres der BSV Solingen 98 mit 9:6 bezwungen. Bereits in der Meisterschafts-Endrunde 1958 war die Mannschaft in das Finale vorgedrungen, unterlag damals allerdings Hamborn 07 mit 9:10. Peter Baronsky und Paul Schwope vom VfL wurden mit der gesamtdeutschen Mannschaft bei der Feldhandball-Weltmeisterschaft 1959 Weltmeister.
Der VfL Wolfsburg wurde 1956 bis 1962 siebenmal nacheinander Meister der Verbandsliga Niedersachsen (damals die höchste Spielklasse) und gewann 1958 bis 1963 sechsmal hintereinander die Endrunde um die norddeutsche Meisterschaft, an der die Meister und Vizemeister der vier Verbandsligen Norddeutschlands (außer Niedersachsen noch Nordsee, Hamburg und Schleswig-Holstein) teilnahmen. Über diese qualifizierten sich die „Wölfe“ von 1957 bis 1965 auch neunmal in Folge für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, die im K.-o.-System mit den bestplatzierten der jeweiligen Regionalmeisterschaften ausgetragen wurde.
In der Saison 1967 gehörte der VfL Wolfsburg zu den Gründungsmitgliedern der Feldhandball-Bundesliga, stieg jedoch nach der ersten Spielzeit mit nur einem einzigen Sieg (10:7 gegen TuS Wellinghofen) und einem Remis (12:12 bei BSV Solingen 98) bei außerdem 16 Niederlagen ab und schaffte den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse in der Folge nicht mehr.
Der VfL Wolfsburg in der Endrunde um die deutsche Feldhandballmeisterschaft:
Saison Achtelfinale Viertelfinale Halbfinale Endspiel 1956/57 (A) 18:12 Polizei SV Berlin (H) 14:9 TSV Bayer 04 Leverkusen (A) 14:15 SG Leutershausen – 1957/58 (H) 20:12 RSV Mülheim (A) 19:13 Frisch Auf Göppingen (H) 14:10 BSV Solingen 98 (N) 9:10 SV Hamborn 07 1958/59 (H) 22:11 SG Leutershausen (A) 11:14 TuS Lintfort – – 1959/60 (H) 19:15 VfL Gummersbach (H) 17:8 Charlottenburger HC (A) 8:10 TSV Ansbach – 1960/61 (A) 16:10 SG Dietzenbach (H) 12:13 TuS Lintfort – – 1961/62 (H) 17:10 SG Leutershausen 17:15, 12:16 Grün-Weiß Dankersen – – 1962/63 (H) 18:15 TuS Lintfort 20:10, 16:11 TSG Ketsch 18:14, 15:14 Grün-Weiß Dankersen (N) 9:6 BSV Solingen 98 1963/64 16:13, 19:17 TV Oppum 14:9, 12:14 TB Esslingen 10:9, 10:15 TuS 05 Wellinghofen – 1964/65 10:9, 10:13 TSV Birkenau – – – 1965/66 nicht qualifiziert 1966/67 Bundesliga Gr.Nord 10. Platz (Abstieg) 1 S – 1 U – 16 N 180:270 T. / 3:33 Pkt.
Judo