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] Anney (auch: Aney, Aneye) ist ein Dorf in der Landgemeinde Dirkou in Niger.
Geographie Die Oase liegt im Nordosten des Landes in der Landschaft Kawar am Rand der Wüste Ténéré. Um ein altes Fort auf einem Felsenhügel gruppieren sich Hütten aus Palmblättern und Gärten mit Dattelpalmen. Das Dorf befindet sich rund 40 Kilometer nördlich des Hauptorts Dirkou der gleichnamigen Landgemeinde, die zum Departement Bilma in der Region Agadez gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Anney zählen das Dorf Emitchouma im Südosten und der Weiler Latey im Südwesten.
Anney ist Teil des Ramsar-Gebiets Oasen des Kawar, eines 339.220 Hektar großen Feuchtgebiets von internationaler Bedeutung. Es herrscht das Klima der Sahara vor, mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von unter 200 mm.
Geschichte Das Dorf ist ein archäologischer Fundort der altsteinzeitlichen Atérien-Kultur. Es finden sich Spuren der „grünen Sahara“, von mehrere Jahrtausende zurückliegenden Feuchtperioden. Eine 1979 veröffentlichte Radiocarbondatierung von Holzkohle vom Pass von Anney ergab ein konventionelles 14C-Alter von 15.800 ± 2480 Jahren.
Der Überlieferung nach war Anney eine Kanuri-Siedlung, als sich ein Angehöriger der Tubu-Gruppe Tawiya aus dem Tibesti hier wiederfand, während er auf der Suche nach verlorenem Vieh war. Der Reichtum und die scheinbare Wehrlosigkeit von Anney veranlassten ihn, nach seiner Rückkehr eine Invasion des Kawar durch Tubu aus dem Tibesti zu initiieren. Anney leistete sieben Monate lang Widerstand. Die Tubu ließen sich schließlich im Tal von Achinouma nieder, das sich langsam zu ihrem Hauptort entwickelte. Erst ein Ehevertrag zwischen einer Kanuri-Frau und einem Tubu-Mann soll die kriegerischen Handlungen beendet und die Machtverteilung zwischen beiden ethnischen Gruppen besiegelt haben, die infolgedessen weitere Ehen untereinander eingingen.
Die britischen Afrikaforscher Hugh Clapperton, Dixon Denham und Walter Oudney kamen bei ihrer Sahara-Durchquerung 1823 nach Anney („Anay“ oder „Irchat“). Sie beschrieben eine aus wenige Hütten bestehende Siedlung, deren Einwohner sich mindestens einmal im Jahr bei Überfällen von Tuareg in eine felsige Zitadelle zurückzogen. Der deutsche Afrikaforscher Gerhard Rohlfs erreichte Anney („Anay“) im Jahr 1866, das seiner Beschreibung nach 100 bis 150 niedrige Häuser und Hütten mit über 500 Einwohnern aufwies. Der deutsche Afrikaforscher Gustav Nachtigal besuchte Anney („Anai“) bei seiner Sahara-Durchquerung 1869/1870. Er schätzte die damalige Einwohnerzahl auf circa 180, wobei die ungefähr 100 Wohnstätten 400 Personen beherbergen könnten.
mini|Ausschnitt einer Karte von 1903 mit Anney (Anay) Die 312 Kilometer lange Piste zwischen den Orten Bilma und Orida, die durch Anney führte, galt in den 1920er Jahren als einer der Hauptverkehrswege in der damaligen französischen Kolonie Niger. Das Dorf lag in der Totalitätszone der Sonnenfinsternis vom 29. März 2006. Eine große Feuersbrunst zerstörte am 9. April 2026 Dattelpalmenhaine und Gemüsegärten sowie Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Mehrere Nutztiere kamen in den Flammen ums Leben.
Bevölkerung Das Dorf hatte 525 Einwohner in 143 Haushalten bei der Volkszählung 1988, 1058 Einwohner in 229 Haushalten bei der Volkszählung 2001 und 651 Einwohner in 120 Haushalten bei der Volkszählung 2012.
Die Bevölkerung besteht aus Guézébida, mit Kanuri vermischten Tubu.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Das alte Fort von Anney gehört dem im Norden des Kawar üblichen Typ Tima an. Die aus Stein erbauten Tima stehen auf Ausläufern der großen Geländestufe des Kawar und sind mit der jeweiligen Siedlung im Tal verbunden. Sie dienten in vorkolonialer Zeit als Rückzugsorte vor Angriffen. Anders als die großen Festungen des Kawar, die Gassar, verfügen die Tima über keinen eigenen Brunnen. Sie konnten deshalb langen Belagerungen nicht standhalten.
Wirtschaft und Infrastruktur Mit einem (CSI) ist ein Gesundheitszentrum im Dorf vorhanden. Es wurde 1999 vom Schweizerischen Hilfswerk Kinder in Not errichtet. Es gibt eine Schule. Für den Brunnen von Anney wurde 1990 ein pH-Wert von 6,1 ermittelt.
Siehe auch Liste von Oasen in Niger
Einzelnachweise
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