mini|Salvo Royal Dreirad 1887 mini|Dreirad: Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 mini|Rennmotorrad mit Seitenwagen mini|220x124px|rechts|alt= Spielzeug-Dreirad|Spielzeug-Dreirad

Ein Dreirad ist ein Fahrzeug mit drei Rädern. Zulassungsrechtlich werden in Deutschland jedoch auch vierrädrige Fahrzeuge als Dreiräder bezeichnet, wenn ein Räderpaar als Zwillingsrad ausgeführt oder der Abstand zwischen der Mitte der beiden Reifenaufstandsflächen nicht größer als 465 Millimeter ist. (auf street-ray.de am 8. Mai 2007)

Definition Dreirädrige Fahrzeuge werden nach verschiedenen Merkmalen unterschieden: nach der Anzahl Spuren in 2-spurige Dreiräder und 3-spurige Dreiräder, nach der Antriebsform in Selbstgetriebene Dreiräder und Fremdgetriebene Dreiräder, nach der Antriebsart in Muskelkraftgetriebene Dreiräder und Motorgetriebene Dreiräder.

Die häufigste Form des Motordreirades ist die Variante mit Verbrennungsmotor. Sie wird unterschieden nach der Zulassungsart in Motorräder und Automobile.

Fahreigenschaften Durch die Anordnung der drei Radaufstandspunkte in einem Dreieck mit großer Fläche gelingt es, das Fahrzeug in Fahrt – ohne das bei vielen Zweirädern relevante Wirken von Kreiselkräften – gegen Kippen quer und längs der Fahrtrichtung zu stabilisieren.

Demgegenüber gibt es jedoch selten die Rad-Konfiguration In-Line-3 von Motorrädern mit einem zusätzlichen, hinten angereihten, selbst nachlenkenden Hinterrad mit eher nur experimenteller Anwendung. Bei Geradeausfahrt auf einer Ebene rollen hier die drei Räder auf einer Linie.

Muskelkraftgetriebene Dreiräder mini|Zaragoza – Museo Bomberos – Muskelkraftgetriebenes Dreirad 1885 mini|3-rädriges, 3-spuriges Tandem-Fahrrad Muskelkraftgetriebene Dreiräder gibt es in vielen Variationen, Formen und Anwendungsmöglichkeiten. Sowohl zweispurige als auch dreispurige Varianten sind bekannt. Bei den dreispurigen Dreirädern sind Varianten mit 2 Rädern vorne und 2 Rädern hinten gebräuchlich, als Einzelsitzer oder Mehrplätzer. Die gebräuchlichsten Anwendungsgebiete sind das Fahrrad und das Kinderdreirad.

Fahrrad Bei Fahrrädern sind Dreiräder durchaus gebräuchlich, Fahrradtaxis werden in Großstädten mitunter als Taxiersatz benutzt. Lastenfahrräder sind manchmal als Dreirad ausgebildet, Fahrräder für Behinderte mit motorischen Störungen ebenfalls. Viele Dreiräder werden als Liegedreiräder gebaut. Eine besondere Form des Liegedreirads sind Velomobile, die zur Verbesserung der Aerodynamik und als Wetterschutz eine Verschalung haben.

Dreiräder bieten eine höhere Kippstabilität, je tiefer der Schwerpunkt des Fahrers liegt. Daher sind Dreiräder häufig als Sitz- oder Liegedreirad konstruiert. Dabei gibt es die Varianten Tadpole (engl. für Kaulquappe) mit zwei Rädern vorne, Delta mit zwei Rädern hinten sowie Beiwagengespanne mit einer asymmetrischen Anordnung.

Eine Alternative zu den in der Stadt unpraktischen Liegedreirädern sind Dreiräder, die sich in die Kurve neigen. Neben einer japanischen Konstruktion gibt es ein Einkaufsrad von Feetz und einen österreichischen Prototyp.

Für motorisch eingeschränkte bzw. querschnittgelähmte Menschen gibt es das BerkelBike (Markenname). Es ist ein Mittelding zwischen Liegefahrrad und Handbike. Bei Paraplegie wird mittels funktioneller Elektrostimulation (FES) die Beinmuskulatur aktiviert und die dabei entstehende Kraft zum Vortrieb auf das Vorderrad übertragen.

Rollstuhl Einige Varianten von Rollstühlen sind dreirädrig, insbesondere Rennrollstühle und „Handfahrräder“. Die Handfahrräder sind zum Teil so konstruiert, dass Lenker, Antriebsmechanismus und einzelnes Vorderrad vor einen Rollstuhl montiert werden und sich bei Bedarf wieder abnehmen lassen.

Roller mini|Zwei „Trikke“-Scooter Verschiedene Modelle von Tretrollern und Kickboards für Kinder und Erwachsene sind mit drei Rädern ausgestattet. Eine spezielle Variante ist das Trikke, bei dem sich nicht nur im Zwischenraum der beiden Hinterräder vom Boden abgestoßen werden kann, sondern eine Schwenktechnik das Beschleunigen durch Gewichtsverlagerung ermöglicht. Trikkes gibt es in zwei Nutzungsvarianten: rein manuell (HPV) und elektrisch betrieben (eV). Mit Letzterer sind Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h und eine Reichweite bis 40 Kilometern möglich. Das Modell eV 6.1 ist für den deutschen Straßenverkehr zugelassen.TRIKKE eV erhält TÜV-Zulassung

Motordreirad

Geschichte Motordreiräder lassen sich nach Art des Antriebs unterschieden – Dampf, Verbrennungsmotor und Elektroantrieb.

Das früheste heute bekannte motorisierte Dreirad ist das 1769 vorgestellte „Fardier“ von Nicholas Cugnot, das von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Über hundert Jahre später folgte das elektrisch angetriebene Trouvé Tricycle, von Gustave Trouvé in Paris im Jahr 1881 gebaut. Im Oktober 1882 fuhren zwei englische Professoren, William Edward Ayrton und John Perry, erstmals mit ihrem Ayrton & Perry Electric Tricycle in London. Edward Butler präsentierte 1885 in London sein 1884 entworfenes Petrol-Cycle. Im Jahr 1886 stellte Carl Benz den dreirädrigen Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 mit Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung vor. Magnus Volk aus Brighton baute 1887 eine dreirädrige Elektrokutsche.

Von 1897 bis 1905 war das De-Dion-Bouton-Motordreirad eines der ersten in Serie gefertigten und meistverkauften Motorfahrzeuge in Europa. Weitere bekannte Hersteller und Erfinder der damaligen Zeit waren: Saroléa Ernst Bauermeister & Söhne Holley Motor Company Diamond Automobile Company Albl Cyklon Maschinenfabrik („Cyklonette“) Gustav Hiller Maschinenfabrik Zittau („Phänomobil“) Waltham Manufacturing Company Rüb & Haab Matchless Motorfahrzeug-Werke Heinle & Wegelin Thein & Goldberger Hille-Werke Ailloud & Dumond Ostner Fahrzeugfabrik Gesellschaft für Automobilwagenbau System Loutzky Onfray Panther Fahrradwerke Star Motor Company Friedrich Lutzmann Steyr Daimler Puch Automobiles Léon Bollée (Voiturette) In späteren Jahrzehnten auch Cycle Car Company, Ernst Bauermeister & Söhne, Kover Capilla und Adi Moped.

Motordreiräder werden seit der Wende zum 20. Jahrhundert auch im Motorsport eingesetzt.

Landwirtschaftliches Dreirad mini|Ritscher-Dreiradschlepper von 1937 Von 1936 bis zum Zweiten Weltkrieg produzierten die Moorburger Treckerwerke unter dem Markennamen „Ritscher“ einen Ackerschlepper mit drei Rädern; das Einzelrad war vorn. Nach dem Krieg wurde die Produktion wieder aufgenommen, aber bereits 1950 wegen zu geringer Nachfrage zugunsten von Vierradschleppern eingestellt.Fahrzeugseiten.de. Abgerufen am 15. November 2019. Das erste Modell von 1936/37, dem weitere Versionen folgten, hatte einen wassergekühlten Einzylinder-Dieselmotor mit einem Hubraum von 1115 cm³ und einer Leistung von 12 PS. Karl Ritscher hatte die Dreiradtraktoren in den USA kennen gelernt und soll von deren Wendigkeit beeindruckt gewesen sein. Die Modelle ab 1946 hatten Motoren mit 2,2 und 2,4 Liter Hubraum, die 20 PS leisteten.Traktordaten.de. Abgerufen am 15. November 2019. Ein weitaus größerer Dreiradtraktor ist zum Beispiel der in den 1990er-Jahren gebaute Terra Trac 250 der Horsch Maschinen GmbH mit Sechszylindermotor und einer Leistung von 250 PS.Agrarheute.com. Abgerufen am 15. November 2019.

Motorrad

Es existieren viele verschiedene Versionen motorradbasierter Dreiräder. Eines ist das Harley-Davidson-ServiCar, bei dem das einzelne Hinterrad gegen eine Hinterachse mit Differenzial und einen Kofferaufbau ausgetauscht wurde. Diese ServiCars kamen in den 1930er Jahren auf und wurden bis 1973 gebaut, um zum Beispiel Material für Handwerkerleistungen mitnehmen zu können. Außerdem wurden Polizei-ServiCars gebaut. Vor allem bei Senioren und Gehbehinderten sind Harley-Davidson-ServiCars in den Vereinigten Staaten seit Langem verbreitet und mittlerweile teuer.

Motorradgespanne gelten ebenfalls als Motordreirad, jedoch asymmetrisch gebaut. Ihre Fahreigenschaften differieren zwischen Rechts- und Linkskurven, je nach der Lage des angebauten Seitenwagens. Bei Rechtsverkehr ist der Rechtsanbau des Seitenwagens üblich, bei Linksverkehr entsprechend der Anbau links, jeweils um dem Fahrer eine bessere Sicht im Straßenverkehr zu geben.

Seltener anzutreffen, aber mechanisch einfacher zu realisieren, ist die Schwenker-Bauweise, bei welcher das Motorrad mit unverändertem Fahrwerk normal schwenkt, während der Seitenwagen an einem in Längsachse montierten Gelenk befestigt ist und sein Rad stets am Boden bleibt.kalich.de: Schwenker, abgerufen am 29. Januar 2020

Einen Schritt weiter gehen Pendel-Konstruktionen, bei denen auch das Seitenwagen-Rad in Schräglage geführt wird. Dies bringt weitere fahrdynamische Vorteile gegenüber einem starren Gespann.

Zur Kategorie der symmetrisch aufgebauten 'Tilting three-wheeler' gehört z. B. der Piaggio MP3. Diese Fahrzeuge haben keinen Seitenwagen, während die schmale Spur fahrphysikalisch vorteilhaft ist.Poelgeest, A., Edge, K. A. and Darling, J., 2007. Development of a Steer Tilt Controller for a Three Wheeled Tilting Vehicle. In: ASME International Mechanical Engineering Congress and Exposition, 2007-11-01, Seattle, Washington.

Motorroller mini|Piaggio MP3 mit Dach mini|Peugeot Metropolis 400i mini|Carver, dreirädriger elektrischer Kabinenroller mit Neigetechnik Bereits in den 1950er Jahren experimentierte Wolfgang Trautwein mit dreirädrigen Motorrädern, die sich mittels eines parallelogrammartigen Mechanismus auch neigen konnten; siehe auch Pendelgespann. 2006 stellte Piaggio den MP3 vor, der diese Ideen ebenso aufgriff wie Peugeot mit dem Metropolis. Der Scooter verfügt über ein einzelnes, herkömmlich angetriebenes Hinterrad und über zwei Vorderräder, die im Abstand von 42 Zentimetern zueinander stehen und durch eine komplexe Parallelogrammaufhängung verbunden sind. Der Fahrer sitzt wie auf einem üblichen Motorroller, dem auch die Fahrdynamik – mit Schräglage in den Kurven – weitgehend entspricht. Der Motorroller darf in Deutschland bei Verbreiterung der vorderen Spur auf mehr als 46 cm mit der EU-Fahrerlaubnis der Klasse B, also mit dem PKW-Führerschein gefahren werden. (Führerscheinrichtlinie): Angaben zu Fahrerlaubnisklassen in Artikel 4, Absätze 2 bis 3

Dreirad-Motorroller Zu den Dreirad-Motorrollern gehören der Kymco CV 3 550i, der Piaggio MP3, der Quadro QV3 der Peugeot Metropolis 400 und der Yamaha Tricity.

Dreirädriges Krankenfahrzeug mini|Duo auf Simson-Basis Das in der DDR gefertigte Duo ist ein dreirädriges Krankenfahrzeug für Personen mit Gehbehinderung, das im Anhängerbau Brandis, Fahrzeugbau Robur (ab 1981) oder der Firma Krause in Leipzig weitgehend aus (zum Teil modifizierten) Bauteilen der sogenannten Simson-Vogelserie, hauptsächlich solchen der Schwalbe, konstruiert war. Etwa 1000 bis 1100 Stück wurden davon pro Jahr gebaut.

Trike mini|links|Rewaco RF1-GT mini|hochkant|Blick auf das Cockpit eines Trikes mini|Heckansicht eines Trikes Als „Trike“ wird allgemein ein offenes, motorisiertes Straßenfahrzeug mit einem Vorderrad und zwei angetriebenen Hinterrädern bezeichnet. Das Vorderrad wird von einer Gabel ähnlich einem Chopper-Motorrad geführt. Ursprünglich wurden die Hinterachskonstruktion einschließlich Motor vom VW Käfer verwendet. Inzwischen kommen Eigenkonstruktionen verschiedener Hersteller dazu, und es werden auch Modelle mit Achtzylinder-V-Motor angeboten.http://www.smt-trike.de/ Website eines Anbieters von Trikes mit Achtzylinder-V-Motor. Aufgerufen am 26. März 2012.

Bekannte Trike-Marken sind Fecht, WK, CCS-Trike, TRIKetec, Rassler, rewaco, Easy Trike und Boom. 1979 brachte Dietrich Fecht von einer Amerikareise das erste Trike nach Deutschland, 1980 gelang die erste Zulassung.

In der Europäischen Union ist seit dem 19. Januar 2013 zum Führen eines Trikes eine Fahrerlaubnisklasse für Motorräder notwendig; für davor erteilte Fahrerlaubnisse der Klasse B gilt ein Bestandsschutz innerhalb der EU. Die erforderliche Klasse richtet sich nach der Leistung des Trikes: Klasse A: über 15 kW Leistung.