Altenberge (plattdeutsch Ollenbarg) ist eine Ortschaft der Stadt Haren (Ems) im niedersächsischen Landkreis Emsland.

Geografie und Verkehrsanbindung Der Ort liegt nordwestlich des Kernortes Haren direkt an der Kreisstraße K 236. Die B 408 verläuft nördlich und die A 31 östlich.

Westlich des Ortes verlaufen der Süd-Nord-Kanal und die Grenze zu den Niederlanden. Auch im Westen liegen die Ortschaften Lindloh, Schwartenberg und Rütenbrock. Im Südwesten liegt die Ortschaft Fehndorf, nördlich die Ortschaft Erika.

Geologie Altenberge liegt inmitten des Bourtanger Moor, welches ehemals das größte zusammenhängende Moorgebiet Westeuropas war. Es liegt im Emsland westlich der Ems und war noch bis in die 1950er Jahre eines der größten Moorgebiete in Deutschland. Es erstreckt sich im Westen bis in die Niederlande und ist nach dem niederländischen Festungsstädtchen Bourtange benannt. Im Osten in Richtung Haren gelegen, liegt das Tausendschrittmoor.

Geschichte

mini|Abel Büter Mühle in Altenberge 30er Jahre

Die Moorkolonie Altenberge wurde im August des Jahres 1810 in der Gemarkung Altharen angelegt. Am 29. August 1810 trafen sich in Altharen der Arenbergsche, französische Präfekt Anton Heyl, der Oberforstinspektor Broux und der Vogt Diekhoff und einige eingeladene Gemeindemitglieder aus Altharen um über die Anlegung einer neuen Kolonie in der Altharener Mark zu beraten. Im Vorfeld wurde am 22. August 1810 eine öffentliche Bekanntmachung in den umliegenden Orten Wesuwe, Rütenbrock und Haren (Ems) ausgerufen. Die neue Siedlung sollte auf den Flurstücken Evergünne und Dankerner Moor angelegt werden. Für die 54 ausgewiesenden Plaatzen gab es 81 Bewerber. Nachdem die Neubauern die Bedingungen der Besiedlung akzeptierten, führte der Vogt Diekhoff die Verlosung der Hofstellen durch. 27 Bewerber um eine Siedlerstelle gingen leer aus und mussten auf einen Neuanfang verzichten. Ein damaliger Schullehrer berichtet in der Schulchronik von Altenberge, dass anfangs zunächst nur 5 Siedlerstellen ausgewiesen waren und die Arbeit sehr schwer und langsam voranging. Im Zuge der Gemeindereform im Jahre 1974 wurde Altenberge eine Ortschaft der Stadt Haren (Ems).Eingemeindung, Website der Stadt Haren, abgerufen am 17. Oktober 2015

Namensherkunft

Altenberge: der Name ergab sich durch den Standort. Im Mittelpunkt der Siedlung befand sich ein Sandhügel unter den Namen „Alte Berge“ bekannt. Diese Erhebung wurde im Laufe der Jahre durch den Sandabbau verkleinert und ist heute nicht mehr zu sehen. Alten Rechnungen Harener Kaufleute ist zu entnehmen, dass die Siedlung zunächst auch unter dem Namen "Neu-Dankern" geführt wurde. Dieser Name ist heute nicht mehr bekannt.

Schule

Der erste Lehrer in Altenberge war der Kolonist Johann Hermann Wessels (* 1796), er stammte aus dem benachbarten Dankern und unterrichtete in den ersten vier Jahren 30 Kinder aus der Gemeinde. Nach seinem Tod im Jahr 1865, gab sein Bruder Johann Heinrich Wessels (* 1809) auch aus Dankern Unterricht in Altenberge. Der erste Unterricht soll laut mündlicher Überlieferung in einer Scheune stattgefunden haben.

mini|Alte Schule Altenberge

seit 1865 Lehrer in Altenberge:

1865–1877 Gerhard Bernard Knappmeier 1877–1898 Johann Bernard Mecklenburg 1898–1928 Otto Determann 1928–1929 Albert Sackmann 1929–1932 Johannes Heidrig 1932–1935 Hr.Olgemöller/Fr.Wolf 1935–1943 Heinrich Johann Höpke/Anna Schmidt/Maria Kalthöfer 1943–1945 Hildegard Schmidt/Fr.Pöpel/Fr.Eggerstedt 1945–1967 Walter Kaiser/Fr.Berelsmann/Fr.Abel/Fr.Wechelmann/Fr.W.Löffler/Johann Harwerth/Maria Klein/Albert Schmitt/Paul Rieskamp 1967–1970 Elisabeth Placke 1967–1971 Norbert Pak (Schulleitung und Lehrer an zwei eigenständigen Schulen Erika und Altenberge)

Am 26. November 1971 wurde zwischen den Gemeinden Altenberge und Erika an der Tengestraße ein neues Schulgebäude eingeweiht, von dem Zeitpunkt an werden die Schüler beider Gemeinden zusammengefasst an der Mariengrundschule.

Religion mini|Kirche in Altenberge von 1914-1964 mini|Kirche St.Bonifatius Altenberge 1964-heute mini|Westseite der Kirche mini|Altes Pfarrhaus Altenberge mini|Kriegerdenkmal Altenberge Neubau 1991 Katholische Kirche St. Bonifatius seit der Ortsgründung im Jahr 1810 mussten die ersten Siedler der Gemeinde zunächst kirchlich in das benachbarte Wesuwe (St. Clemens). Ab dem 1. April 1846 ordnete man seitens der bischöfliche Behörde an, die Kolonie Altenberge kirchlich der Gemeinde Rütenbrock (St. Maximilian) anzuschließen. Am 26. Juli 1914 einen Tag vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Grundstein für eine eigene Kirche in Altenberge gelegt. Ein einfacher Fachwerkbau wurde schon am 23. Dezember 1914 fertiggestellt und eingeweiht, der Namenspatron ist der Hl. Bonifatius. Auch ein eigenes Pfarrhaus wurde in der Nachbarschaft zur Kirche errichtet. Mit der ersten Kirche erfüllten sich am 1. April 1915 die Gemeindemitglieder die Voraussetzung zu einem Seelsorgebezirk mit einem eigenen Pfarrer. Die Gemeinde wurde am 1. April 1920 zur Kuratie erhoben und die Ortsteile Pool und Husberg kamen am 1. April 1921 hinzu. Die erste Kirche wurde bis zum Jahr 1964 genutzt und musste dann einem Neubau weichen. Im Jahr 1916 begannen die Arbeiten an einem Friedhof hinter der Fachwerkkirche und dem Pfarrhaus. Die Hoffnung, den Friedhof bald eigenständig nutzen zu können, wurde jedoch durch den Ersten Weltkrieg und politische Unruhen verzögert. Erst am 16. Mai 1922 wurde ein Gemeindemitglied auf dem neuen Friedhof bestattet.

Auf dem Sonntag, dem 12. Mai 1963, wurde durch den Harener Dechanten Gerhard Silies der Grundstein für einen neuen Kirchenbau gelegt der bis heute für Gottesdienste genutzt wird. Die Einweihung des neuen Gotteshauses erfolgte am 1. Juni 1964 durch Bischof Wittler. Die Kirche ist eine einschiffige Backsteinkirche mit hohem Satteldach und geradem Chorschluss. Der quadratische Turm ist zum größten Teil in das Kirchenschiff integriert. In den Jahren 1997 und 1998 erfolgte eine umfangreiche Renovierung. Die Kirche bietet heute 420 Sitzplätze. Die drei Stahlglocken aus dem Jahr 1952 stammen vom Bochumer Verein, und eine weitere Glocke wurde im Jahr 1963 gegossen. Alle vier Glocken wurden in dem neuen Glockenturm aufgehängt, während die ersten drei aus einem vorher bestehenden Holzturm stammen. Die Orgel (22 Register, 2 Manuale, Pedal, Schleifladen, mechanische Spiel- und elektrische Registertraktur) wurde 1976 von der Fa. Franz Breil, Dorsten gebaut.Kirche4you, abgerufen am 4. Oktober 2017

Leitende Geistliche seit 1915 1915–1924 Aloisius Niemann 1924–1927 Ludwig Querl 1927–1936 August Lütkemeyer 1936–1939 Heinrich Hinrichs 1939–1947 Wilhelm Körner 1947–1959 Gerhard Steffens 1959–1964 Heinrich Korte 1964–1982 Fritz Breckweg 1982–1995 Alois Bruns (suspendiert 1995) 1995–2000 Alfons Strodt 2000–2010 Johannes Hasselmann 2010–2021 Klaus Willmann seit 2021 Andreas Bleise

Pfarrarchiv Altenberge St. Bonifatius alle Register ab 1915

Jüdischer Friedhof Aus einer Katasteraufnahme aus dem Jahr 1873 wird für die Gemeinde Altenberge ein jüdischer Friedhof mit dem Namen "Am Judenkirchhof" in der westlichen Gemarkungsfläche angegeben.Standort des jüdischen Friedhofes, google maps Stand 2017 Es gibt zwar keine sichtbaren Bestattungen oder Denkmäler auf der Begräbnisfläche, aber das Grundstück gehört noch heute dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen mit Sitz in Hannover.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner 1816 200 1833 344 1875 416 1898 391 1906 333 Jahr Einwohner 1925 501 1933 509 1939 583 1979 905 1989 871 Jahr Einwohner 1999 955 2009 1157 2010 1120 2013 1139

Gemeindevorsteher 1810–1974

mini|Gemeinde und Ortsvorsteher zu Altenberge Bronzetafel mini|Denkmal 200 Jahre Altenberge

Jan Brink 1810–1822 Johann Bernard Pöttker 1822–1827 Otto Becker 1827–1850 Franz Greve 1850–1863 Gerhard Heinrich Hake 1863–1874 Johann Heinrich Hake 1874–1880 (älterer Bruder des Vorgängers) Johann Heinrich Kemper 1880–1891 Gerhard Heinrich Hake 1891–1898 (2.Amtszeit) Heinrich Kuper 1898–1918 Otto Kemper 1918–1930 Gerhard Heinrich Fischer 1930–1946 Bernhard Schütte 1946–1954 Gerhard Hermann Kremer 1954–1968 Gerhard Wilken 1968–1974

Ortsvorsteher ab 1974 bis heute Gerhard Wilken 1974–1986 Bernhard Becker 1986–2001 Heinz Wösten 2001–2010 Johannes Tieben 2010-heute

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Pater Bernhard Hagen MAfr (1936–2016), römisch-katholischer Priester und Missionar Jens Robben (* 1983), Fußballspieler (aktuell SV Meppen )

Sehenswürdigkeiten Kirche St. BonifatiusHeinz-Gerd Stahl, 100 J. St. Bonifatius in Haren-Altenberge. In: NOZ vom 17. Juli 2014, abgerufen am 17. Oktober 2015 GefallenendenkmalKriegerdenkmal Altenberge auf: denkmalprojekt.org, abgerufen am 17. Oktober 2015 Bonifatiusstatue vor der Kirche aus MarmorKirche4you, abgerufen am 4. Oktober 2017

Siehe auch Moorkolonisierung

Einzelnachweise - Altenberge 1810–2010 Zur Genese einer Moorkolonie (Seite 105-111) - Altenberge 1810–2010 Zur Genese einer Moorkolonie (Seite 308-311)Gemeinde-Ortsvorsteher - Altenberge 1810–2010 Zur Genese einer Moorkolonie (Seite 433-449)Kirche Entwicklung St.Bonifatius Altenberge - Altenberge 1810–2010 Zur Genese einer Moorkolonie (Seite 465)jüdischer Friedhof

Weblinks

Kategorie:Geographie (Haren (Ems)) Kategorie:Ort im Landkreis Emsland Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Emsland) Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974