Wichard Graf von Wilamowitz-Moellendorff (* 20. Januar 1835 auf Schloss Gadow; † 13. Februar 1905 ebenda) war ein deutscher Offizier, Fideikommissherr und Parlamentarier.
Leben miniatur|hochkant|Schloss Gadow um 1859/60, Sammlung Alexander Duncker. Seine Eltern waren der Graf Hugo Friedrich Erdmann von Wilamowitz-Moellendorff (* 29. Dezember 1806; † 14. Juni 1865) und dessen Ehefrau die Gräfin Aurora Marie von Wartensleben (* 11. Oktober 1808).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1871, Jg. 44, Justus Perthes, Gotha 1870, S. 912.
Wichard von Wilamowitz-Möllendorff studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1855 wurde er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.Kösener Korpslisten 1798 bis 1910. Hrsg. Karl Rügemer, Verlag der Academischen Monatshefte, Druck Carl Gerber München, Starnberg 1910, 120/464. Er wurde Major der Preußischen Armee und Fideikommissherr auf Gadow. Ab 1865 gestaltete er den Landschaftspark von Schloss Gadow durch Anpflanzung insbesondere von Douglasien, Koniferen und Rhododendren zu einem der artenreichsten Landschaftsgärten von Brandenburg.
Von 1868 bis 1870 saß er als Abgeordneter des Wahlkreises Potsdam 1 (West- und Ostprignitz) im Preußischen Abgeordnetenhaus. Er gehörte der Fraktion der Konservativen Partei an.
1879 gehörten dem Grafen nach dem erstmals amtlich publizierten Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer im Königreich Preussen, Provinz Brandenburg, mindestens 2800 ha Land, und dazu noch ein kleines Gut Jagel mit 72 ha.
Er war mit der Tochter des Staatsministers Henning Graf von Bassewitz, Anna Luise Gräfin von Bassewitz verheiratet. Der Fideikommissherr, Militärattaché und Offizier sowie Parlamentarier Wichard von Wilamowitz-Moellendorff der Jüngere (1871–1916) war sein ältester Sohn.Vgl. Wilamowitz-Moellendorff, Wichard Hugo Henning von, In: Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Auflage-Online-Ressource. In: Edition Konrad Reich. Hinstorff, Rostock/Schwerin 2011. Wichard jun., verheiratet mit der Autorin Fanny Freiin von Fock, gemeinsame Tochter Dagmar, übernahm den umfangreichen Gutsbesitz um Gadow mit Ferdmarschallshof, Kuhwinkel, Laaslich, Lindenberg, Wentdorf und Wustrow, sämtlich mit einem Status eines kreistagsfägigen Rittergutes.Niekammer’s Güter-Adreßbuch. Provinz Brandenburg. 1907. Nach amtlichen Quellen auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer`Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 1. Auflage, Selbstverlag Paul Niekammer (vorm. Friedrich Nagel), Stettin 1907, S. 106–111. Nach seinem frühen Tod erbte der zweite Sohn Graf Hans von Wilamowitz-Moellendorff-Gadow. Der dritte Sohn Hugo von Wilamowitz-Moellendorff (* 1876) erbte 1917 die schlesischen Güter Meesendorf und Polnisch Bauditz im Kreis Neumarkt von Helene von Waldersee, geb. von Wilamowitz-Moellendorff.
Literatur Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der Politischen Parteien. Band 3; Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 417. Oliver Hermann, Edzard Rust: Gadow. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Gesamt 2 Bände: Einführung (Originaltexte) und Katalog. Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerks von Alexander Duncker (1857–1883), 856 S., 275 farbige, 825 SW-Abb. Band 2, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 166–169. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. B (Briefadel). 1965. Band III, Band 35 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände/in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, Verlag C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1965, S. 384–387. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. B (Briefadel). 1953. Band I, Band 6 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände/in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, Verlag C. A. Starke, Glücksburg an der Ostsee 1953, S. 496–498. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1898. Jahrgang 71, Justus Perthes, Gotha 15. November 1897, S. 1174. Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Band 2, Mit: Gadow. Selbstverlag, Berlin 1859, Litho, u. Text-Blatt 76.
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Kategorie:Titulargraf Kategorie:Major (Preußen) Kategorie:Landwirt (Deutschland) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1835 Kategorie:Gestorben 1905 Kategorie:Mann