Elisabeth Gräfin von Nassau-Hadamar († 30. Dezember 1412) war Äbtissin und Fürstin zu Essen. Sie wurde nach Jahren des Konflikts durch die Stadt als Landesherrin anerkannt.

Biografie mini|Elisabeth stiftete für das Essener Stift eine Kapselmonstranz, die noch heute im Essener Domschatz vorhanden ist Elisabeth war die Tochter des Grafen Johann von Nassau-Hadamar und der Gräfin Elisabeth von Waldeck, Tochter des Grafen Heinrich IV. von Waldeck. Das Jahr ihrer Geburt ist nicht bekannt. Sie war das achte von zehn Kindern. Aufgrund ihrer adeligen Abstammung bekam sie die Möglichkeit, in das Damenstift zu Essen einzutreten. 1370 wurde sie dort zur Äbtissin gewählt.Stahl, Karl-Josef: Hadamar. Stadt und Schloss. Eine Heimatgeschichte, Hadamar, Magistrat der Stadt, 1974, S. 44. Diese stellte im 13. Jahrhundert gleichzeitig eine Fürstin des Reiches dar. Um die Wahl einer Fremden zu vermeiden, wurden Wahlkapitulationen eingeführt. Die älteste erhaltene des Stiftes stammt aus dem Wahljahr der Elisabeth.Küppers-Braun, Ute: Macht in Frauenhand. 1000 Jahre Herrschaft adeliger Frauen in Essen, Klartext-Verlag, Essen, 2002, S. 62.

Die Zeit Elisabeths als Äbtissin blieb nicht ohne Reibungen und Komplikationen. Im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen forderte sie von Rat und Bürgerschaft die Huldigung. Hinzu kam, dass sie die Vereidigung des städtischen Richters vor dem Stiftskapitel forderte. Das stand zwar in der von ihr unterzeichneten Wahlkapitulation, doch wurde es normalerweise nicht ausgeführt. Daher schuf sich die Stadt ein eigenes Stadtgericht. Als sich die Lage weiter zuspitzte, ließ sich Elisabeth 1372 von Kaiser Karl IV. die Hoheitsrechte über die Stadt bestätigen. Doch nur fünf Jahre später erhielt die Stadt von demselben Kaiser die Unabhängigkeit vom Damenstift sowie eine reichsstädtische Autonomie bestätigt. Die beiden Urkunden waren nicht miteinander vereinbar.Ute Küppers-Braun: Macht in Frauenhand. 1000 Jahre Herrschaft adeliger Frauen in Essen, Klartext-Verlag, Essen, 2002, S. 94–95.

1399 kam es zu einer ersten Einigung, die im sogenannten Scheidebrief festgehalten wurde. Elisabeth gewann die Hoheitsrechte für sich, allerdings ohne das Recht auf Huldigung. Der Stadt wurde unter anderem ihre Selbstverwaltung zugestanden. Durch diesen Brief fand die Säkularisation der Stadt vom Damenstift statt.

Während ihrer Amtszeit war Elisabeth für viele bereits unter ihren Vorgängerinnen begonnenen Neu-, Um- und Wiederaufbaumaßnahmen am Essener Münster verantwortlich.Küppers-Braun, Ute: Macht in Frauenhand. 1000 Jahre Herrschaft adeliger Frauen in Essen, Klartext-Verlag, Essen, 2002, S. 108. Sie verstarb am 30. Dezember 1412 nach 42-jähriger Amtszeit und wurde in der Münsterkirche beigesetzt.Küppers-Braun, Ute: Macht in Frauenhand. 1000 Jahre Herrschaft adeliger Frauen in Essen, Klartext-Verlag, Essen, 2002, S. 211.

Literatur Ute Küppers-Braun: Macht in Frauenhand. 1000 Jahre adeliger Frauen in Essen. (Essen 2002). Detlev Schwennicke (Hrsg.): Europäische Stammtafeln NF 1 (Marburg 1980), T. 70. Karl Josef Stahl: Hadamar, Stadt und Schloß. Eine Heimatgeschichte. (Hadamar 1974).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Äbtissin (Essen) Kategorie:Person (Hessen) Kategorie:Familienmitglied des Hauses Nassau (Ältere Linie Hadamar) Kategorie:Geboren im 14. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1412 Kategorie:Frau