mini|Karin Powser vor ihrer Ausstellung „Keine Gnade auf der Straße“ 2015 in Berlin

Karin Powser (* 19. Juli 1948; † Anfang Mai 2024) war eine deutsche Fotografin, die in Hannover lebte.

Leben Im Zeitraum von 1971 bis 1984 war Karin Powser wohnungslos und lebte auf der Straße. Seit 1984 hatte sie wieder eine Wohnung in Hannover. Sie war ehrenamtliche Mitarbeiterin im Kontaktladen „Mecki“ seit dessen Gründung im April 1985. Der „Mecki“ ist eine Anlaufstelle für Wohnungslose in der unterirdischen Fußgängerzone Niki-de-Saint-Phalle-Promenade unter dem Hauptbahnhof Hannover, stundenweise geöffnet an einigen Vormittagen in der Woche.Kontaktladen „Mecki“ 1986 begann sie wieder zu fotografieren.

Powser war eine von sieben Frauen, die vom 19. bis 22. Juni 1991 im Hans-Hergot-Turm in Uelzen an dem von Werner Seitschek organisierten Kongress der Kunden, Berber, Obdach- und Besitzlosen teilnahmen.Beleg Teilnahme Berberkongress Uelzen Sie war Mitbegründerin und freiberufliche Fotografin der 1994 erstmals erschienenen Straßenzeitung Asphalt-Magazin.

Werke / Ausstellungen In den Jahren zwischen 1987 und 1993 entstanden insgesamt vier Bände innerhalb der von Hannes Kiebel herausgegebenen Reihe Texte Drinnen & Draußen .

Eine ihrer Arbeiten Wohnkomfort im neuen Stil war Teil der Ausstellung „Armut – Perspektiven in Kunst und Gesellschaft“ der DFG in Trier.Ausstellung Armut – Perspektiven in Kunst und Gesellschaft

2014 waren Arbeiten von Karin Powser im Württembergischen Kunstverein im Rahmen einer Ausstellung „Kunst im Kontext von Wohnungslosigkeit“ zu sehen.

Auf der Bundestagung 2015 der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Berlin wurde am 9. November 2015 um 12:00 Uhr ihre Ausstellung Keine Gnade auf der Straße. Fotoarbeiten 1992 und 2015 eröffnetAusstellungseröffnung Keine Gnade auf der Straße und für den Zeitraum der Tagung gezeigt. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert.

Auszeichnungen 2008 wurde Karin Powser in der Kategorie „Bestes Foto“ mit dem International Street Paper Award ausgezeichnet.Ausgezeichnet 2022 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Sonstiges mini|Büste Karin Powser von Harald Birk (2005) Der Künstler Harald Birck (* 1960) fertigte im Rahmen seines Projektes Auf Augenhöhe im Auftrag des Evangelischen Fachverbandes Wohnen und Existenzsicherung EFWE e.V. aus Hannover eine Büste von Karin Powser an. Sie wurde 2005 auf dem 75. Fürsorgetag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge erstmals öffentlich gezeigt. Die Skulptur steht heute im Lüneburger Büro der Zentralen Beratungsstelle Niedersachsen in Lüneburg.

Werke Keine Gnade auf der Straße: Fotoarbeiten von Karin Powser 1992 und 2015. Hannover 2016, ISBN 978-3000538711 Mit Thomas Kurek: Lebensorte: Photographien, 2001 Obdachlos – keine Gnade auf der Straße. Fotografien. Texte Drinnen & Draußen, Heft 6, 1993. Hrsg.: Hannes Kiebel. Alt und arm – vom Leben und überleben auf der Straße. Fotografien, 1991. Texte Drinnen & Draußen, Hrsg.: Hannes Kiebel. Frauen auf der Straße. Texte und Fotos 1989, Texte Drinnen & Draußen, Hrsg.: Hannes Kiebel. In Hannover: auf Straßen und Plätzen. Gedanken und Fotos, 1987, Texte Drinnen & Draußen, Hrsg.: Hannes Kiebel.

Literatur Christine Swientek: Das trostlose Leben der Karin P., Reinbek bei Hamburg, 1986

Weblinks

Kurzbiografie Jutta Rinas: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrt die hannoversche Fotografin Karin Powser mit dem Bundesverdienstkreuz in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 4. Dezember 2022 Einsatz für Obdachlose: Karin Powser erhält den Bundesverdienstorden bei ndr.de vom 5. Dezember 2022

Einzelnachweise

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