Die Burgruine Straßberg befindet sich im Südtiroler Teil des Wipptals in Italien. Die nächstgelegene Ortschaft ist Ried, eine Fraktion von Sterzing, dessen Stadtzentrum einige Kilometer südlich liegt. Die Höhenburg nimmt einen schmalen, kaum geschützten Hügel an der Ostseite des Tals ein, wo sie die alte Straße über den Brenner bewachte.

Geschichte Die Burg wurde – dies legen historische und bauanalytische Kriterien naheMartin Bitschnau: Burg und Adel in Tirol zwischen 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer Erforschung (= Mitteilungen der Kommission für Burgenforschung 1 = Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse 403). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983. ISBN 3-7001-0520-7, S. 475. – vermutlich in der Zeit zwischen 1263 und 1280 errichtet, dem Jahr der ersturkundlichen Erwähnung als Strazperch.Hermann Wiesflecker (Bearb.): Die Regesten der Grafen von Tirol und Görz, Herzöge von Kärnten. Band 2, Lieferung 1: Die Regesten Meinhards II. (I.) 1271–1295 (= Publikationen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung. Reihe 4, Abteilung 1, Bd. 2, 1). Wagner, Innsbruck 1952, Nr. 291. Die Anlage war in den ersten Jahren ihres Bestehens ein Lehen der Bischöfe von Brixen und kam als solches in Tiroler Landesbesitz. Die Landesfürsten übergaben das Gebäude wiederum an verschiedene Familien, darunter etwa die Freundsberg und die Fugger. Bis in das 16. Jahrhundert diente Straßberg als Gerichtssitz, anschließend verlor es an Bedeutung. mini|Adrian Ludwig Richter (1803–1884) schuf während seiner Alpenreisen die Bleistiftzeichnung Ansicht der Burgruine Straßberg bei Gossensass am Brenner.

1939/40 wurden Teile der Burganlage untertunnelt und als Sperrwerk Nr. 19 des Alpenwalls genutzt. mini|alternativtext=Warntafel über einem Bunkereingang|Eine zweisprachige Warntafel (italienisch „AUTORITÀ MILITARE“ / deutsch „MILITARBEHÖRDE“) an einem Bunker unterhalb der Burg zeugt von der militärischen Nutzung.

1971 erfolgte eine Restaurierung der erhaltenen Teile der Burg, 1986 deren Unterschutzstellung als Baudenkmal. Einen guten Erhaltungszustand weisen der Torturm, der Bergfried und Abschnitte der Ringmauer auf. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz. Besichtigungen sind in Absprache mit dem Besitzer möglich. mini|Innenhof der Burgruine Strassberg, geschmückt als Hochzeitslokation (August 2026).

Literatur Martin Bitschnau: Straßberg. In: Oswald Trapp (Hrsg.): Tiroler Burgenbuch. III. Band: Wipptal. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1982, S. 82–93.

Weblinks

Burgruine Straßberg auf gossensass.org

Einzelnachweise

Strassberg Kategorie:Baudenkmal in Sterzing Kategorie:Erbaut im 12. oder 13. Jahrhundert Strassberg Kategorie:Bauwerk in Sterzing Kategorie:Ersterwähnung 1280 Strassberg