Die baltische Fußballmeisterschaft 1930/31 des Baltischen Sport-Verbandes gewann der SV Prussia-Samland Königsberg im Endrundenturnier mit zwei Punkten Vorsprung vor dem VfB Königsberg. Dies war der vierte Gewinn der baltischen Fußballmeisterschaft für die Königsberger, die sich dadurch für die deutsche Fußballmeisterschaft 1930/31 qualifizierten. Dort schied Prussia-Samland nach einer knappen 2:3-Auswärtsniederlage gegen Holstein Kiel bereits im Achtelfinale aus. Der VfB Königsberg war als baltischer Vizemeister ebenfalls für die deutsche Fußballmeisterschaft qualifiziert. Gegen den Dresdner SC verlor Königsberg zu Hause deutlich mit 1:8 und schied ebenfalls im Achtelfinale aus.
Modus Die Vereine im Baltische Rasen- und Wintersport-Verband waren in der Saison 1930/31 nur noch in zwei Bezirke eingeteilt. Am 1. August 1930 wechselten aus dem Bezirk III Pommern die Kreis Stettin, Gollnow und Vorpommern-Rügen zum Verband Brandenburgischer Ballspielvereine, die beiden restlichen Kreise (Schneidemühl und Köslin) wurden fortan dem Bezirk II Grenzmark zugeordnet. Die Bezirksmeister und die Vizemeister beider Bezirke qualifizierten sich für die Endrunde um die baltische Meisterschaft.
Bezirk Bezirksmeister Bezirksvizemeister Ostpreußen VfB Königsberg SV Prussia-Samland Königsberg Grenzmark PSV Elbing SV Neufahrwasser
Bezirk I Ostpreußen In Ostpreußen wurde die eingleisige Liga aufgelöst, an dessen Stelle traten drei regionale Abteilungsligen. Die Sieger dieser Ligen waren für die Endrunde der ostpreußischen Meisterschaft qualifiziert. Zusätzlich qualifizierten sich die Zweitplatzierten der drei Ligen für eine Ausscheidungsrunde, bei der der vierte Teilnehmer der ostpreußischen Meisterschaft ermittelt wurde.
Abteilungsliga I Königsberg
(BM) baltischer Titelverteidiger (M) Titelverteidiger Ostpreußen (N) Aufsteiger
Relegationsrunde:
In der Relegationsrunde trafen die beiden letztplatzierten Vereine der Abteilungsliga auf die Sieger der Kreisligen. Beide Erstligisten setzten sich durch und verblieben dadurch in der Abteilungsliga.
Entscheidungsspiel Platz 2:
Abteilungsliga II Nord
(N) Aufsteiger
Relegationsrunde:
Abteilungsliga III Süd
(N) Aufsteiger
Entscheidungsspiel Platz 2:
Aufstiegsrunde:
Endrunde um die ostpreußische Meisterschaft
Runde der Zweiten Vorrunde:
| colspan="5"| SpVgg Memel hatte ein Freilos.
Finale:
Ostpreußische Endrunde
(BM) baltischer Titelverteidiger (M) Titelverteidiger Ostpreußen
Bezirk II Grenzmark Die Bezirksklasse Grenzmark war in dieser Spielzeit in fünf Kreise eingeteilt. Zu den bisher bestehenden Kreisen Stolp, Danzig und Westpreußen kamen die Kreise Köslin und Schneidemühl aus dem ehemaligen Bezirk Pommern, die Kreisnummerierungen wurden angepasst. Die Sieger der Bezirke, sowie der Vizemeister aus Danzig qualifizierten sich für die Endrunde Grenzmark.
Kreis I Westpreußen Die Kreisliga Westpreußen wurde in zwei Abteilungen ausgespielt, die jeweils Erst- und Zweitplatzierten trafen in einer Endrunde aufeinander. Zur kommenden Spielzeit wurden beide Abteilungen zusammengelegt.
Abteilung A
Abteilung B
Endrunde Westpreußen
Kreis II Danzig
(M) Titelverteidiger Bezirk Grenzmark (N) Aufsteiger
Kreis III Stolp
(N) Aufsteiger
Kreis IV Köslin Die Spielrunde war unterbrochen, da der Kreis Köslin ebenfalls zum Verband Brandenburgischer Ballspielvereine wechseln wollte, was jedoch vom BSV und DFB untersagt wurde. Kein Verein aus dem Kreis Köslin nahm an der diesjährigen Grenzmark-Meisterschaft teil. Die kommende Spielzeit fiel komplett aus.
(N) Aufsteiger
Kreis V Schneidemühl Wegen Terminschwierigkeiten fand ein Entscheidungsspiel zwischen den beiden zu dem Zeitpunkt punktgleichen Tabellenbesten statt. Der hier notierte Tabellenstand ist unvollständig, die restlichen Ergebnisse sind nicht überliefert.
(N) Aufsteiger
Entscheidungsspiel:
Endrunde um die Grenzmark-Meisterschaft Die Endrunde in Grenzmark sollte ursprünglich in zwei Gruppen ausgespielt werden. Der Sieger der Abteilung II war direkt für das Finale der Grenzmarkmeisterschaft qualifiziert, der Zweitplatzierte der Abteilung II spielte gegen den Sieger der Abteilung I den zweiten Finalisten aus. Da kein Verein aus dem Kreis Köslin qualifiziert war, gab es in der Abteilung II nur zwei teilnehmende Mannschaften.
Abteilung I (Süd)
Abteilung II (Nord)
Entscheidungsspiel Platz 1:
Spiel um den zweiten Teilnehmer am Finale Grenzmark Das Hinspiel fand am 26. Oktober 1930 in Deutsch Krone, das Rückspiel am 2. November 1930 in Elbing statt. Da beide Vereine jeweils ein Spiel gewinnen konnten und eine Addition der Ergebnisse nicht vorgesehen war, gab es am 9. November 1930 ein Entscheidungsspiel in Schneidemühl.
Grenzmark Finale Das Hinspiel fand am 30. November 1930 in Danzig, das Rückspiel am 7. Dezember 1930 in Elbing statt.
Endrunde um die baltische Fußballmeisterschaft Die Endrunde um die baltische Fußballmeisterschaft wurde in der Saison 1930/31 im Rundenturnier ausgetragen. Am Ende setzte sich der SV Prussia-Samland Königsberg mit vier Siegen und zwei Niederlagen durch. Für Prussia-Samland war dies der vierte Meistertitel und der erste seit 17 Jahren. Vizemeister wurde der VfB Königsberg in einem Entscheidungsspiel gegen den PSV Elbing. Beide Mannschaften waren zuvor im Rundenturnier punktgleich.
Kreuztabelle 193125px|SV Prussia-Samland Königsberg25px|VfB Königsberg25px|PSV Elbing25px|SV Neufahrwasser SV Prussia-Samland Königsberg 4:10 0:1 3:1 VfB Königsberg 2:4 0:1 3:2 PSV Elbing 1:2 0:2 5:2 SV Neufahrwasser 0:2 3:2 1:0
Abschlusstabelle
Entscheidungsspiel um Platz 2
Literatur
#1930 Kategorie:Fußballsaison 1930/31