Georg Carl Friedrich ReinholdUnter dieser Hauptnamensform führen ihn die regierungsamtlichen Staatskalender von Mecklenburg-Strelitz, auch Fritz Reinhold (* 31. Oktober 1793 wahrscheinlich in StavenEin Geburts- bzw. Taufeintrag für ihn findet sich jedoch in dem von seinem Vater geführten Stavener Kirchenbuch nicht. [Kirchenbuchamt Schwerin, Mitteilung an Peter Kaupp, 4. Mai 2005]; † 18. März 1858 in Schönberg (Mecklenburg)) war ein deutscher Jurist und 1848/49 Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung.
Leben Friedrich Reinhold stammte aus einer alten mecklenburgischen Pastorenfamilie. Sein Vater Hans (Ludwig) Adolf Reinhold (1755–1834) war seit 1781 zunächst Adjunkt und dann Nachfolger des Großvaters Christian Gottfried Reinhold († 1786) als Pastor in Staven.Auch Reinholds Urgroßvater und sein Ururgroßvater waren Pastor in Staven gewesen. Seine Mutter Elisabeth Agnese, geb. Ordelin (1763–1854), war eine Tochter des Brauereibesitzers Jacob Ordelin in Neubrandenburg. Er wuchs mit 10 Geschwistern auf.Georg Krüger: Die Pastoren im Lande Stargard. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde 69 (1904), S. 1–270 (Volltext), S. 188 Friedrich Ludwig Reinhold war sein Onkel.
Reinhold besuchte die Gelehrtenschule Neubrandenburg. Im April 1813 trat er als einer von fünf Schülern der Oberprima zusammen mit Carl Loholm als Freiwilliger in das Mecklenburg-Strelitzische Husaren-Regiment (C-Husaren) ein und machte gemeinsam mit seinem Lehrer August Milarch die Befreiungskriege mit. Auch zwei seiner Brüder dienten in dem Regiment. Wilhelm (* 1790) war Jurastudent in RostockEintrag im Rostocker Matrikelportal und wurde Unteroffizier, er ertrank am 28. August 1813 nach der Schlacht an der Katzbach in der Wütenden NeißeAugust Milarch: Denkwürdigkeiten des Meklenburg-Strelitzischen Husaren-Regiments in den Jahren des Befreiungskampfes 1813 bis 1815: nach dem Tagebuche eines alten Husaren und authentischen Quellen niedergeschrieben. Carl Brünslow, Neubrandenburg 1854 (Digitalisat), S. 76; Franz (* 1792) wurde ebenfalls Unteroffizier, erhielt am 31. März 1814 das Eiserne Kreuz und wurde später Gastwirt in Güstrow.Georg Krüger: Die Pastoren im Lande Stargard. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde 69 (1904), S. 1–270 (Volltext), S. 188
Nach der Rückkehr begann Fritz Reinhold ein Studium der Rechtswissenschaften, das ihn an die Universität JenaImmatrikulation am 17. Oktober 1814 und die Universität RostockEintrag im Rostocker Matrikelportal führte. In Jena war er 1815 Mitglied der Corpslandsmannschaft Vandalia JenaKösener Korps-Listen 1910, 130, 55 aus der die Urburschenschaft hervorging. Als Gründungsmitglied der Urburschenschaft ist er in deren Stammbuch verzeichnet.Nr. 136 im Stammbuch; Peter Kaupp (Bearb.): Stamm-Buch der Jenaischen Burschenschaft. Die Mitglieder der Urburschenschaft 1815–1819 (= Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen. Bd. 14). SH-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-89498-156-3, S. 53f.
Mit Abschluss des Studiums trat er in den Justizdienst von Mecklenburg-Strelitz ein. Er kam 1819 als Justiz-Amtmann (Zweiter Beamter) nach Schönberg (Mecklenburg), den Verwaltungssitz des zu Mecklenburg-Strelitz gehörenden Fürstentums Ratzeburg und wurde 1843 zum Gerichtsrat ernannt.Offizieller Anzeiger für Gesetzgebung und Staatsverwaltung 1841, S. 46
Bei der Wahl am 9. Oktober 1848 wurde er für den Wahlkreis Mecklenburg-Strelitz / Fürstentum Ratzeburg 3 (Molzahn) zum Mitglied des Mecklenburgischen Abgeordnetenhauses gewählt. Hier schloss er sich der Fraktion der Reformvereine, der Linken an.Julius Wiggers: Die Mecklenburgische constituirende Versammlung und die voraufgegangene Reformbewegung: Eine geschichtliche Darstellung. 1850, S. 63
Friedrich Reinhold war seit 1819 in erster Ehe mit (Bernhardine) Renate, geb. Bartholdi (1798–1843) verheiratet, Bürgermeistertochter aus Neustrelitz. Nach deren Tod heiratete er 1844 in zweiter Ehe Catharina Dorothea, geb. Beckmann, die Tochter eines Landarbeiters aus Klein Moltzahn. Beiden Ehen entstammten mindestens neun Kinder, der ersten Ehe u. a. der Maler Bernhard Reinhold.
Auszeichnungen mini|Friedrich Reinholds Kriegsdenkmünze und Verleihungsurkunde Kriegsdenkmünze für 1813/15 (Preußen), heute im Volkskundemuseum in Schönberg
Literatur Reinhold, Georg Fri(e)drich Carl. In: Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 8: Supplement L–Z. Winter, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-8253-6051-1, S. 183–184.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Mecklenburg) Kategorie:Person (Schönberg, Mecklenburg) Kategorie:Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung Kategorie:Mitglied der Urburschenschaft Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1793 Kategorie:Gestorben 1858 Kategorie:Mann Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Richter (deutsche Geschichte)