Sigrid Kopfermann (* 30. Juni 1923 in Berlin; † 25. Juni 2011 in Düsseldorf) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und Kunsterzieherin.

Leben und Wirken Sigrid Kopfermann wurde als Tochter des Architekten Walter Kopfermann und dessen Frau Anna, der Tochter des Flugpioniers Otto Lilienthal, in Berlin geboren.

Von 1941 bis 1945 absolvierte sie ein Studium an der Staatlichen Hochschule für Kunsterziehung in Berlin. Ihre Lehrer waren Willy Jaeckel, Maler des deutschen Expressionismus, und Bernhard Dörries (1888–1944). 1945 heiratete Kopfermann den Maler Egon Neubauer und übersiedelte nach Langenholtensen bei Northeim. Eine erste Ausstellungsbeteiligung wurde ihr nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Kunstverein Hannover ermöglicht, bei dem sie regelmäßig ab 1946 an dessen Herbstausstellungen teilnahm. 1948 erfolgte ein Umzug nach Hannover, wo sie zunächst als Kunsterzieherin tätig war. Es folgten erste Arbeiten Kunst am Bau und Gestaltung und Ausführung von Kirchenfenstern.

1950 wurde sie Mitglied der Neuen Gruppe München und des Vereins der Düsseldorfer Künstler. Es schlossen sich erste Reisen nach Italien und Frankreich an mit Beginn einer Freundschaft mit dem Maler der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus Heinrich Maria Davringhausen. 1956 wurde sie Mitglied im Deutschen Künstlerbund (abgerufen am 21. September 2015) und beteiligte sich als Gast an den Ausstellungen der Künstlergruppe Junger Westen.Christoph Wilhelmi: Künstlergruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1900. Ein Handbuch. Hauswedell, Stuttgart 1996, ISBN 3-7762-0400-1, S. 199 (Nr. 107, Junger Westen). Von 1956 bis 1958 hielt sie sich in Paris auf. Das Jahr 1957 war geprägt durch ihre Aufnahme in die Darmstädter Sezession und ihre erste größere Einzelausstellung im Kunstverein Hannover. Sie erhielt den Kunstpreis „Die neue Generation“ Hannover, den Förderpreis des Landes Niedersachsen und den Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 1963. 1965 heiratete sie Otto Fuhrmann (1911–1994), Jurist und Kunstsammler. Die Mitgliedschaft im Westdeutschen Künstlerbund erfolgte 1968, 1977 wurde sie als Mitglied im Verein Düsseldorfer Künstler aufgenommen. Längere Malaufenthalte führten sie von 1975 bis 1985 in die in das Gebiet der Alpes-Maritimes, in die USA und Peru.

Ab 1986 wurde sie Funktionsträgerin als Vorstandsmitglied in der Internationalen Gemeinschaft Bildender Künstler und des Westdeutschen Künstlerbundes. Als Mitglied des Vereins der Düsseldorfer Künstler hatte Kopfermann 1991 und 1994 Studienaufenthalte in der Cité Internationale des Arts Paris. 1994 wurde sie Mitglied der Neuen Gruppe in München. Weitere Malaufenthalte fanden wieder in Südfrankreich in Beaucaire in den Jahren 1996 und 1997 statt, 1998 ein Arbeitsaufenthalt in Berlin. 2003 erfolgte die Gründung der Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung in Düsseldorf zur Förderung von Kunst und Kultur.

Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl)

1946: Galerie Hannig, Nordheim 1959: Kunstverein Hannover 1962: Galerie Brusberg, Hannover; Galerie Gunar, Düsseldorf; Kabinett Bekker vom Rath, Frankfurt; Galerie Wendtorf, Oldenburg 1963: Böttcherstraße, Bremen 1965: „Die Insel“, Hamburg; Galerie Netzel, Worpswede 1966: Galerie Günter Franke, München; Galerie Conzen, Düsseldorf; Galerie Wendtorf, Oldenburg 1968: Kabinett Dr. Grisebach, Heidelberg; Galerie Änne Abels, Köln 1969: Kunsthalle Wilhelmshaven; Galerie Wendtorf, Oldenburg 1970: Galerie Günter Franke, München 1972: Kabinett Dr. Grisebach, Heidelberg 1975: Galerie Querschnitt, Braunschweig 1976: Galerie Grisebach-Grevenich, Heidelberg 1977: Galerie Vömel, Düsseldorf 1978: Kunstkabinett, Hagen 1979: Kunstkreis, Hameln; Goethehouse, New York 1980: Galerie Epikur, Wuppertal; Galerie Kühl, Hannover 1982: Galerie der Stadt Kornwestheim, Stuttgart 1983: Galerie Kühl, Hannover; Orangerie in Hannover-Herrenhausen; Wilhelm-Morgner-Haus, Soest 1984: Galerie Vömel, Düsseldorf 1985: Frankfurter Kunstkabinett Bekker vom Rath, Frankfurt 1986: Galerie Voss, Dortmund 1987: Galerie Nalepa, Berlin; Galerie von Abercron, München 1988: Kunstverein Marburg 1989: Frankfurter Kunstkabinett Bekker vom Rath, Frankfurt; Galerie pro arte, Freiburg 1990: Städtische Galerie Schweinfurt 1991: Kunstpalast Düsseldorf; Künstlerhaus Nürnberg 1992: Städtische Galerie, Lüdenscheid; Galerie pro arte, Freiburg 1993: Galerie Swetec, Düsseldorf; Frankfurter Kunstkabinett; Galerie Napela, Berlin; Matthäuskirche, Berlin 1994: Galerie Roswitha Haftmann Modern Art, Zürich Ludmila Vachtova. Roswitha Haftmann. S. 106 1996: Galerie Mronz, Köln; Galerie Jordan, Siegen; Galerie Roswitha Haftmann Modern Art, Zürich Ludmila Vachtova. Roswitha Haftmann. S. 107 1997: Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken; One Woman Show, Galerie Swetec, Art Frankfurt 1998: Galerie Mronz, Köln; Kunsthalle Anklam; Galerie Kühl, Hannover; Kubus Hannover 2013: Haus Villigst, Schwerte

Ausstellungsbeteiligungen Seit 1946: regelmäßige Beteiligung an der Herbstausstellung Kunstverein Hannover 1948: Niedersächsische Sezession Kunstverein Hannover Seit 1950: regelmäßige Beteiligung an der Frühjahrsausstellung Kunstverein Hannover Seit 1954: regelmäßige Beteiligung an der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes im Kunstverein Hannover 1955: Farbige Grafik, Kestnergesellschaft, Hannover 1956: Junger Westen, Recklinghausen Seit 1957: regelmäßige Beteiligung an der Darmstädter Sezession 1959: Arte Alemàn, Galerie Buchholz, Bogotá, Kolumbien; Biennale des jeunes artistes, Musée d’art moderne, Paris; „die neue generation“, Kunstverein Hannover 1960: Arte Alemàn desde 1945, Museo de Arte Moderna, Rio de Janeiro 1961: Schwarz-weiß, Kestnergesellschaft, Hannover; Junger Westen, Recklinghausen 1962: Contemporary Art from Lower Saxony, City Art Gallery, Bristol, Vereinigtes Königreich Seit 1963: regelmäßige Beteiligung an der Großen Kunstausstellung, Haus der Kunst, München 1964: Kunsthaus, Hamburg; Galerie Querschnitt, Braunschweig 1965: Contemporary Women Painting and Sculpture, New York, Vereinigte Staaten; Chateau de la Sarraz, Prix internationale la peinture, Vaud. Schweiz; Exposition club international feminin, Musée d’art moderne, Paris Seit 1967: regelmäßige Beteiligung an der Großen Düsseldorfer Kunstausstellung 1968: Westdeutscher Künstlerbund 1969: Moderne Kunst im Privatbesitz, Kunstverein Hannover; Jubiläumsausstellung Galerie Änne Abels, Köln 1971: 20 Jahre Kabinett Dr. Grisebach, Heidelberg 1973: 25 Jahre Kunstkreis Hameln 1975: Künstler unserer Zeit, Galerie Günter Franke, München 1978: Hommage à Goya, Hamburg 1980: Realität und Kunst, GEDOK, Köln 1981: Dörries und seine Schüler, Kunstverein Hannover 1983: Malerinnen, Museum Abtei Liesborn 1987: Triennale der Zeichnung

Werke Angewandte Malerei 1949: Mosaik in der Halle des Kurhauses Bad Pyrmont (existiert nicht mehr) 1950: Wandbild im Gerichtssaal des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg 1951: 2 Tafelbilder, Sitzungssaal des Kultusministeriums des Landes Niedersachsen, Hannover 1957: Mosaik, Außenwand, Goetheschule, Hannover 1961: Wandbild im Foyer der Aula der Schillerschule, Hannover Wandbild, Bonatssaal, Stadthalle Hannover 1964: Mosaik, Pressehaus Hannover (existiert nicht mehr) 1965: Resopalwand in der Pausenhalle und 10 Klassentüren in Resopal in der Volksschule Hägewiesen, Hannover-Bothfeld 1966: Wandrelief in Beton, Glas, Farbe und Blattgold in der Eingangshalle des Justizministeriums des Landes Niedersachsen, Hannover 1968: Resopalfalttür als Trennwand zwischen Pausenhalle und Musiksaal in der Volksschule Altwarmbüchen bei Hannover 1969: 4 Resopalwände in Kantine und Cafeteria des BHW, Hameln 1972: 4 Resopalwände als Ummantelung der Fahrstuhltrakte in der Weser-Klinik der BfA, Bad Pyrmont 1973: 3 Resopalwände in der Kantine des Ausbildungszentrums, Rotenburg/Fulda 1974: Resopaltür, Polizeibereitschaftsdienst, Hilden 1975: 2 Resopalwände, Karlsruher Lebensversicherung, Karlsruhe 1976: 3 Resopalwände im Evangelischen Gemeindezentrum, Düsseldorf-Reisholz 1977: Keramikboden im Schwimmbad Kirchnerstrasse, Aschaffenburg 1978: 3 Wandgemälde auf Metall im BHW Hameln 1979: 2 Resopalwände in den Aufenthaltsräumen der Jugendstrafanstalt Tündern, Niedersachsen 1989: 2 Wandteppiche im Foyer des Theaters Nienburg

Kirchenfenster

1961: 8 Fenster in der Evangelischen Kirche in Bergisch Gladbach 12 Fenster in der Erlöserkirche in Minden 1967: Fenster in der Trinitatiskapelle in Oberode bei Göttingen 1969: 12 Fester in der Paul-Gerhard-Kirche in Kassel; Tauffenster in der Sixtikirche in Northeim 1970: Betonglasfenster in der Hoffnungskirche in Düsseldorf-Garath; 13 Fenster in der Apostelkirche in Northeim 1979–1991: 8 Fenster in der St. Annakirche in Düsseldorf-Niederkassel

Bilder in öffentlichen Einrichtungen

Ihre Werke sind in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen und Sammlungen vertreten, darunter Ministerien, Behörden, Botschaften, Banken, Städtischen und Landesmuseen, wie dem Kunstmuseum Düsseldorf, der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland,Datenbank der Sammlung, abgerufen am 1. Mai 2015. der Sammlung Sprengel und dem Sprengel Museum in Hannover.

Literatur

1954: Blindenverband Niedersachsen (Hrsg.): Niedersächsischer Blindenfreund. Zeichnungen S. 8–30. 1955: Film und Frau, Ausgabe Herbst/Winter, Abb. S. 105. 1957: Werner Gollert (Hrsg.): Der Staatliche Hochbau im Lande Niedersachsen. München 1957, Abb. S. 80. 1958: Harald Caspers: Über den Eingang zur Aula. Schriften der Goetheschule Hannover, S. 10f. 1958: Franz Roh: Geschichte der deutschen Kunst von 1900 bis zur Gegenwart. Bruckmann, München 1958, S. 229. 1962: Werner Schmalenbach: Sigrid Kopfermann. Katalogvorwort für die Ausstellung in der Galerie Brusberg, Hannover. 1963: Bruno Kroll: Böttcherstrassenpreis der Hansestadt Bremen an Siegrid Kopfermann. In: Weltkunst Heft 7/63, S. 12. 1963: Kunstpreis der Böttcherstrasse 1963. In: Haghefte, Werkzeitschrift der HAG AG. 1963: Pelikanwerke und Familie Beindorff (Hrsg.): Die Pelikankunstsammlung aus dem Besitz des Hauses Günther Wagner. Hannover, S. 96.

1966: Stefan Hirzel: Ein konsequent zentraler Kirchenraum. In: Kunst und Kirche, Heft 4/66, S. 162ff. 1967: Bruno Janz: Evangelisch-lutherische Apostelkirche zu Northeim 1964–66. S. 9. 1967: Wilhelm Schlick: Beamtenbank Hauskalender. Karlsruhe, 1968, Titelblatt 1968: Karl Ruhrberg: Farbe als Widerschein des Lichts. Die Malerin Sigrid Kopfermann. In: G. Thiemig (Hrsg.): Die Kunst 12/68, S. 571ff. 1968: Günter Rehbein: Sigrid Kopfermann. In: Düsseldorfer Hefte 1/68, S. 27f. 1969: Wieland Schmied: Katalogvorwort zur Ausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven 1969: Hanns Theodor Flemming: Sigrid Kopfermann. In: Weltkunst, 6/69, S. 24. 1971: Karl Ruhrberg: Sigrid Kopfermann. In: Düsseldorf – Stadt der Künstler. Herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf, Düsseldorf 1971, S. 15. 1972: Wände von Künstlern gestaltet. Zwei Beispiele aus der Arbeitswelt. In: Architektur und Wohnwelt, 3/72, S. 184ff. 1973: Kunst der Gegenwart, Kalender der Arbeiterwohlfahrt 1973, Abb. Mai. 1974: Wieland Schmied: Malerei nach 1945. Berlin, S. 196f. 1976: Minister für Wissenschaft und Kunst Niedersachsen (Hrsg.): Künstler aus Niedersachsen. S. 70f. 1977: Das Bauzentrum 1/77, Verlag Das Beispiel, Darmstadt, Abb. S. 30. 1977: Karlsruher Lebensversicherung (Hrsg.): Kennen Sie Karlsruher Leben? S. 33. 1977: Unterdruck-Technik für dekorative Flächengestaltung. In: Architektur und Wohnwelt 6/77, Stuttgart, S. 574. 1977: Hanns Theodor Flemming: Zu den neuen Nachtbildern von Sigrid Kopfermann. Katalogvorwort zur Ausstellung in der Galerie Vömel, Düsseldorf. 1978: Gottfried Sello: Malerinnen. In: Brigitte, 12/78, S. 306f. 1979: Helga Brodda-Schröder: Sigrid Kopfermann. In: Kunst und Bau 1967–1979, Schriftenreihe des Ministers für Land- und Städteentwicklung NRW, Band 2, S. 90f.