Lazaros der Bulgare bulg. Лазар Български oder Lazaros der Schäfer oder Lazar der Neue serb. Лазар Нови (* 1774 in Дебел дял bei Gabrowo, Bulgarien; † 23. April 1802 in oder bei Bergama) war ein christlicher Märtyrer. Er wird als Heiliger der orthodoxen Kirche verehrt. Sein Gedenktag ist der 23. April.

Herkunft Lazaros wurde in einem bulgarisch-orthodoxen Elternhaus in dem Dorf Дебел дял (rumänisch Debel Deal; engl. Debel dyal) geboren.Жития на светиите, Синодално издателство, 1991, Seite 209 Seine Heimat bot ihm als Christen kein Auskommen.Монахиня Друмева Валентина, Разкази за българските светии и за светиите, свързани с България, ч.1, издава манастир "Св.Вмч. Георги Зограф", Света гора, Атон, 2005, Seiten 302–305 Auch für eine Ausbildung in der nur 15 Kilometer entfernten Handwerksstadt Gabrowo mit ihren damals immerhin 26 Gewerken wie Schmiede, Messerhersteller, Drechsler, Kürschner, Töpfer oder Seidenraupenzüchter fehlte das Geld zum Eintritt in eine Zunft (Efnafi).Д-р Цончев, Петър, Из общественото и културно минало на Габрово — исторически приноси, Габрово, 1996(1934), Seite 622

Auswanderung Lazaros blieb so nur die Auswanderung als Ungelernter. Durch die Vermittlung rumorthodoxer Christen kam er als Schäfer in das Dorf Soma bei Bergama, das alte Pergamon.Енциклопедия България, Teil 3, 1982, Seite 704 Auch heute noch ist die Auswanderung prägend für sein Heimatdorf, dessen Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten von 638 auf 77 abgenommen hat, darunter nur noch sieben Personen unter 60 Jahren.

Martyrium Eines Tages musste er eine Türkin vor seinen Schäferhunden retten. Diese Frau war über den Vorfall so erbost, dass sie behauptete, Lazaros habe ihr Gewalt antun wollen. Daraufhin wurde er in das Gefängnis gesteckt und viele Tage gefoltert. Schließlich wurde er als Christ vor die Wahl gestellt, entweder den mohammedanischen Glauben anzunehmen, oder aber die Todesstrafe. Der Ağa der Region ließ ihn in der Nacht zum 22. April 1802 grausam foltern, was aber den Glauben des Lazaros nicht erschüttern konnte. Daraufhin wurde am 23. April 1802 das Todesurteil durch das damals entwürdigende Hängen vollstreckt. Lazaros soll sich den Strick selbst umgelegt haben, weil sich die Türken angesichts seines Todesmutes fürchteten.

Legende Über seinen Reliquien sollen zahlreiche Wunder geschehen sein.

Literatur Das Synaxarion – die Leben der Heiligen der Orthodoxen Kirche. In 2 Bänden. Gestützt auf die 6-bändige Ausgabe des Hl. Klosters Simonos Petra. Zweiter Band. März bis August. Kloster des Hl. Johannes des Vorläufers, Chania (Kreta) 2006, ISBN 960-88698-0-3, S. 225 Nikolaj Velimirović: Der Prolog von Ochrid. Verlag Johannes A. Wolf, Apelern 2009, ISBN 978-3-937912-04-2, S. 267.

Einzelnachweise

Weblinks Joachim Schäfer: Artikel zum 23. April, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon (abgerufen am 23. April 2015)

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