Die Liste der Stolpersteine in Neunkirchen enthält die in Neunkirchen (Saar) verlegten Stolpersteine.

Geschichte mini|Ensemble Bahnhofstraße 25 (links: Verlegung 2015; rechts: Verlegung 2018) Die erste Verlegung fand am 19. November 2012 im Stadtteil Wiebelskirchen auf Initiative der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und dem „Neunkircher Forum für Freiheit, Demokratie und Antifaschismus“ statt. Entgegen der sonst üblichen Vorgehensweise wurden diese ersten neun Stolpersteine an zentraler Stelle auf dem Wibiloplatz verlegt.

Eine zweite Verlegung fand vom 20. bis 21. April 2015 in der Kernstadt sowie in den Stadtteilen Heinitz, Sinnerthal und Wellesweiler statt.

Gunter Demnig kehrte am 11. Mai 2018 erneut zurück nach Neunkirchen und verlegte 19 Steine an 8 Verlegestellen. Anwesend waren unter anderem Oberbürgermeister Jörg Aumann sowie Vertreter von Kirchen und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Ein Bus der NVG brachte Interessierte zu den Verlegestellen.

Die vierte Verlegung fand am 4. September 2020 statt. Hierbei handelte es sich um eine Selbstverlegung von elf Steinen der Arbeitsgruppe Neunkirchen. Das eigentliche Verlegen übernahmen Schüler der Bauklasse des TGBBZ Jägermeisterpfad. Anwesend waren unter anderem Tobias Hans, Landrat Sören Meng sowie die Witwe von Karl Löb.

Am 29. Januar 2022 standen die Stolpersteine im Rahmen zweier parallel laufender Gedenkaktionen an die Befreiung des KZ Auschwitz. Die Bufdis des THW putzten an diesem Tag die Steine und machten sie wieder lesbar. Parallel dazu legte das Neunkircher Forum für Freiheit, Demokratie und Antifaschismus rote Nelken ab und erinnerte an die Opfer.

Am 8. September 2022 wurden 13 weitere Personen mit Stolpersteinen bedacht.

Am 8. Mai 2026 wurden zum sechsten Mal Stolpersteine verlegt. Erneut übernahmen Schüler des TGBBZ Jägermeisterpfad die Verlegung.

Übersicht Bild Name Standort Verlege­datum LebenRef. 100px Vogelschlagstraße 14 * 8. September 1899 in Neunkirchen; † 6. September 1944 im KZ Mauthausen Böshaar wuchs in Neunkirchen auf und arbeitete auf der Grube König. Er war Mitglied in der SSP (Saarländische Sozialistische Partei) und des Saarsturms. Nach der Saarabstimmung flüchtete er zusammen mit seiner Frau nach Frankreich, wurde aber am 30. November 1940 in Metz verhaftet und in Saarbrücken in Schutzhaft genommen. Das erste Haftjahr verbrachte er in der Lerchesflur, wurde danach aber ins KZ Dachau verbracht, wo er in mehreren Außenlagern zum Arbeitsdienst gezwungen wurde. Am 26. November 1942 kam er in das KZ Mauthausen und dort in das berüchtigte KZ Gusen, wo er vermutlich als Bergmann arbeiten musste. Er wurde am 6. September 1944 ermordet. Als Todesursache wurde „Kreislaufschwäche“ angegeben. Über den Verbleib seiner Frau ist nichts bekannt. Herrmannstraße 69 a * 4. Mai 1906 in Neunkirchen; † am 30. August 1940 im KZ Sachsenhausen Über Butterbachs Berufsleben liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Er wurde zweimal als politischer Dissident festgenommen. Das erste Mal im August 1937. Er wurde im Konzentrationslager Sachsenhausen als politischer Häftling inhaftiert und kurze Zeit später wieder entlassen. Am 9. Mai 1939 wurde er auf Grund der Denunziation einer Nachbarin bei seiner Familie in Saarbrücken erneut verhaftet und kam wieder ins KZ Sachsenhausen. Dort verstarb er am 30. August 1940.

Stolperstein wurde nicht verlegt. Ist in der Broschüre falsch angegeben. 100px Wibiloplatz * 5. Januar 1909 in Wiebelskirchen; † 1. September 1937 in Belchite Angehöriger der Internationalen Brigaden 100px Wibiloplatz * 19. März 1907 in Wiebelskirchen; † 9. November 1944 in der Tötungsanstalt Hadamar Walter Karl-Drumm wuchs als ganz normales Kind auf, bis er 1920 an Narkolepsie erkrankte. Durch die dadurch ausgelöste Sehnenverkürzung wurde er im Sprachgebrauch der Zeit zum Krüppel. Obwohl er geistig normal blieb, wurde er in einer Anstalt untergebracht, wo er den Beruf des Korbflechters erlernte. Am 21. Mai 1932 kam er in die Landesheilanstalt Merzig, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs geräumt wurde. Er kam dann in die Erziehungs- und Pflegeanstalt Scheuern (Nassau), anschließend in die Landesheilanstalt Eichberg und zuletzt 1943 in die Landesheilanstalt Weilmünster. Anschließend folgte am 29. September 1944 die Einweisung nach Hadamar, wo er am 9. November 1944 im Rahmen der Aktion T4 getötet wurde. 100px Wibiloplatz * 4. März 1902; † 24. Oktober 1936 bei Tardienta Wilhelm Engelmann emigrierte am 19. Februar 1935 nach Frankreich und schloss sich den Internationalen Brigaden in Spanien an. Er fiel am 24. Oktober 1936 im Kampf.100px Wellesweilerstraße 46 geboren am 30. November 1889 in Gau-Algesheim; gestorben am 3. Juni 1942 im KZ Sobibor Familie Goldmann lebte bis 1935 in Neunkirchen und zog anschließend nach Saarbrücken. Mit dem Anschluss des Saargebiets an das Dritte Reich wurde die Familie als Juden rassistisch verfolgt. Anna Goldmann (geborene Seligmann), ihr Mann Hugo Goldmann und ihre jüngste Tochter Roth Goldmann wurden direkt nach ihrer Ankunft im KZ Sobibor am 3. Juni 1942 ermordet.100px geboren am 24. März 1885 in Gundersheim; gestorben am 3. Juni 1942 im KZ Sobibor100px geboren am 8. Juli 1913; gestorben am 27. Dezember 1944 im KZ Stutthof Grete Rosa Goldmann arbeitete ab 1936 in Gießen als Hutmacherin. Nach mehreren Stationen wurde sie in das KZ Stutthof gebracht, wo sie am 27. Dezember 1944 ermordet wurde.100pxgeboren am 28. März 1916; gestorben am 19. Februar 1943 im KZ AuschwitzHeinz Leo Goldmann wurde am 29. Januar 1943 in Berlin verhaftet und dort am 19. Februar 1943 ermordet.100px geboren am 23. Juli 1924; gestorben am 3. Juni 1942 im KZ Sobibor 100px Bahnhofstraße 25 geb. am 7. März 1863 in Mosbach; gest. 30. Januar 1942 im Camp de Gurs Fanny Günzburger, geborene Weil, zog 1887 nach Neunkirchen. Sie heiratete dort den Kaufmann Salomon Günzburger. Die Familie besaß ein Schuhgeschäft. Auch nach Salomon Günzburgers Tod 1915 führte die Familie das Geschäft weiter. Tochter Johanna und Sohn Siegfried arbeiteten im Familienbetrieb. Die Familie wurde am 22. Oktober 1940 im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion verhaftet und ins Camp de Gurs verbracht. Dort verschied Fanny Günzburger am 30. Januar 1942. 100px Bahnhofstraße 25 geb. am 2. September 1889 in Neunkirchen; gest. 13. August 1942 im KZ Auschwitz Nach dem Tod ihrer Mutter wurden die beiden Geschwister zur Ermordung in das KZ Auschwitz verschickt, wo sie am 13. August 1942 ankamen. Sie wurden selektiert und direkt vergast. 100px Bahnhofstraße 25 geb. am 20. Dezember 1896 in Neunkirchen; gest. 13. August 1942 im KZ Auschwitz Nach dem Tod ihrer Mutter wurden die beiden Geschwister zur Ermordung in das KZ Auschwitz verschickt, wo sie am 13. August 1942 ankamen. Sie wurden an der Rampe selektiert und direkt vergast. 100px Wellesweilerstraße 24 * 8. April 1883 in Neunkirchen Jakob Hanuja fiel unter den Personenkreis, der im Dritten Reich wegen Verstoß gegen § 175 (Homosexualität) verfolgt wurde. Nach einigen Verhaftungen wegen Betrug und Unterschlagung wurde er am 16. Januar 1937 wegen sogenannter „Unzucht“ verhaftet und zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe sollte er ab dem 20. Oktober 1942 absitzen. Stattdessen wurde er jedoch in polizeiliche Vorbeugehaft genommen und am 16. Dezember 1942 in das KZ Dachau überführt. Er blieb bis zur Befreiung durch die Alliierten dort. Über sein weiteres Leben ist nichts bekannt. 100px Bahnhofstraße 45 geboren am 21. Februar 1879 in Wiebelskirchen; gest. 1964 Fanny Herold, geb. Haas, arbeitete lange Jahre mit ihrem Mann in einem Tabakwaren-Einzelgeschäft mit angeschlossenem Großhandel. Im Oktober 1935 musste das Geschäft auf Grund von Boykottmaßnahmen der Nazis schließen. Fanny Herold wurde am 22. Oktober 1940 verhaftet und ins Camp de Gurs verschleppt. Dort gelang ihr am 2. August 1941 die Flucht. Sie lebte unerkannt in einem Versteck in Frankreich und kehrte am 18. Februar 1946 nach Neunkirchen zurück. 100px Bahnhofstraße 45 geboren am 23. Juni 1903; gest. am 15. Juni 1971 Der Sohn der Eheleute David und #Herold Fanny floh nach dem Konkurs des familieneigenen Tabakladens zunächst nach Straßburg und dann weiter nach Paris. Nach Beginn des Frankreichfeldzugs floh er nach Limoges im Département Haute-Vienne. Dort heiratete er. Nach dem Krieg kehrte er nach Neunkirchen zurück.100pxBliesstraße 25* 2. November 1886 in Soltendieck, Kreis Uelzen; † 11. Mai 1966 in Neunkirchen Hermann Henneicke arbeitete als Schlosser und trat mit 22 Jahren in den Deutschen Metallarbeiter-Verband und die SPD ein. Während des Ersten Weltkriegs trat er der USPD ein, die für ein rasches Ende des Kriegs war. Während der Novemberrevolution wurde er zum Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrats gewählt. Von 1920 bis 1923 war er Abgeordneter im Landtag Oldenburg. Ende 1929 zog er nach Neunkirchen. 1932 wurde er in den Neunkircher Stadtrat gewählt. Er engagierte sich im Abstimmungskampf und musste nach der Niederlage nach Straßburg flüchten. Er wurde am 1. September 1941 in Straßburg verhaftet und kam ab 1942 als Schutzhäftling in das KZ Sachsenhausen. Nach der Auflösung überlebte er den Todesmarsch durch Hilfe von Richard Rauch und wurde von britischen Truppen befreit.100px* 12. Juni 1897 in Hamburg; † 19. April 1990 in Neunkirchen; geb. Dümatz Marie Dora Dümatz heiratete Hermann Heinicke im Mai 1918. 1939 wurde der Elsass geräumt, worauf Maria Henneicke mit der jüngsten Tochter Elisabeth Straßburg verlassen musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie zurück nach Neunkirchen.100px* 21. April 1919 in Rüstringen; † 11. Mai 2010 in Neunkirchen