Obersiemau ist ein Gemeindeteil von Untersiemau im oberfränkischen Landkreis Coburg.
Lage Obersiemau liegt etwa acht Kilometer südlich von Coburg. Westlich des Ortes steht die Mühlbachbrücke Untersiemau der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt. Der Siemauer Mühlbach, ein linker Zufluss der Itz, fließt durch den Ort. Die von West nach Ost laufende Kreisstraße CO 28, bis 2008 die Bundesstraße 289, trennt den Ort in eine nördliche und südliche Hälfte. Eine Gemeindeverbindungsstraße nach Birkach am Forst zweigt in Obersiemau ab.
Geschichte Obersiemau wurde 1292 erstmals als in „superiori Svemen“ urkundlich erwähnt.Horst Graßmuck: Die Ortsnamen des Landkreises Coburg. Inaugural-Dissertation der Universität Erlangen 1955, S. 61. Der Ort lag einst im Banzer Forst, der später auch Lichtenfelser Forst hieß. Zwischen Obersiemau und dem östlich benachbarten Buch am Forst verlief jahrhundertelang die Grenze zwischen Sachsen-Coburg und dem Lichtenfelser Raum.
Im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs äscherten Kroatische Reiter im kaiserlichen Dienst Obersiemau im Juli 1632 ein.Walter Schneier: Coburg im Spiegel der Geschichte, von der Urzeit bis in die Gegenwart: auf den Spuren von Fürsten, Bürgern und Bauern, Druck- und Verlagsanstalt Neue Presse GmbH, Coburg 1985, S. 151
Im Jahr 1768 erwarb Ernst Friedrich Stockmar, Großvater von Christian Friedrich von Stockmar, das Rittergut Obersiemau. Dieses blieb bis heute im Besitz der Familie (Stand: 2014).www.untersiemau.de Obersiemau
Eine kleine Brauerei mit angeschlossener Gastwirtschaft betrieb H. Schubert von 1850 bis 1886 in Obersiemau. 1898 entstand aus der Brauerei die Aktiengesellschaft „Schubert's Brauerei und Malzfabrik“. 1904 erwarb Fritz Brandsepl das Unternehmen und firmierte unter „Coburg-Bayerisches Grenzbrauhaus GmbH“. 1918 wurde der Braubetrieb eingestellt und von der Hofbrauhaus Coburg AG übernommen.Wolfgang Vatke: Coburger Brauereien Stadt und Land. Veste-Verlag Roßteutscher, Coburg 2008, ISBN 978-3-925431-03-6, S. 326
1843 hatte der Ort 148 Einwohner, davon 22 Schulkinder.Kirchenvorstand der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Untersiemau (Hrsg.): Chronik und Festschrift zum 600jährigen Jubiläum der St.-Salvator-Kirche Untersiemau. Resch-Druck, Coburg 1992, S. 49
In einer Volksbefragung am 30. November 1919 stimmten zwei Obersiemauer Bürger für den Beitritt des Freistaates Coburg zum thüringischen Staat und 75 dagegen.Coburger Zeitung, Ausgabe Nr. 280 vom 1. Dezember 1919 Somit gehörte ab dem 1. Juli 1920 auch Obersiemau zum Freistaat Bayern.
Am 1. Januar 1978 wurde Obersiemau als Ortsteil in die Gemeinde Untersiemau eingegliedert. Obersiemau gehört seit 1812 zum evangelisch-lutherischen Kirchensprengel von Untersiemau. Zuvor war das Dorf Buch am Forst zugeordnet.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl 1910 157 1933 178 1939 167 1970 206 2014 174 2020 183
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Untersiemau) Kategorie:Ort im Landkreis Coburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Coburg) Kategorie:Ersterwähnung 1292 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978